[Test] Gigaset ME – Das deutsche Universal-Smartphone

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Gigaset ME Test

Mit dem deutschen Unternehmen Gigaset werden die meisten in erster Linie DECT-Festnetztelefone in Verbindung bringen, doch mit dem Gigaset ME wird sich das künftig ändern. Als erstes Modell des neuen Dreiergespann aus Deutschland setzt das Gigaset ME Smartphone den Grundstein für einen glanzvollen Einstand.

Auch wenn es heutzutage immer seltener vorkommt, so finden sich in Millionen von Haushalten noch richtige Festnetztelefone wieder. Meistens handelt es sich dabei um ein schnurloses Telefon mit DECT-Technik und das aus Siemens hervorgegangene Unternehmen Gigaset. Was läge daher näher sich auch mit Smartphones zu beschäftigen? Das muss sich auch die Chefetage gedacht haben und so nutzte man die IFA 2015 aus, um die neue Gigaset ME-Reihe vorzustellen. Im Gegensatz zu manch anderem Neuling im Smartphone-Markt geht Gigaset jedoch gleich in die Vollen, wird zum 1.FC Bayern München Sponsor und visiert den Premium-Markt an. Das Debüt ist dabei wahrlich geglückt und als erstes Modell hat das Flaggschiff Gigaset ME den Markt betreten.

 

Technische Daten des Gigaset ME

Technische Daten


Prozessor

Snapdragon 810 Octa-Core mit 4x 1,8+1,5 GHz und 64-Bit
GPU: Adreno 430

Betriebssystem

Android 5.1.1 Lollipop mit Gigaset UI

Interner Speicher

32 GB Interner Speicher (erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

GS55-6

Display

5 Zoll InCell-IPS Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB Typ-C, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, eKompass, Gyroskop, Annäherung, Licht, Fingerabdruck, UV, Puls, Pedometer, Infrarot

Abmessungen (HxBxT mm)

144,5 x 69,4 x 7,7 mm

Gewicht

160 Gramm

Gehäusematerial

Edelstahl und Corning Gorilla Glass 4

Kamera

16 Megapixel Kamera, 8 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.1 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3.000 mAh

Gesprächszeit

bis zu 27 Std. (2G), 24 Std. (3G)

Standby-Zeit

bis zu 210 Std. (Single-SIM)/170 Std. (Dual-SIM)

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 469 Euro (Stand: 22.11.2015)
Besonderheit Fingerabdruck-Sensor, Infrarot, Dual-SIM mit Hybrid-Slot, Gesundheitssensoren (Puls, UV, Schritte), Telefonie über Schädelknochen, Kontaktübertragung zu DECT-Telefonen

 

Zubehör

Ausgeliefert wird das Android Smartphone in einer schlichten schwarzen Pappschachtel mit strukturierter Oberfläche, welche in gewisser Weise an Holz erinnert. Der Karton selbst ist in Klarsichtfolie mit dem Gigaset-Logo eingepackt. Dieses ist zugleich noch eine Magnet-Lasche zum Schließen des Kartons. Auf diese Weise wird alleine schon das Auspacken zu einem besonderen Erlebnis, das man nicht alle Tage hat.

Darin sitzt das Gigaset ME in einer schwarzen Schale mit zwei silberfarbigen Punkten. Nimmt man die Schale heraus, dann entpuppen sich diese als Rückseite des Kabel-Headsets, die wiederum in einer Kautschuk-Halterung ihren Platz haben. Weiterhin ist ein USB-Netzteil inklusive MicroUSB Typ-C Kabel in der Box, ein kleiner Piekser zum Öffnen der SIM- sowie MicroSD-Trays und die Schnellanleitung nebst Garantieinformationen in Papierform.

