[Test] HTC One A9 – Design findet ein neues Zuhause

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HTC One A9 Test

Zur Überraschung aller Android Smartphone Interessierten überraschte uns das taiwanische Traditionsunternehmen dieses Jahr neben dem HTC One M9 noch mit einem weiteren Smartphone im Aluminium-Gehäuse: Dem HTC One A9, welches aufgrund seiner Ähnlichkeit zu einem Apple iPhone 6s für viel Gesprächsstoff gesorgt hat. Sicherlich nicht ganz ungewollt, wie man an dem Marketing von HTC erkennen kann. Doch was steckt hinter der Fassade – wie schlägt sich das erste Android 6.0 Marshmallow Smartphone außerhalb des Google Nexus Universum im Alltag?

Ohne es leugnen zu können, lässt sich das iPhone von Apple als das erfolgreichste Mobiltelefon der Welt bezeichnen, weswegen das Design öfter mal als Vergleich zu den anderen – hauptsächlich nur in China erhältlichen – Android Smartphones herhalten muss. Wenn aber ein namhafter Hersteller wie HTC bei seinem Smartphone sich von dem Apple iPhone 6s Design inspirieren lässt, dann werden die Stimmen selbstverständlich lauter, die das HTC One A9 zur iPhone Kopie degradieren. Dennoch – lässt man all diese Einflüsse außen vor, begeistert das HTC One A9 von der ersten Berührung an und erinnert an die guten alten HTC Zeiten, wo man ein HTC One schon allein vom Randlosen 2.5D Glas her nicht mehr aus der Hand geben wollte.

 

Technische Daten des HTC One A9

Technische Daten


Prozessor

Snapdragon 617 Octa-Core mit 4x 1,5+1,2 GHz und 64-Bit
GPU: Adreno 405

Betriebssystem

Android 6.0 Marshmallow mit HTC Sense 7.0

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (erweiterbar)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

HTC One A9

Display

5 Zoll AMOLED Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, eKompass, Gyroskop, Annäherung, Licht und Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

145,75 x 70,8 x 7,26 mm

Gewicht

143 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium Unibodygehäuse

Kamera

13 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator, UltraPixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.1 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

2.150 mAh

Gesprächszeit

bis zu 16 Std. (3G)

Standby-Zeit

bis zu 18 Tage (3G)

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 579 Euro (ab 549,- Euro, Stand: 15.11.2015)
Besonderheit Fingerabdruck-Sensor, Doubletap 2 Wake, FM Radio, Optischer Bildstabilisator mit Lense-Shift anstelle von Lense-Tilt, RAW-Fotos, BoomSound im Kopfhörer, HiRes-Audio mit 24bit/192 kHz

 

Zubehör

Während das HTC One A9 selbst zu allerlei gespaltener Meinung bezüglich des Designs verlockt, zeigt sich die Verpackung und auch das Zubehör selbst wenig spektakulär. Neben dem Android Smartphone selbst finden sich in dem quadratischen Karton mit stark abgerundeten Ecken und einer interessant bedruckten Oberseite lediglich ein MicroUSB-Kabel, ein passendes USB-Netzteil, die Kopfhörer und die üblichen Kurzanleitung sowie Garantieinformationen in Papierform. Nein – ein Werkzeug in Form einer SIM-Karte mit HTC Logo, zum öffnen des SIM-Karten-Tray wollen wir nicht unterschlagen.

Design und Verarbeitung

Man könnte fast meinen, dass es bei der Design-Frage des HTC One A9 um das altbekannte Problem geht, ob nun die Henne oder das Ei zuerst da war. Kritiker und auch Verteidiger werfen gerne mal ein, dass sich Apple für das iPhone 6 am Design des HTC One M7 (zum Test) bedient habe, welches 2013 auf den Markt kam. Andere behaupten wiederum, dass sich die Designer bei HTC quasi gar keine Gedanken gemacht und das iPhone 6 einfach kopiert haben mit ein paar kleineren Veränderungen. Egal welcher Seite der Argumentation man nun zustimmt, Fakt ist: Das HTC One A9 ist schon allein von der Haptik her ein wahres Gefühlserlebnis.

