Softbank Japan will bei Sprint Nextel USA einsteigen

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Mobilfunkanbieter gibt es mehrere Hundert auf der Welt, jedes Land hat quasi seine eigenen nationalen Telekommunikationsanbieter, kurz Telcos genannt. Es gibt aber auch Telcos die weltweit in mehreren Ländern operieren wie Telefonica oder Vodafone und es gibt Telcos, die sich zu so etwas entwickeln wollen. Gründe dafür gibt es viele, im Falle von Softbank ist es einfach nur konkurrenzfähiger zu werden.

Der Verkaufspoker der Deutschen Telekom mit AT&T ist erst wenige Monate her und T-Mobile USA investiert in den US-Markt statt selbst verkauft zu werden, da beginnt bereits der nächste große Bieterwettstreit. Zumindest kündigt sich ein solcher an, denn der drittgrößte japanische Mobilfunkkonzern Softbank will den Mehrheitsanteil des US-amerikanischen Mobilfunkkonzerns Sprint Nextel erwerben. Als Grund gilt der harte Wettbewerb mit den beiden größten japanischen Mobilfunkkonzernen NTT DoKoMo und KDDI. Sollte der Einstieg bei Sprint Nextel mit mehr als 1 Billion Yen (ca. 9,9 Milliarden Euro) von den US-amerikanischen Wettbewerbshütern genehmigt werden, hätte Softbank auf einen Schlag einen Fuß in der größten Volkswirtschaft der Welt und es wäre zudem die größte Investition eines japanischen Unternehmens in den USA.

Personen die mit der Sache vertraut sind meinten, dass Softbank auf diesem Wege auch an den kleineren Konkurrenten MetroPCS kommen wöllte, was der Deutschen Telekom nicht gerade schmecken dürfte. Immerhin befindet sich der deutsche Mobilfunkkonzern seinerseits in Verhandlungen mit dem kleinen Anbieter, um sein USA-Geschäft weiter auszubauen und zu stärken. Sollte Softbank über kurz oder lang wirklich an MetroPCS interessiert sein, dürfte es zu einem Bieterwettstreit zwischen beiden Konzernen kommen. Ginge es nach den bisherigen Gesprächen zwischen T-Mobile und MetroPCS, dann wäre T-Mobile USA mit 75% der Anteile Hauptanteilseigner, während MetroPCS an der Fusion mit 25% beteiligt wäre. Experten bleibt allerdings nach wie vor ein Rätsel, warum T-Mobile USA mit seinem CDMA-Netz an einem GSM-Netzbetreiber interessiert ist.

 

Aktien auf Höhenflug

Von der Neuigkeit zeigte sich der Aktienkurs dagegen zumindest für T-Mobile USA wenig beeindruckt, eher sogar im Gegenteil. Der Aktienkurs legte um gute 2% zu, während MetroPCS an der Börse um 3% nach gab. Besonders freuen dürften die Übernahmegerüchte vor allem die Anleger von Sprint Nextel, denn dessen Kurs legte um ganze 14,4% nach Bekanntgabe der Übernahmeverhandlungen zu. Selbst die Anteilsscheine an Clearwire schnellten mit gut 55% in die Höhe. Damit könnte die Einkaufstour von Softbank aber noch nicht zu Ende sein, wie ein Großaktionär von Sprint Nextel erwähnte. Seiner Ansicht nach könnte Softbank bei grünem Licht durch die US-Wettbewerbsbehörde zusätzlich die kompletten Anteile am verschuldeten Clearwire erwerben.

So oder so dürfte die Sache interessant werden. Während der Verkauf von T-Mobile USA an den Konkurrenten AT&T für 39 Milliarden US Dollar noch gescheitert war, könnte der Einstieg Softbanks bei Sprint Nextel durchaus gelingen. Laut Jennifer Fritzsche, Analystin bei Wells Fargo könnte die US-Wettbewerbsbehörde das Vorhaben von Softbank wohlwollend prüfen. Immerhin ist Sprint Nextel die einzige Möglichkeit für ausländische Konkurrenz, breitgefächert in den US-amerikanischen Markt einzusteigen.

[Quelle: Reuters Deutschland]
[Bildquelle: Reuters]

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Ein Kommentar

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