NVIDIA Tegra 4i: Cortex A9 Quadcore mit integriertem LTE-Modem

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Der kalifornische Chipentwickler NVIDIA hatte auf der Consumer Electronics Show 2013 Anfang Januar in Las Vegas seine neuste Chip-Generation für Smartphones und Tablets vorgestellt. Der Tegra 4 ist wie sein Vorgänger ein Quadcore mit einem fünften Companion Core aber wer dachte das NVIDIA hier aufhört, der täuscht sich gewaltig.

Beim Tegra 4 setzt NVIDIA wie der Großteil der Chip-Konkurrenz auf die neuste ARM-Architektur, sprich auf den Cortex A15. Dieser kommt gleich viermal mit bis zu 1,9 GHz zum Einsatz, unterstützt von einem Cortex A7 Companion Core für Hintergrundaufgaben, wenn die Leistung der vier A15-Kerne nicht benötigt wird. Allerdings ist das Interesse der Hersteller am Tegra 4 nicht sonderlich groß ausgefallen, denn nur wenige neue Geräte sind überhaupt mit einem Tegra 4 angekündigt worden. Ob das vielleicht an den auf den ersten Blick ernüchternden ersten Benchmarks lag, die vor kurzem die Runde machten? Jedenfalls scheint NVIDIA noch einen Plan B in der Tasche zu haben.

 

Verbesserung eines Neulings

Und dieser Plan B hört auf den Namen Tegra 4i, der nur dem Namen und dem Konzept nach etwas mit seinem Bruder zu tun hat, denn die Technik des Tegra 4i ist eine gänzlich andere. Während im Tegra 4 ARMs Cortex A15 Kerne vierfach zum Einsatz kommen, vertraut der Tegra 4i stattdessen auf vier Cortex A9 r4 Kerne. Diese neue Architektur ist aus der Zusammenarbeit der britischen Chipschmiede ARM und NVIDIA entstanden, welche eine deutliche Verbesserung der bereits etablierten Cortex A9 Architektur ist. Auf Seiten der Grafik werden die 4 Kerne von 60 Shader-Einheiten unterstützt

130219_5_1Zwar unterstützt der Tegra 4i im Vergleich zum Tegra 4 weniger RAM sowie geringere Auflösungen via HDMI-Ausgang und am Display selber, dafür kann der neue 4+1 Chip mit einem integrierten LTE-Modem vom Typ Icera 500 aufwarten und das bei deutlich kleinerer Chipgröße. Darüber hinaus ist es der erste mobile Prozessor von NVIDIA, der alle wichtigen Kernfunktionen eines Smartphones bereitstellt, wie Phil Carmack, Senior Vice President der Mobilsparte bei NVIDIA, sagt.

NVIDIA is delivering for the first time a single, integrated processor that powers all the major functions of a smartphone. Tegra 4i phones will provide amazing computing power, world-class phone capabilities, and exceptionally long battery life.

Deutsche Übersetzung:

NVIDIA liefert das erste Mal einen einzelnen integrierten Prozessor, der alle Hauptfunktionen eines Smartphones bereiststellt. Tegra 4i basierte Geräte werden erstaunliche Computing-Leistung, Weltklasse Telefonfähigkeiten und besonders lange Akkuausdauer haben.

 

Mit Soft-Modem und Features zurück an die Spitze

Neben dem Maximaltakt von 2,3 GHz je Kern ist die Besonderheit des Tegra 4i allerdings dessen integriertes Icera 500 Modem, welches neben TD-HSPA und HSPA+ zusätzlich LTE bereitstellt (beim Tegra 4 musste das Modem noch extern angebunden werden). Das allein ist zwar keine Besonderheit mehr heutzutage, das integrierte “Soft-Modem” dagegen schon: Damit lassen sich per Firmware-Updates dem Modem neue Frequenzbänder und Interfaces beibringen, eine Möglichkeit die es bei anderen LTE-Modems derzeit nicht mal ansatzweise gibt.

Das Modem selbst unterstützt im LTE-Netz Datenraten bis zu 150 Mbps im Download und 50 Mbps im Upload, selbst VoLTE (Voice over LTE) beherrscht das Modem. Damit ist schlicht und ergreifend das Telefonieren im LTE-Netz über LTE gemeint, was unter anderem eine bessere Sprachqualität von bis zu 40% ermöglicht, verglichen mit der Telefonie via GSM/UMTS-Netz.

Neben dem Icera 500 LTE-Modem will NVIDIA vor allem mit Hardware-Features überzeugen, wie zum Beispiel NVIDIA Chimera. Die Technologie bietet einige erweiterte Features zum Fotografieren und Filmen mit Mobilgeräten, wie beispielsweise einer immer verfügbaren High Dynamic Range (HDR)-Fähigkeit, der sogenannten “Tap-to-Track”-Funktion sowie Panorama-Fotos in HDR-Qualität. Um die Fähigkeiten des neuen Tegra 4i angemessen demonstrieren zu können, hat NVIDIA ähnlich wie beim Tegra 4 mit dem Project Shield ein spezielles Referenzgerät entwickelt, welches schlicht auf den Namen Phoenix hört.

 

Ein Referenzgerät namens Phoenix

Das Phoenix selbst wird es so vermutlich nie in die Hand eines Kunden schaffen, da es lediglich als eine Art Vorlage für die Hersteller dieser Welt dient. Quasi als Showcase-Gerät zeigt es, was der Tegra 4i alles kann und wie ein darauf basierendes Smartphone aussehen könnte. Die Hardware jedenfalls liest sich so wie von einem Highend-Smartphone erwartet:

  • 5″ FullHD Display mit 1.920 x 1.080 Pixel Auflösung
  • Tegra 4i Quadcore
  • LTE, VoLTE
  • 13 Megapixel Kamera

Beim Phoenix setzt NVIDIA unter anderem auf eine PRISM2 genannte Technologie, mit deren Hilfe die Darstellungsqualität auf dem Display und die Ausdauer des Akkus spürbar verbessert werden können. Ebenso setzt man auf die vom Tegra 4 her bekannte DirectTouch-Technologie, welche für eine genauere Erkennung von Berührungen auf dem Touchscreen sorgt. Die Demonstration des Tegra 4i kann man sich auf dem kommenden Mobile World Congress in Halle 7, Stand 110 in aller Ruhe anschauen.

 

[Quelle: NVIDIA]

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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