Rich Miner: Diskussion um Android-Fragmentierung ist unnötig

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Android-Fragmentierung überbewertet, so Android-Mitgründer Rich Miner

Seit Android 2008 in Form des T-Mobile G1 aka HTC Dream auf den Markt gekommen war, hat sich doch einiges getan und das nicht nur in Sachen Optik des Betriebssystems. Vor allem unter der Haube haben sich teils erhebliche Neuerungen und Änderungen eingefunden, was wiederum zu einem neuen Problem führte: Die Fragmentierung durch viele im Umlauf befindliche Android-Versionen.

Die Fragmentierung der Android-Versionen ist es denn auch, was von Anhängern anderer Lager ganz gerne mal als Kontra-Argument eingeworfen wird, insbesondere Apple-Jünger ziehen den Vergleich der Versionsverteilung gerne mal heran. Das allerdings auch die iOS-Welt von einer gewissen Fragmentierung heimghesucht wird, lässt sich statistisch gesehen kaum leugnen, sieht allerdings deutlich besser aus als die zig Versionen von Android. Zugegeben, die neuste Version von Android zu haben ist zwar nie verkehrt aber wenn es nach einem der Mitbegründer von Android gehen würde, Rich Miner, dann ist die gesamte Diskussion zum Thema Android-Fragmentierung eh eine sinnlose Diskussion.

 

Achillesferse Aktualität

Dennoch musste auch Rich Miner zugeben, dass die Entwickler des Betriebssystems und vor allem die Entwickler bei Google erst noch einiges lernen mussten bei Android. Trotzdem wird das Thema Updates noch lange eine Rolle spielen, gerade im Bereich „Verteilung von Updates für die Sicherheit“ muss sich Google etwas einfallen lassen. Zwar habe der Konzern bei der Lücke der App-Signatur zeigen können, wie schnell auf derartige Sicherheitslücken reagiert und der entsprechende Bugfix dafür ausgeliefert werden kann, dennoch müssen die Hersteller den Bugfix entsprechend in die Firmwares für ihre Geräte einpflegen und dann selbst die Updates für ihre Geräte verteilen.

Das eine Fragmentierung trotz allem bei Android kaum zu vermeiden ist, führt Rich Miner unter anderem mit den tagtäglich knapp 1,5 Millionen verkauften Android-Geräten an. Bei einer solch großen Zahl an verkauften Geräten ist es einfach schier unmöglich, eine gewisse Fragmentierung effektiv zu verhindern. Eine gewisse Mitschuld an der Situation der Fragmentierung gibt Rich Miner unterdessen den Herstellern, was bei genauerer Betrachtung recht schlüssig ist. Deren Zurückhaltung bei schnellen Updates hat wiederum auch ihre Gründe, denn Updates sollen bei allen Kunden möglichst zu 100% funktionieren.

 

Dem „einfachen“ Nutzer ist es eigentlich egal

Nicht vergessen werden sollte zudem die aufwändige Validierungsphase für Updates, welche neue Firmwares erst noch durchlaufen müssen. Dennoch wird der einfache Nutzer eines Android-Smartphone sich eher weniger darum scheren, welche Android-Version eigentlich auf seinem Gerät läuft: Hauptsache die Firmware läuft fehlerfrei. Lediglich wir Update-geilen Geeks und Nerds regen uns über fehlende Updates auf oder verteufeln Hersteller, wenn mal ein Update einfach ohne Vorwarnung gecancelt wird. Andererseits kann das frühzeitige Einstellen von Updates auch am Image kratzen, so wie es aktuell HTC beim One S wieder erleben muss.

Dennoch sollte sich Google einige Gedanken machen, wie man die ausufernde Fragmentierung von Android effektiv eindämmen kann. Gerade Entwickler von Apps müssen sich zumeist den Kopf zerbrechen, wie man den Spagat aus Unterstützung älterer Android-Versionen und gleichzeitig der neusten mit mehr API-Schnittstellen bewerkstelligen kann. Da dürfte es manchen Entwickler freuen, dass Jelly Bean endlich Android 2.3 Gingerbread vom Thron der Android-Versionen gestoßen hat. Vielleicht sollte sich Google mal am Update-System von Linux orientieren oder ein wenig umschauen, auf dessen Kernel Android schließlich basiert. Aber eines steht jetzt schon fest: Das Thema Android-Fragmentierung wird uns noch eine Weile begleiten und vermutlich nur uns Hardcore-Fans, Geeks und Nerds wirklich interessieren. Oder seht ihr das anders?

[Quelle: Xconomy | via SmartDroid]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

  1. Bridgeman schreibt:

    Mir ist’s egal, da ich iOS bevorzuge. Allerdings würde mir als Androidnutzer aus Sicherheitsgründen ein aktuelles OS schon sehr wichtig sein. Die Fragmentierung beim iOS könnte mit dem Jailbreak zu tun haben. Ich persönlich führe Updates erst aus wenn ein entsprechender Jailbreak da ist.

  2. roberto schreibt:

    Die Version ist egal solange…

    …man alle Apps (auch im neusten Design) laden kann
    …alle APIs zur Verfügung stehen
    … Sicherheitspatches unabhängig von der Version eingespielt werden
    …die Coreapps manuell über den Playstore geupdated werden können

    Auf der I/O hat Google eindrucksvoll bewiesen, wie es die Kontrolle über Android zurückerlangt hat. Spätestens bei Android 5 werden die einzelnen Schichten von Android manuell oder direkt von Google mit Updates versorgt. Die Hersteller / Provider Ebene bleibt davon unberührt, denn das ist deren Bier.

  3. roberto schreibt:

    @ Bridgeman

    Nur weil ein iOS Gerät mit der neusten iOS Version läuft, heißt das nicht, das alle Features zur Verfügung stehen (siehe Siri). Richtig ist das die meisten Sicherheitspatches für alle Geräte ausgeliefert werden, sofern sie das Update erhalten.

    Man sollte aber auch immer bedenken, daß neue Versionen meist mehr Lücken enthalten als alte. Und je weniger User eine Version nutzen, desto geringer ist der Anreiz diese Lücken auszunutzen.

    Und mal ehrlich: Die meisten Lücken haben heutzutage Programme, PlugIns und Extensions. Die Betriebssysteme an sich sind ziemlich sicher.

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