[Test] Amazon Fire Phone – 3D-Smartphone im Ausverkauf!

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Amazon Fire Phone Test

Mit dem ersten Kindle Fire Tablet revolutionierte Amazon den Markt für Android Tablets, was der Konzern mit dem Amazon Fire Phone wiederholen wollte. Das Smartphone selbst wurde jedoch zum Flop und das hat mit der Software zu tun. Warum der Einkaufswagen in der Hosentasche dennoch seine Reize hat, soll unser Test klären.

Die Fire-Tablets von Amazon haben sich bereits zu einer festen Größe im Markt für Android Tablets gemausert. Kaum ein anderes Modell ist besser geeignet, um die medialen Inhalte von Amazon für die Kindle eBook Bücherei oder Amazon Instant Video mit Prime-Option zu nutzen. Natürlich will der Konzern auch Produkte verkaufen, was mit dem Amazon Fire Phone auf ein neues Level gehoben wurde.

Dennoch ist das technisch solide und preislich aktuell sehr attraktive Smartphone mit Android zu einem der größten Flops der letzten Jahre geworden. Einer der Gründe ist mit die Software: Dabei handelt es sich zwar technisch gesehen um Android von Google, aber durch die Anpassungen von Amazon ist es als solches nicht mehr zu erkennen. Trotzdem bietet das Fire OS genannte Betriebssystem einige interessante Funktionen, die man nur zu gerne auch bei anderen Herstellern sehen würde.

 

Technische Daten des Amazon Fire Phone

Technische Daten


Prozessor

Qualcomm Snapdragon 800 Quad-Core mit 2,2 GHz und 32-Bit
GPU: Adreno 330

Betriebssystem

Amazon Fire OS 3.6.6 (Android 4.2 Jelly Bean)

Interner Speicher

32 GB oder 64 GB Interner Speicher

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

Fire Phone

Display

4,7 Zoll IPS Display mit 1.280 x 720 Pixel
und Gorilla Glass 3

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Gyroskop, Magnetometer, Licht, Annäherung, Dynamic Perspective

Abmessungen (HxBxT mm)

139,2 x 66,5 x 8,9 mm

Gewicht

160 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium, Glas

Kamera

13 Megapixel Kamera, 2,1 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600) + Dualband WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.400 mAh

Gesprächszeit

Bis zu 17 Stunden

Standby-Zeit

Bis zu 285 Stunden

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 199 Euro 32 GB (ab 199 Euro, Stand 04.03.15)
UVP 279 Euro 64 GB (ab 279 Euro, Stand 04.03.15)
Besonderheit Stereo-Lautsprecher, kein Google Play Store, Dynamic Perspective, Amazon Firefly, Amazon Cloud, Amazon Mayday

 

Zubehör

Den meisten Smartphones liegt neben dem Gerät an sich nur das nötigste an Zubehör bei, was bei dem Amazon Fire Phone nicht anders ist. So finden sich ein USB-Kabel wieder, ein USB-Netzteil und ein Label-Headset. Letzteres besitzt ein Flachband-Kabel und eine magnetische Halterung der beiden Ohrstöpsel. Hinzu kommen noch eine Gebrauchsanleitung in gedruckter Form, Hinweise zur Garantie und ein paar Info-Kärtchen zu dem Smartphone selbst.

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Design und Verarbeitung

Schon bei dem Auspacken fällt direkt auf, dass das Amazon Fire Phone trotz seines aktuell sehr niedrigen Preises richtig hochwertig verarbeitet ist. Dennoch ist es eine andere Sache, die einem als erstes direkt auffällt: Auf der Front des Smartphones sind ungewöhnlich viele Kameras verbaut. Nicht nur die obligatorische Frontkamera für Selfies und Videochats sind vorhanden, sondern vier weitere Kameras für einen ganz speziellen Effekt. Dazu gibt es im Bereich Software mehr, aber so viel sei schon jetzt verraten: Die Kameras tracken das Gesicht des Benutzers und ermöglichen richtig coole Effekte. Neben besagten fünf Kameras, sind lediglich die etwas klein geratene und schwerfällige Home-Taste (die Taste gedrückt halten startet die Sprachsteuerung) verbaut sowie der Lautsprecher für Telefonate.