Im Großen und Ganzen all das, was man an Zubehör von einem Smartphone erwartet – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Design und Verarbeitung

Gerade beim Thema Design gibt es unwahrscheinlich viele verschiedene Meinungen, da kann man es einfach nicht jedem Recht machen. Das will Gigaset mit dem Gigaset ME aber auch nicht. Letztlich ist es ein schickes und vor allem sehr elegantes Android Smartphone geworden, welches neben einem flachen Äußeren mit hochwertigen Materialien locker neben den etablierten Premium-Herstellern mithalten kann. Würde nicht das Gigaset-Logo auf der Front und Rückseite prangen, hätte man es fast von Apple oder gar HTC erwarten können.

Dominierend auf der Vorderseite ist natürlich das Display, welches im Gigaset ME mit 5 Zoll in der Diagonale aufwarten kann. Daran zeigt sich: Das Flaggschiff soll durch eine handliche Größe seine Fans finden. Trotzdem verschwendet das Unternehmen keinen wertvollen Platz, denn sowohl ober- als auch unterhalb des Displays hält sich der Rahmen sehr in Grenzen. Auf kapazitive Tasten muss man ebenso verzichten wie auf eine Öffnung für die Hörmuschel über dem Display.

Einzig die 8 Megapixel Frontkamera, die beiden Sensoren für Helligkeit und Annäherung sowie eine Status-LED zieren die Front. Zum Schutz vor Kratzer setzt das Unternehmen bei dem Gigaset ME auf das widerstandsfähige Corning Gorilla Glass 4, welches sich zudem nahtlos mit einer leichten Abrundung von der Front in den Metall-Rahmen erstreckt. Absolut sauber verarbeitet und mit gleichmäßigen Spaltmaßen wohlgemerkt. Für den Rahmen setzt Gigaset im Gegensatz zum überwiegenden Großteil der Konkurrenz nicht auf Aluminium: Gebürsteter Edelstahl ist der Werkstoff der Wahl. Dadurch wird es zwar minimal schwerer, aber auch um einiges robuster.

Im Rahmen des Gigaset ME selbst sitzt auf der rechten Seite gesehen die fest im Rahmen sitzende Power-Taste, die sich sehr gut einhändig erreichen lässt. Der Druckpunkt ist direkt und der Tastenhub knackig wie man es von einem Premium-Smartphone erwartet. Direkt darüber befindet sich der Sim-Schacht, in welchem mit im Karton beiliegenden Piekser der Schlitten herausgeholt werden kann. Wahlweise nimmt dieser entweder zwei Nano-SIM-Karten auf, oder man entscheidet sich für eine Nano-SIM plus MicroSD-Speicherkarte. Die Lautstärke-Wippe wiederum ist auf der linken Rahmenseite verbaut und besitzt wie die Power-Taste einen direkten sowie festen Tastenhub und sitzt sehr fest im Gehäuse.

Auf der Stirnseite des Gigaset ME findet sich neben der 3,5 mm Audiobuchse zusätzlich ein Infrarotsender zum Steuern der heimischen Multimedia-Technik. Auf der Unterseite des Rahmens befindet sich schließlich die MicroUSB-Buchse, die bereits Kabel nach dem neuen Standard Typ-C aufnimmt. Dabei handelt es sich den technischen Daten für das Aufladen zufolge vermutlich tatsächlich um einen USB-Anschluss nach dem neuen USB 3.1 Standard. Will heißen, dass das Gigaset ME im Gegensatz zu den meisten anderen Smartphones mit USB Typ-C von den schnellen Übertragungsgeschwindigkeiten und dem höheren Ladestrom Gebrauch machen kann. Ergänzend dazu ist natürlich auch der reversible Anschluss viel Wert. Die Buchse selbst wird von jeweils fünf Bohrungen für die Stereo-Lautsprecher flankiert.

Auf der Rückseite kommt wie auf der Front großflächig Glas zum Einsatz, was dem Gigaset ME eine hochwertige Haptik verleiht. Auf der Rückseite selbst sind wie bei vielen Smartphones noch einmal das Hersteller-Logo zu sehen und direkt darüber ein leicht im Gehäuse versenkter Fingerabdrucksensor. Darüber wiederum ist die 16 Megapixel Kamera verbaut. Neben dieser sind rechts ein zweifarbiger LED-Blitz und links Sensoren zum Messen des Pulses nebst UV-Licht verbaut. Auf der Rückseite zeigt sich zudem ein eigenes Design-Merkmal in Form eines Trapezes oben und unten. Nicht nur dadurch kann das Gigaset ME sich in Sachen Optik von der Konkurrenz abheben.

