Telegram profitiert von den blauen WhatsApp-Haken

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Telegram

Gegen Ende der letzten Woche gab es mal wieder ein kleines Update für den WhatsApp-Messenger, der eine Reihe von Fehlern ausbügeln sollte und eine neue Funktion mit sich brachte. Aber genau diese Neuheit hat zahleiche Nutzer in die Arme von Telegram getrieben, was man als ein sehr deutliches Zeichen werten darf. Des sichereren Konkurrenten freut es einfach.

Bisher konnte man als Nutzer von WhatsApp ganz einfach Nachrichten lesen und dann reagieren oder auch nicht. Immerhin gibt es nur die Status-Meldung für „Nachricht an Server gesendet“ und „Nachricht an Empfänger ausgeliefert“. Seit dem jüngsten Update sind nun jedoch die blauen Häkchen hinzugekommen die signalisieren, dass die Nachricht auch tatsächlich gelesen wurde. Ein Eingriff in die Privatsphäre und dem Datenschutz wie viele finden, was direkt zu einem Ansturm bei Telegram geführt hat.

Nutzerwachstum bei Telegram

Alleine zwischen dem 5. und 7. November hat der Messenger über 1,5 Millionen neue Nutzer begrüßen können. Bereits einmal konnte der neue Messenger von WhatsApp profitieren und das war damals, als der Verkauf an Facebook bekannt wurde. Allerdings könnten manche Nutzer sprichwörtlich vom Regen in die Traufe gelangt sein: Auch Telegram zeigt an, wenn eine verschickte Nachricht gelesen wurde und das bereits seit die App im Google Play Store veröffentlicht wurde.

Überhaupt ist allgemein wieder einmal das Thema WhatsApp-Alternative ins Gespräch gekommen. Grundsätzlich sind Messenger wie eben Telegram oder auch Threema deutlich sicherere Alternativen, da die zu übertragenden Daten verschlüsselt verschickt werden, was das Auslesen der Daten durch Dritte deutlich erschwert bis unmöglich macht. Auch bieten derartige Messenger mehr Funktionen, was ein Vorteil sein müsste.

Dennoch haben Telegram und andere Messenger ein großes Problem: Die Wechselfaulheit zu einem neuen Messenger. Denn man kann zwar selbst wechseln, aber wenn die wichtigsten Kontrakte nicht ebenfalls zu Telegram, Threema oder einem anderen Messenger mit wechseln wollen, dann ist auch der technisch beste Messenger kein Erfolg.

Seid ihr eigentlich auch zu Telegram gewechselt oder bevorzugt ihr einen gänzlich anderen Messenger?

[Quelle: Telegram | Danke für den Tipp Joseph]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. SpaceLord schreibt:

    Ich finde es echt übel, immer nur von Telegram und Threema zu lesen. Ersteres bietet Verschlüsselung nur optional und nichtmal in Gruppenchats an. Threema verschlüsselt zwar von vorne bis hinten alles, ist aber closed-source. Was das für Nachteile bei Verschlüsselungssoftware bringen kann, muss ich wohl nicht weiter ausführen.

    Alles in allem finde ich es ziemlich enttäuschend, dass nie Programme wie »TextSecure« oder »ChatSecure« genannt werden. Welche offen sind, PFS beherrschen und einen Audit hinter sich haben.

    Aber hey… begeben wir uns lieber von einer Abhängigkeit in die Nächste.

    • Es sind nun mal die bekannteren (und beliebteren) Messenger, die auch von der Masse genutzt werden. Und genau das ist der springende Punkt wie im Artikel genannt: Wenn die Nutzerbasis fehlt, kann eine Alternative noch so gut und noch so sicher sein, aber sie findet dennoch kaum Beachtung.

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