[Test] Google Nexus 6P by Huawei – elegantes Design, pures Android!

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Google Nexus 6P by HUAWEI Test

Letztes Jahr hatte Google erstmals mit seiner Tradition gebrochen und in Form des Nexus 5X von LG und dem Nexus 6P von HUAWEI gleich zwei Entwickler Smartphones für die neuste Android 6.0 Marshmallow Version vorgestellt. Nachdem wir den kleinen Vertreter von LG bereits im ausführlichen Test hatten, folgt nun die größere Variante erstmalig von dem chinesischen Hersteller HUAWEI.

Seit Google 2009 mit dem ersten Nexus One aus der Entwicklung von HTC angefangen hatte, üben die Smartphones von Google einen ganz besonderen Reiz aus. Pures Android ohne irgendwelche Hersteller-Zusätze, schnelle Updates gegen Sicherheitslücken und andere Fehler sowie preiswerte Technik. Spätestens mit dem Nexus 6 von Motorola (zum Test) hat sich die Sache mit dem Preiswert erledigt und das neue Google Nexus 6P tritt in jeder Hinsicht in dessen Fußstapfen – dabei ist HUAWEI für seine günstigen Smartphones bekannt gewesen.

Manch einer meint ja, dass das P im Modellnamen des Google Nexus 6P für Premium steht und so weit her geholt ist diese Theorie auch gar nicht. Nur reichen Top-Hardware und ein hochwertiges Gehäuse mit Premium-Materialien überhaupt aus, um es zu einem hervorragenden Android Smartphone zu machen?

 

Technische Daten des Google Nexus 6P

Technische Daten


Prozessor

64-Bit Snapdragon 810 Octa-Core mit 2,0+1,5 GHz
GPU: Adreno 430

Betriebssystem

Android 6.0.1 Marshmallow

Interner Speicher

32, 64 oder 128 GB Interner Speicher (nicht erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

Nexus 6P

Display

5,7 Zoll AMOLED Display mit 2.560 x 1.440 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB Typ-C, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Gyroskop, Annäherung, Licht, Barometer, HALL und Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

159,3 x 77,8 x 7,3 mm

Gewicht

178 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium

Kamera

12,3 Megapixel Kamera 1.55 µm Pixel f/2.0
8 Megapixel Frontkamera 1,4 µm Pixel f/2.4

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.2 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/3.450 mAh

Gesprächszeit

bis zu 23 Std.

Standby-Zeit

bis zu 440 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 649 Euro (32 GB)
UVP 699 Euro (64 GB)
UVP 799 Euro (128 GB)
Besonderheit Fingerabdruck-Sensor, Kamera-Geste zum Starten der Kamera-App, immer neuste Android-Version, pures Android, Laser-Autofokus, USB Typ-C

 

Zubehör

Schon die Verpackung des Google Nexus 6P macht einiges her. In einer weißen Pappschachtel liegt das Phablet von Google ohne jeglichen großen Schnickschnack. Einzig eine Papierleiste mit einem stilisierten „P“ umhüllt die Schachtel, auf dessen Rückseite das Android Smartphone selbst zu sehen ist.

Zum Lieferumfang selbst gehören neben dem USB-Netzteil mit USB Typ-C Anschluss, ein USB Typ-C Kabel für eben jenes Netzteil und noch ein weiteres USB-Kabel, welches für die Verbindung zum Desktop-Rechner vorgesehen ist. Auch der kleine Piekser zum Öffnen des SIM-Trays darf nicht fehlen.

Neben den üblichen Anleitungen und Hinweisen zur Garantie in Papierform, findet sich im Lieferumfang ein weiteres Pappkärtchen wieder, welches einen Gutschein-Code für einen Test von Google Play Music All Access enthält. Schließlich handelt es sich um ein Google Smartphone, da gehört sich so etwas in gewisser Weise.

 

Design und Verarbeitung

Wie bereits erwähnt, will Google mit dem Nexus 6P unverkennbar in der Premium-Klasse mitspielen und das klappt auch auf Anhieb. Zwar wirkt die Optik auf den ersten Blick nicht allzu spektakulär, aber sobald man das Phablet in die Hand nimmt, fühlt man den Luxus. Das kühle Aluminium steht dem Phablet unglaublich gut, da hat HUAWEI als Entwickler des Google Nexus 6P verdammt gute Arbeit geleistet, was der Konzern ja schon mit dem HUAWEI Mate S und dem HUAWI Mate 8 unter Beweis gestellt hat.
Durch die leicht abgerundeten Ränder liegt das Phablet trotz seiner Größe angenehm in der Hand. Die leicht mattierte Oberfläche des Aluminiums tut da sein Übrigens beisteuern.