Vom Blickpunkt der Materialien, der Verarbeitung und auch der Haptik kann das Erstlingswerk von Gigaset fast auf ganzer Linie überzeugen. Trotzdem werden viele Kunden schnell zu einer Schutzhülle greifen, denn eines ist das Gigaset ME: Verdammt rutschig. Zwar ist die Glasrückseite eine haptisch enorme Aufwertung, aber dadurch wird das Android Smartphone leider auch unnötig rutschanfällig in der Hand.

 

Display

Während ein Großteil der Smartphone-Hersteller bei ihren Premium-Modellen verstärkt auf Quad-HD-Panels mit 2.560 x 1.440 Pixel Auflösung setzen, stellt das Gigaset ME mit seinem 5 Zoll FullHD Display eine wohltuende Ausnahme dar. Bei dieser Diagonale ist diese auch völlig ausreichend, zumal mit den 441 PPI alles gestochen scharf dargestellt wird. Selbst Farbwiedergabe, Helligkeit und Blickwinkel sind auf hohem Niveau – wenngleich die Kalibrierung der Farbtemperatur zum kälteren neigt. Der Blauanteil ist gefühlt höher im Vergleich zu anderen Top-Smartphones. Dennoch ist der Blickwinkel des InCell-IPS-Panels nicht so hoch wie bei anderen Displays: Schon bei geschätzten 45 Grad beginnt das Bild sichtlich dunkler zu werden.

 

CPU und GPU

Man ist fast dazu geneigt zu sagen, dass sich Gigaset bei seinem Smartphone-Debüt für einen Snapdragon 810 Prozessor mit acht Kernen entschieden hat. Sicherlich: Dessen Spitzenleistung ist auf dem Blatt Papier mehr als ausreichend für ein Premium-Smartphone, aber auch das Gigaset ME hat Probleme mit der Hitze-Entwicklung und das trotz eines gezügelten Maximaltaktes mit 1,8 GHz. Unterm Strich reicht das für ordentliche 59.783 Punkte im populären AnTuTu-Benchmark, was für den Prozessor ein respektables Ergebnis darstellt. Über Software-Optimierungen ist sicherlich noch einiges an Leistung aus dem Gigaset ME heraus zu holen.

Für die Grafik ist eine Adreno 430 GPU verbaut, bei welcher Qualcomm unter anderem großen Wert legt auf das En- und Decodieren von 4K-Inhalten. Unter diesem Gesichtspunkt stellen natürlich auch grafisch anspruchsvolle Spiele wie GTA San Andreas oder ein Dead Trigger 2 das Gigaset ME kaum vor unlösbare Aufgaben. Alles wird flüssig auf dem Display dargestellt. Interessant ist hierbei, dass das Gigaset ME zwar nach einiger Zeit merklich heißer wird, aber die Leistung bricht dennoch nicht ein wie es bei anderen Geräten der Fall ist.

Mit den 3 GB RAM ist das Gigaset ME sehr flott in der Bedienung ohne merkliche Ruckler in der Oberfläche. Auch das Multitasking ist sehr schnell. Alles geht flott von der Hand und auch das Schließen von im Hintergrund noch aktiven Apps ist nicht so aggressiv wie bei den aktuellen Samsung-Smartphones.

 

Akku

Das ein großer Akku mit 3.000 mAh nicht zwangsläufig auch für einen Dauerläufer steht, beweist leider das Gigaset ME. Zwar kommt man relativ problemlos über den Tag mit einer Akku-Ladung, aber über Nacht sollte das Android Smartphone dennoch am Netzteil hängen um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Insbesondere die nicht einmal 4 Stunden bei aktiver Dauernutzung sind sehr enttäuschend für ein Premium-Smartphone. Bleibt zu hoffen, dass künftige Updates für das Gigaset ME noch einiges am Energieverbrauch verbessern.

