[Test] Huawei Ascend Y300 – billig oder preiswert?

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HUAWEI Ascend Y300

Mit dem Ascend Y300 hat Huawei nun den Nachfolger vom Ascend Y201 Pro auf den Markt gebracht.  Seit dem 02. April diesen Jahres ist „Der Kleine“ nun offiziell verfügbar und erregt durch seinen Preis von gerade mal 149,-€ UVP unsere Aufmerksamkeit. Wir dürfen also gespannt sein, in wie weit die Vorteile des Y201 Pro mit dem aktuellen Stand der Technik in Einklang gebracht wurden.

130616_09Der chinesische Konzern Huawei hat schon länger vor, sein Geschäft in Europa stark zu erweitern, um in einigen Jahren unter den Top3 der Smartphone-Hersteller zu sein. Um das zu erreichen, bieten die Chinesen ihre Smartphones zu echten Kampfpreisen an, wo man verhältnismäßig viel Technik für sein Geld bekommt. Das zeigte zuletzt das Ascend G615, welches durchaus mit Konkurrenten wie dem Nexus 4 mithalten konnte. Ob dasselbe auch vom Ascend Y300 zu behaupten ist, wollen wir in diesem Test näher beleuchten.

 

Technische Daten des Huawei Ascend Y300

Technische Daten

HUAWEI Ascend Y300

Prozessor

Qualcomm Snapdragon S4 Play MSM8225 Dualcore mit 1 GHz
GPU: Adreno 203

Betriebssystem

Android 4.1.1 Jelly Bean / Emotion UI 1.0

Interner Speicher

4 GB Interner Speicher
Micro SD Slot

RAM

512 MB

Modellbezeichnung

Y300-BK

Display

4″ IPS Display mit 800 x 480 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

124,5 x 63,8 x 11,2 mm

Gewicht

130 Gramm

Gehäusematerial

Glas/Kunststoff

Kamera

5 Megapixel Kamera, 0,3 Megapixel Frontkamera

Internet

UMTS (900/2.100MHz) + HSPA+ 7,2 Mbit/s + WLAN b/g/n

Bluetooth

2.1

Akkutyp

Li-Ion

Kapazität

3,8 V/1.950 mAh

Gesprächszeit

bis zu 320 Min. (2G), bis zu 320 Min. (3G)

Standby-Zeit

bis zu 320 Std. (2G), bis zu 320 Std. (3G)

Netz

GSM 850/900/1800/1900, UMTS 900/2100 MHz

Preis

UVP 149,- Euro (aktuell 129,00 Euro Stand 15/06/13)
Besonderheit

 

Zubehör

130616_07Neben dem Smartphone selber, der Akkuschalen-Abdeckung und dem Akku, befindet sich lediglich das Lade- und Datenkabel für das Ascend Y300 im Karton. Ein Headset sucht man hier vergebens, was eher unerwartet ist. Abgesehen davon findet sich keine weitere Überraschung ein, weder positiv noch negativ. Aber mal ehrlich, Huawei: Für ein Headset hätte es doch bestimmt noch gereicht, so teuer sind die Dinger ja nun auch wieder nicht. Ein Headset von der Klangqualität eines Monster oder Philips erwartet niemand bei einem so günstigen Smartphone. Anders herum gibt es auch ökologisch denkende Unternehmen wie das Projekt FairPhone, in dem bewusst auf Zubehör wie einem Headset und sogar das Ladegerät verzichtet wird, weil davon ausgegangen wird das dieses eh schon zu genüge im Haushalt vorhanden ist.
Welche Ideologie Huawei nun verfolgt wissen wir nicht und verbleibt in sofern unserer Fantasie.