Das kühle Metall, das dünne Gehäuse, das optimale Gewicht – nicht zu leicht und nicht zu schwer – bis hin zu der ganz flächigen und an den Seiten gewölbten  Corning Gorilla Glass auf der Frontseite, machen das HTC One A9 zu einem Smartphone, welches einfach mal in die Hand nimmt nur um es einmal wieder zu spüren wie toll es sich anfühlt. Ich wäre sogar geneigt rein subjektiv zu behaupten das es sich besser in der Hand anfühlt als das HTC One M9.
Trotzdem muss sich das Gerät immer wieder den Vergleich mit zwei Mitbewerbern gefallen lassen und das ist neben dem iPhone 6 auch ein Samsung Galaxy S6.

Denn von vorne betrachtet erinnert das HTC One A9 tatsächlich an den Konkurrenten aus Südkorea. Sieht man von dem 5 Zoll großen Display und der Glasfläche auf der gesamten Vorderseite ab, dann ist die Home-Taste mit integriertem Fingerabdruck-Sensor nüchtern betrachtet das Design-Merkmal für ein Samsung-Smartphone schlechthin. Da dieser zudem gefühlt an den unteren Rand gequetscht wurde, um das HTC-Logo noch unter das Display zu packen, wirkt die Front in diesem Bezug etwas komisch auf den Betrachter. Kapazitive Tasten besitzt das HTC One A9 wegen des großen Platzes zwischen Fingerabdruck-Sensor und dem Display deswegen aber nicht: Es wird rein über den Touchscreen bedient. Hinzu kommt, dass trotz Wegfall der Stereo-Lautsprecher dennoch subjektiv gesehen einiges an Platz verschwendet wird ober- und unterhalb des Displays.

Der Fingerabdruck-Sensor selbst ist ein Stück weit tiefer in die Glasscheibe eingelassen und funktioniert für sich genommen schnell und auch zuverlässig. Jedoch ist der Sensor mitunter auch zu sensibel, sodass man ihn ungewollt betätigt und auf den Homescreen zurück geworfen wird. Denn: Die Zweitfunktion des Fingerabdruck-Sensors des HTC One A9 ist die Home-Taste. Gerade bei Spielen erweist sich dies als öfters sehr nervig, wenn man aus Versehen auf diesen gelangt und auf einmal in der Hitze des Gefechts das Level wieder von vorne beginnen muss, weil die Home-Taste ausgelöst wurde.

Dieser kann über einen nicht allzu schmalen an den Längsseiten aufwarten und wird oberhalb von einem einfachen Lautsprecher zum Telefonieren, der 5 Megapixel Frontkamera und den ebenso üblichen Sensoren komplettiert. Auf die bisher HTC-typischen BoomSound-Lautsprecher auf der Front muss man jedoch verzichten. Das Display selbst geht durch seine 2.5D-Formgebung fast nahtlos in den Rahmen aus Aluminium über, der wie bereits erwähnt angenehm rund ist. Der Übergang selbst kommt einem fast etwas zu hart vor, sodass eine anfänglich noch störende Kante zu fühlen ist, was sich mit der Zeit aber wieder gibt. Loben kann wiederum die Spaltmaße, die allesamt gleichmäßig und auch sauber sind – wie man es bisher halt von HTC kennt.

Die einzigen Tasten des HTC One A9 befinden sich auf der rechten Seite des Rahmens und bieten einen kräftigen sowie deutlichen Druckpunkt, wobei die Power-Taste unterhalb der Lautstärke-Wippe zusätzlich von Kerben durchzogen ist, um sie besser Erfühlen zu können. Alle sind hervorragend zu erreichen. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich der Slot für die Nano-SIM sowie MicroSD-Speicherkarte, die kaum fühlbar mit dem Rahmen abschließen.

Im Gegensatz zum HTC One M9 befindet sich auf der Stirnseite des HTC One A9 kein Infrarot-Blaster und auch sonst ist dort nichts weiter vorhanden. Lediglich eine Kunststoff-Abdeckung wie bei den bisherigen Top-Smartphones ist dort verbaut, um den Funkmodulen einen „besseren Draht zur Außenwelt“ zu gewährleisten. Alles andere wie 3, 5 mm Audio-Buchse für ein Kabel-Headset, der MicroUSB-Anschluss – HTC betrachtet USB Typ-C aktuell nur für Nerd-Modelle als sinnvoll – und der Mono-Lautsprecher, welcher in den Rahmen eingestanzt ist.

Für die Rückseite hat sich HTC ähnlich wie bei seinen One Modellen für gebürstetes Aluminium entschieden, welches angenehm rau ist und auch dafür verantwortlich, dass das HTC One A9 nicht so rutschig in der Handfläche liegt wie ein iPhone 6s. Der Vergleich zum iPhone stützt sich zudem auch auf besagte Rückseite, da sie von der Form her an das Apple-Smartphone erinnert, ebenfalls von Kunststoff-Einsätzen durchzogen ist und die Einfassung der 13 Megapixel Kamera leicht aus dem Gerät hervor sticht. Diese ist mittig auf der Rückseite platziert und wird lediglich von einem einfachen LED-Blitzlicht flankiert.

