[Test] Alcatel One Touch Idol X – Eine unbekannte Schönheit?

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Alcatel One Touch Idol X Test

Das alte französische Unternehmen Alcatel lebt derzeit unter dem chinesischen Mutterkonzern TCL wieder auf, wie das One Touch Idol X ziemlich gut zeigt. Was auf dem Blatt Papier gut klingt ist es in Echt auch tatsächlich und das für relativ wenig Geld. Trotzdem gibt es da ein paar Dinge, die das Vergnügen stören. Welche das sind zeigt euch unser Test.

Alcatel One Touch Idol X TestWorüber wird eigentlich ein Top-Smartphone der Oberklasse definiert? Ist es das große Display mit FullHD-Auflösung? Ist es das überaus helle und Sonnentaugliche Display? Ist es ein Quad-Core-Prozessor mit 1,5 GHz oder der Riesen-Akku für extrem lange Ausdauer, damit das Gerät mit seiner 13 Megapixel Kamera zum Fotoapparat für die Urlaubstouren taugt? Wenn ja dann ist das One Touch Idol X von Alcatel definitiv ein Oberklasse-Smartphone. Allerdings eines zum Preis eines Mittelklasse-Smartphones, denn für etwas unterhalb von 350 Euro ohne Vertrag gibt es das an Technik:

  • 5 Zoll FullHD IPS Display mit 1.920 x 1.080 Pixel Auflösung
  • MediaTek MT6589T Quad-Core mit 1,5 GHz
  • 2 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher
  • WLAN b/g/n, Bluetooth 4.0, GPS, FM Radio, HSPA mit bis zu 21 Mbit pro Sekunde
  • 13 Megapixel Kamera, 2 Megapixel Frontkamera
  • 140,4 x 67,5 x 6,9 mm
  • 130 Gramm
  • 2.000 mAh Akku
  • Android 4.2.2 Jelly Bean mit eigener Oberfläche

 

Dünn, Rot und eckig

Das Erste was einem am One Touch Idol X auffällt ist das unwahrscheinlich flache Gehäuse. Mit seinen 6,9 mm ist es sogar flacher wie das 7,6 mm „dicke“ Galaxy S4 von Samsung und kann dennoch so einiges bieten. Zum Beispiel ein wirklich helles und hochwertiges IPS-Display mit 5 Zoll in der Diagonale. Die Darstellung weiß definitiv zu gefallen mit seinen 1.920 x 1.080 Pixel, selbst die Farbwiedergabe und Helligkeit. Mit den Klassenbesten Samsung Galaxy Note 3 und LG G2 kann es zwar nicht mithalten aber trotzdem ist das Display wirklich klasse. Ebenso das Gehäuse selbst, dass auf der Rückseite auffällig Rot ist und somit mal was anderes außerdem Schwarz-Weißen Einheitsbrei. Das Gehäuse selbst ist erfreulich rutschfest trotz Kunststoff, der matt anstatt glänzend ist.

Alcatel One Touch Idol X TestDie Lautstärke-Wippe auf der rechten Seite ist allerdings fast schon zu tief in das Gehäuse eingelassen und hat einen sehr schwammigen Druckpunkt. Blindes Erfühlen ist verdammt schwer. Selbiges gilt auch für die auf der Oberseite untergebrachten Power-Taste. Wirklich clever gelöst sind die Schutzklappen für die beiden SIM-Slots: Diese werden jeweils mit Hilfe eines kleinen Magneten festgehalten. In diesen SIM-Slots passen zwei MicroSIM-Karten rein, die mit maximal 21 Mbit pro Sekunde Daten über HSPA auf das Gerät schaufeln können.

Allerdings ist das Gehäuse um das Display herum etwas scharfkantig, was nicht unbedingt gefällt. Dafür ist der Rahmen um das Display herum richtig schmal, weshalb das Smartphone sehr länglich wirkt. Unterhalb des Display befinden sich drei kapazitive Tasten für Zurück, Home und Menü, die recht zuverlässig arbeiten. An der guten Leistung des One Touch Idol X ist nicht zuletzt der MT6589T (T für Turbo) von MediaTek zuständig, der mit vier Cortex A7 Kernen zu jeweils bis zu 1,5 GHz zu Werke geht. Als GPU kommt eine PowerVR SGX544 mit 357 MHz zum Einsatz, was dem Chip einiges an 3D-Leistung beschert. Asphalt 7 oder Dead Effect oder Modern Combat 4 werden problemlos mit hin und wieder kleinem Ruckeln dargestellt. Für ein Smartphone mit 14.317 Punkten im AnTuTu-Benchmark alles andere als schlecht.