Kennzeichnend für das Google Nexus 6P ist das schier riesig erscheinende AMOLED Display mit ganzen 5,7 Zoll in der Diagonale, womit es in dieser Disziplin leicht unterhalb des Nexus 6 bleibt. Dennoch ist es von der Größe insgesamt her recht ähnlich, denn sowohl ober- als auch unterhalb des Panels ist jeweils ein Lautsprecher verbaut. Allerdings hat man das Gefühl, dass HUAWEI an diesen beiden Stellen zu viel Platz verschwendet hat – gerade wenn man das Nexus 6 von Motorola daneben hält. Dafür ist der seitliche Rahmen um das Display herum erfreulich schmal ausgefallen, wie man es von einem Premium-Smartphone erwarten würde.

Oberhalb des Displays befindet sich im Gegensatz zu anderen Smartphones die Frontkamera links vom Lautsprecher und rechts davon die Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung nebst einer Status-LED. Im Gegensatz zum Google Nexus 6 von Motorola ist diese im Google Nexus 6P auch tatsächlich funktionsfähig.

Wenig spektakulär kommt die Seite auf den ersten Blick daher, denn auf der rechten Seite des Rahmens sind auf etwa halber Höhe die die Lautstärke-Wippe und direkt darüber die Power-Taste verbaut. Wenn man diese jedoch anfasst respektive sie benutzt, kommt eine weitere Besonderheit des Google Nexus 6P zum Vorschein: Sie sind fast wackelfrei im Rahmen eingelassen und besitzen einen festen sowie direkten Druckpunkt. Kurzum, die Tasten sind wahrlich der eines Flaggschiff-Smartphones der Oberklasse würdig, zumal die Power-Taste durch ihre geriffelte Oberfläche sich bestens von der Lautstärke-Wippe unterscheidet. Auf der linken Rahmenseite ist der SIM-Tray.

Weiter geht es auf der Rückseite des Google Nexus 6P, wo sich so einiges vorfindet. Am prominentesten in Szene gesetzt ist die 12,3 Megapixel auflösende Kamera – dieselbe wie im Google Nexus 5X von LG (zum Test) – denn diese befindet sich in einer schwarz abgesetzten Leiste hinter Corning Gorilla Glass 4. Rechts neben dieser ist ein zweifarbiger LED-Blitz verbaut und links von der Kamera ein Laser-Autofokus zum besonders schnellen Scharfstellen. Sieht sehr edel aus und hat dieses gewisse Etwas, um aus der Masse an Android Smartphones hervor zu stehen.

Weiter geht es mit dem Fingerabdruck-Sensor, welcher kreisrund und ein wenig im Gehäuse selbst eingelassen ist. Dadurch findet man den Sensor bei Bedarf auch blind.
Die Rückseite selbst ist an den Rändern wie bereits erwähnt leicht gewölbt und durch die mattierte Oberfläche auch sehr angenehm in der Hand zu halten. Im Querformat ist zudem der Nexus-Schriftzug in Schwarz eingestanzt.

Auf der Stirnseite des Google Nexus 6P ist lediglich die Audio-Buchse für Kopfhörer mit 3,5 mm Klinkenstecker verbaut, während eine weitere Neuheit des Google Phablet auf der unteren Seite des Rahmens zu finden ist: Ein USB Typ-C Anschluss. Auch wenn die Bauform für sich genommen Begeisterung hervorruft, sieht es in technischer Hinsicht weniger toll aus. Dazu aber mehr im Bereich „Konnektivität“.

Sicherlich muss man sich erst einmal an den Kamerabuckel des Google Nexus 6P gewöhnen, aber im Gesamtpaket ist es ein waschechtes Premium-Smartphone, das sich auch als ein solches anfühlt.

 

Display

War das letzte Nexus von 2014 noch mit 6 Zoll ein Monstrum, geht es HUAWEI für das Google Nexus 6P etwas gemäßigter an. Trotzdem sind auch 5,7 Zoll nicht jedermanns Sache.