Da tröstet auch nur bedingt, dass das Smartphone die Quick Charge 2.0 Technologie von Qualcomm unterstützt. Wenn man das Gigaset ME 10 Minuten mit dem Gigaset-Netzteil an eine Steckdose anschließt, lädt sich der Akku wieder auf 16 Prozent auf, was wiederum Telefonate mit bis zu 4 Stunden ermöglicht.

 

Konnektivität

Neben der Premium-Qualität des Gehäuses setzt Gigaset auch im Bereich der Kommunikation auf das volle Paket. Bluetooth 4.1, Dualband WLAN mit bis zu 1,3 Gbit/Sekunde über den ac-Standard und ein LTE-Modem mit bis zu 300 Mbit/Sekunde im Download sollten auch anspruchsvolle Nutzer zufrieden stellen. Da dürfen auch weitere exquisite Sachen wie ein Infrarot-Sender nicht fehlen und GPS inklusive der Unterstützung für das russische Gegenstück GLONASS und selbst das chinesische BeiDou. Auf eine Sache muss man hingegen mit einiger Verwunderung verzichten und das ist NFC. Bei einem Premium-Smartphone wie dem Gigaset ME ist das ein nicht ganz nachvollziehbarer Punkt.

Einen etwas enttäuschenden Eindruck hinterlässt das Gigaset ME hingegen im Bereich Telefonieren. Sicherlich, schlecht ist die Gesprächsqualität nicht, aber eben auch nicht besonders herausragend. Bei einem waschechten Telefonunternehmen wie Gigaset, welches auch noch der führende Anbieter bei DECT-Festnetztelefonen ist, hätte man sich schon ein wenig mehr erwartet. Insgesamt war die Lautstärke angenehm laut und in den Spitzen nur ein wenig klirrend beziehungsweise blechern – auf beiden Seiten der Gesprächspartner.

In einem Punkt überrascht das Gigaset ME jedoch völlig unerwartet: Der Telefonmuschel. Diese sucht man auf der Front vergeblich und es ist auch keine verbaut. Stattdessen bedient sich Gigaset der sogenannten Bone Conduction Transducer Technologie. Heißt nichts anderes, dass der Ton direkt vom Gerät über den Schädelknochen durch Vibrationen direkt ins Ohr geleitet wird. Hält man sich das Gigaset ME nah ans Ohr heran, dann lässt sich ganz leise Musik und dergleichen hören, aber das war es auch schon. Dabei muss man es nicht einmal mit dem Display zum Kopf halten: Der Bone Conduction Transducer funktioniert auch über die Rückseite des Gigaset ME, falls man es mal falsch aus der Tasche holen sollte.

 

Kamera

Bis hierher macht das Gigaset ME im Großen und Ganzen einen sehr guten Eindruck. Leider trifft das nicht so ganz auf die Kamera zu: Fotos der maximal 16 Megapixel auflösenden Kamera werden bei ausreichend Licht überwiegend brauchbar. Sobald das Licht nachlässt und es düster wird nimmt die Bildqualität rapide ab. Bildrauschen und unscharfe Objekte sind das Ergebnis. IN gewisser Weise lassen sich diese Dinge auf einen fehlenden optischen Bildstabilisator zurückführen, denn einen solchen hat Gigaset nicht mit eingebaut. Mit einer Sechs-Linsen-Optik und Saphirglas versucht Gigaset diesen Punkt ein wenig auszugleichen.

Bei der Belichtung sowie Farbwiedergabe kann die Software des Gigaset ME mit einer ausgewogenen Qualität überzeugen, die lediglich in vergrößerten Bereichen sichtliche Schwächen aufweist. Insbesondere bei scharfkantigen Objekten auf den Fotos ist dies zu beobachten. Nicht unerwähnt bleiben sollte zudem, dass die maximale Auflösung von 16 Megapixeln im 16:9 Breitbildformat erreicht werden und nicht wie bei vielen anderen Smartphones im 4:3 Kleinbildformat. Der Sensor kommt im Gegensatz zu vielen Herstellern im Premium-Bereich nicht von Sony, sondern von OmniVision.