Negativ ist das Gewicht für die Größe des Amazon Fire Phone, denn bei einem 4,7 Zoll Display und 8,9 mm dickem Gehäuse bringt es ganze 160 Gramm auf die Waage durch einen Aluminium-Rahmen und das spürt man auch. Auch wenn der Rahmen aus Aluminium besteht, so ist die Oberfläche gummiert, was einen richtig guten Griff ermöglicht. Aber auch sonst fühlt sich das Gerät sehr hochwertig an und Grund dafür ist die Rückseite aus Glas. Ungleichmäßige Spaltmaße sucht man übrigens vergebens an dem Gerät, sodass man es ohne Probleme in den Premium-Bereich einsortieren kann. Der Rahmen des Amazon Fire Phone ist zur Rückseite abgerundet, wodurch das Smartphone richtig gut in der Hand liegt.

Die Rückseite besteht wie bereits erwähnt aus Glas, bei dem es sich um ein gegen Kratzer resistentes Corning Gorilla Glass 3 handelt. Lediglich in der rechten oberen Ecke ist die Hauptkamera mit LED-Blitzlicht verbaut und ein Mikrofon. Einen Lautsprecher sucht man dort vergebens: Dieser ist im Rahmen selbst verbaut und das sowohl auf der Stirn- als auch Unterseite. Auf der Stirnseite ist neben dem ersten Lautsprecher von insgesamt dreien zusammen mit der 3,5 mm Audio-Klinke und der Power-Taste. Auf der linken Rahmen-Seite befinden sich die Lautstärke-Tasten, die spezielle Taste für die Kamera mit Zweitbelegung für die Amazon-eigene Suchfunktion Firefly und der Nano-SIM-Slot.

Auf der Unterseite des Rahmens befindet sich schließlich die MicroUSB-Buchse zusammen mit den letzten beiden Lautsprechern. Bei diesen handelt es sich jedoch nicht um Stereo-Lautsprecher, auch wenn es den Eindruck erweckt. Lediglich der rechte Lautsprecher gibt wirklich Töne von sich: Der Stereo-Effekt kommt erst im Querformat in Kombination mit dem Lautsprecher auf der Stirnseite des Rahmens zustande.

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Display

Ausgestattet ist das Amazon Fire Phone mit einem 4,7 Zoll großen Display, welches mit 1.280 x 720 Pixel auflöst. Damit bewegt es sich in den üblichen Regionen eines Mittelklasse-Modells. Die Darstellung selbst ist sehr gut: Kräftige und natürliche Farben, im Vergleich zu anderen Android Smartphones auf der niedrigsten Helligkeit sehr dunkel und dennoch mit einer hohen Helligkeit auch für den Einsatz im Freien geeignet. Auch die Blickwinkelstabilität und der Kontrast sind auf einem hohen Niveau, auch wenn andere Oberklasse-Smartphones hier besser sind.

 

CPU & GPU

 

Nun wird es interessant: Vorletztes Jahr war der Snapdragon 800 noch der Prozessor für die Oberklasse und genau auf den setzt Amazon in seinem Amazon Fire Phone. Sprich das Gerät besitzt einen Quad-Core Prozessor mit jeweils bis zu 2,2 GHz Taktfrequenz, was auch heute noch für eine gute Leistung sorgt. Genauer gesagt für 41.344 im AnTuTu Benchmark und das kann sich für ein Smartphone der gehobenen Mittelklasse mehr als sehen lassen. Amazon hat im Bereich der Software somit richtig gute Arbeit geleistet bei der Anpassung an die Hardware.

Das bedeutet wiederum, dass das Amazon Fire Phone auf eine Adreno 330 GPU zurückgreifen kann, womit nahezu alle Android Spiele ohne Probleme gespielt werden können. An mangelnder Grafikleistung werden sich die wenigsten Besitzer stören. Einzig das Angebot im Amazon App Store könnte zum Hindernis werden.

 

Akku

Der fest verbaute Akku hat eine Kapazität von 2.400 mAh, was für mehr als einen Tag reicht. Wenn man das Angebot von Amazon nutzt mit der Cloud – Musik, Bilder, Filme – dann hält das Amazon Fire Phone entsprechend weniger aus. Gerade das Anschauen von Filmen über Amazon Prime Instant Video saugt den Akku innerhalb von gut fünfeinhalb Stunden leer. Begnügt man sich hingegen mit Offline-Inhalten, dann sind fast zwei Tage gar nicht mal so unrealistisch. Nutzt man es sonst eher weniger, hält das Smartphone mit dem stark abgewandelten Android Betriebssystem mitunter mehrere Tage abseits einer Steckdose aus.

