Qualcomm: Die Snapdragon 810 Hitze-Gerüchte sind Müll

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Qualcomm Snapdragon 810

In den letzten Wochen und Monaten war der Snapdragon 810 öfters mal in den News zugegeben aber in einer Weise, auf welche Qualcomm gut und gerne verzichtet hätte. Nun wagt der Chip-Konzern die Flucht nach vorne mit einer Behauptung, die kräftig zur Diskussion anregen dürfte: All die Gerüchte über Hitze-Probleme seien totaler Müll.

Qualcomm galt in den letzten Jahren als der De-Facto-Standard wenn es um hochwertige Prozessoren für Android Smartphones ging. Kaum ein Hersteller der nicht auf die Snapdragon-Modelle verzichten konnte, aber Ende letzten/Anfang diesen Jahres hat das Image mit dem Snapdragon 810 einen großen Riss bekommen. Grund dafür ist der unter Last ziemlich heiß werdende Octa-Core Prozessor, aber geht es nach Qualcomm, dann sind das alles haltlose Gerüchte.

Diskussion um die Snapdragon 810 Probleme

In einem Interview mit Forbes hat sich Qualcomm vermutlich das erste Mal in vollem Umfang zu der Sache geäußert, deren Ursprung nicht mehr so ganz auszumachen ist. Jedenfalls hatte sich Anfang des Jahres das Gerücht verbreitet, dass der Snapdragon 810 unter Last viel zu heiß wird und nicht einmal sein volles Potential an Leistung ausschöpfen kann. Qualcomms Vice President of Marketing Tim McDonough bezeichnet all diese Gerüchte daher als Müll der dazu gedacht war, den Chip schon schlecht zu machen, noch bevor er überhaupt in den ersten Geräten auf den Markt kommt.

Auch wenn solche Taktiken laut McDonough in dieser Branche üblich sind, bleibt die Frage zurück, warum erste Snapdragon 810 Smartphones wie das LG G Flex 2 und besonders das HTC One M9 nachweislich so heiß wurden (zum Beitrag). McDonough begründet es einfach mit Vorserien-Geräte, deren Prozessoren bis zur Serienproduktion noch fein-getuned wurden und deren Snapdragon 810 daher nicht mehr so heiß wird. Komisch nur, dass HTC die Probleme mit einem OTA-Update sehr erfolgreich eindämmen konnte und dabei handelte es sich nicht um Vorserien-Geräte. So ganz unbegründet scheinen die Gerüchte ja dann wohl doch nicht zu sein.

Auch wenn McDonough den mutmaßlichen Urheber der ganzen Gerüchte nicht bei seinem Namen nannte, so deutete der Manager dennoch in gewisser Weise auf Samsung hin. Zumindest als Nutznieser, schließlich hatte sich der südkoreanische Konzern für den hauseigenen Exynos 7420 Prozessor für das Samsung Galaxy S6 entschieden anstelle des Snapdragon 810 (zum Beitrag). Der Zeitpunkt für diese Entscheidung ist laut Forbes einfach zu perfekt gewesen, als das man sie ignorieren könnte.

Wechselhafte Beziehungen

Dennoch vergleicht er die Beziehung zu Samsung und deren Verwendung von Qualcomm-Technologie mit einem Pendel. Mal schwingt es mehr in Richtung Qualcomm – siehe Samsung Galaxy S4 und Samsung Galaxy S5 – und manchmal eben mehr in Richtung Samsung wie im Fall des Samsung Galaxy S6, welches komplett mit Samsungs eignen Prozessoren bestückt ist.

Auf die Frage, warum das LG G4denn einen Snapdragon 808 nutzt anstelle eines Snapdragon 810, antwortete McDonough damit, dass das G4 auf die Verarbeitung von nativen 2K-Inhalten ausgelegt sei. Technisch sind beide Prozessoren nahezu identisch: CPU-Architektur, Adreno Grafikchips, Low-Power Audio, dasselbe LTE-Modem und sogar die Kompression von 4K-Videos beherrschen beide Prozessoren. Der Unterschied liegt in der Wiedergabe von nativen 4K-Inhalten: Der Snapdragon 810 ist von Beginn an für das volle 4K-Programm ausgelegt, der Snapdragon 808 aufgrund seiner deutlich kleineren Speicher-Anbindung hingegen maximal für 2K-Inhalte.

Mit dem Snapdragon 820 soll jedoch wieder alles anders werden heißt es, sodass Qualcomm wieder zurück zu alter Stärke findet. Das hat der Konzern aber schon jetzt eventuell: Das Xiaomi Mi Note Pro wird von einer überarbeiteten Revision des Snapdragon 810 angetrieben, welche nicht von den bisherigen Problemen geplagt wird.

[Quelle: Forbes]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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