Wenn man sich damit anfreunden kann, dann bekommt man mit eines der besten AMOLED-Panels überhaupt, welche der Markt derzeit bieten kann. Mit 2.560 x 1.440 Pixel ist die Darstellung des Google Nexus 6P nicht nur sehr scharf, sondern auch typisch für ein OLED-Display sehr farbintensiv, kontraststark und vor allem ungeschlagen in Bezug auf den Schwarzwert. Die Helligkeit des Panels ist erfreulich hoch, aber auch nicht optimal. Dass es besser geht zeigt unter anderem Samsung, aber das ist wirklich Meckern auf sehr hohem Niveau.

Eine Besonderheit bietet das Google-Phablet für diejenigen, die sich an den sehr kräftigen Farben stören: Aktiviert man die Entwickleroptionen, kann man einen sogenannten sRGB-Modus einschalten, welcher die Intensität der Farben merklich reduziert. Tiefer gehende Einstellungen für das Bild gibt es jedoch nicht.

 

CPU und GPU

Bis einschließlich zum Google Nexus 5 von LG galt das ungeschriebene Gesetz, dass ein Nexus-Smartphone nicht das Beste an verfügbarer Technik besitzt. Von daher ist der Snapdragon 810 mit seinen acht Kernen durchaus verwunderlich, wobei dieser im Gegensatz zu einigen anderen Smartphones mit demselben Prozessor nicht merklich heißer wird.

Eher im Gegenteil: Es bleibt im Vergleich zu einem HTC One M9 zum Beispiel kühler unter Last, auch wenn der Quad-Core-Cluster bestehend aus Cortex A57 Kernen mit bis zu 2 GHz ackert. Im Leerlauf sorgen vier Cortex A53 Kerne mit bis zu 1,5 GHz für den Antrieb, was in der Summe im AnTuTu Benchmark zu sehr ordentlichen 80.219 Punkten führt.

Für angenehmes Multitasking sorgen 3 GB RAM, wo auch das pure Android seinen kleinen Anteil beiträgt. Das Wechseln durch viele offene Apps über den Task Manager und vor allem die Bedienung allgemein machen gelinde gesagt einfach nur Spaß. Es ruckelt an keiner Stelle.

Weniger gut erweist sich dafür die Spiele-Performance. Zwar kann die Adreno 430 GPU des Snapdragon 810 auch im Google Nexus 6P mit enormer Leistung auftrumpfen, sodass grafisch anspruchsvolle Titel wie GTA San Andreas, Real Racing 3, Dead Trigger 2 und andere Triple-A-Spiele flüssig auf den Bildschirm gezaubert werden, jedoch kommt nach einiger Zeit der Nachteil des Snapdragon 810 zum Tragen: Aufgrund einer zu hohen Abwärme unter zu hoher Last wird der Prozessor künstlich gedrosselt, was sich in der Performance der Spiele zeigt. Jedoch ist dies deutlich seltener im Vergleich zu anderen Smartphones mit dem Snapdragon 810 zu sehen.

 

Akku

Schon letztes Jahr zeigte sich, dass Google auch einen anderen Schwachpunkt der Nexus-Reihe angehen will und das ist der Akku. So ist im Google Nexus 6P ein 3.450 mAh fassender Akku verbaut, welcher das Phablet im Schnitt ein bis zwei Tage am Leben erhält. Dies bezieht sich auf eine gemischte Nutzung aus Fotografieren, Chatten via Hangouts, das Lesen/Schreiben/Beantworten von eMails, gute 2 Stunden Musikhören über ein Bluetooth-Headset und hier und da mobil per LTE surfen, um gerade benötigte Informationen zu bekommen.

Im Dauerbetrieb mit dem Anschauen von Videos auf YouTube kommt das Google Nexus 6P im Schnitt auf gute 6 Stunden über WLAN. Spielt man stattdessen, sinkt die Ausdauer auf etwa viereinhalb Stunden ab, da sich der bereits genannte Fehler des Snapdragon 810 negativ bemerkbar macht.

