[Test] Honor 8: Doppelt so gut zum halben Preis

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test-honor-8Vor knapp einen Monat hat uns das Huawei Tochterunternehmen mit dem Honor 8 sein neuestes Flaggschiff  für Europa präsentiert. Neben dem Preis von nur 399 Euro beeindruckt das Android Smartphone durch seine tollen 3D-Prisma-Lichteffekte der aus 15 Schichten Glas bestehenden Rückseite. Ihr hattet gewählt: Ein Test sollte dringend her!

Design und Verarbeitung

Wie schon in unserem unboxing Video noch am selben Tag des Europa Release in Paris zu sehen, kommt das Huawei Honor 8 in einem dezenten weißen Karton daher, der schon gleich durch seine Verpackungstechnik überrascht. Mit an Bord sind neben dem Smartphone – welches wir Gott sei Dank in Sapphire Blue erhalten haben – eine Anleitung nebst Garantie, 2 Honor Aufkleber (nicht UV-beständig), ein Werkzeug um den SIM-Tray zu öffnen, ein USB Class A auf Type-C Kabel, ein 9V 2A Netzteil und ein Stereo-Headset.

Hält man nun das erste Mal das Honor 8 Smartphone in der Hand, hat das rein gar nichts mit einem preiswerten Gerät gemein. Vorder- und Rückseite sind mit einem ganz flächigen 2.5D Glas eingefasst, welches wie eingangs schon erwähnt hinten sogar aus 15 Layern besteht, die in dem sich darin reflektierenden Licht besonders tolle Prisma Effekte zaubert. Dennoch Glas bleibt Glas und ist ein gern gesehener Empfänger für Fingerabdrücke.

Der Rahmen ist aus solidem Diamant geschliffenen Aluminium und inklusive der Tasten und dem SIM-Einschub solide verarbeitet. Trotz einer Fase macht der Rahmen dennoch einen eher rundlichen Eindruck und bietet so im Gesamtbild mit seinen 153 Gramm eine hervorragend austarierte Haptik. Auch die rechts anliegenden Tasten haben einen guten Druckpunkt, sitzen satt im Gehäuse und lassen sich auch Dank dem Muster des Power und Standby Button gut unterscheiden.

Display

Für viele wahrscheinlich einer der Kaufgründe schlecht hin, das 5,2 Zoll „kleine“ Display, welches mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel und 424 ppi ein leuchtstarke Wiedergabe gewährleistet. Kontrast und Blickwinkel sind mehr als ausreichend und vermitteln einen guten Eindruck, dessen Brillianz sich natürlich bei dem „heutzutage kleinen“ Display noch einmal subjektiv verstärkt. Auch bei starker Sonneneinstrahlung, lässt sich das Display noch gut ablesen.
Auch Huawei hat es bei dem Honor 8 geschafft das Display rechts und links nahezu an den Gehäuserand zu bringen. Das 2.5D Glas geht über die gesamte Front und bietet so eine einheitliche glatte Fläche.
Bevor die Frage gestellt wird, ja das Honor 8 hat auch eine Multi-Color Benachrichtigungs LED, welche sich rechts im Lautsprechergitter befindet.

CPU und GPU

Huawei greift bei dem ausschließlich online zu kaufenden Android Smartphone in Sachen SoC (System on a Chip) auf die hauseigene Technik. Mit der HiSilicon Kirin 950 Octa-Core-CPU ist man fast schon bei der Spitze des verfügbaren angekommen. Vier Kerne werden hier bis zu 1,8 GHz und weitere 4 Kerne sogar bis zu 2,3 GHz befeuert. Dem steht eine Mali-T880 MP4 GPU zur Seite, die von vielen bei 3D aufwendigen Spielen bemängelt wird.
Während der erste AnTuTu schon einmal 94.335 Punkte ablieferte (der Wert steigt in der Regel bei Wiederholungen), kann man in dem Video sehen, dass selbst der anspruchsvolle 3D-Test gut gemeistert wurde. Da hat man bei anderen Smartphones schon komplette Bildfragmente vermisst.
Im realen Einsatz konnte ich nicht zuletzt Dank der 4 GB RAM zu keinem Zeitpunkt eine schwächelnde Performance feststellen.