Ganz nüchtern betrachtet kann man eine gewisse Ähnlichkeit zum iPhone bei aller Liebe zu HTC nicht abstreiten, aber das dürfte mit dem HTC One A9 auch durchaus so gewollt sein. Immerhin ist der Hersteller dadurch wieder im Gespräch und es gibt eine nicht zu verachtende Anzahl an potentiellen Kunden, die nur zu gern ein iPhone mit Android haben wollen. Eben diese Klientel kann HTC nun bedienen.

 

Display

In Sachen Display geht HTC ebenfalls neue Wege, wenn auch nicht gänzlich neu. Wie damals bei der ersten Generation des Ur-Desire kommt im HTC One A9 ein AMOLED-Panel zum Einsatz, welches auf 5 Zoll verteilt 1.920 x 1.080 Pixel darstellt. Sehr kräftige Farben, ein unwahrscheinlich hoher Kontrast und ein echtes Schwarz sind das Resultat. Für manche könnten die Farben dennoch zu kräftig und unnatürlich wirken, weswegen HTC Vorsorge getroffen hat: In den Optionen für das Display kann man alternativ das sRGB-Farbprofil laden, um Farben natürlicher wirken zu lassen. Nur bei der Helligkeit kann das Display des HTC One A9 sprichwörtlich nicht glänzen – was auch für den Weißwert mit seinem Hang zum Grün-stichigen bekräftigt.

 

CPU und GPU

Für die nötige Leistung in allen Lebenslagen sorgt ein Snapdragon 617 Octa-Core-Prozessor, womit das HTC One A9 das erste Smartphone überhaupt mit der neuen Revision von Qualcomms Prozessor für die gehobene Mittelklasse ist. Dieser setzt sich aus vier bis zu 1,5 GHz schnellen Cortex A53 Kernen und weiteren vier bis zu 1,2 GHz schnellen Cortex A53 Kernen zusammen. Mit gemessenen 41.163 Punkten im populären AnTuTu Benchmark sichert sich das Smartphone eine gute Leistung, ohne dabei den Top-Modellen mit Snapdragon 808 oder Snapdragon 810 ernsthaft gefährlich zu werden.

Zum Ärgernis europäischer Kunden, gibt es das HTC One A9 hierzulande nur in der Konfiguration mit 2 GB RAM. Das US-Modell besitzt genau 1 GB mehr an RAM, was sich aber im Alltag nicht bemerkbar macht. Während der Nutzung sind keine Ruckler aufgefallen, nicht mal Mikroruckler und genau darauf kommt es letzten Endes bei jedem Smartphone an. Dennoch fühlt man sich ein wenig hintergangen, wenn man nur das „Modell zweiter Wahl“ angeboten bekommt.

Wo sich der größere RAM bemerkbar machen würde wären bestenfalls grafikintensive Spiele, wo der Snapdragon 617 mi der Adreno 405 GPU spürbar an seine Grenzen kommt. Das soll aber nicht heißen, dass man nicht eine Runde GTA San Andreas, Real Racing 3 oder Dead Trigger 2 zocken kann. Diese Spiele stellen das HTC One A9 keinesfalls vor unlösbare Probleme: Man muss höchstens hier und da die Grafikdetails ein wenig herunterschrauben und das war es auch schon. Wichtiger ist da zu erwähnen, dass auch nach langer Zeit des Spielens das Smartphone nicht heiß wurde, was beim Snapdragon 615 der ersten Revisionen noch ein Problem war.

 

Akku

Neben dem Design gilt der verbaute Akku mit seiner Nennladung von 2.150 mAh als eine der größten potentiellen Schwächen des HTC One A9. Wer das Android Smartphone jedoch moderat nutzt und nicht andauernd zockt, der kommt mehr als nur einen Tag abseits der Steckdose aus. Natürlich spielen Hintergrunddienste, WLAN-Streaming und so weiter auch eine Rolle, aber nüchtern betrachtet kann das Gerät mit einer unerwartet guten Ausdauer punkten. Laut HTC sei dafür die Kombination aus sparsamen Prozessor und AMOLED-Display „schuld“ daran, eben weil AMOELD vor allem bei dunklen Farben einzelne Pixel komplett abschalten kann. Im Dauertest mit Videowiedergabe bei halber Display-Helligkeit sind in der Regel gute fünfeinhalb Stunden drin.

