o2 Telefonica: Vertragsverlängerungen werden kostenpflichtig!

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Telefónica o2 Germany

Letztes Jahr sorgte der in München ansässige deutsche Netzbetreiber o2 für Aufsehen, indem man den Konkurrenten E-Plus kurzerhand aufkaufte und in sein eigenes Netz integrierte – natürlich unter strengen Auflagen der Behörden. Mit einem Schlag ist das neue Unternehmen zum größten deutschen Anbieter geworden, was allen Anschein nach nun auch bei den Geschäftspraktiken zu spüren ist.

Oder vielmehr auf der Rechnung von o2, wenn man als langjähriger Bestandskunde seinen Vertrag verlängern will. Wie der Anbieter auf seiner Website mitteilt, fallen bei einer Verlängerung des laufenden Vertrages aus dem Bereich der All-In-Tarife in Zukunft einmalig 19,99 Euro an. Dies gilt für die Mobilfunkverträge mit Sprachtelefonie sowie Daten aber nicht für DSL-Tarife im o2-Netz.

o2 can do

Bisher war die Gebühr bei der Verlängerung vor allem dann verlangt worden, wenn man von einem einfachen Tarif aus der Basic- oder Select-Familie in einen der größeren Blue All-In Tarife (S, M, L oder XL) wechseln wollte. Seit dem 14.04.2016 gilt diese Gebühr nun auch für Vertragskunden, welche ihren Blue All-In ohne eine Änderung an den Konditionen einfach nur verlängern. Kostenlos bleibt hingegen nach wie vor der Wechsel von einem kleineren in einen größeren Blue All-In Tarif.

Wie o2 über Twitter bekräftigte, wird die Gebühr bei einer Vertragsverlängerung ausschließlich dann anfallen, wenn man im Laden vor Ort oder über die Kunden-Hotline die Verlängerung veranlasst. Verlängert man hingegen über das Online-Portal des Netzbetreibers seinen laufenden Vertrag, entfallen die einmaligen 19,99 Euro. Nachteil wäre wiederum, dass man sich keine besseren Konditionen für den verlängerten Vertrag aushandeln kann.

Weiterhin bleiben die einmaligen 19,99 Euro auch bei einem Wechsel von einem höheren in einen niedrigeren Vertrag, unabhängig von der Tarif-Familie. Denn auch in den Tarifen Basic sowie Select sind bei einer Vertragsverlängerung automatisch 19,99 Euro Wechselgebühr mit enthalten.
Geschäftskunden sind jedoch nicht von der Änderung betroffen.

Interessant ist spätestens an diesem Punkt, wie der Münchner Netzbetreiber die Gebühr für eine Vertragsverlängerung rechtfertigen will. Angeblich sei der Aufwand bei einer Verlängerung eines bestehenden Vertrages dermaßen groß, dass durch die Umstellung eben diese Gebühr erhoben wird. Gerade im Blick auf die Konkurrenz ist die „neue“ Gebühr ärgerlich.

So ist bei der Deutschen Telekom als auch Vodafone eine Vertragsverlängerung prinzipiell gebührenfrei, es sei denn man wechselt vorzeitig in einen anderen Tarif. Bei der Deutschen Telekom fallen je nach Tarif eine Wechselgebühr an – vermutlich wenn man in einen niedrigeren Tarif wechseln – wie es auch bei Vodafone gehandhabt wird. Man könnte auch sagen, dass sich o2 mit dieser Gebühr selbst ins Abseits katapultiert.

Unmut macht sich breit

Kein Wunder, dass sich zahlreiche Kunden von o2 derzeit in den sozialen Medien über das neue Vorgehen gegenüber Bestandskunden veräppelt fühlen. Vor allem seit der 1995 als VIAG Interkom gestartete Netzbetreiber kaum noch einen preislichen Vorteil gegenüber den Anbietern im D-Netz – Deutsche Telekom und Vodafone – bieten kann.

Update

Wie sich nun herausstellt, scheint o2 da ein wenig zu vorschnell gewesen zu sein. Wie Kollege Caschy bei einem Telefonat erfahren hat, wird es die Gebühr für eine Vertragsverlängerung wohl vorerst doch nicht geben. Die Information sei fälschlicherweise in das Dokument gelangt und wird nicht kommen. Die Kritik an den Plänen des Münchner Netzbetreibers könnten letztlich wohl doch zu einem schnellen Umdenken geführt haben.

[Quelle: Caschys Blog]

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