Wer sich einen Eindruck verschaffen will: Her unser Testfoto im Vergleich zur Spiegelreflexkamera Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem HUAWEI P8:

Die Frontkamera ist mit 8 Megapixel Auflösung nicht ganz alltäglich und mit einer Blende von f/2.0 relativ lichtstark. Fotos sind von erfreulich guter Qualität und man kann sogar FullHD-Videos mit der Frontkamera aufnehmen.

Videos nimmt das Gigaset ME mit bis zu 2.560 x 1.440 Pixel auf, deren Bildqualität sich an den Ergebnissen im Foto-Modus orientiert. Das heißt, dass Farben natürlich wiedergegeben werden und Videos bei Dunkelheit sehr stark zum Bildrauschen und zu geringer Belichtung neigen.

Die Kamera-App wiederum zeigt sich in einer erfreulich einfachen und aufgeräumten Oberfläche, die alle Bedienelemente auf einen Blick darstellt. Bei den verfügbaren Optionen hält sich das Gigaset ME vornehm zurück. Lediglich den Weißabgleich sowie ISO-Wert kann man direkt beeinflussen und für Fotos stehen sechs Filter zur Verfügung. Neben einem HDR-Modus, Gesichtserkennung oder dem Auslösen per Fingerabdrucksensor gibt es  nicht viele Optionen in der Kamera-App selbst. Eine alternative App ist daher nicht verkehrt, wenn man mehr aus der Kamera herausholen will.

 

Multimedia

Immer wieder beklagen sich Smartphone-Käufer im Premium-Bereich über Geräte, die nur 16 GB an internem Speicher besitzen und daher schnell mit allerlei Daten gefüllt sind. Beim Gigaset ME kann das nicht so schnell passieren: Intern sind 32 GB Speicher verbaut, von welchem dem Nutzer 22,03 GB frei zur Verfügung stehen. Wem das noch immer nicht reicht, kann eine MicroSD-Speicherkarte mit bis zu 128 GB einlegen. Theoretisch sind sogar 2 TB möglich, aber derzeit ist die bezahlbare Grenze bei 200 GB für MicroSD-Karten erreicht.

Worin das Gigaset ME ganz besonders glänzen kann sind die Audioeigenschaften. Dies liegt weniger an einem ausgeklügelten Musikplayer denn am beiliegenden Headset und dem verbauten Audio-Chip. So ist der Ton erfreulich ausgeglichen, ohne das der kräftige Bass zu dominant ist oder die Höhen zu stark hervorstechen – auch bei sehr großer Lautstärke. Selbst der Mono-Lautsprecher auf der linken Seite von vorne gesehen ist unerwartet hochwertig. Vor allem eines ist er: Laut und kräftig. Naturgemäß ist er nicht so basslastig wie über die Kopfhörer, aber dennoch überraschend präsent für ein Smartphone.

Der Musikplayer selbst ist minimalistisch gehalten und erinnert irgendwie an den Walkman-Player von Sony was die Optik betrifft. Neben den üblichen Wiedergabefunktionen besticht der Player auch mit einem 7-Band-Equalizer, was eher selten anzutreffen ist.

Für den hochwertigen Klang sind nicht zuletzt ein separater HiFi-Chip und die Dirac-HD-Audiosoftware zuständig. Zusätzlich unterstützt das Gigaset ME auch das Bluetooth-Protokoll aptX, womit sich Audiodaten ohne nennenswerten Qualitätsverlust komprimieren und übertragen lassen.

 

Software

Ausgeliefert wird das Gigaset ME mit dem nicht mehr ganz aktuellen Android 5.1.1 Lollipop, was sich aber in naher Zukunft ändern könnte. Gigaset hat bereits das Update auf Android 6.0 Marshmallow bestätigt, ohne ein näheres Datum für die Verteilung zu nennen.