 

Verarbeitung

130616_10Vom Design her zeigt sich das Huawei Ascend Y300 eher nüchtern, auf Akzente oder besondere Stilmittel verzichtet Huawei nahezu komplett. Die Front wird wie üblich bei Smartphones mit Touchscreen vom Display eingenommen, unter welchem Huawei die üblichen drei kapazitiven Tasten für Zurück, Home und Menü platziert hat. Oberhalb des Displays befindet sich der Lautsprecher und rechts daneben die Frontkamera für Videotelefonie. Insgesamt ist das Smartphone für den Preis von 150 Euro sehr gut verarbeitet, es wackelt und knarzt nichts. Ein ganz klares „Super, Huawei“, denn eine solche Verarbeitungsqualität ist mehr als nur eine Ausnahme in dieser Preisklasse. Trotz Kunststoff-Gehäuse fühlt sich das Smartphone nicht wirklich billig an, selbst die Spaltmaße zwischen Akkudeckel, Gehäuse und Glasfront fallen minimal und sauber aus. Kaum zu glauben, dass es sich beim Ascend Y300 um ein Einsteiger-Smartphone handelt.

Die Power-Taste befindet sich auf der linken Stirnseite des Gerätes und direkt daneben befindet sich mittig die 3,5 mm Klinkenbuchse für Kopfhörer oder Headset. Letzteres muss man übrigens separat erwerben, wie im Abschnitt Zubehör schon erwähnt. Die Lautstärke-Wippe befindet sich wie üblich auf der linken Gehäuse-Seite und hier zeigt Huawei erneut, dass die Verarbeitung und Haptik auch bei einem Low-Budget Smartphone nicht schlecht sein muss. Der Druckpunkt der Tasten ist sehr gut, ebenso sind diese sehr gut zu erfühlen, wenn man das Ascend Y300 mal blindlings in der Hosentasche stumm schalten will. Das Ascend Y300 bietet Huawei in den Farben Schwarz und Weiß an, wobei beim weißen Modell lediglich der Akkudeckel und das Gehäuse um die Displayfront herum weiß ist. Der Rahmen um das Display ist ebenfalls schwarz. Das kann man (und Frau) mögen oder nicht, gewöhnungsbedürftig ist es rein subjektiv dennoch irgendwie.

 

Display

130616_06Das Display ist kompakte 4 Zoll groß, was in dieser Preisklasse langsam zum Standard wird. Übrigens spielt das Ascend Y300 damit in der Größenklasse eines iPhone 5 mit, ohne jedoch in Sachen Leistung oder Haptik und schon gar nicht im Preis vergleichbar zu sein. Lediglich die Größe des Gerätes an sich ist sehr ähnlich. Abgesehen davon löst das Display mit 800 x 480 Pixel angenehm für diese Größe auf, ohne jedoch überragend zu sein. Das liegt vor allem an der recht niedrigen Helligkeit, insbesondere im Sonnenlicht erkennt man quasi nichts mehr. Selbst der Kontrast ist subjektiv alles andere als toll, obwohl Huawei auf die IPS-Technologie für das Display setzt. Dafür stimmt der Blickwinkel auf das Display wieder, welcher beim Neigen kaum merklich an Helligkeit, Kontrast und Farbwiedergabe verloren hatte. Ein weiterer Pluspunkt in dieser Preisklasse. Auch wenn die Farbwiedergabe vergleichsweise gut ist, muss man dennoch insgesamt sagen, dass das Display des Ascend Y300 eher mittelmäßig ausfällt. Dafür klappt die Erkennung der Berührungen und Gesten ohne zu Murren..

 

CPU & GPU

130616_04Als Prozessor kommt ein Qualcomm Snapdragon S4 Play zum Einsatz, auch als MSM8225 bezeichnet. Dieser zwei kernige Prozessor taktet mit 1 GHz und vertraut auf eine Adreno 203 für die grafischen Belange. Die Leistung wird einen zweifelsohne nicht gerade zu Begeisterungsstürmen hinreißen lassen, dass will man in dieser Preisklasse auch nicht. Mit einem Benchmarkwert von 6.364 Punkten hat es sich zumindest zu seinem Vorgänger dem Ascend Y201 Pro mit 3.833 Punkten deutlich verbessert.
Vor allem der mit 512 MB recht kleine Arbeitsspeicher lässt das Gerät öfters langsam erscheinen, wenn Apps in den Hintergrund verfrachtet werden und bei zu geringem Speicher aus dem RAM entfernt werden. Dann kann es schon mal zu ein paar Gedenksekunden beim öffnen einer App kommen.
Dennoch zeigt unser First touch & view Video (siehe unten) das so ziemlich alle aktuellen Spiele verfügbar sind und sich bedingt auch spielen lassen aber zum zocken sollte man dann doch auf ein Smartphone mit Quad-Core-CPU zurück greifen, wie beispielsweise dem Ascend Mate, welches wir ebenfalls in Kürze einen ausführlichen Testbericht widmen werden.