 

Konnektivität

Man kann wirklich sagen, dass das Google Nexus 6P auf möglichst jeder Ebene zum Premium-Bereich gehören will, denn auch funktechnisch geht Hersteller HUAWEI in die Vollen. Nahezu alles ist vorhanden was man sich wünscht: Von WLAN-ac über Bluetooth 4.2, GPS, NFC und selbst einem LTE Cat6 Modem ist alles vorhanden was das Herz begehrt. Letzteres möchte ja auch sein, immerhin ist HUAWEI einer der größten Telekommunikationsausrüster der Welt. Einzig ein FM Radio könnte man noch vermissen, nur werden vermutlich die wenigsten vermutlich noch klassisches Radio über ihr Smartphone hören wenn Google Play Music und die anderen Streaming-Anbieter mittlerweile auch Offline-Funktionen bieten.

Ein Hauptaugenmerk liegt bei den aktuellen Nexus-Modellen jedoch auf der USB-Schnittstelle. Wie bei dem kleineren Google Nexus 5X kommt auch im Google Nexus 6P ein USB Typ-C zum Einsatz, bei dem es sich allerdings nur in Bezug auf die Steckverbindung um die Zukunftstechnologie handelt. Denn von den Spezifikationen her bleibt es bei USB 2.0 und damit bei maximal 480 Mbit/Sekunde. Wäre es ein echter USB-Controller nach den USB 3.1 Spezifikationen, wie sie für USB Typ-C vorgesehen sind, dann würden Daten mit bis zu 10 Gbit/Sekunde übertragen werden.
So muss man sich zwar „nur“ mit der Einstiegsvariante von USB Typ-C begnügen, aber immerhin braucht man sich nicht mehr mit einem falsch herum eingesteckten USB-Kabel herum ärgern und das ist auch schon viel Wert.

Selbst an anderer Stelle zeigt HUAWEI, dass das Unternehmen einer der führenden Anbieter für Kommunikationstechnik ist: Die Gesprächsqualität gefällt sehr gut, da beide Teilnehmer sehr klar, verständlich und auch erfreulich laut klingen. Ein Hintergrundrauschen ist quasi nicht zu hören und die drei Mikrofone machen ihre Sache bei der Geräuschunterdrückung bestens.

 

Kamera

Wenn Google gleich zwei Nexus-Smartphones zur selben Zeit in Auftrag gibt, dann werden sich diese beiden Geräte trotz unterschiedlicher Hersteller sicherlich das ein oder andere an Technik teilen. Sehr zur Freude trifft das vor allem auf die verbaute Kamera zu, denn hier kommt quasi dasselbe Modul mit all den Zusatz-Funktionen zum Einsatz – was auch das Bildformat von 4:3 in der vollen Bildauflösung zur Folge hat.

Das bedeutet, dass der Sony IMX377 Sensor mit 12,3 Megapixel auflöst, eine Blende von lichtstarken f/2.0 besitzt, einen zweifarbigen LED-Blitz hat und der Autofokus durch den Infrarot-Laser besonders zügig scharf stellt.
In der Summe bedeutet dies, dass Fotos mit dem Google Nexus 6P detailreich ausfallen, die Farben sehr natürlich dargestellt werden, Bildrauschen sehr moderat ausfällt und fein gezeichnete Objekte zu keinem Pixelmatsch neigen. Kurzum, die Kamera des Google-Phablet ist locker auf Augenhöhe zu den Premium-Modellen der Konkurrenz.

Das zeigt auch der Fotovergleich mit einer Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem HUAWEI P8.

Videos nimmt das Google Nexus 6P wie sein kleinerer Vertreter von LG mit 4K-Qualität respektive UHD-Auflösung von 3.820 x 2.160 Pixel auf. Das Ergebnis kann sich ebenfalls sehen lassen, denn Videos sind scharf, detailreich, nicht verwackelt und mit natürlichen Farben gesegnet.

Wer auf eine Funktionsreiche App zum Schießen der Fotos hofft, der wird mit dem Google Nexus 6P enttäuscht. Bei der Google Kamera handelt es sich tatsächlich nur um rudimentäre Modi zum schnellen Aufnehmen von Fotos und Videos. Neben einem automatischen HDR+, welcher zudem sehr dezent eingreift, gibt es neben dem Panorama-Modus keine weiteren Modi. Manuelle Einstellmöglichkeiten sucht man ebenso vergebens.

Einzig den Fokuseffekt bietet Google neben Photosphere ein wenig Pepp. Mit diesem Modus lassen sich in wenigen Sekunden Fotos anfertigen, deren Tiefenschärfe sich nachträglich durch den Nutzer anpassen lässt. Eine durchaus witzige Spielerei, aber viel mehr auch nicht.

