[Test] Google Chromecast (2.Gen): Was ist neu – was ist besser?

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chromecast_2nd_genMit dem ersten Chromecast für HDMI-fähige Fernseher und PC-Monitore hatte Google einen echten Überraschungserfolg gelandet. Für gerade mal 35 Euro gibt es einen HDMI-Stick zum Streamen zahlreicher Inhalte aus dem Web, der sich Millionenfach verkaufte und schnell diverse Konkurrenten auf den Plan rief. Kann die zweite Generation ebenso begeistern? Was hat sich zum Vorgänger verändert? Das soll unser kurze Test klären.

Die letzte Google-Veranstaltung brachte so einige Überraschungen mit sich. Neben den im Vorfeld bereits fest erwarteten zwei Nexus-Smartphones von LG und HUAWEI hatte nicht nur das Android Tablet Google Pixel C seine Premiere, sondern auch der Chromecast in der zweiten Generation und der Chromecast als reine Audio-Version (zum Beitrag). Technisch hat sich einiges geändert, aber auch beim Preis musste Google anstelle der ehemaligen 35 Euro auf 39 Euro Anpassungen vornehmen.

Die ersten Schritte mit dem Chromecast 2

Die größte Neuerung bei der zweiten Generation ist auf den ersten Blick zu sehen: Anstelle eines Gehäuses im klassischen Stick-Format, ist der Chromecast 2 schlicht und ergreifend rund. Insgesamt bringt das kleine Schwarze (auch in Gelb und Rot erhältlich) knapp 39 Gramm auf die Waage, wo das nach wie vor nötige MicroUSB-Netzteil nicht mit eingerechnet ist. Die Verbindung zum Fernseher erfolgt auch weiterhin per HDMI, die Inhalte holt sich der Stick per WLAN. Hier gibt es auch die zweite Neuerung: Endlich wird Dualband-WLAN unterstützt und das gleich im schnellen ac-Standard. Durch ein verbessertes Antennen-Design will man zudem die Empfangsqualität allgemein erheblich verbessert haben.

Die Einrichtung selbst geht wirklich sehr einfach von der Hand. Nachdem man den Chromecast 2 verbunden hat, erfolgt die eigentliche Einrichtung über die passende Smartphone-App. Diese gibt es sowohl für Android als auch iOS. Der Stick selbst setzt mindestens Android 4.3 Jelly Bean, iOS 7, Mac OS X 10.7 Leopard oder Windows 7 voraus. Für die beiden Desktop-Betriebssysteme wird zum Streamen der Chrome Browser mit der zugehörigen Erweiterung benötigt.

Google Home
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos
Google Home
Entwickler: Google, Inc.
Preis: Kostenlos

Achtung: Wer auf einen Mac-Filter in seinem WLAN setzt zur Absicherung des Netzwerk-Zugriffs, der muss natürlich vorher die Mac-Adresse in die Whitelist des WLAN-Routers aufnehmen.

Innerhalb der App wird man anschaulich durch das Setup geführt, wo die Verbindung zum WLAN-Netz einfach von der Hand geht. Die Kopplung selbst erfolgt über eine spezifische auf dem Fernseher angezeigte PIN, welche man in der Smartphone-App eingeben muss. Sollte es dennoch Probleme geben, empfiehlt es sich den Gastzugang des Chromecast 2 zu deaktivieren. Anscheinend haben einige WLAN-Router damit noch ein kleines Problem. Steht jedoch einmal die Verbindung, dann werden Inhalte sehr flott übertragen, was gewissermaßen auch der Knackpunkt ist: Der Chromecast 2 ist wie sein Vorgänger rein auf das Online-Streaming beschränkt.

Damit Inhalte auf dem Fernseher erscheinen, muss in der jeweiligen Smartphone-App zwingend der Cast-Button implementiert sein. Durch die geringen Kosten und der darauf aufbauenden hohen Verbreitung, haben glücklicherweise Hunderte wenn nicht gar Tausende Streaming-Apps einen solchen Button bereits integriert – sowohl unter Android als auch iOS. Egal ob YouTube, Netflix, WATCHEVER, Spotify oder auch die ARD/ZDF, ARTE-Videothek: die Unterstützung ist immens. Mit kleinen Helferlein wie dem kostenlosen LocalCast, welches leider nicht im deutschen Google Play Store zu finden ist. Mit dieser App lassen sich auch lokale auf dem Android Gerät selbst gespeicherte Medien streamen – per Plugin sogar direkt von Google+ oder Google Drive.

Download LocalCast v4.3.1.1

LocalCast Cloud Plugin
Entwickler: Stefan Pledl
Preis: Kostenlos

Neben der Medienwiedergabe eignet sich der Chromecast durch seine gesteigerte Leistung nun besser als sein Vorgänger zum Spielen auf dem Fernseher. Im Google Play Store gibt es mittlerweile ein stetig wachsendes Angebot an Chromecast-tauglichen Spielen. Prominentestes Beispiel dafür ist Angry Birds, welches das Smartphone kurzerhand zum Gamepad macht.

Wenn mal Besuch im Hause ist

Neu bei der Version 2015 des Chromecast ist der sogenannte Gastmodus, der bereits bei der Einrichtung via WLAN erwähnt wurde. Das bedeutet, dass jeder mit einer Chromecast-fähigen App die Inhalte auf euren Google-Stick streamen lassen können, ohne selbst in eurem WLAN-Netz eingebucht zu sein. Mittels PIN wird dabei der Zugriff reglementiert, damit nicht jeder x-beliebige Unbekannte vor der Haustür unangebrachte Inhalte auf euren Fernseher streamt. Zur Identifizierung dient zudem der Standort des Chromecast selbst und der des Quellgerätes.

Befindet man sich direkt in unmittelbarer Nähe, ist es sogar noch einfacher: Über einen speziellen hochfrequenten Ton wird das Smartphone des Freundes mit dem eigenen Chromecast 2 gekoppelt.

Eine weitere nette Funktion ist der sogenannte Bilderrahmen. Dabei handelt es sich um eine Diashow für den Leerlauf des Google-Sticks, welche aus verschiedensten Online-Diensten wie Google Fotos, Facebook, Flickr, Play Kiosk, Satellitenaufnahmen und so weiter Bilder streamt. Sieht richtig schick aus und konnte schon die erste Generation.

Fazit um Google Chromecast 2

Für 39 Euro bietet Google einen technisch tollen Streaming-Stick an, der endlich deutlich besser und auch flotter funktioniert. Wer sowieso in der Cloud zu Hause ist und bereits einige Streaming-Angebote nutzt, der wird den Chroemcast 2 an seinem Fernseher sicherlich zu schätzen wissen. Wer jedoch lokale Medien streamen will, muss nicht nur auf entsprechende Apps wie das oben erwähnte LocalCast setzen, sondern muss auch aufpassen welche Medienformate er nutzt und bei Videos welche Codecs. Abseits der Mainstream-Formate wird es zum echten Glücksspiel, dass meistens mit einer Niederlage verbunden ist. Ein reiner Medienplayer ist das Google-Gadget keinesfalls.
Eine anstandslose Empfehlung ist der Chromecast 2 damit nicht – auch nicht für diejenigen, die bereits die erste Generation besitzen. Hier muss man wirklich abwägen, ob der deutlich bessere WLAN-Empfang das Upgrade rechtfertigt. Ansonsten gibt es ja auch noch den Ethernet-Adapter für die 1. und 2. Generation des Chromecast.

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

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