[Test] HUAWEI Ascend Mate 7 – Ein Fingerabdrucksensor wie er sein sollte!

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HUAWEI Ascend Mate 7 Test

Die meisten Smartphones chinesischer Hersteller in Deutschland sind im Bereich der Budget- oder bestenfalls noch der Mittelklasse angesiedelt. Die Oberklasse ist fest in der Hand von Samsung, Sony, HTC und Co. im Bereich Android, aber die IFA 2014 hat einen verdammt gefährlichen Gegner hervorgebracht: Das HUAWEI Ascend Mate 7. Das die Chinesen auch Oberklasse-Geräte können zeigt dieses Phablet besonders gut und zeigt dabei wie Biometrie zu funktionieren hat.

2011 erfand Samsung mit dem ersten Galaxy Note die neue Nische der Phablets, welche wegen ihrer Größe als eine Mischung aus Smartphone und Tablet bezeichnet werden. Etliche Hersteller haben sich seitdem daran versucht ein ähnlich erfolgreiches Riesen-Smartphone auf die Beine zu stellen aber keiner ist bisher an die Note-Geräte heran gekommen. Dem HUAWEI Ascend Mate 7 gelingt das deutlich besser, auch wenn die fehlende Stift-Eingabe zu bemängeln wäre. Aber ansonsten hat HUAWEI fast so ziemlich alles richtig gemacht.

HUAWEI Ascend Mate 7 Test

Technische Daten des HUAWEI Ascend Mate 7

Technische Daten

Prozessor

HiSilicon Kirin 925 Octa-Core mit 1,8 GHz + 1,3 GHz
GPU: ARM Mali T624

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit Emotion UI 3.0

Interner Speicher

16 GB interner Speicher (via MicroSD-Card erweiterbar)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

MT7-L09

Display

6 Zoll IPS-NEO, 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB 2.0, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Gyroskop, Licht, Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

157 x 81 x 7,9 mm

Gewicht

185 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium

Kamera

13 Megapixel Kamera mit LED-Blitzlicht,
5 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) 300 Mbit/s + Dualband WLAN a/b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Li-Ion, Fest verbaut

Kapazität

3,7 V/4.100 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

648 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1900/2100 MHz,
LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 499 Euro (aktuell ab 499,00 Euro (Schwarz), Stand 14/09/14)
Besonderheit WiFi Direct, DLNA, NFC, Status-LED, Fingerabdruck-Sensor

Zubehör

Das fängt schon mal bei der Verpackung an, denn der schwarze Karton ist wie so oft bei HUAWEI für sich genommen schon ein Hingucker. Komplett in Schwarz gehalten, wo lediglich die Front das HUAWEI-Logo sowie der Schriftzug in goldener Schrift trägt und eine 7 in glänzendem Schwarz für einen unwahrscheinlich eleganten Kontrast sorgt. Klappt man den Karton auf erscheint es auch schon, das Phablet namens HUAWEI Ascend Mate 7. Im Deckel des Kartons befindet sich übrigens ein metallener kleiner Piekser um die Fächer für Micro SIM und MicroSD zu öffnen.

Unterhalb des HUAWEI Ascend Mate 7 und des herausnehmbaren Rahmens wo das Phablet drin steckte, verbergen sich ein USB-Netzteil, ein USB-Kabel und das Kabel gebundene Headset. Alles übrigens ganz im Gegensatz zur Verpackung in schönem Weiß gehalten, sodass bereits das Auspacken des Smartphones zu einem kleinen Erlebnis wird.

HUAWEI Ascend Mate 7 Test

Verarbeitung

Nimmt das HUAWEI Ascend Mate 7 das erste Mal in die Hand, dann fühlt man bereits das wirklich sehr hochwertige Gerät. Mit 185 Gramm bringt das Smartphone so einiges auf die Waage und das hat einen Grund: Das Gehäuse ist komplett aus mattiertem Aluminium gefertigt und wirklich hervorragend verarbeitet. Keinerlei Spaltmaße, scharfe Kanten oder dergleichen: Das Phablet aus China spielt ohne übertreiben zu müssen in der Oberliga mit und das ganz weit vorne.

