[Test] Google Chromecast Audio und andere Music Receiver

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chromecast-audio-testGoogle hat im Herbst vergangenen Jahres nicht nur sein Erfolgsprodukt, den Chromecast Streaming-Stick mit einer Neuauflage versehen, sondern ihm auch noch mit dem Chromecast Audio einen optischen Zwilling zur Seite gestellt. Nur das dessen Aufgabengebiet nicht die Übertragung von Videosignalen ist, sondern das streamen von Musik an unsere aktiven Lautsprechern ermöglichen soll. Wir haben den kleinen Chromecast Audio Diskus einmal gemeinsam mit einem Aukey Audio Empfänger und einem Belkin Music Receiver – welche beide entgegen dem Google Device via Bluetooth übertragen – getestet.

Zunächst einmal, worin besteht eigentlich der Sinn Musik von a) nach b) zu transportieren, wie es im Prinzip unsere 3 Testkandidaten ermöglichen? Prinzipiell um die auf dem Smartphone oder via Spotify und anderen Musik-Streamingdiensten zur Verfügung gestellten Hits, in einer besseren Audio-Qualität wiederzugeben, als das was aus unseren Smartphone oder Tablet Lautsprecher raus kommt.
Dazu ist es im Grunde egal ob man einfach nur einen der 3 Testkandidaten mit einen aktiven Lautsprecher oder der HiFi-Anlage verbindet. Entscheidend ist nur, dass alle Wiedergabe Geräte über einen eigenen Verstärker verfügen, da die Ausgangsleistung unseres Smartphone nicht ausreicht um einen großen Lautsprecher mit Audiosignalen zu beliefern.

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Die Übertragung

Während der Google Chromecast Audio sich sein Audiomaterial prinzipiell aus dem Internet via WLAN holt und dazu auch entsprechend in ein Netzwerk integriert werden muss, übertragen der Aukey Audio Empfänger und der Belkin Music Receiver die Musik vom Smartphone via Bluetooth.
Das bedeutet generell könnte man auch einfach nur ein 3,5 mm Klinkenkabel in das Smartphone stecken und das andere Ende in den Line-in (eventuell ist ein Chinch-Adapter notwendig) unserer Hifi-Anlage und schon würde die Musik ebenfalls aus den „großen“ Lautsprechern erklingen. Doch wir wollen das Ganze ja Kabellos gestalten. Wobei ein bisschen Kabel gibt es am Ende doch, da ja unsere Audio Empfänger ihr Signal via Kabel an den aktiven Lautsprecher oder der Musikanlage transportieren und Strom wollen sie am Ende auch noch.
Der Google Chromecast Audio hat aber einen kleinen Vorteil gegenüber den Bluetooth Empfängern: Er kann aufgrund seiner WLAN-Netzwerk Integration auch eine Multiroom-Übertragung gewährleisten. Das bedeutet ein und die selbe Musik kann aus allen Lautsprechern (vorausgesetzt man hat mehrere Chromecast Audio Discs) synchron hören.

Ersteinrichtung

Fangen wir mit den beiden Bluetooth Geräten an. Während der Belkin Music Receiver auf eine dauerhafte Stromversorgung via mitgelieferten Netzteil benötigt, hat der Aukey Audio Empfänger einen eingebauten Akku, der nach entsprechender Aufladung via MicroUSB-Kabel auch ohne eine separate Stromversorgung funktioniert.

Die Bluetooth Empfänger bieten das standardisierte Verfahren des Pairing an. Man startet bei der ersten Verbindung (bis zu 5 gekoppelte Smartphones/Tablets speichern die Geräte) den Pairing-Suchvorgang und findet auf dem Smartphone unter den Bluetooth Einstellungen den BT-Receiver. Ist eine erste Kopplung erfolgreich zustande gekommen, so verbinden sich die beiden in Zukunft automatisch.

Für die Ersteinrichtung des Google Chromecast Audio ist die Chromecast App notwendig.

Google Home
Entwickler: Google Inc.
Preis: Kostenlos

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Ebenfalls muss der Chromecast wie eingangs erwähnt in ein vorhandenes WLAN-Netzwerk angemeldet werden. Dieser Umstand macht einen Einsatz für unterwegs nahezu unmöglich. Will man den Chromecast Audio woanders verwenden, muss auch hier erneut das WLAN-Netzwerk samt Passwort eingerichtet werden. Wie gesagt, etwas unflexibel, aber will man den oder die Chromecast Audio Discs ausschließlich ein seiner Wohnung nutzen, ist dieser einmalige Umstand zu verkraften.

