Steht Samsung mit seinen Smartphones 2016 vor der Krise?

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Samsung

Dieses Jahr hat HUAWEI einen enormen Auftrieb an internationalen Erfolgen in Sachen Android Smartphones erleben dürfen und wird langsam aber sicher dem aktuellen Platzhirsch Samsung immer gefährlicher. Mit neuen Modellen wollen die Chinesen im Premium-Bereich die Führung übernehmen und das könnte auch gelingen. Denn erste Analysten rechnen mit zurückgehenden Zahlen für den aktuellen Marktführer Samsung und das ist ein hausgemachtes Problem.

Obwohl der Konzern insgesamt gesehen in den letzten Quartalen mehr Smartphones ausliefern konnte, haben die tatsächlichen Marktanteile nachgelassen. Die Konkurrenz in Form von Apple und HUAWEI auf dem zweiten respektive dritten Platz der größten Smartphone-Hersteller weltweit, hat im selben Zeitraum ebenfalls kräftig zulegen können. Mehr als das was der südkoreanische Hersteller Samsung vorzuweisen hat, was eben zu der Neuverteilung der Marktanteile zugunsten der Verfolger führt.

Um diesem Trend entgegenzuwirken muss sich daher bei Samsung etwas grundlegend ändern.

Schicksalsjahr für Samsung

Und das ist nach Meinung ehemaliger Führungspersonen, der Fokus auf die Hardware. Traditionell ist Samsung mehr auf die verbaute Technik fokussiert und weniger auf die genutzte Software, was man anhand der vielen negativen Kritiken zu TouchWiz auf den Galaxy-Modellen sehr gut erkennt. In den letzten Jahren waren die Top-Modelle der Modellfamilien Galaxy S sowie Galaxy Note zwar technisch immer die Speerspitze, aber dennoch in Sachen Performance und Leistung hinter ihren Möglichkeiten geblieben.

Gegenüber Reuter wurde sogar erklärt, dass sich Samsung mehr Sorgen um niedrigere Hardware-Verkäufe, als um den Kunden ansich macht, die man mit guter Software längerfristig binden kann. Gerade diese Sicht des Konzerns ist auch mit der Grund dafür, dass laut Analysten immer weniger Kunden zu den preiswerten Android Modellen von Samsung greifen. Auch wenn die letzten Quartalszahlen für die Galaxy A und Galaxy J Geräte-Familien, laut den Marktforschern von Bernstein Research, überraschend groß ausgefallen sind.

So habe Samsung alleine im dritten Quartal 2015 über 105 Millionen Mobilfunkgeräte ausliefern können, wovon 85 Millionen Geräte Smartphones waren. Damit kommt der Konzern dennoch auf leicht gesunkene 24 Prozent Marktanteile insgesamt, während Apple mit 13,7 Prozent und HUAWEI mit 10 Prozent den Abstand zum Marktführer durch ein Wachstum ihrer Marktanteile etwas verringern konnten.

Die Zahlen beziehen sich wohlgemerkt ausschließlich auf das dritte Quartal 2015, denn aktuell auf das gesamte Jahr gerechnet kommt Apple auf 15 Prozent Marktanteile und nimmt damit eine kleine Sonderrolle ein. Immerhin erwirtschaftet der US-Konzern mit seinen „wenigen“ Smartphones über 94 Prozent der gesamten Gewinnmarge innerhalb der Smartphone-Branche. Einzig Samsung kann da noch mit einem zwar kleinen aber nennenswerten Gewinn mithalten.
Top Five Smartphone Vendors, Shipments, Market Share and Year-Over-Year Growth, Q3 2015 Preliminary Data (Units in Millions)

Vendor

3Q15 Shipment Volumes

3Q15 Market Share

3Q14 Shipment Volumes

3Q14 Market Share

Year-Over-Year Change

Samsung

84.5

23.8%

79.6

23.9%

6.1%

Apple

48.0

13.5%

39.3

11.8%

22.2%

Huawei

26.5

7.5%

16.5

5.0%

60.9%

Lenovo*

18.8

5.3%

16.9

5.1%

11.1%

Xiaomi

18.3

5.2%

17.3

5.2%

5.6%

Others

159.1

44.8%

163.0

49.0%

-2.4%

Total

355.2

100.0%

332.6

100.0%

6.8%

Lenovo + Motorola

18.8

5.3%

25.7

7.7%

-26.8%

Source: IDC Worldwide Quarterly Mobile Phone Tracker, October 28, 2015

Ist Software das Zünglein an der Waage?

Von daher müssen die Südkoreaner in Zukunft verstärkt Wert auf die Software-Aspekte ihrer Geräte legen, um wieder zu altem Glanz zu kommen. Immerhin fällt der Anteil der Smartphone-Sparte am Gesamtgewinn des Megakonzerns Samsung zunehmend. 2013 war das Rekord-Jahr schlechthin mit über 68 Prozent Anteil am Gesamtgewinn – dieses Jahr sind es in den ersten drei Quartalen zusammengerechnet bisher lediglich 39 Prozent gewesen und damit der niedrigste Wert seit 2010.

Ob da Entwicklungen wie Samsung Pay (zum Beitrag) die Wende herbeiführen können, darf bezweifeln werden. Auch die neue optische Gestaltung der TouchWiz-Oberfläche, die bei den aktuellen Top-Modellen mit dem Update auf Android 6.0 Marshmallow erwartet wird (zum Beitrag), wird wohl kaum die Stimmung großartig verbessern können.

Von daher wird es spannend, wie das Samsung Galaxy S7 ankommen wird. Aber auch mehr Engagement im Budget- sowie Mittelklasse-Bereich soll die Trendwende herbeirufen, um die Zahlen der ausgelieferten Geräte wieder erreichen zu können. Laut der The Korea Times sind die Zulieferer von Samsung bereits entsprechend instruiert worden, dass man trotzdem mit 12 Prozent weniger ausgelieferter Geräte rechnet und auch die Produktion entsprechend aufstellt.

[Quelle: IDC | via Reuters]

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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