Wenn man sich das HUAWEI-Phablet jedoch mal genauer anschaut, dann fällt fast sofort eine gewisse Ähnlichkeit zum HTC One max auf (zum Test), welches vom Design und den Ausmaßen fast identisch zu sein scheint. HUAWEI wurde ja schon öfters mal vorgeworfen sich was das Design betrifft bei der Konkurrenz zu bedienen – siehe HUAWEI Ascend P7 (zum Test) – aber hier ist es halt wirklich sehr frappierend. Ob man das jetzt gut heißen mag oder nicht spielt keine Rolle mehr, denn nun ist es halt da. Aber eines muss man HUAWEI zugute halten: Die Verarbeitung ist unerwartet besser, da das HUAWEI Ascend Mate 7 auf eine abnehmbare Rückseite verzichtet, die bei HTC nicht gerade als perfekt und zudem als ziemlich Sinn frei bezeichnet werden konnte.

Die Vorderseite des Phablets nimmt das Display ein und HUAWEI rühmt sich damit, dass das 6 Zoll große Display ganze 83 Prozent der Fläche einnimmt. Damit ist das Verhältnis zwischen Display und Gehäuse eines der besten auf dem Markt. Und ja, das Gerät ist verdammt groß, das lässt sich einfach nicht bestreiten. Dennoch hat HUAWEI das Smartphone einigermaßen kompakt gestaltet, indem der Rahmen sehr schmal ausfällt und auch ober- sowie unterhalb des Displays versucht wurde, möglichst schmal zu bauen.

Dazu gehört unter anderem der Verzicht auf kapazitive Tasten zur Bedienung: HUAWEI setzt auf die OnScreen-Tasten von Android, sodass lediglich der Telefon-Lautsprecher, die Frontkamera, Sensoren für Helligkeit nebst Annäherung und eine Status-LED auf der Vorderseite vorzufinden sind. Die Status-LED ist übrigens mehrfarbig. Auf der rechten Gehäuseseite befinden sich die einzigen Hardware-Tasten in Form der Lautstärke-Wippe und der Power-Taste. Die Wippe ist im selben mattierten Aluminium gehalten wie der Rahmen sowie das Gehäuse an sich, während die Power-Taste ebenfalls aus Aluminium besteht, aber eine geriffelte Oberfläche hat. Sieht wirklich interessant aus.

Auf der linken Gehäuseseite befinden sich lediglich zwei Slots für die Micro-SIM und die MicroSD. Das europäische Modell bekommt leider nicht den SIM-MicroSD-Hybridslot wie das Dual-SIM-Modell für China. Eine Sache die sich uns nicht ganz erschließt, zumal das noch etwas bessere Modell mit mehr Speicher auch China-exklusiv zu bleiben scheint, aber dazu später mehr. Die beiden Slots lassen sich mit dem in der Verpackung beiliegenden Piekser öffnen und sind wirklich perfekt in das Gehäuse eingelassen. Sie schließen quasi ohne Spaltmaße und sind fast nicht zu erfühlen wenn man mit dem Finger drüber streicht. Besser geht es wirklich nicht und zeigt den Premium-Anspruch des HUAWEI Ascend Mate 7 auf bester Weise.

Die Stirnseite des Gerätes zieren lediglich ein Mikrofon und die Headset-Buchse, während auf der Unterseite ein zweites Mikrofon Platz finden und die MicroUSB-Buchse. Die Rückseite beherbergt eine 13 Megapixel auflösende Kamera inklusive einfachem LED-Blitzlicht, einem Fingerabdruck-Sensor, dem HUAWEI-Logo und dem Lautsprecher des Phablets. Und das ist auch eines der Highlights am HUAWEI Ascend Mate 7, neben der Verarbeitung: Der Fingerabdruck-Sensor. Dieser funktioniert wirklich so wie man es sich vorstellt, aber dazu später mehr. So viel sei jetzt schon verraten: Samsung und selbst Apple mit seinem Touch ID ziehen gegen HUAWEI in dieser Disziplin den Kürzeren.

Display

Ob der Name es vermuten lassen könnte, so besitzt das HUAWEI Ascend Mate 7 kein 7 Zoll großes Display sondern „nur“ 6 Zoll in der Diagonale. Das ist für einige wirklich zu groß, auch wenn der Rahmen sehr schmal und das HUAWEI Ascend Mate 7 somit insgesamt kompakter ist als man denken könnte. Mit einer FullHD-Auflösung bzw. 1.920 x 1.080 Pixel ist HUAWEI nicht dem Trend der Konkurrenz rund um WQHD gefolgt, was 2.560 x 1.440 Pixel bedeutet. Sowohl das LG G3 (zum Test), das Samsung Galaxy Note 4 nebst Schwestermodell Galaxy Note Edge als auch das OPPO Find 7 und einige weitere China-Hersteller setzen auf die neue Auflösung bei einer Diagonale von 5,5 Zoll und größer.