 

Akku

130616_05Der Akku ist mit 1.950 mAh unerwartet groß für diese Preisklasse, diesen Vorteil kann Huawei hier und da wirklich ausspielen. Benutzt man das Smartphone kaum und lässt es meistens im Standby, dann können schon etliche Tage zusammen kommen. Bei häufigerer Nutzung schrumpft dieser Wert jedoch auf einen bis zwei Tagen zusammen, bei Dauernutzung sind aber erstaunlicherweise dann doch nur gute 6 Stunden drin. Hier kann sich Huawei von der Konkurrenz nur leicht absetzen.

 

Konnektivität

130616_11Die Kommunikation mit der Außenwelt geschieht entweder über WLAN, Bluetooth, MicroUSB oder über HSPA+. Die Empfangsqualität sowohl beim Telefonieren als auch beim surfen via HSPA+ ist erfreulich gut aber auch nicht überragend, irgendwelche Abbrüche bei Telefonaten oder Downloads kamen nie vor. Hier zeigt Huawei einmal mehr, dass Günstig nicht gleich Billig sein muss. Selbiges gilt ebenfalls für WLAN und Bluetooth. Zwar wird nominell das schnellere WLAN n unterstützt, an die Geschwindigkeiten der teureren Konkurrenz kommt das Ascend Y300 dagegen nicht an. Und von Bluetooth in der Spezifikation Version 2.1 brauchen wir auch nicht wirklich mehr reden: Der Datenaustausch von Dateien kriecht etwas dahin, hier empfiehlt sich stattdessen der Datenaustausch via MicroSD. Diese verträgt das Ascend Y300 übrigens bis maximal 32 GB. NFC beherrscht das Ascend Y300 aber nicht.

 

Multimedia

130616_03In Sachen Multimedia kann das Ascend Y300 wiederum nicht überraschen, die 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite, inklusive LED-Blitzlicht, taugt bestenfalls für schnelle Schnappschüsse. Das liegt vor allem an dem Hang zum starkem Rauschen der Aufnahmen aber auch einen nicht gerade selten auftretenden milchigen Eindruck weisen die Bilder auf. Vielmehr ist die rückseitige Kamera eher enttäuschend, andererseits erwartet man bei dem Preis des Ascend Y300 auch nichts großartig besseres. Die Frontkamera löst mit 0,3 Megapixel auf, was ebenfalls nicht gerade vom Hocker haut.

Selbiges gilt übrigens auch für Videoaufnahmen, welche mit maximal VGA-Auflösung aufgenommen werden können. Wie bei der Foto-Funktion wirken Videos verwaschen, leicht milchig und wenig farbecht. Selbst von einer flüssigen Aufnahme ist das Ascend Y300 weit entfernt, dabei kann der Snapdragon S4 Play laut Qualcomm-Datenblatt immerhin mit der kleinen HD-Auflösung von 1.280 x 720 Pixel umgehen. Von daher ist die unterdurchschnittliche Videoqualität mehr als nur ernüchternd und trübt ein wenig das bisher recht positive Bild des Ascend Y300. Foto- und Video-Aufnahmen können übrigens entweder im internen Speicher abgelegt werden oder auf der MicroSD. Der interne Speicher ist übrigens zu knapp 2 GB frei nutzbar, der Rest geht für Android und die Huawei-Apps drauf.

 

Software

130616_01Immerhin recht aktuell ist Huawei mit dem vorinstallierten Android 4.1.1 Jelly Bean, über welches der Konzern die hauseigene Huawei Emotion UI darüber legt. Eine Besonderheit dieser Oberfläche ist der fehlende App Drawer. Neu installierte Apps werden ähnlich wie bei Apples iOS oder der MIUI Aftermarket Firmware auf dem Homescreen abgelegt. Diese landen standardmäßig auf der letzten Seite und wenn diese voll ist, wird automatisch eine neue Seite erstellt und hinzugefügt. Der Homescreen unterstützt übrigens maximal 9 Seiten, womit das Ascend Y300 aber merklich zu kämpfen hat, insbesondere bei intensiver Nutzung von Android-typischen Widgets. Wer von der klassischen Android-Bedienung her kommt, der muss sich somit erst einmal an dieses Konzept gewöhnen. Immerhin unterstützt die Emotion UI das erstellen von Ordnern, damit man wenigstens etwas Ordnung wahren kann.