 

Konnektivität

Ungeachtet der Besonderheit mit dem Amazon Fire OS besitzt das Amazon Fire Phone alles an Schnittstellen, die man von einem modernen Smartphone erwartet. Das WLAN-Modul arbeitet nach dem 802.11ac-Standard, bietet zwei Kanäle zur Übertragung (2,4 und 5 GHz), lässt sich mit Zubehör über Bluetooth 4.0 verbinden und unterstützt selbst LTE Cat4 mit bis zu 150 Mbit/Sekunde im Download. Selbst ein MicroUSB-Port findet sich wieder, welcher jedoch keinen USB-Host-Modus unterstützt. Will heißen: USB-Sticks oder sonstige USB-Hardware lässt sich nicht mit dem Amazon Fire Phone verwenden.

Glänzen kann das Smartphone bei der Gesprächsqualität. Selbst bei einer nicht gerade optimalen Netzverbindung sind Gespräche sehr klar und deutlich, sodass die Gesprächsqualität klar in der Top-Liga mitspielt. Das gilt übrigens für alle Netze. Anfangs wurde das Amazon Fire Phone ausschließlich mit einem Telekom-Netlock verkauft, welchen man mittlerweile kostenfrei direkt nach dem Kauf von Amazon entfernen lassen kann. Der nötige Code zum Entsperren sollte innerhalb von 72 Stunden nach Kauf des Smartphones im Posteingang landen.

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Kamera

Als eines der Highlights des Amazon Fire Phone kann man die Kamera auf der Rückseite nennen. Diese bringt nicht nur eine Auflösung von 13 Megapixel mit sich, sondern auch eine Blende mit f/2.0, ganzen 5 Linsen und einem optischen Bildstabilisator. Für ein Smartphone das für gerade mal 199 Euro ohne Vertrag verkauft wird ist das richtig viel. Die Bildqualität der Fotos kann sich daher wirklich sehen lassen und das nicht nur bei Tageslicht. Auch in dunklen Räumen oder in der Dämmerung gelingen vergleichsweise scharfe Bilder mit hohem Kontrast. Einzig die Helligkeit könnte trotz der großen Blende von f/2.0 besser ausfallen. Zu gefallen wissen trotzdem die natürlichen und nicht zu kräftigen Farben, sowie die hohe Bildschärfe. Das gilt sowohl für dunkle als auch helle Bereiche der Fotos.

Wie sich die Kamera des Amazon Fire Phone schlägt, zeigt unser Vergleich mit der Sony Smart Shot QX10, Canon EOS 600D und einem LG G3:

Videos nimmt das Smartphone mit maximal FullHD bei flüssigen 30 Frames pro Sekunde auf. Deren Bildqualität ist wie bei den Fotos auf einem hohen Niveau, allerdings sollte man schnelle Kamera-Schwenks nach Möglichkeit vermeiden: Die Verzerrungen sind überdurchschnittlich stark ausgeprägt, sodass das Filmen mit dem Amazon Fire Phone nur bedingt Spaß macht.

Kann man von diesem kleinen Manko absehen, dann ist die Kamera des Smartphones wirklich sehr gut. Zumal mit dem Gedrückt halten der Kamera-Taste Amazon Firefly gestartet wird. Damit lassen sich diverse Produkte direkt abfotografieren, die Software des Amazon Fire Phone analysiert diese und schickt den Nutzer bei einem Treffer direkt in den Amazon Online-Shop, wo man das erkannte Produkt kaufen kann. Einfacher geht es nicht, zumal neben Geräten, Büchern und so weiter auch Musik und Filme/Serien erkannt werden.

Die Oberfläche der Kamera-App selbst gibt sich sehr spartanisch. Neben dem Auslöser für Fotos, jeweils einer Taste zum Wechsel zwischen Haupt-/Frontkamera und der Foto-/Videoaufnahme gibt es nur noch einen Button für den Blitz und die grundlegendsten Optionen. So kann man die HDR-Aufnahme einschalten, eine Vorschau der letzten Aufnahme aktivieren und eine Serienbild-Funktion. Mehr Möglichkeiten wie Belichtung, Auslöse-Verzögerung, ISO-Wert und so weiter sind nur mit optionalen Kamera-Apps möglich.