Dennoch ist das Display wirklich vom Feinsten: Sehr große Blickwinkelstabilität dank IPS-Panel, kräftige Farben, ausreichend hohe Helligkeit und sehr gute Kontraste. Auch in dieser Disziplin zeigt sich das HUAWEI Ascend Mate 7 durchgehend als ein Premium-Smartphone, auch wenn die Helligkeit noch höher sein könnte. Das zeigt sich vor allem im Freien und bei Sonnenlicht, dann wird es schwer den Inhalt auf dem Display zu erkennen.

Eine kleine Besonderheit hat das Phablet allerdings: Wem das Display zu warm oder zu kalt eingestellt ist, der kann in den Display-Einstellungen die Farbtemperatur in gewissem Rahmen manuell anpassen.

CPU & GPU

HUAWEI Ascend Mate 7 TestIm HUAWEI Ascend Mate 7 steckt wie schon in anderen Top-Modellen des Konzerns kein Prozessor von Qualcomm, sondern einer aus eigener Entwicklung. Etwas überraschend handelt es sich dabei um einen Kirin 925 von HiSilicon, welcher aus zwei Quad-Core-Cluster besteht. Ein Cortex A15 Quad-Core mit 1,8 GHz kümmert sich um leistungsintensive Aufgaben wie Spiele, Navigation und dergleichen, während der Energie-effiziente und 1,3 GHz flotte Cortex A7 Quad-Core für weniger anspruchsvolle Aufgaben und dem Leerlauf des Gerätes zuständig ist.

Das schlägt sich in 41.428 Punkten im AnTuTu-Benchmark nieder. Allerdings sei zu beachten, dass die Werte von AnTuTu 5 höher ausfallen als noch bei den vorhergehenden Versionen. Realistisch betrachtet liegt der Wert auf Augenhöhe zum Samsung Galaxy Note 3 und in Schlagweite zum Samsung Galaxy S5. Aber Benchmarks sind eh nur synthetische Werte ohne größeren Alltagsbezug und da kann der Kirin 925 überzeugen. Das HUAWEI Ascend Mate 7 genehmigt sich nur sehr selten kleine Gedenkpausen, auch wenn die Emotion UI 3.0 von HUAWEI manchmal nicht ganz so flüssig über den Bildschirm flitzt wie man das erwartet. Diese Momente halten sich aber extrem in Grenzen, sodass sich die Bedienung insgesamt als recht performant erweist.

Als Grafikchip ist im Kirin 925 übrigens eine Mali T624 von ARM zum Einsatz, welche für ein hochwertiges Spielerlebnis sorgt. Selbst grafisch anspruchsvolle Spiele werden sauber dargestellt ohne größere Ruckler, was Spieler sehr entgegen kommen dürfte. Gerade das 6 Zoll große Display lädt zum Spielen ein, was dank der leistungsfähigen GPU auch kein Problem darstellt.

Akku

Nachdem nun bereits die Verarbeitung des HUAWEI Ascend Mate 7, das Display und die Performance ein Highlight gewesen ist, gesellt sich der Akku mit dazu. Dieser ist fest verbaut und kann ohne Probleme als einer der größten Akkus in einem Smartphone bezeichnet werden. Satte 4.100 mAh stehen zur Debatte und das zeigt sich in der Ausdauer des HUAWEI-Riesen. Gute zwei Arbeitstage schafft das Ungetüm ohne an die Steckdose zu müssen und dabei ist die volle Google-Synchronisation aktiv nebst Telefonaten, WhatsApp, die Suche nach der nächsten U-Bahn-Verbindung im Berliner Großstadtdschungel und dem Musik hören über ein Bluetooth-Headset. Wer das Gerät weniger stark beansprucht kommt auch auf ein oder gar zwei Tage mehr und das ist wirklich beachtlich. Ein Nachteil hat das HUAWEI Ascend Mate 7 dann doch: Zum Aufladen muss das Gerät gute 4 Stunden an die Steckdose, aber das ist wirklich ein minimal kleiner Punkt zum Kritisieren.

