Tesla: Analysten sind uneinig bei der Zukunft des Elektroautos

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Rein elektrisch betriebene Fahrzeuge sind nicht erst seit dem Model S von Tesla in aller Munde, obwohl die luxuriöse und sportliche Limousine der Branche die Tür ein ganz großes Stück weit geöffnet hat. Tatsächlich sind die Zukunftsaussichten für den Pionier im Bereich der Elektromobilität blendend, doch es gibt auch erste kritische Stimmen.

Die Bundesregierung von Deutschland will bis zum Jahr 2020 über 1 Million rein elektrisch angetriebener Fahrzeuge auf deutschen Straßen haben, was bereits von diversen Experten der Automobil-Branche kritisch gesehen wird. Wie viele der Fahrzeuge davon aus den Werkshallen von Tesla sein werden, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Denn erst 2017 will das US-Unternehmen von Gründer und CEO Elon Musk ein preiswertes Elektro-Auto für den Massenmarkt vorstellen. Bis dahin besteht die Palette weiterhin aus den Fahrzeugen Tesla Roadster, der Luxus-Limousine Model S – welches sich per Android Wear steuern lässt (zum Beitrag) – und dem neuen SUV Model X.

Unterschiedliche Sichtweisen

Interessant ist dabei, wie unterschiedlich das Unternehmen an sich von der Finanzbranche bewertet wird. Laut der US-Börse ist Tesla über 30 Milliarden US-Dollar wert und der auf die Fahrzeugbranche spezialisierte Analyst der Schweizer Bank Credit Suisse erwartet sogar einen Gewinn von bis zu 4 US-Dollar pro Aktienpapier für das Geschäftsjahr 2016. Beste Aussichten könnte man also meinen, die sich unter anderem auf die vielen Vorbestellungen des erst vor wenigen Wochen offiziell vorgestellten SUV Model X stützen.

Nur wird bei solchen Aussichten gerne mal vergessen, dass das Geschäft von Tesla unvorhersehbaren Schwankungen gegenüber steht. So sei der Aktienwert zum Beispiel auf 1,85 US-Dollar pro Aktie festgelegt, da das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr immer wieder die wichtigen Kennzahlen nach unten korrigieren musste, die nicht direkt etwas mit den verkauften Fahrzeugen zu tun haben. Denn mit 50.580 verkauften Autos habe man das eigene von der Branche als sehr optimistisch eingestufte Ziel von 50.000 Fahrzeugen selbst deutlich überschritten, was einem Wachstum von immerhin knapp 60 Prozent verglichen mit dem Geschäftsjahr 2014 entspricht.

Was allerdings gerne mal vergessen wird ist der Hang der US-Amerikaner zu Benzin-Fahrzeugen. Da der Preis für Rohöl derzeit niedrig wie schon lange nicht mehr ist und sich das auch an den Tankstellen bemerkbar macht, sind US-Autos wieder besonders stark gefragt. Da kann auch ein rein elektrischer SUV wie der Model X nur bedingt gegen die Benzin- und Diesel-betriebene Konkurrenz eher schwerlich ankommt.

Das Risiko von Tesla

Die größten Gefahren für die Zukunftsprognosen von Tesla stellen jedoch die aktuellen Finanzdaten dar. So hat das in Kalifornien ansässige Unternehmen etliche Hundert Millionen US-Dollar in die Forschung gesteckt, um die eigene Akku-Technologie deutlich zu verbessern, gerade was die Reichweite mit einer Akkuladung anbelangt. Hinzu kommt, dass Tesla kräftig an der Expansion der Ladestationen arbeitet und auch neue Lade-Möglichkeiten für Privathaushalte in Form der Powerwall entwickelt. Zudem will man die öffentlichen Stromnetze mit sogenannten Powerpac’s sicherer gestalten, wenn das Angebot an öffentlichen Ladestationen und deren Nutzung stark zunimmt.

Insofern erwartet der Analyst von Barclays zum Beispiel, dass Tesla noch rund 11 Milliarden US-Dollar an Kapital benötigt, um seine ehrgeizigen Pläne umsetzen zu können. Immerhin muss nicht nur die Entwicklung des preiswerten Elektro-Autos für den Massenmarkt finanziert werden – wo die Konkurrenz bereits sehr aktiv ist, siehe den chinesischen Hersteller BYD Auto, Nissan mit seinem Leaf oder BMW mit dem i3 – sondern auch die geplante Giga-Fabrik zur Herstellung der benötigten Akkus.

Aufstrebende Konkurrenz und Alternativen

Hinzu kommt, dass sich weitere Alternativen zu Benzin-Motoren wie Plugin-Hybrid-Lösungen oder Brennstoffzellen-Motoren als saubere und insbesondere kostengünstigere Alternativen zu positionieren versuchen. Mit wachsendem Erfolg, denn letztlich muss auch der Strom für Elektrofahrzeuge wie dem Tesla Model S oder Model X produziert werden und da sind Kohlekraftwerke nach wie vor in Deutschland der Löwenanteil, auch wenn der Anteil erneuerbarer Energiequellen stetig weiter ausgebaut wird laut den Angaben des Statistischen Bundesamts.

Ein weiteres unkalkulierbares Risiko ist das Personal. Im letzten Jahr hat Tesla einige führende Köpfe und Ingenieure an die Konkurrenz verloren, namentlich an Apple und Google, inklusive Gerüchte zu einer Übernahme von Tesla Motors durch Apple (zum Beitrag). Zwar könne man im Gegenzug auch selbst Fachleute von diesen abwerben, aber dennoch ist es ein kleines Zeichen, dass die Zukunft von Tesla vielleicht doch nicht ganz so rosig aussieht, wie sie gerne gezeichnet wird.

[Quelle: HZwei]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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