Samsung entwickelt neues Dateisystem für Flash-Speicher

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Heutige Dateisysteme wie FAT32, NTFS oder die aus dem Linuxbereich stammenden Formate Ext2/3/4 stammen noch aus Zeiten, wo Speicherlaufwerke noch sich drehende Plattenteller waren. Wie so oft schreitet auch hier die Technik zum speichern immer weiter fort und resultiert aktuell in Flash-Speicher. Nur offenbaren sich immer öfters Nachteile der alten Dateisysteme für die neue Technologie.

Einer der größten Hersteller für Speicherchips auf NAND-Basis im mobilen Bereich ist der südkoreanische Konzern Samsung. Erst kürzlich hat der Konzern die Produktion von NAND-Chips mit einer Speichergröße von 128 GB gestartet, bisher lag die maximale Speichergröße bei 64 GB. Aber auch im Geschäft des mobilen Arbeitsspeichers ist Samsung eine ganz große Nummer. So hat der Konzern ebenfalls die Produktion von RAM nach der LPDDR3-Spezifikation gestartet, was in erster Linie der gestiegenen Leistungsanforderung bei Smartphones Rechnung tragen soll. Da in Zukunft immer mehr HD-Videomaterial auf immer höher auflösenden Bildschirmen wiedergegeben werden soll, müssen auch die Chips entsprechend schneller werden. Die neuen Chips bieten beispielsweise einen Datendurchsatz von bis zu 12,8 GBit/Sekunde, während der im Galaxy S3 verbaute DRAM gerade mal bis zu 8,5 GBit/Sekunde schafft.

Mit den neu entwickelten Dateisystem F2FS, welches auf einem Log-structured File System (kurz LFS) basiert, welches unter anderen die Limitationen bisheriger LFS-basierender Dateisysteme ausmerzen soll. Da Flash-Speicher sich in seiner Datenstruktur und Geometrie von Festplatten unterscheidet, hat Samsung F2FS von Grund auf neu entwickelt, um optimaler im Zusammenspiel mit Flash-Speicher zu arbeiten. Es ist vor allem deutlich schneller und sehr einfach zu adaptieren, so Samsung. Damit tritt F2FS in die Fußstapfen von RFS, welches Samsung mti dem Galaxy S etablieren wollte und grandios damit scheiterte.

Im Gegensatz zu RFS hat Samsung das neu entwickelte Dateisystem F2FS den Linux-Kernelentwicklern zur Verfügung gestellt, wird also kein Closed-Source-Dateisystem sein. 16 Patches hat der Konzern an das Kernel-Projekt übermittelt, womit diese relativ einfach für bereits Android-basierende Geräte angepasst werden können. Und da Samsung den Quellcode der Linux-Gemeinde zur Verfügung stellt, dürften ziemlich rasch erste OEM-Hersteller auf das neue Dateisystem aufspringen, denn auch SSD-Laufwerke und SD-Speicherkarten können davon profitieren. Nur eine Unterstützung für Windows- und Mac-Systeme dürfte längere Zeit auf sich warten lassen. Und wer Bedenken wegen einer möglichen Inkompatibilität bezüglichst F2FS-Geräten hat: Durch das FUSE/MTP-Protokoll können entsprechend formatierte Datenträger problemlos gemountet werden.

[Quelle: Muktware, LKM & Google+ | via AndroidPolice]
[Bildquelle: AndroidPolice]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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