Spannend wird es, wenn man sich ein optionales Netzteil kauft und HTC eines der ersten Software-Updates erteilt: Dann beherrscht das HTC One A9 Qualcomms neuen Quick Charge 3.0 Standard, was für ein besonders schnelles Aufladen des Akkus sorgt.

 

Konnektivität

Bei der Ausstattung an Funktechnologien zeigt sich das HTC-Smartphone wieder von seiner Premium-Seite. Daten lassen sich wahlweise mit dem LTE Cat6 Modem und bis zu 300 Mbit/Sekunde herunterladen, oder über das Dualband-fähige WLAN-Modem nach dem Standard 802.11ac, was theoretisch bis zu 1,3 Gbit/Sekunde ermöglicht. Dem gesellt sich im HTC One A9 noch das sparsamere Bluetooth 4.1, NFC und GPS hinzu. Es bleibt also kein Wunsch offen wenn man so will.

Einzig der Verzicht auf den neuen USB Typ-C Standard lässt einen etwas mit dem Kopf schütteln. HTC ist der Meinung, dass dieser aktuell nur in Smartphones für Enthusiasten etwas zu suchen habe und nicht in einem Modell für die Masse. Dabei ist der reversible Stecker, sprich dass man das Kabel nicht mehr flach herum einstecken kann eines der Argumente schlechthin für den neuen USB-Standard. Insofern ist das ein kleiner aber feiner Kritikpunkt am HTC One A9 – auch im Hinblick auf die Zukunft von USB-Zubehör.

 

Kamera

Wenn man HTC in der Vergangenheit in einem Punkt kontinuierlich kritisieren konnte, dann war es die verbaute Kamera in den Smartphones. Mit dem HTC One A9 gilt das endlich nicht mehr, denn die 13 Megapixel Kamera macht durchaus  ansehnliche Fotos, solange das Umgebungslicht stimmt. Farben sind satt, kräftig, mit hohem Kontrast versehen und auch Detailreich. Nur bei schlechter werdendem Licht nimmt das Bildrauschen unerfreulich schnell zu, welches ansonsten sehr dezent vorhanden ist.

Tendenziell neigt die Software jedoch zu einer leichten Überbelichtung, die sich mit zugeschalteter HDR-Option erfreulich stark zurückhält, sodass sehr natürlich wirkenden Fotos entstehen.

Wie gut Fotos werden, lässt sich im Direktvergleich zu einer Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem HUAWEI P8 sehen.

Als Highlight besitzt das HTC One A9 einen optischen Bildstabilisator, der Korrekturen bis zu 1,4 Grad vornehmen kann und mit einem neuen Linsen-Verfahren arbeitet. Anstelle des üblichen Lense-Tilt setzt HTC beim HTC One A9 auf das Lense-Shift-Verfahren, was wiederum neue Spielereien im Videomodus erlaubt. Dort kann man mit dem neuen Hyperlapse-Modus mit bis zu 12-facher Geschwindigkeit Slow-Motion-Videos aufnehmen. Der OIS wirkt hier wahre Wunder, um das Bild bei solch hohen Geschwindigkeiten ruhig zu halten. Dazu greift die Software auch mit auf die Hardware zurück, um zusätzlich Wackler ausgleichen zu können.

Videos selbst werden mit maximal FullHD aufgenommen und können sich in Sachen Bildqualität und auch im Audio-Bereich sehen lassen.

Die Kamera-App selbst gestaltet sich als übersichtlich und bietet die wichtigsten Funktionen direkt im Hauptbildschirm an. Wer mehr bei seinen Foto-Walks aus der Kamera des HTC One A9 herausholen will kann den sogenannten Profimodus nutzen. Hier stehen manuelle Kontrollen für Weißabgleich, Belichtung, Auslöseverzögerung, ISO-Wert oder auch Fokussierung zur Verfügung, um die Aufnahmequalität der Situation und dem Motiv anzupassen.

Außerdem kann man im Profimodus auch RAW-Fotos aufnehmen. Für ein Mittelklasse-Smartphone eher ungewöhnlich. Es empfiehlt sich allerdings die Bilder im RAW-Format selbst nach zu bearbeiten: Bei spiegelnden oder glänzenden Oberflächen neigt die HTC-Software dazu, Pixelmatsch zu produzieren was nach einer misslungenen Bildkompression aussieht.