 

Multimedia

Verkauft wird das Amazon Fire Phone in zwei Versionen: Einmal mit 32 GB internem Speicher und einmal mit 64 GB. Dieser lässt sich allerdings nicht erweitern, wenn man mal von Cloud-Diensten absieht: Weder per MicroSD noch über einen USB-Stick. Letzteres liegt wie bereits erwähnt am fehlenden USB Host-Modus, sodass man für bestimmte Dinge auf die Amazon-Cloud angewiesen ist und die kann sich wirklich sehen lassen. Wer das Amazon Fire Phone kauft, bekommt es direkt mit seinem eingerichteten Amazon-Konto, sodass der unmittelbare Zugriff auf die Kindle eBook-Sammlung Amazon Prime Instant Video und Amazon Music möglich ist. Eigene gekaufte Inhalte lassen sich auf Wunsch lokal auf dem Amazon Fire Phone speichern, was für ausgewählte Inhalte von Amazon Prime Instant Video ebenso gilt.

Womit das Smartphone glänzen kann sind die Lautsprecher. Diese sind sowohl oben als auch unten im Rahmen des Amazon Fire Phone verbaut und bieten echten Stereo-Klang. Dank Dolby Digital Plus klingt dieser gar nicht mal schlecht für ein Smartphone, wobei die Mitten etwas zu dominant im Klangbild sind. Insofern ist das beiliegende Kabel-Headset vorzuziehen, was allerdings seine eigenen Tücken hat: Entweder es passt, oder es passt nicht. Gummi-Aufsätze für kleinere und größere Ohren sind von Amazon nicht vorgesehen. Leider ist auch deren Qualität nicht gerade herausragend. Sie leiden ebenfalls unter zu dominanten Mitten, sodass der prinzipiell vorhandene Bass etwas zu schwach in den Gehörgang dringt. In-Ear-Kopfhörer mit Gummi-Aufsätzen wären die bessere Wahl gewesen, sodass die Nutzung von alternativen Headsets zu empfehlen ist.

 

Software

Was das Amazon Fire Phone von anderen Smartphones unterscheidet ist das Betriebssystem. Zwar basiert dieses auf Android 4.2 Jelly Bean, aber der Online-Händler hat die Oberfläche von Fire OS 3.6 sehr stark den eigenen Vorstellungen angepasst. So kann man zwar Android Apps aus dem Amazon App Store installieren und auch die Bedienung ist in Zügen wieder erkennbar, aber das war es auch schon. Bei der Oberfläche dreht sich alles sprichwörtlich um das sogenannte Karussell, wo die zuletzt genutzten Funktionen auftauchen. Unter der jeweiligen App bzw. dem Inhalt (Buch, Musik, Film, etc) tauchen ähnliche Elemente auf, welche im Fall von Medien zum Kauf dieser anregen sollen.

Einen klassischen Homescreen wie man ihn von anderen Android Smartphones her kennt, gibt es bei dem Amazon Fire Phone nicht. Immerhin gibt es einen App Drawer, welcher mit einem Druck auf die Home-Taste geöffnet wird oder per Wischgeste im Karussell von unten nach oben. Was zunächst irritiert ist der Schalter für „Gerät / Cloud“. Letzteres listet zusätzlich die im Amazon Appshop gekauften Apps auf, was ein wenig irritiert. Will man wieder raus aus dem App Drawer bzw. einer App, kommt das nächste Rätselraten.

Eine Zurück-Taste gibt es nicht und die Home-Taste führt einen immer wieder in das Karussell. Will man nur einen Schritt zurück, dann erfolgt das per Wischgeste von der Home-Taste noch über das Display. An diese Geste muss man sich erst gewöhnen, zumal das Amazon Fire Phone nicht immer sofort auf diese auch reagiert. Mit einer Wischgeste von der Benachrichtigungsleiste nach unten erhält man wie sonst bei Android gewohnt Zugriff auf Schalter für WLAN, Bluetooth, GPS und so weiter.

Was das Amazon Fire Phone von anderen Android Smartphones unterscheidet sind die bereits angesprochenen vier Kameras auf der Front. Diese ermöglichen einen 3D-Effekt wie man ihn bisher noch nicht erlebt hat und das ganz ohne 3D-fähigem Display. Amazon nennt das Dynamic Perspective. Diese vier Kameras tracken die Position des Benutzers und passen somit die Darstellung von Icons, Menü-Elementen und anderen speziellen Inhalten an. Das sieht richtig cool aus, keine Frage. Vor allem in der Karten-App von Amazon kommt das zum Tragen, wenn der Berliner Fernsehturm vor einem die Perspektive verändert, je nachdem wie man das Gerät hält. Während es anfangs noch ganz witzig ist und zum „Guck mal was mein Smartphone kann“ reicht, hat man sich recht schnell daran satt gesehen. Vor allem im Karussell ist der Effekt auf die Dauer nervig und man wünscht sich eine Option den Effekt abzuschalten. Im Sperrbildschirm kommt Dynamic Perspective auch zum Einsatz, sieht wirklich genial aus und stört nicht einmal.

