Samsung: Patentantrag auf Umblätteranimation für eBooks

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Samsung eBook Patent

Wenn Apple etwas sich patentieren lassen will, wird ganz schnell genau hingeschaut, was man sich in Cupertino da eigentlich patentieren lassen will. Nur zu gut sind uns die Patente für abgerundete Ecken in Tablet-Gehäusen bekannt oder das mittlerweile aberkannte Gummiband-Patent. Dass aber auch die Konkurrenz zu solchen „fragwürdigen“ Patentanträgen fähig ist, zeigt ausgerechnet Samsung.

Das Patentsystem war zum Zeitpunkt seiner Erfindung bzw. Einführung ein wahrer Segen für kleine Erfinder. Da diese nicht immer die finanziellen Mittel hatte, um ihre Erfindung erfolgreich vermarkten zu können, konnten große Unternehmen diese Ideen kopieren und selbst an den Kunden bringen. Mit dem Patentsystem sollte daher jeder Erfinder rechtlich abgesichert werden, der seine Erfindung patentieren lässt. Will ein Konkurrent eine auf diesem Weg geschützte Methode, Material oder gar technische Umsetzung eines Prinzips nutzen, so muss dieser Konkurrent Lizenzgebühren an den Erfinder zahlen. Nur haben heutige Unternehmen wie eingangs erwähnt Apple dieses System Ad Absurdum geführt. Und ausgerechnet Samsung, eine der größten Kritiker mancher Apple’scher Patente, geht nun genau diesen Weg.

Denn der südkoreanische Konzern will sich in den USA beim United States Patent and Trademark Office die Animation für das umblättern eines eBooks patentieren lassen, der entsprechende Antrag ist letzte Woche bereits eingereicht worden. Damit lässt sich nicht bestreiten, dass Samsung sich nun an genau dem Vorgehen beteiligt, welches von uns Kunden immer wieder Apple vorgeworfen wird: Mit (in unseren Augen) Trivialpatenten der Konkurrenz das Leben schwer machen.

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Verschiedene Betrachtungswinkel

Andererseits kann man die Sache auch ganz anders sehen und dafür können diverse Prozesse gegen Apple herhalten. Denn auch wenn Samsung in den Augen mancher das Design von Apple kopiert hat, bzw. sich eindeutig davon hat inspirieren lassen, so hat Samsung dennoch versucht, mehr oder weniger fair zu spielen, die UMTS-Patente und die FRAND-Angelegenheiten mal außen vor gelassen. Nun will Samsung künftig halt auch so spielen wie die größten Konkurrenten im Markt und das heißt nun mal, auch grundlegende und für uns als einfach erscheinende Vorgänge zu patentieren. Das man mit solchen Patenten bis zu einem gewissen Maß durchkommt vor US-amerikanischen Gerichten, hatte Apple oft genug bewiesen.

Übrigens geht der Patentantrag von Samsung weiter als nur die Animation als solche patentiert zu bekommen. Denn abseits der eigentlichen Beschreibung, wie die Seite eines digitalen Buches umgeblättert werden kann, beschreibt Samsung gleich noch mit, wie sich reale Seiten beim umblättern physikalisch verhalten. Anhand von anschaulichen Grafiken beschreibt Samsung den Vorgang des knickens und gefaltet werden beim Umblättern und zeigt, welch tiefsinnige Gedanken sich Samsung für die Animation da gemacht hat. Und gerade aufgrund dieser gründlichen Beschreibung und Überlegung, stehen die Chancen auf eine Erteilung als Patent sehr gut, laut den Kollegen von The Digital Reader. Schauen wir mal wie die Sache sich noch entwickeln wird.

[Quelle: USPTO | via The Digital Reader]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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