HUAWEI Ascend Mate 7 Test

Konnektivität

HUAWEI ist einer der wenigen Konzerne die einige Komponenten für ihre Geräte selbst entwickeln und neben dem Prozessor gehört dazu auch das LTE-Modem. Dieses unterstützt den Standard LTE Cat6, was bis zu 300 Mbit/Sekunde im Download bedeutet. Sofern das zur Verfügung stehende Netz und der Datentarif es erlaubt, ist man mit dem HUAWEI Ascend Mate 7 richtig flott unterwegs im Internet.

Allerdings gilt das nicht immer auch für das WLAN, denn auf den neusten ac-Standard verzichtet das Unternehmen. Das Dualband-fähige WLAN-n Modem ist dennoch auf der Höhe der Zeit und für die meisten Situationen mehr als ausreichend. Das gilt auch für die übrige Ausstattung in Form von Bluetooth 4.0, GPS und auch das russische GLONASS wird unterstützt. Die funktechnische Ausstattung rundet NFC ab, was sich bei entsprechender SIM-Karte auch zum mobilen Bezahlen nutzen lässt.

In Sachen Telefonie zeigt sich allerdings deutlich Licht und Schatten. Hält man sich das HUAWEI Ascend Mate 7 ans Ohr dann ist der Gesprächspartner gut und auch klar zu verstehen. Auf der Gegenseite ist das Gespräch allerdings dumpfer als bei anderen Geräten und es wurde über eine relativ hohe Geräuschkulisse im Hintergrund hingewiesen. Die Filterung von Umgebungsgeräuschen funktioniert demnach nicht allzu gut. Sofern es eine Frage der Software ist, lässt sich dieses Problem mit einem Firmware-Update beheben.

Multimedia

Mit dem Ascend Mate 7 will HUAWEI in der Oberklasse mitspielen und dazu gehört unter anderem eine brauchbare Kamera. Bilder wissen insgesamt zu gefallen durch eine gleichmäßige und natürliche Farbdarstellung und das nicht nur bei besten Lichtverhältnissen. Der HDR-Modus holt sichtlich noch mal ein bisschen mehr aus den Aufnahmen heraus, sodass man das HUAWEI Ascend Mate 7 auch als schnelle Knipse verwenden kann. Die Fokussierung arbeitet schnell, muss aber über den Auslöser-Button ausgelöst werden. Spielereien wie Drücken und gleichzeitige Aufnahme beherrscht die Kamera-App (noch?) nicht. Hält man im Sucher den Finger länger gedrückt, kann man direkt die Belichtung manipulieren, sofern das aufzunehmende Objekt einem die Zeit lässt. Die Frontkamera löst mit 5 Megapixel auf.

Das sich die Aufnahmen sehen lassen können – abgesehen von der Fokussierung – zeigt der Testfoto-Vergleich zu den Kameras Sony Smart Shot QX10, Canon EOS 600D und dem Samsung Galaxy S5.

Auch Videos gehören zu den Disziplinen die nahezu jedes Smartphone beherrscht und auch das HUAWEI Ascend Mate 7 macht da keine Ausnahme. Entgegen manch anderer Konkurrenten auf dem Markt beherrscht das HUAWEI Ascend Mate 7 eine maximale Videoauflösung von 1.920 x 1.080 Pixel und kein 4K. Mangels bezahlbarer Wiedergabe-Geräte ist das jedoch nicht unbedingt ein Nachteil, zumal die Aufnahme von 4K-Videos aufgrund der hohen Rechenleistung auf maximal 5-Minuten-Clips beschränkt ist, um die Hardware nicht wegen zu hoher Wärme-Entwicklung unnötig zu beschädigen. Bei schnellen Schwenks kommt die Bildstabilisation allerdings schnell durcheinander und die Option ist kontraproduktiv.

HUAWEI Ascend Mate 7 Test

Dafür kann HUAWEI mit interessanten Aufnahme-Modi und Optionen glänzen, wie beispielsweise HDR-Videos (limitiert auf 720p Videos), einem Software-Bildstabilisator, Beauty-Shots oder Objektverfolgung. Eine Besonderheit bietet die Kamera-App übrigens im Standby: Drückt man die Leiser-Taste zweimal lässt sich wahlweise die Kamera starten oder direkt ein Foto aufnehmen und anzeigen. Funktioniert wirklich sehr gut und besser sowie schneller kann man Schnappschüsse kaum aufnehmen.