Aber nicht nur für die Dynamic Perspective werden die Kameras genutzt. Mit einer schnellen Kippbewegung aus dem Handgelenk nach links oder rechts öffnet man in diversen Apps auf dem Amazon Fire Phone Kontext-Menüs, um beispielsweise auf die Bücher-Bibliothek zuzugreifen. Jedoch funktioniert das nicht immer perfekt und ganz zu schweigen von dem merkwürdigen Anblick, wenn man in der Öffentlichkeit hektisch sein Smartphone zur Seite kippt. Nach einiger Zeit ist auch das eine nette Spielerei und nicht mehr. Was jedoch wirklich brauchbar ist: Durch das Kippen des Amazon Fire Smartphone nach vorne bzw. hinten kann man im Browser und anderen Apps scrollen. Das funktioniert wirklich hervorragend und besser als bei manch anderen Umsetzungen ähnlicher Art bei der Konkurrenz.

Eine der größten Stärken des Amazon Fire Phone ist neben der vollen Unterstützung der Amazon Cloud und Prime-Dienste ist die App Amazon Firefly. Die App wird entweder über den App Drawer gestartet oder durch das längere Gedrückt halten der Kamera-Taste. Ist Firefly geöffnet, kann man die App gestartet, kann man ein beliebiges Objekt in die Kamera halten und mit etwas Glück erkennt das Amazon Fire Phone das Produkt. Laut Amazon erkennt die Software über 54 Millionen Produkte, 30 Millionen Songs und 29.000 Serien sowie Filme. Alles kann man natürlich bei Amazon direkt kaufen und liefern lassen. Was sich nach einer richtig tollen Funktion anhört funktioniert in der Realität jedoch durchwachsen.

Gerade bei Musik muss die Quelle zum einen deutlich zu verstehen sein und zum anderen ohne störende Nebengeräusche. Ist das nicht gegeben, schlägt die Erkennung fehl und man darf von vorne beginnen. Sobald der Titel erfolgreich erkannt wurde, kann man den Titel nebst Album kaufen, thematisch passende Drittanbieter-Apps installieren oder – falls verfügbar – direkt Karten für das nächste Konzert kaufen. Amazon will halt in erster Linie verkaufen.

Etwas hat der Konzern der Konkurrenz dann doch voraus, was sich fast nur mit den Produkten von Amazon realisieren lässt: Amazon Mayday (zum Beitrag). Dabei handelt es sich um eine Funktion für Hilfe-Suchende, welche innerhalb von mindestens 15 Sekunden einen Mitarbeiter des technischen Kundendienstes von Amazon per Live-Zugriff und Videobild einblendet. Man kann es sich wie eine Art TeamViewer-Sitzung (oder jede andere Remote-Verbindung mit Live-Ansicht des Desktops) vorstellen, allerdings ohne das der Mitarbeiter den Besitzer des Amazon Fire Phone sehen kann. Die Funktion wird über den „Rettungsring“ in der herausgeklappten Benachrichtigungsleiste gestartet und wieder beendet. Die Verbindung erfolgt dabei verschlüsselt und der Kundenservice-Mitarbeiter sieht nur das was man selbst auch sieht.

 

Fazit zum Amazon Fire Phone

Technisch sehr gut aufgestellt – erst Recht für 199 Euro ohne Vertrag für 32 GB Speicher – und mit einer sehr hochwertigen Verarbeitung, kann das Amazon Fire Phone bei der Hardware überzeugen. Auch die Software hinter Fire OS 3.6 bietet mit der Dynamic Perspective eine optisch sehr ansprechende Spielerei, aber das war es auch fast schon. Durch das Fehlen des Google Play Store, der stark abweichenden Bedienung vom bekannten Android und der Bindung an die Amazon-Cloud, ist das Smartphone am ehesten was für Bastler oder diejenigen, die eh im Amazon-Kosmos zu Hause sind. Die Anbindung an Amazon Music und Amazon Prime Instant Video ist absolut genial. Zwar kann man die Google Apps installieren, aber dazu braucht es Wissen über das Rooten und der Modding-Thematik von Android im Allgemeinen.

amazon_fire_phone_testurteil_androidtv

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 4/5
Funktionalität 3/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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