Antutu Benchmark
Entwickler: AnTuTu
Preis: Kostenlos

Technische Daten

Technische Daten des Huawei Honor 8 (FRD-L09)


Prozessor HiSilicon Kirin 950 Octa-Core-CPU (4 x 1,8 und 4 x 2,3 GHz GHz)
GPU: Mali-T880 MP4

Betriebssystem

Android 6.0.1 Marshmallow / EMUI 4.1

Interner Speicher

32 GB (optional 64 GB) Interner Speicher (erweiterbar per MicroSD)

RAM

4 GB
Display 5,2 Zoll Display mit 1.920 x 1.080 Pixel, 480 dpi, 424 ppi

Anschlüsse

USB Type-C (2.0), 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Abmessungen (HxBxT mm) / Gewicht

145,5 x 71,0 x 7,45 mm / 153 Gramm
Kamera 12 Megapixel Dual-Cam Hauptkamera Blende f/2.2,
8 Megapixel Frontkamera Blende f/1.9
Internet
SAR
WLAN ac/a/b/g/n, LTE Cat 6
Head SAR 1.50W/kg, Body SAR (5mm) 1.69W/kg
Akku Kapazität 3,8 V/3.000 mAh
Preis UVP 399 Euro
Besonderheit 3D Fingerabdrucksensor mit Smart Key, Infrarot-Blaster, Dual-Cam, Hybrid Dual-SIM

Akku

Einer der wichtigsten Kaufkriterien ist bei dem heutigen Dauereinsatz eines Android Smartphone im Tag täglichen Gebrauch der Akku, beziehungsweise seine Kapazität und wie lang diese das Device am Leben erhält bevor die nächste Dosis Strom benötigt wird.
Bei dem Huawei Honor 8 ist es ein 3.000 mAh starker, nicht wechselbarer Akku, welcher über den USB Type-C auch einmal schnell aufgeladen werden kann.
In 30 Minuten schafft das Smartphone unter Verwendung des richtigen Netzteil (mit dabei) sich um die Hälfte aufzuladen. Aber auch sonst kommt man mit dem Smartphone unter ordentlicher Nutzung ohne Probleme über den Tag. Pokémon zocken ist hier selbstredend nicht berücksichtigt. Das liegt mit unter an der Full HD Auflösung, welche bei Bedarf sogar auf 720p runter geregelt werden kann um noch einmal mehr Akku zu sparen.

Konnektivität

In Sachen Datenübertragung ist das Honor 8 komplett ausgestattet. Egal ob das viel zu selten genutzte NFC (Near Field Communication), Bluetooth 4.2, Infrarot Blaster und die komplette Hütte an WLAN mit 802.11ac/a/b/g/n, 2.4G und 5G. Das LTE unterstützt bereits Cat 6, was rein theoretisch einen Download von bis zu 300 MBit/s ermöglicht.
Einziger Kritikpunkt bleibt wohl der USB Type-C Port der leider nur 2.0 Standard unterstützt, was aber andere Hersteller bis auf wenige Ausnahmen auch nicht gebacken bekommen.

Kamera

Honor war schon von jeher einer der ersten Unterstützer einer Dual-Kamera, wenn auch die Technik wie beispielsweise im Honor 6 Plus (zum Test) eine andere war. Nun greift man wie schon bei dem Huawei P9 und P9 Plus (zum Test) zu einem 12 Megapixel Sony RGB Sensor und einem 12 Megapixel Sony Monochrome Sensor ohne das Leica Logo und dessen Kamera-Software.
Im übrigen sind auch die beiden Linsen absolut eben mit der restlichen Glas-Rückseite, was sich natürlich bei der normalen Ablage des Smartphones positiv bemerkbar macht.

Doch das tut dem Honor 8 keinen Abbruch, denn auch dessen Dual-Cam verfügt über allerlei Software Spielereien wie der Objektverfolgung, typische Filter und ist inklusive einem Profi-Mode.

Die Qualität der Fotos und Videos ist durchweg gut. Andere Smartphones in dieser Preisklasse können hier nicht mithalten und würden bereits mit weniger Detailtreue und mehr Bildrauschen auffallen. Dennoch habe ich bewusst keine sehr gute Beurteilung abgegeben, da hier einfach der letzte Tick an Qualität zu einem Samsung Galaxy S7 (zum Test) einfach noch fehlt. Doch versteht mich nicht falsch, die Luft dazwischen ist dünn.