 

Multimedia

In Europa ist das HTC One A9 nur in der kleinen Variante erhältlich was bedeutet, dass anstelle von 32 GB der US-Version lediglich 16 GB interner Speicher verbaut werden. Von diesem stehen dem Nutzer nach einem Werksreset etwa 9,49 GB frei zur Verfügung, was nicht allzu üppig ist. Zum Glück kann man diesen mit einer MicroSD-Speicherkarte erweitern, die gemäß den aktuellen SDXC-Spezifikationen bis zu 2 TB groß sein kann. Derzeit liegt das Maximum jedoch bei „nur“ 200 GB, sodass auch Vielnutzer von Fotos, Videos und Musik keine großen Probleme mit dem Speicherplatz bekommen dürften.

Eine der größten Enttäuschungen am HTC One A9 stellt sicherlich der Verlust der BoomSound getauften Stereo-Lautsprecher auf der Front dar. Die Audio-Technologie selbst hat HTC kurzerhand in die beiliegenden Kopfhörer des Smartphones verschoben. Lediglich ein Mono-Lautsprecher findet sich auf der Unterseite des Aluminium-Rahmens wieder, der zudem nicht einmal einen kräftigen Ton von sich gibt. Er ist zwar laut und auch in den Höhen nicht zu schrill, aber wer die bisherigen HTC-Smartphones kennt und liebt wird die Stereo-Lautsprecher vermissen.

Da tröstet es auch nur bedingt, dass das HTC One A9 mit entsprechender Hardware die Wiedergabe von High Resolution Audio mit 192 kHz bei 24 Bit unterstützt, was für eine sehr feine Audio-Wiedergabe sorgt.

Umso enttäuschender, dass der Musikplayer von HTC keinen Equalizer an Bord hat. Einzig die Audio-Verbesserung Beats kann man hinzuschalten, aber eine Verbesserung ist das nicht wirklich: Zu viel Bass und matschige Höhen sind das Ergebnis, sodass der bessere Klang ohne aktivierter Beats-Engine produziert wird.

 

 

Software

Das Highlight schlechthin des HTC One A9 liegt neben der Verarbeitung und dem guten Prozessor in der Software versteckt. Auch wenn die Sense-Oberfläche in der bereits bekannten Version 7.0 im Allgemeinen mit zu den besten Hersteller-Oberflächen gezählt wird, ist es das zugrunde liegende Android 6.0 Marshmallow, wo HTC besonders kräftig punkten kann. Nach den Nexus-Modellen von Google ist HTC damit der erste Hersteller mit dem neusten Android – einzig das LG Nexus 5X ist in Deutschland früher verfügbar gewesen. Selbstbewusst hatte HTC sogar angekündigt, dass man innerhalb von 15 Tage Updates für das HTC One A9 verteilt, sobald die Nexus-Modelle von Google ein Update erhalten – allerdings gilt das nur für den US-amerikanischen Markt. Ob HTC auch im Rest der Welt so schnell ist bleibt fraglich.

Das bedeutet, dass man mit dem HTC One A9 bereits ab Werk die neuen Funktionen Google Now on Tap, eine Systemweite Übersetzungsfunktion dank Google Translate (zum Beitrag) oder auch den neuen Doze-Modus für besonders wenig Energieverbrauch im Standby nutzen kann. Vom nackten Android selbst ist jedoch nicht allzu viel zu sehen, denn wie bereits erwähnt stülpt HTC seine eigene Sense-Oberfläche über das Android drüber. Wer schon länger HTC-Smartphones nutzt oder kennt weiß was ihn erwartet. Der BlinkFeed Launcher, die mit dem HTC One M9 eingeführte Themes-Engine inklusive dem Theme Maker und diverse HTC-eigene Apps für Medien, Kalender, die Tastatur, Mails und so weiter. Den vollen Umfang zur Gestaltung eigener Themen kann man allerdings nur im Browser-basierenden Theme Maker erstellen: Über Icons, Systemfarben bis hin zu kompletten Klingeltönen und dem Hintergrund für das optionale Dot View Cover ist sehr viel zu verändern und den eigenen Vorlieben anpassbar.

Im Homescreen selbst findet sich nach wie vor der BlinkFeed Launcher wieder, welcher in Anlehnung an Google Now links außen einen Newsfeed von News Republic bereitstellt – seit dem neusten BlinkFeed-Update mit separater News-Republic-App (zum Beitrag) – in welchem zudem Termine und SMS-, Facebook-Nachrichten und E-Mails auftauchen. Ebenfalls wieder mit an Bord ist das sogenannte Now-Widget, welches basierend auf dem Aufenthaltsort passende Apps und Ordner anzeigt.