Die Kamera-App selbst zeigt sich sehr minimalistisch und mittels Wischgesten lässt sich zwischen Kamera, Video und Gesamt-Fokus wechseln. Bei Letzterem nimmt man ein Objekt aus zwei minimal verschiedenen Winkeln auf und kann so nachträglich den Fokus verändern. Eine neuerdings beliebte Funktion bei Smartphone-Herstellern. Witzige Spielerei die vor allem für Selfies praktisch ist: Der Fingerabdruck-Sensor dient standardmäßig als optionaler Auslöser.

In Europa wird das HUAWEI Ascend Mate 7 in nur einer Speicher-Konfiguration verkauft und das sind 2 GB RAM mit 16 GB interner Speicher, von welchem etwa 11 GB zur freien Benutzung verfügbar sind. Wem das nicht reicht kann MicroSD-Karten, die allerdings unverständlicherweise maximal 32 GB groß sein können. Für die umfangreiche Medien-Sammlung On-the-go reicht das nicht ganz. Da ist es ganz praktisch das man am USB-Host fähigen MicroUSB auch Speichergeräte wie USB-Sticks oder USB-Festplatten anschließen kann. Letztere brauchen aber je nach Modell eine zusätzliche externe Energiequelle.

Es gibt zwar auch eine Premium-Version des HUAWEI-Phablets mit 3 GB RAM und 32 GB internem Speicher, allerdings wird es die wohl ausschließlich in Asien geben, mit einem zweiten Nano-SIM-MicroSD-Hybrid-Slot und das auch nur in goldener Lackierung. Für dieses Modell verlangt HUAWEI übrigens den üblichen Aufpreis von 100 US-Dollar bzw. Euro. Ob das Premium-Modell allerdings auch mit den deutschen Netzen komplett kompatibel ist konnte auf der IFA niemand sagen.

Software

Seit letztem Jahr setzt HUHAWEI auf eine eigene Oberfläche namens Emotion UI, welche auf dem HUAWEI Ascend Mate 7 in der neuen Version 3.0 zum Einsatz kommt. Darunter versteckt sich übrigens ein Android 4.4.2 KitKat, von dem aber nur relativ wenig tatsächlich zu sehen ist. Denn die Emotion UI bleibt sich auch in ihrer neusten Fassung treu und bietet etliche Parallelen zu iOS von Apple. Zum Beispiel fehlt ein App Drawer wie bei Android und anderen Launchern üblich, sodass Apps allesamt auf dem Homescreen abgelegt werden. Wem das zu unübersichtlich ist muss zwangsläufig Ordner für Apps anlegen, was mit einem einfachen „Übereinander-Ablegen ausgelöst wird.

Insgesamt betrachtet wirkt die neue Emotion UI aber erwachsener und nicht mehr so bunt und verspielt wie noch in den vorherigen Versionen. Das Standard-Thema ist dunkler gehalten und die (rundlichen) Icons der Standard-Apps in einem Schwarz-Goldenen Look gehalten. Kann gefallen, muss aber nicht und in diesem Fall kann man sich ganz einfach ein neues Thema aussuchen und anwenden lassen.

Erfreulicherweise verzichtet HUAWEI auf zahlreiche vorinstallierte Apps und die wenigen die vorinstalliert sind von Gameloft lassen sich problemlos deinstallieren. Abgesehen davon bietet das HUAWEI Ascend Mate 7 bereits von Haus aus zahlreiche kleine Tools, welche die Nutzung im Alltag ungemein erweitern.

Zum Beispiel der Telefonmanager, welcher als zentraler Hub für einige Funktionen dient. So kann man nicht mehr benötigte Dateien aufspüren und löschen lassen, den Arbeitsspeicher von temporären Dateien befreien, unerwünschte Telefonnummern auf eine Filterliste setzen und blockieren lassen, Energie-hungrige Apps beenden (zu denen ab einer bestimmten Grenze automatisch eine Warnung in der Benachrichtigungsleiste erscheint) oder auch Apps die Möglichkeit des Internetzugriffs über WLAN oder 3G/LTE oder auch beides zu verweigern. Während Samsung beispielsweise auf eine Vielzahl von Augen-beobachtender Maßnahmen setzt und diverse schwebende Gesten. Beschränkt sich HUAWEI auf wirklich nützliche Apps, die man sonst nur mit Root zum Laufen bekommt. Das Phablet bietet somit einen echten Mehrwert für Power-User.