Erfreulicherweise bietet Huawei wie die Samsung-Konkurrenz Schnellzugriffe auf verschiedene Funktionen des Gerätes im Notification Panel an, beispielsweise um schnell WLAN, Bluetooth und so weiter aus- oder einzuschalten. Neu hinzugekommen ist der sogenannte Profil-Manager der sich bei Bedarf komplett über das Display legt und einem so den schnellen Zugriff auf unterschiedliche Profile ermöglicht, die auch individuell gestaltet werden können.
Die Tastatur unterstützt mehrere Sprachen, jedoch gibt es beim deutschen Layout keine extra Tasten für die Umlaute ä,ö,ü und ß. Diese sind über die jeweiligen Vokale bzw. Konsonanten erreichbar, die Sonderzeichen sind in einer separaten Übersicht zu finden. Was jedoch wirklich mehr als nur störend war: Im Browser stellte sich das Tastatur-Layout immer wieder auf Englisch zurück, sodass bei jeder neuen Eingabe im Browser die Tastatur zurück auf Deutsch umgestellt werden musste. Immerhin befindet sich für den Wechsel des Layouts eine separate Taste jederzeit erreichbar auf der Tastatur. Dennoch ein grober Schnitzer von Huawei.

Fazit

130616_08Das Fazit zum Ascend Y300 fällt wirklich schwer, auch wenn es für einen Preis von aktuell knapp 129,- Euro wenig wirklich vergleichbare Konkurrenz in punkto Ausstattung gibt. Mit seinem Dualcore-Prozessor und dem wirklich großen Akku, kann sich das Ascend Y300 zumindest auf dem Datenblatt von in der Einsteiger-Klasse absetzen. Ebenfalls sehr positiv zu werten ist die Verarbeitung, jedoch wird der Eindruck von der sehr niedrigen Helligkeit wieder getrübt. Von daher ist es wirklich eine Frage der Kompromiss-Bereitschaft, ob man das Ascend Y300 in der Preisklasse bis 150,- Euro empfehlen kann. Für Einsteiger in die Android-Welt, die mit etwas kleinem und günstigen anfangen wollen, ist das Ascend Y300 dagegen wirklich zu empfehlen. Auch als Zweitgerät bzw. Ersatzgerät für Outdoor Aktivitäten findet das Ascend Y300 durchaus seinen Platz. Gerade die Verarbeitungsqualität ist hier ausschlaggebend. Wer jedoch viel Wert auf ein gutes Display und Multimedia-Eigenschaften legt, der sollte das Ascend Y300 links liegen lassen und auf ein anderes Android Smartphone der reichhaltigen Produktpalette von Huawei zurückgreifen. Insgesamt gesehen jedoch ist das Ascend Y300 in seiner Preisklasse quasi ungeschlagen.

Wertung
Geschwindigkeit 2/5
Display 3/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

Test HUAWEI Ascend P6

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

4 Kommentare

  1. Pingback: Let’s just consider other Android makers | Homo Ludditus

  2. Ich finde den Punkt mit der niedrigen Helligkeit nicht wirklich gravierend, wenn man nicht gerade in der Sonne sitzt. Weitaus negativer ist für mich der sehr gering dimensionierte RAM-Speicher von 512 MB, was sich häufig bemerkbar macht. Mehrere Apps kann man somit kaum betreiben, ohne dass es zu einigen Gedenksekunden kommt – oder es werden gleich Apps geschlossen. 1 GB RAM sollten heute Minimum bei jedem Smartphone sein.

    • Als das Ascend Y300 vor gut einem Jahr auf den Markt kam, waren 512 MB noch in seiner Klasse üblich. 😉

      • Die Zeiten ändern sich so schnell… 😉 Aber mir waren die 512 MB schon am Anfang viel zu wenig. Schön ist natürlich, dass es immer mehr mehr für das gleiche oder noch weniger Geld gibt.

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