Südkorea: „Kill Switch“ kommt bei Samsung und LG

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Südkorea:

Smartphones und Tablets entwickeln sich zu immer persönlicheren Wegbegleitern, insbesondere Smartphones vertrauen wir allerhand private Daten an und das sind nicht nur SMS oder das eigene Telefonbuch. Das diese Daten besonders gesichert sein sollten meint auch die Regierung von Südkorea und fordert die beiden größten Smartphone-Konzerne des Landes zu ungewöhnlichen Methoden.

Wie jetzt bekannt wurde, plant die südkoreanische Regierung um Präsidentin Park Geun-hye den Schutz der auf Smartphones gespeicherten privaten Daten in gewisser Weise auf nationaler Ebene aufbauend zu schützen. Dazu fordert die Regierung kurzerhand, dass Samsung und LG künftig einen sogenannten „Kill Switch“ in die Firmware ihrer Geräte einbauen, mit welchem aus der Ferne im Falle eines Diebstahls das Gerät zuerst gesperrt und im Zweifelsfall auch gelöscht werden kann, um auf diese Weise die privaten Daten schützen zu können.

Während es bereits etliche Apps im Play Store von Google für diesen Einsatzzweck gibt, sollen die Lösungen für den südkoreanischen Markt direkt in die Firmwares der Geräte integriert werden, um das simple deaktivieren der Software umgehen zu können, selbst der Wechsel der SIM-Karte soll den „Kill Switch“ nicht umgehen können. Noch ist die Funktion nicht umgesetzt, das südkoreanische Wirtschaftsministerium führt allerdings laut Digits, einem Blog des renommierten Wall Street Journals, bereits entsprechende Geräte mit beiden Konzernen. Bereits zu Beginn des kommenden Jahres soll die Funktion verfügbar sein, so das Blog weiter.

 

Nationaler Schalter zum Datenschutz

Eine Besonderheit der von der südkoreanischen Regierung geforderten „Kill Switch“-Funktion ist die Registrierung auf den jeweiligen Nutzer, was theoretisch unabhängig von der eingelegten SIM-Karte funktionieren soll. Angeblich hat Pantech, ein weiterer großer Smartphone-Hersteller aus Südkorea, eine derartige Funktion schon länger in seinen Geräten eingebaut, weswegen das Unternehmen womöglich nicht explizit in dem Bericht mit erwähnt wurde.

Allerdings ist die südkoreanische Regierung nicht die einzige Regierung in der Welt, welche eine „Kill Switch“-Funktion für Mobilfunk-Geräte vorschreiben will. Insbesondere in den USA wird eine solche in die Firmware integrierte Funktion vom Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats New York, Eric Schneiderman gefordert, sowie die Möglichkeit für Behörden Mobiltelefone orten zu können. Allerdings bekommt die Forderung angesichts der immer größeren Enthüllungen rund um die NSA und deren Spionage-Affäre einen besonders faden Beigeschmack, wenn ihr ich fragt, auch wenn das in erster Linie zum auffinden von gestohlenen Geräten gedacht sein soll. Das gerade die NSA sich die Gesetze und rechtlichen Vorlagen gerne zu ihrem Gusto auslegt bzw. sogar komplett ignoriert, ist keine Überraschung mehr. Man darf gespannt sein, wann ähnliche Forderungen in Deutschland vom BND und Konsorten auftauchen, um auch uns angeblich besser schützen zu können vor dem Diebstahl unserer geliebten Schätzchen.

[Quelle: Digits | via Heise Online]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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