Die Oberfläche selbst ist erfreulich zurückhaltend verändert worden, die sich mit einer Kombination aus Schwarz, Weiß und Geld als aufgeräumt elegant offenbart. Für den Homescreen setzt Gigaset auf eine Eigenentwicklung, die vor allem durch den fehlenden App Drawer auffällt. Heißt nichts anderes, dass Apps allesamt auf dem Homescreen landen, weswegen zum Wahren der Übersichtlichkeit die Verwendung einiger Ordner unabdingbar ist. Erinnert nicht von ungefähr an iOS.

Bloatware im eigentlichen Sinne ist erfreulich wenig vorhanden in Form des Amazon Kindle Readers, Evernote und der OfficeSuite – die sich zudem in wenigen Schritten deinstallieren lassen. Die restlichen Apps sind fest ins System integriert und bieten durchaus sinnvolle sowie praktische Funktionen. So gibt es neben einem Virenscanner auch eine App zur Sicherung der Daten auch eine App zum Blockieren einzelner Rufnummern. Letzteres ist nicht zuletzt bei Spamanrufen von Nutzen. Weiterhin lässt sich der Internetzugriff einzelner Apps blockieren, temporäre Dateien löschen, der Autostart von Apps beeinflussen oder auch die Berechtigungen von Apps einschränken. All das erinnert stark an den Telefon-Manager den HUAWEI bei seinen Geräten vorinstalliert.

Auf der Rückseite des Gigaset ME befindet sich noch weitere Technik wie ein Fingerabdruck-Sensor, der zwar brauchbar aber auch langsam und nicht unbedingt herausragend funktioniert. Da sind die Sensoren in den Smartphones von HUAWEI, HTC und auch Samsung deutlich flotter. Besser macht es Gigaset hingegen bei den Gesundheitsfunktionen. So ist links neben der Kamera ein Pulsmesser nebst UV-Sensor verbaut, die mit der entsprechend vorinstallierten App von Gigaset für die tägliche Überwachung der Gesundheit dienen. Eine nette Dreingabe unterm Strich.

Eine Sache werden Besitzer eines Gigaset DECT-Telefons bestimmt praktisch finden: Mit der App Contact Push lassen sich Kontakte vom Gigaset ME direkt an DECT-Mobiltelefone übertragen. Selbst für das smarte Zuhause ist mit Gigaset elements die passende App bereits vorinstalliert, sodass man sich nur noch mit seinem Account einloggen muss und schon lässt sich die eigene Wohnung überwachen. Vermutlich wird der Großteil der Käufer des Gigaset ME diese App nicht benötigen – oder den Einstieg in das vernetzte Heim darstellen.

 

Fazit zum Gigaset ME

Für 469 Euro ohne Vertrag stellt das Gigaset ME einen beachtlichen Start für Gigaset dar. Das hochwertig verarbeitete Smartphone kann mit eigenständiger Designlinie, einem leichtgewichtigen Android Betriebssystem und einer tollen Performance begeistern. Witzig ist zudem die Tonübertragung bei Telefonaten über den Schädelknochen, aber bei der Fotoqualität und der Ausdauer muss Gigaset dringend nachbessern.

So bleibt unterm Strich ein beachtlicher Einstieg in das Smartphone-Geschäft, der mit hochwertigen Geräten und nicht mit Smartphones für Einsteiger in Angriff genommen wird. Solch ein gutes Gesamtpaket zu einem verlockenden Preis gelingt den wenigsten Neulingen in der Branche.

Positiv
  • Sehr flotte Bedienung
  • Infrarot für Multimedia-Technik
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Speichererweiterung
  • Nützliche Gesundheitssensoren
  • Vergleichsweise günstig
  • Telefonate mit Audio über Schädelknochen
Negativ
  • Kamera-Qualität Mittelmaß
  • Kein 360 Grad Fingerabdruck-Sensor
  • Besonders rutschige Rückseite aus Glas

gigaset_me_testurteil_androidtv

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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