Natürlich gibt es auch die volle Software-Unterstützung für den eingebauten Fingerabdruck-Sensor, der entgegen seiner Erscheinung sich nicht drücken lässt. Bis zu vier verschiedene Fingerabdrücke lassen sich in jeweils 15 Schritten registrieren, um die Genauigkeit zu verbessern. Es reicht zudem aus, den Finger einfach irgendwie nach erfolgreicher Registrierung des Abdrucks auf den Sensor zu legen – Finger werden im 360 Grad Radius erkannt und das auch noch sehr flott. Unter anderem lässt er sich für Android Pay nutzen – sofern es mal nach Deutschland kommt – oder zum Authentifizieren für App-Käufe im Google Play Store.

Alternativ kann man den Sensor des HTC One A9 auch als Home-Taste verwenden, sodass eine leichte Berührung bereits ausreicht, um wieder zum Startbildschirm zurück zu gelangen. Wie bereits erwähnt könnte das jedoch aufgrund der unglücklichen Platzierung sehr nah am Gehäuserand vor allem bei Spielen eher störend sein, sodass die Deaktivierung keine schlechte Idee ist. Und ja: Man kann das HTC One A9 auch per Double Tap2Wake aus dem Standby herausholen.

Entgegen früheren Behauptungen ist sogar HTC Zoe wieder mit an Bord, womit man aus kleinen Videoschnipseln oder animierten GIF-Dateien kleine Video-Collagen anfertigen, schneiden und mit Musik versehen kann.

Eine Sache muss an dieser Stelle aber noch erwähnt werden, welche das HTC One A9 von allen derzeit erhältlichen Smartphones unterscheidet: Android 6.0 Marshmallow bietet die Möglichkeit, eine Speicherkarte in wenigen Schritten zum internen Speicher umzufunktionieren. Zu beachten ist dabei, dass die MicroSD dabei neu formatiert und verschlüsselt wird. Ein Entfernen und Auslesen am Desktop-Rechner ist damit nicht möglich: Dies führt unweigerlich zum Datenverlust. Außerdem ist zu beachten, dass eine MicroSD in jedem Fall langsamer als der fest verbaute Flash-Speicher ist, was man unbedingt beachten muss.

 

Fazit zum HTC One A9

Wurde HTC anfangs noch für das zu ähnliche Design zum iPhone 6 von Apple kritisiert, muss man nach einem Erstkontakt konstatieren, dass das HTC One A9 alles andere als nur eine optische Kopie ist. Es ist hervorragend verarbeitet, bietet eine überragende Haptik die das aktuelle Flaggschiff One M9 überflügelt und ist mit einer tollen Kamera ausgestattet, die für schnelle Schnappschüsse gute Dienste leistet. Der größte Kritikpunkt ist allerdings der Preis: 579 Euro (aktuell 549 Euro) für Mittelklasse-Technik sind einfach nur überzogen. Solche Preise kann sich bestenfalls Apple erlauben aber nicht HTC, die derzeit ums Überleben im Smartphone-Geschäft kämpfen. Das kann dann auch Android 6.0 Marshmallow nicht wieder wettmachen, auch wenn man außerhalb des Nexus Universum damit der erste Hersteller am Markt ist.

Unterm Strich bleibt damit ein hervorragendes Android Smartphone der gehobenen Mittelklasse übrig, was sich HTC fürstlich bezahlen lässt. Vor allem mit Blick auf das US-Modell, welches mit 399 US-Dollar nicht nur preiswerter ist, sondern auch mit 3 GB RAM und 32 GB internem Speicher besser dasteht. Genau das könnte einem größeren Erfolg in Deutschland zusätzlich im Wege stehen – neben dem allgemein zu hohen Preis.

Positiv
  • Sehr flotte Bedienung
  • Gute Kamera mit optischem Bildstabilisator
  • Android 6.0 Marshmallow
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Schneller Fingerabdruck-Sensor
  • Speichererweiterung
  • Beste Haptik seit langem
Negativ
  • Dezimiertes Germany Modell
  • Zu teuer
  • Keine Stereo BoomSound-Lautsprecher
  • Schwächelnde Display-Helligkeit
  • Fingerabdruck-Sensor als Home-Taste zu empfindlich

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Wertung
Geschwindigkeit 4/5
Display 4/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 3/5

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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