Das eigentliche Highlight des HUAWEI Ascend Mate 7 ist allerdings etwas ganz anderes und das ist der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite. Mancher wird jetzt sagen „Toll, haben die doch nur von Apple, HTC und Samsung abgeguckt“ hat zunächst mal Recht, aber die Umsetzung ist wirklich genial gelöst. Während man bei den genannten Herstellern zunächst das jeweilige Smartphone einschalten muss, klappt die Erkennung bei dem HUAWEI Ascend Mate 7 aus dem Standby heraus: registrierten Finger drauflegen und nach gefühlt einer Sekunde schaltet sich das Phablet ein und entsperrt sich gleich noch. Und das Schöne dabei ist, dass man seinen Finger beliebig auf den Sensor legen kann, da die Erkennung des gespeicherten Fingerabdrucks wie bei Apples Touch ID mit 360 Grad erfolgt. Bei Samsung und HTC muss man den Finger in exakt der eingescannten Position über den Sensor ziehen und im Eifer des Gefechts ist das wenig intuitiv.

Aber nicht nur zum Entsperren des HUAWEI Ascend Mate 7 dient der Fingerabdruck-Sensor. Man kann bis zu 5 Fingerabdrücke in einem extra und separat verschlüsselten Bereich auf dem Prozessor speichern, sodass auch der Aspekt der Sicherheit nicht zu kurz kommt. Jedenfalls kann auch einen sogenannten Gast-Modus einrichten, dessen Zugangsschlüssel ein Fingerabdruck ist. So kann man das Gerät seinen Kindern oder dem Ehepartner auch mal in die Hände geben. Für diesen Gastmodus lassen sich unter anderem bestimmte Apps einfach ausblenden und Dateien in einem verschlüsselten Datentresor vor unliebsamen Blicken verstecken.

Aber nicht nur einen auf die richtige Weise implementierten Fingerabdruck-Sensor kann das HUAWEI Ascend Mate 7 vorweisen. Denn der Konzern aus China hat auch an die gedacht, die ihr Phablet lieber einhändig bedienen wollen. Zum einen gibt es eine Option namens Ein-Hand-Bedienung, womit sich die Bedien-Elemente Zurück, Home und Taskmanager – die übrigens unverkennbar im Design von Android L sind, ohne das Android L als Betriebssystem genutzt wird – links oder rechts ausrichten und zum anderen werden die Wähltasten im Telefon ebenfalls links oder rechts ausgerichtet. Mit einer Schwenkgeste kann man zwischen Links- und Rechtshänder-Modus wechseln, was jedoch ein wenig Übung erfordert. Die OnScreen-Tasten lassen sich übrigens in den Einstellungen auch per Taste verstecken, sodass man vom gesamten 6 Zoll Display Gebrauch machen kann. Mit einer Wischgeste lassen sie sich wieder einblenden, es sei denn man nutzt die Option „Schnellzugriff“, welche sich als kleiner (verschiebbarer) weißer Punkt am Rand bemerkbar macht und bei Aktivierung die Bedien-Elemente für Android einblendet.

Fazit zum HUAWEI Ascend Mate 7

Die Highlights der IFA 2014 sind zwar die Geräte von Samsung und Sony gewesen, aber HUAWEI hat mit seinem neusten Phablet eine echte Überraschung aus dem Hut gezaubert. Höchste Verarbeitungsqualität, flottes System, sinnvolle Systemerweiterungen und ein rundum gelungener Fingerabdruck-Sensor zeichnen das HUAWEI Ascend Mate 7 aus. Und mit 499 Euro ohne Vertrag ist es auch noch vergleichsweise günstig zu haben für das was geboten wird. Einzig die Größe mit dem 6 Zoll Display steht einem größeren Erfolg in der breiten Masse gegenüber. Wer auf einen S-Pen verzichten kann und ein großes Smartphone haben will, der findet im HUAWEI Ascend Mate 7 das für die kommenden Monate wohl beste Phablet vor. Zumindest hat HUAWEI dieses Mal verdammt viel richtig gemacht.

Bleibt nur zu hoffen das HUAWEI noch ein wenig an der Performance der Firmware schraubt und vor allem auch zeitnah Updates ausliefert.

Testurteil HUAWEI Ascend Mate 7

Wertung
Geschwindigkeit 4/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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