Samsung: Microsoft, Bloatware und das neue TouchWiz

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Samsung TouchWiz

In den letzten Jahren wurde Samsung für seine vorinstallierte Software in Form von TouchWiz sowie diversen Bloatware-Apps regelmäßig heftig kritisiert und das manchmal auch zu Recht. Mit dem kommenden Android Smartphone Samsung Galaxy S6 soll sich das allerdings grundlegend ändern und Microsoft scheint dabei eine größere Rolle zu spielen.

Android ist eine sehr offene Plattform, die sich nicht nur durch die verschiedensten Smartphones und Tablets zu unterscheiden versucht. Für etliche Hersteller sind es insbesondere die sogenannten OEM-Aufsätze, womit sich die Unternehmen voneinander unterscheiden können. Zu nennen seien da beispielsweise HTC Sense, der Xperia Launcher von Sony oder Samsungs TouchWiz. Insbesondere letzteres ist regelmäßig verschiedenster Kritik ausgesetzt, sodass Samsung reagieren muss, will und auch wird. Das Ergebnis könnte jedoch richtig überraschen.

Samsung und eine neue Philosophie

Denn wie unsere Kollegen von SamMobile mit Verweis auf einen Insider berichten, wird das neue TouchWiz nicht nur wirklich schlanker werden, sondern einige fundamentale Veränderungen erhalten. Das fängt schon mal damit an, dass etliche Samsung-eigenen Apps in der Tat nicht mehr fester Bestandteil der Firmware sind und als optionale Downloads im GALAXY Store bereit stehen (zum Beitrag). Unklar ist bisher nur was für Apps das sein werden. Denkbar wären beispielsweise Scrapbook, S Note, S Voice und natürlich S Health. Diese könnten sich Nutzer manuell herunterladen und installieren, wie es derzeit bereits mit etlichen Aufnahme-Modi für die Kamera-App der Fall ist, dem S Translator oder dem Optical Reader.

Der eigentlich interessante Part hat jedoch mit Microsoft zu tun und das sind diverse vorinstallierte Apps des Redmonder Software-Konzerns auf dem Samsung Galaxy S6 und vermutlich allen anderen Android Smartphones sowie Android Tablets, die mit dem neuen TouchWiz vorgestellt werden. Im Gespräch sind dabei Microsoft OneNote, OneDrive, Office Mobile (inklusive einem kostenlosen Office 365 Abo) und Skype. Wenn man jetzt allerdings die Sache mal genauer nimmt, dann würden diese Apps wieder unter das Register „Bloatware“ fallen (zum Beitrag). Genau das, was Samsung eigentlich abschaffen wollte. Es wird deswegen gemunkelt, dass die Vorinstallation dieser Apps ein Teil der Übereinkunft zwischen Microsoft und Samsung ist, um einen Streit über eventuell noch ausstehende Lizenzahlungen.

Farbenpracht und mehr Optimierungen

Aufhorchen lässt zudem die Andeutung der Performance, die das Samsung Galaxy S6 mit dem neuen TouchWiz an den Tag legen soll. Dem nicht genannten Insider zufolge soll das Galaxy S6 noch einmal deutlich performanter sein als ein Samsung Galaxy Note 4 mit Android 5.0 Lollipop und dort ist TouchWiz bereits enorm besser auf die Hardware angepasst als noch unter Android 4.4.4 KitKat. Darüber hinaus soll der Konzern etliche der Lollipop-Animationen übernommen haben, was dem Android-Erlebnis und vor allem Anhänger der Stock Android-Oberfläche entgegen kommen dürfte. Dabei ist das Thema Hersteller-Oberfläche wirklich spannend und wird schon seit Jahren kontrovers diskutiert:

Abgesehen davon scheint Samsung seine eigenen Apps deutlich farbiger sein und die Themes-Engine (zum Beitrag) mehr Optionen bieten. Im App Drawer kann man zudem ein Layout von 4×4, 4×5 oder 5×5 Apps wählen, was jedoch nicht für den Homescreen Launcher gilt. Der App Drawer selbst ist übrigens nicht mehr unendlich scrollend, sodass man nicht von der letzten mit einem zusätzlichen Wisch wieder am Anfang landet. Die Musik-App wird weiterhin im Vollbild funktionieren und die Telefon-App wird deutlich grüner.

Angesichts dieser Informationen dürfte es wirklich spannend werden, was Samsung am 1. März gegen 18:30 Uhr deutscher Zeit zu zeigen hat (zum Beitrag). Jedenfalls kann man nur hoffen, dass die Software des Samsung Galaxy S6 möglichst schnell als Update für weitere Android Smartphones des Konzerns bereitgestellt wird.

[Quelle: SamMobile]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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