So bleibt festzuhalten, dass die Foto-Qualität des Google Nexus 6P zusammen mit dem Google Nexus 5X ein ganz neues Erlebnis bieten. Endlich können auch Nexus-Besitzer von sich behaupten, dass sie eine hervorragende Kamera jederzeit griffbereit zur Hand haben.

 

Multimedia

Aber auch in andere Bereichen geht das Google Nexus 6P einen großen und vor allem auch wichtigen Schritt nach vorn: Erstmals gibt es ein Modell mit satten 128 GB internen Speicher von und mit Google. Bei dem von uns getesteten Modell mit 32 GB internen Speicher – nebenbei das kleinste Modell – sind für den Nutzer knapp 24,71 GB frei verfügbar, was trotz QuadHD-Display und der entsprechend hochauflösenden Oberfläche mehr ist im direkten Vergleich zum Google Nexus 5X.

Im Gegensatz zum kleineren Nexus besitzt das Google Nexus 6P echte Stereo-Lautsprecher, die sich wahrlich sehen respektive hören lassen können. Zwar kommen sie nicht an die BoomSound-Lautsprecher des HTC One M9 (zum Test) heran, aber trotzdem bieten sie einen kräftigen und klaren Klang. Man hört sogar etwas Bass bei entsprechenden Szenen heraus und das ist bei einem Smartphone eine Seltenheit. Interessantes Detail: Bei klassischer Musik sind bisweilen einzelne Musikinstrumente heraus zu hören.
Einzig bei voller Lautstärke ist ein leichtes übersteuern zu vernehmen, auch wenn es sich sehr stark in Grenzen hält.

Da bietet sich natürlich an, dass das Google Nexus 6P durch sein großes hochauflösendes Display und den tollen Stereo-Lautsprechern kurzerhand zum Hosentaschen-Kino wird. Für diesen Zweck ist die App Google Play Filme vorinstalliert, über welche man nicht nur Videos abspielen kann, sondern im Google Play Store auch kaufen, mieten und streamen kann.

Selbstverständlich sind auch die anderen Medien-Apps von Google vorinstalliert, sprich die Galerie-App, Google Fotos, Google Play Music sowie Google Play Bücher.

 

Software

Wie auch das kleinere Nexus, kommt das Google Nexus 6P mit einem vorinstallierten Android 6.0 Marshmallow zum Kunden, für welches es mittlerweile ein Update auf Android 6.0.1 gibt.
Optisch hat sich im Vergleich zu Android 5. Lollipop kaum etwas getan, denn die meisten Änderungen und Verbesserungen finden sprichwörtlich „unter der Haube“ statt. Einen guten Überblick dazu haben wir für euch im nachfolgend verlinkten Artikel festgehalten:

Android 6.0 Marshmallow – Was ist alles neu? [Android für Anfänger]

Eine speziell angepasste Oberfläche gibt es bei den Nexus-Geräten nicht, was für Fans der Google-Smartphones auch eines der wichtigsten Argumente ist – neben der sehr schnellen Update-Versorgung durch Google selbst.

Neu ist zum Beispiel Google Now on Tab, welches durch das Markieren eines Begriffes in einer beliebigen Google-App automatisch Kontext-relevante Informationen aus dem Internet suchen und anzeigen kann. Egal ob es sich um einen Film handelt, einen Musiker, ein Buch oder was auch immer: Die Erweiterung von Google Now für das gesamte Android-Betriebssystem ist eine sehr hilfreiche Sache.

Aktivieren lässt sich die Kontext-bedingte Informationssuche über das Gedrückthalten der Home-Taste, woraufhin die Google-eigenen Karten eingeblendet werden mit den gewünschten Informationen.

Neu ist bei Android 6.0 Marshmallow auch die native Unterstützung für Fingerabdruck-Sensoren. Über eine Standard-API können Entwickler auf den verbauten Sensor zugreifen und so Apps mit einer neuen Methode zum Entsperren versehen, zum Beispiel für das Anmelden auf einer Website oder dem Autorisieren einer Online-Bezahlung.