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Als Frontkamera spendiert Huawei dem Honor 8 eine 8 Megapixel Kamera mit einer Blende von f/2.4. Als Blitzlicht verwendet die Software den Bildschirm der dann einmal kurz den Betrachter mit einem weißen Display aufleuchten lässt.

Software

Auch das Honor 8 ist als ein Huawei Produkt ordentlich mit nützlicher als auch unnützer Software ausgestattet, welche beim Kauf des Smartphones 22,16 GB der ursprünglichen 32 GB internen Programmspeicher übrig lassen. Selbstredend hat das Honor 8 auch die Option den Speicher via microSD-Karte zu erweitern. Auch ein 64 GB Modell soll für Deutschland noch geplant sein.

Einige der Demo-Games und Bloatware lassen sich deinstallieren, andere wiederum nicht. Auch mit der hauseigenen Benutzeroberfläche EMUI in der Version 4.1, welche über dem Android 6.0 Marshmallow vorinstalliert ist, muss man sich unter Umstanden erst einmal anfreunden. Denn diese verzichtet auf den typischen App-Drawer, liefert dafür aber wiederum ein reichhaltiges und individuelles Angebot an unterschiedlichen Designs und Icons. Zur Not gibt es aber auch 3rd Party Launcher, die sich problemlos über die EMUI drüber installieren lassen.

Multimedia

Ein besonderes Augenmerk möchte ich noch auf den 0,4 Sekunden schnellen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Denn dieser ist weit mehr als nur ein üblicher 3D Fingerabdruckscanner. Dieser besitzt nämlich zusätzlich einen sogenannten „Smart-Key“ was ein echter Hardware-Button inklusive Druckpunkt ist. Auf diese Taste erlaubt Honor euch 3 unterschiedliche Funktionen zu legen, wie beispielsweise bei 2x drücken das einschalten der Taschenlampe.
Natürlich sind auch weiterhin die bekannten Wischgesten durch eine Fotogalerie oder das runter ziehen der Quickbuttons/Benachrichtigungsleiste möglich.

Entgegen dem Huawei P9 Plus ist das Honor 8 nur mit einem Mono-Lautsprecher ausgestattet, der nach unten rechts abstrahlt. Die Qualität ist so lala. Soll bedeuten, kann natürlich nicht mit dem JBL Stereo Sound eines Alcatel Idol 4S mithalten, kann aber laut genug ohne großartige Bässe oder sonstige Klangeigenschaften.

Wer Musik in guter Qualität mit dem Honor 8 Smartphone hören möchte, sollte demzufolge die 3,5 mm Klinkenbuchse nutzen, den das Smartphone trotz USB Type-C verbaut hat.

Fazit zum Honor 8

Es gibt nur wirklich wenig bei dem Honor 8 Smartphone zu bemängeln. Eher gar nicht. Klar aufgrund des 2.5D Glasgehäuse samt Metallrahmen sieht man jeden Fingerabdruck und ja der 3.1 Standard wäre bei einem verbauten USB Type-C Port auch toll gewesen.
Aber wohl kaum bei einem Preis von 399 Euro. Und genau für den Preis bietet das Android 6.0 Smartphone volle Hütte. Dual-Cam, IR-Blaster, 3.000 mAh Fast Charge Akku, ein echt abgefahrenes Design Dank der 15 Prisma-Layer und eine Beschleunigung der Kirin 950 Octa-Core-CPU inklusive 4 GB RAM, die einen zu keiner Zeit im Stich lassen werden und nicht zu vergessen der praktische Smart-Key in Verbindung mit dem Fingerabdrucksensor.
Leute, wer ein 5,2 Zoll großes Android Smartphone sucht – kaufen!

Positiv

  • Verarbeitung
  • Diamantgeschliffenes 2.5D-Gehäuse
  • IR-Blaster
  • Dual-Cam
  • Akku
  • USB Type-C
  • Smart-Key
Negativ

  • Sound
  • Fingerabdruckfänger
  • Kein 3.1 Standard

huawei-p9-plus-testurteil-go2android

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 4/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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