Gastmodus

Eine weitere Besonderheit des Google Chromecast Audio ist sein sogenannter Gastmodus. Dieser soll Gästen mit einer vorinstallierten Chromecast App ermöglichen, ebenfalls Zugang auf den Chromecast zu erhalten, ohne in dem entsprechenden WLAN-Netzwerk samt Passwort sein zu müssen.
Damit aber nicht Hinz und Kunz auf unserem Audio-Disc wilde Sau spielt, muss er sich entweder in unmittelbarer Umgebung befinden oder den zuvor für den Gastmodus eingerichteten PIN verfügen.
Unabhängig das bei mir eh nur der Chromecast Gastmodus via PIN funktionierte, finde ich die angeblich durch einen hochfrequenten und nicht hörbaren Kopplungston gewährten Zugriff, gerade bei einer Party mit Android Nerds, recht unpraktisch. Jeder der Anwesenden will sich doch einmal den Spaß erlauben und seine Musik aus der Anlage spielen zu lassen…. no chance!

Klangqualität

Tja, jetzt geht es an das Eingemachte – die Klangqualität. Das warum wir uns wahrscheinlich überhaupt erst so eine Kabellose Musik Übertragungseinheit angeschafft haben.
Während die beiden Bluetooth-Audio-Empfänger ausschließlich über eine 3,5 mm Klinkenverbindung analoge Daten übertragen (nach der Bluetooth Wandung) hat der Chromecast Audio eine kombinierte 3,5 mm Klinkenbuchse für eine analoge (3,5mm Klinkenstecker) und digitale SPDIF (Mini-TOSLINK Stecker) Verbindung.
Das bedeutet also das für die beiden BT-Empfänger der Bluetooth-Übertragungsstandard entscheidend ist. Bei dem Belkin ist es Bluetooth 2.0 mit EDR und beim Aukey bereits schon Bluetooth 3.0 mit EDR und apt-X Unterstützung.

Leider macht sich das auch in dem Klangerlebnis bemerkbar. Der Belkin ist im direkten Vergleich fast gar nicht zu gebrauchen. Es mangelt gefühlt an Höhen und Bässen und in leisen Passagen ist ein gewisses Rauschen zu hören.
Auch der Aukey ist nicht zwingend zum Hochgenuss von klassischer Musik geeignet, reicht aber allemal für die alltägliche Musikberieselung. Zumindest deutlich besser als der Belkin.

Der klare Gewinner ist hier „leider“ der Google Chromecast Audio. Leider, weil er auch der teuerste unter den Teilnehmern ist. Und leider, weil auch er eine permanente Stromversorgung über seine MicroUSB-Buchse benötigt. Ist das Klangerlebnis über ein analoges Klinkenkabel noch auf dem Niveau des Aukey, kann der Chromecast via Mini TOSKLINK seine digitale Stärke ausspielen. Kein Rauschen, kein Brummen und ein breites Klangbild. Sicherlich spielt hier auch das Wissen über die technischen Daten ein gewissen Placeboeffekt, aber dennoch würde ich mich immer wieder für den Google Chromecast Audio via SPDIF Verbindung entscheiden.

Fazit Chromecast Audio

Will ich ganz ehrlich sein (und das bin ich ja immer), dann fühle ich mich von Google ein wenig veräppelt wenn es um den Chromecast Audio geht. Denn der Chromecast und Chromecast 2 HDMI-Streamingstick kann prinzipiell über HDMI ebenfalls Audio digital über eure Hifi-Anlage streamen. Nur Multiroom geht nicht, dafür dann aber auch der Videostream zum gleichen Preis von 39 Euro.
Preiswerter geht es entgegen dem WLAN-Stream, der einem gleichermaßen auch auf den WLAN-Netzwerk-Betrieb verdammt, mit Bluetooth. Leider leidet dann auch die Klangqualität.
Während der Belkin einfach mal komplett durchfällt, weiß zumindest der Aukey aufgrund seines verbauten Akku, BT 3.0 und apt-X Unterstützung, bei einem Preis von 29 Euro zu gefallen.
Will man sich hingegen zuhause auf lange Sicht Musikstream technisch einrichten, ist der Google Chromecast Audio die beste Lösung. Mit etwas Geduld gibt es bestimmt noch die ein oder andere Aktion, bei der man auch hier sparen kann.

 

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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