Studie: Patenttrolle verursachten 2011 Kosten von 29 Milliarden US Dollar

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Heute gibt es mal etwas außerhalb der Reihe, was nur bedingt etwas mit Android zu tun hat. Thema sind die leidigen Patenttrolle, die ganz gerne Mal gegen die Firmen dieser Welt zu Felde ziehen. Gerade die Patentverwerter IPCom oder Lodsys sind in den letzten Jahren der Öffentlichkeit bewusst geworden. Erstere haben vor allem gegen HTC und Nokia in Deutschland geklagt, während Lodsys vermehrt gegen App Programmierer vorging.

Die Studie führte die Boston University durch und ermittelte für den US-amerikanischen Raum insgesamt 5832 Verfahren, in denen sogenannte Patenttrolle involviert waren. Bei diesen Prozessen und außergerichtlichen Verfahren sind laut der Studie direkte Kosten von ca. 29 Milliarden US Dollar entstanden, wobei indirekte Kosten von den Wissenschaftlern nicht mit beziffert wurden oder beziffert werden konnten. Indirekte Kosten umfassen zum Beispiel nicht investiertes Kapital in Forschung und Entwicklung neuer Technologien oder Verfahren. James Bessen und Michael J. Meurer schreiben in ihrer Untersuchung, dass ein großer Teil der 29 Milliarden US Dollar dabei auf mittlere und kleinere Unternehmen entfalle. Etwa 82% der befragten Unternehmen hatten einen Jahresumsatz von weniger als 100 Millionen US Dollar im Jahr 2011 erwirtschaftet.

Das meistens von den Patentverwertern vorgebrachte Argument, dass durch ihre Tätigkeit kleineren Firmen überhaupt erst das verdienen von Geld mit deren Erfindungen ermöglicht wird, ist dabei so gut wie überhaupt nicht glaubhaft. Laut der Studie könnten Patentverwerter bei Weitem nicht die Beträge an die jeweiligen Erfinder zahlen, was diese Patentverwerter den kleineren Unternehmen kosteten. In Folge dessen können innovative Startups mit grandiosen Ideen und Visionen nicht im geringsten von der Tätigkeit der Patentverwerter profitieren. Die beiden Forscher führten bereits 2011 eine ähnliche Studie in Zusammenarbeit mit Jennifer Ford durch, bei denen der Einfluss solcher Prozesse gegen Patenttrolle den Börsenwert der betroffenen Unternehmen beeinflusste. In den vergangenen Jahren hätten diese Prozesse den Börsenwert um durchschnittlich gut 80 Milliarden US Dollar gedrückt.

Als Patenttroll werden Firmen bezeichnet, deren Einkünfte nur aus dem Erlös von Patentlizenzierungen bestehen. Das heißt, diese Firmen haben weder die den Patenten zugrunde liegenden Technologien entwickelt noch erfunden haben oder gar eine dem Patent zugrunde liegende Technologie zur Herstellung von Produkten zu nutzen. Aber auch Firmen die sich Trivialpatente mit nur geringer Wertschöpfung sichern lassen und damit prozessieren, werden hin und wieder als Patenttroll bezeichnet. In den letzten 20 Jahren haben Patenttrolle über 500 Milliarden US Dollar an Kosten in Amerika verursacht.

[Quelle: Boston University | via Heise.de]
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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

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