Samsung Galaxy S7: Adoptable Storage funktioniert doch

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Samsung Galaxy S7

Neben allgemeinen Verbesserungen der Performance kann Android 6.0 Marshmallow vor allem durch den „Adoptable Storage“ aufwarten, welcher eine MicroSD-Karte kurzerhand zum internen Systemspeicher machen kann, was aber mit Flaggschiff-Modellen wie dem Samsung Galaxy S7 oder dem LG G5 nicht funktioniert. Oder doch? Wer mit ADB vertraut ist, kann die gestrichene Funktion bei Bedarf dennoch nutzen.

Eine von Samsung während der offiziellen Vorstellung (zum Beitrag) besonders hervorgehobene Funktion des Samsung Galaxy S7, ist die Rückkehr der Speichererweiterung mit Hilfe einer MicroSD-Speicherkarte. Bis zu 200 GB fassende Karten lassen sich nutzen, aber nur als sogenanntes „Datengrab“ für Medien aller Art sowie auslagerbare Apps. Die Möglichkeit die MicroSD per „Adoptable Storage“ als internen Speicher zu behandeln wurde offiziell von Samsung gestrichen (zum Beitrag) – allerdings gibt es auch einen inoffiziellen Weg, der über die Android Debug Bridge kurz ADB führt.

Versteckter Speichermodus des Samsung Galaxy S7

Die Grundvoraussetzungen sind natürlich einfach: Man braucht eine möglichst schnelle MicroSD, einen PC mit funktionierender ADB-Umgebung und das Samsung Galaxy S7 selbst. Nun sollten zunächst alle Daten der MicroSD gesichert werden, da sie während der Prozedur einmal komplett formatiert wird.

Das Spannende an der Sache ist, dass das Samsung Galaxy S7 sogar einen hybriden Modus für den „Adoptable Storage“ unterstützt. Bedeutet nichts anderes, dass die MicroSD mit zwei Partitionen versehen werden kann, wovon eine für den internen Speicher genutzt wird und die andere Partition ganz normal in einem Desktop-Rechner erkannt wird.
Es wird allerdings empfohlen auf den hybriden Modus zu verzichten und die komplette MicroSD zu verwenden.

Als Vorbereitung muss zunächst der ADB-Zugriff auf dem Samsung Galaxy S7 eingeschaltet werden. Dazu öffnet man die Einstellungen, scrollt runter ans Ende, öffnet die Geräteinformationen, danach die Softwareinfo und tappt siebenmal auf das Feld Buildnummer. Nun sind die Entwickleroptionen freigeschaltet, wo sich das ADB-Debugging einschalten lässt.
Bei der ersten Verbindung per ADB mit einem Rechner muss man zudem einmalig den Zugriff mit einem RSA-Krypto-Schlüssel bestätigen. Erst jetzt kann man den Adoptable Storage im Samsung Galaxy S7 aktivieren:

  • Galaxy S7 mit eingelegter MicroSD per USB-Kabel mit dem Rechner verbinden
  • ADB in der Kommandozeile starten und den Befehl „adb shell“ eingeben
  • Danach „sm list-disks“ eingeben, um verfügbare Speichermedien aufzulisten
  • Angezeigte Disk ID notieren (im Beispiel 179:160)
  • Mit dem Befehl „sm partition disk:179:160 private“ wird die MicroSD komplett als privater Speicher formatiert

Nach einigen Minuten sollte der Vorgang auf dem Samsung Galaxy S7 abgeschlossen sein. Wenn der Vorgang erfolgreich war, sollte man dies nun in der Speicherübersicht unter Einstellungen -> Speicher auch zu Gesicht bekommen. Allerdings ist darauf hinzuweisen, dass die Anzeige des gesamten Speichers nicht korrekt ist. Auch wenn der gesamte Gerätespeicher nun kleiner dargestellt wird, funktioniert dennoch alles bestens.

Um wieder zurück zu kehren zum normalen Speichermodus der MicroSD reicht es aus, wenn man die Kommandos über ADB erneut eingibt, aber anstelle von „sm partition disk:179:160 private“ das Kommando „sm partition disk:179:160 public“. Oder man formatiert die MicroSD ganz normal über die Einstellungen.

Anmerkung: Will man die MicroSD im Hybrid-Modus betreiben, benötigt man das ADB-Kommando „sm partition disk:179:160 mixed 50“, um die MicroSD in zwei gleich große Partitionen aufzuteilen.

[Quelle: MoDaCo]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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