Der Sensor im Google Nexus 6P funktioniert hervorragend, ganz so wie man es von anderen Premium-Smartphones von HUAWEI gewohnt ist. Er reagiert sehr schnell, sobald man seinen Finger auf den Sensor gelegt hat. Für viel mehr als dem Entsperren des Android Smartphone ist er in Deutschland jedoch nicht nutzbar, da Android Pay als weitere Neuerung vom deutschen Handel nicht unterstützt wird. Ob sich das in absehbarer Zeit ändert ist unklar.

Im Alltag ist der Fingerabdruck-Sensor zum schnellen Entsperren ein erfreulicher Zugewinn in Sachen Komfort, aber die nun verfügbaren App-Berechtigungen sind ein heimlicher Star der neuen Android-Version.

Bei der Installation stimmt man nicht automatisch allen Berechtigungen zu, sondern muss diese erst erteilen sobald die App auf diese Berechtigungen zugreifen will. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Entwickler der jeweiligen App explizit das API-Level 23 sprich Android 6.0 Marshmallow nutzen. Mit Apps die auch für Android 5.1.1 Lollipop und früher freigegeben sind, funktioniert dies leider nicht.

Will man nachträglich einer App eine bestimmte Berechtigung entziehen, muss man in den Einstellungen die Übersicht der installierten Apps öffnen, die gewünschte App aktivieren und dann auf den Button „Berechtigungen“ tippen. Alternativ und zum Teil auch informativer ist der Weg über die Sicherheitseinstellungen für Android.

Öffnet man die Einstellungen, scrollt nach unten bis zum Menüpunkt „Apps mit Nutzungsdatenzugriff“, gelangt man zu einer Übersicht mit allen Berechtigungen und den zugehörigen Apps. Über Schalter kann man nun einzelnen Apps diese wieder entziehen. Zu beachten ist allerdings, dass manche Apps ohne einzelne Berechtigungen nicht mehr funktionieren könnten.

Nacktes Android vs. Hersteller-Aufsätze

Viel mehr findet man nicht auf dem Google Nexus 6P vor und das kann Segen und Fluch gleichermaßen sein. So ist das Smartphone einfach nur extrem schnell, ohne dabei auch nur annähernd ins Stottern zu kommen. Wer jedoch von einem Smartphone aus der Feder von HTC, Sony, LG, Samsung oder auch HUAWEI kommt, der wird etliche Komfort-Funktionen wie Multi Window, umfangreiche Notiz-Apps und vor allem Kamera-Apps mit vielfältigen Möglichkeiten vermissen.

Letztlich lassen sich viele der Funktionen mit Apps aus dem Google Play Store bis zu einem gewissen Grad nachrüsten, weswegen letztlich die Entscheidung pro Nexus mit einem schlanken System und den Erhalt von Android-Updates als Erste gefällt wird. Und mit dem Google Nexus 6P hat man sogar ein Phablet mit Premium-Verarbeitung, hervorragender Kamera und sehr viel Leistung zur Hand.

 

Fazit zum Google Nexus 6P

Das „P“ im Nexus 6P steht nach offizieller Aussage für Premium und dieser Vergleich ist nicht gelogen. HUAWEI hat das beste Nexus-Smartphone seit langem geschaffen, welches durch eine hochwertige Verarbeitung begeistert, eine bombastische Kamera besitzt und enorme Leistung vorweisen kann. Selbst der Speicher ist dank eines 128 GB Modells nicht länger ein leidiges Thema. Der Preis von 649 Euro UVP für das kleine 32 GB Modell für deutsche Kunden ist gelinde gesagt eine Frechheit. Allen Anschein nach legt man nicht besonders großen Wert auf deutsche Kundschaft. Vor allem wenn man weiß, dass das Google Nexus 6P in den USA umgerechnet mit knapp 450 Euro deutlich preiswerter zu haben ist. Trotz diesem Umstand bekommt das Smartphone von uns eine sehr gute Bewertung, denn aktuell ist es ja um 100 Euro günstiger zu bekommen. Und während die unumstrittene Gesamtqualität des Google Nexus 6P von HUAWEI weiterhin Bestand hat, der Preis wird weiter fallen.

Positiv
  • Foto-Qualität
  • Erster bei OS Update
  • Display
  • Verarbeitung
  • Vanilla Android
  • USB Typ-C
Negativ
  • Zu teuer
  • Kein USB 3.1 Übertragungsstandard

google-nexus-6p-testurteil-androidtv

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 3/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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