 

Multimedia

Alcatel One Touch Idol X Test13 Megapixel bringt die Kamera nominell auf den Speicher und Videos mit 1080p aber an die Foto- und Videoqualität der teureren Smartphones kommt das One Touch Idol X trotzdem nicht heran. Mit HDR, Panorama, Nacht und Sport ist die Oberfläche zudem sehr spartanisch was Aufnahme-Modi betrifft. Immerhin löst die Kamera sehr schnell aus und auch der schnell arbeitende Touch-Fokus für Fotos und Videos weiß durchaus zu begeistern. Jedoch ist die Bildqualität im Normalfall für Schnappschüsse zu gebrauchen, gute Bilder gelingen bestenfalls bei idealen Lichtverhältnissen. Das gilt auch für Videos, die bei schnellen Schwenks sichtlich verzerrt nachziehen.

Das Alcatel One Touch Idol X selbst gibt es in Deutschland in zwei verschiedenen Ausführungen: Einmal als DualSIM-Modell mit 16 GB internem Speicher und einmal als SingleSIM-Modell mit 8 GB internem Speicher und MicroSD-Slot. Wir hatten das DualSIM-Modell, das 11,98 GB des internen Speichers zur freien Verfügung stellt. Diese können mit Apps, Fotos, Videos und natürlich Musik gefüllt werden, jedoch sollte man für letzteres unbedingt Kopfhörer nehmen. Der rückseitig verbaute Lautsprecher dient keinesfalls zur musikalischen Beschallung auf Dauer, dazu eignen sich Kopfhörer besser die sogar erfreulich guten Klang am Alcatel One Touch Idol X erzeugen.

 

Software

Alcatel One Touch Idol X TestAuch wenn der MT6589T nominell kein schlechter SoC (System-on-a-Chip) ist, kann Alcatel dessen Leistung nur bedingt abrufen: Die Oberfläche ruckelt und zuckelt viel zu deutlich, gerade im Vergleich von Smartphones mit derselben Technik. Abgesehen davon hat Alcatel einige pfiffige Ideen umgesetzt. Sämtliche installierten Apps beispielsweise landen nicht im klassischen App Drawer sondern auf den Homescreens des Alcatel-Launchers. Mit einer Wischgeste von unten nach oben lässt sich dennoch die gewohnte Übersicht der Apps öffnen. Ein Wisch nach links öffnet die Seite für Widgets, wo sich alle Mini-Apps in einer beliebig erweiterbaren und scrollbaren Liste einfügen lassen.

Den Sperrbildschirm hat Alcatel beim One Touch Idol X ebenfalls ein wenig überarbeitet. Neben dem Entsperren können über Shortcuts die Kamera, das Telefon und die SMS-App gestartet werden. Hängt das One Touch Idol X am Netzteil, dann zeigt die in der Mitte nach Lage des Gerätes umherspringende Kugel die Kapazität des Akkus an. Neckische Spielerei ohne wirklichen Sinn, sieht man von der Prozent-Anzeige für den Akku ab.

Ansonsten gibt es etliche von Alcatel auf dem One Touch Idol X vorinstallierten Apps wie AVG Antivirus, ein Datei Manager, den Streaming-Dienst Deezer, Evernote für Notizen, Facebook, Asphalt 7, Kingsoft Office oder eine App zur Datensicherung (Medien, Kontakte, Mitteilung, Kalender und Lesezeichen). Die meisten lassen sich jedoch erfreulicherweise deinstallieren, die man nicht haben will oder braucht. Keine Selbstverständlichkeit heutzutage. Sollte der im Grunde unerwartet ausdauernde 2.000 mAh fassende Akku mal die Marke von 15 Prozent Restkapazität erreichen, wird einem der Extremsparmodus angeboten. Hierbei wird alles auf ein Minimum heruntergefahren bzw. stehen nur noch das Telefon, Kontakte, SMS, der Kalender und die Wecker-App genutzt werden.

 

Fazit zum One Touch Idol X

Abschließend lässt sich sagen, dass das One Touch Idol X wirklich gute Ansätze hat und ungewöhnlich gute Technik für knapp 350 Euro ohne Vertrag bietet. Eine recht brauchbare Kamera mit 13 Megapixel Auflösung, ein sehr gutes 5 Zoll FullHD Display und ein auf dem Blatt leistungsstarker Quad-Core-Prozessor. Leider verspielt Alcatel mit der nicht gerade optimal angepassten Software die ersten Sympathien, obwohl die Oberfläche einige gute Ansätze bietet. Wer allerdings damit leben kann und ein flaches und dennoch gut ausgestattetes Smartphone sucht, der sollte sich das Alcatel One Touch Idol X auf jedenfall mal anschauen.

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 5/5
Funktionalität 3/5
Verarbeitung 4/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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