NSA wollte den Google Play Store mit Malware infizieren

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NSA-Ziel Google Play Store

Wer ein Android Smartphone, Android Tablet und eine Android Wear Smartwatch sein Eigen nennt, der wird seine Apps mit sehr großer Wahrscheinlichkeit aus dem Google Play Store beziehen. Immerhin ist dieser auf den meisten Smartphones schon vorinstalliert. Genau dieser App Store für Android-Nutzer war mal im Visier des US-Geheimdienstes NSA.

Was Edward J. Snowden im Sommer 2013 enthüllte, hat bis heute Nachwirkungen. Nicht nur das politisch die deutsche Bundesregierung, das Kanzleramt und der BND enorm viele Probleme haben und zu allerlei Anfeindungen sowie zu peinlichen Fragen Stellung beziehen müssen, auch anderweitig greift der größte Spionage-Skandal der Nachkriegszeit um sich. Selbst der Google Play Store wird nun in die Sache mit hineingezogen, aus welchem die meisten ihre Apps beziehen.

Hintertürchen Google Play Store

Normalerweise heißt es, dass man am sichersten unter Android ist, wenn man Apps nur aus dem Google Play Store installiert. Immerhin werden die Apps da automatisiert auf gewissen Schadcode hin untersucht und unbekannte Drittanbieter-Quellen würden als Malware-Schleuder dienen. Jedoch wollte der sehr stark in der Kritik stehende US-Geheimdienst NSA genau dieses Modell unterwandern, wie neue Dokumente den Google Play Store betreffend belegen.

So plante die NSA gezielt die Google-Server des Google Play Store in Frankreich anzugreifen und die dort liegenden Apps gegen manipulierte 1:1 Kopien zu ersetzen, welche eine NSA-Backdoor haben und so das Anzapfen der Server-Kommunikation direkt auf dem Android-Smartphone zu ermöglichen. Die NSA hätte so wirksam die verschlüsselte Kommunikation umgehen und direkt die Quelle anzapfen können. Der Server-Standort Frankreich ist übrigens bewusst gewählt worden: Über Frankreich wird der gesamte nordafrikanische Kontinent abgedeckt.

Ob die Pläne unter der Bezeichnung IRRITANT HORN tatsächlich umgesetzt wurden und der Google Play Store mit NSA-Malware infiziert wurde ist nicht bekannt. Da die Dokumente auf die Jahre 2011 und 2012 zurück datieren sollte man schon damit rechnen, zumal auch der Samsung App Store im Visier der Geheimdienstler war mit dem Unterschied, dass hier der weltweite Zugriff angestrebt wurde.

Wer will kann sich die Dokumente hier bei DocumentCloud anschauen und einmal mehr erkennen, dass es für die USA anscheinend keinerlei Grenzen gibt.

[Quelle: The Intercept]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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