[Test] HUAWEI Honor T1 Tablet – Ab wann ist preiswert, billig?

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HUAWEI Honor T1 Test

Mit dem Honor 6 hat HUAWEI ein richtig gutes Android Smartphone auf den Markt gebracht und mit dem HUAWEI Honor T1 ist nun das erste Tablet verfügbar. Allerdings stellt man sich die Frage, ob ein Tablet für 130 Euro überhaupt etwas taugt. Unser Test des Android Tablets soll diese Frage beantworten.

HUAWEI kannte man hierzulande bisher nicht gerade für hochwertige Smartphones mit Android als Betriebssystem. Zumindest ist der breiteren Masse der Hersteller aus China weniger ein Begriff gewesen was hochklassige Geräte betrifft. Das hat sich spätestens mit dem HUAWEI Ascend Mate 7 (zum Test) und dem HUAWEI Honor 6 (zum Test) geändert: Beide Smartphones sind in der Oberklasse-Klasse zu Hause, was man vom dem HUAWEI Honor T1 Tablet nicht gerade behaupten kann. Mit knapp 130 Euro ist es deutlich preiswerter als die beiden genannten Smartphones und man fragt sich, was für ein billiges Tablet das wohl sein muss. Bei HUAWEI täuscht manchmal allerdings der Preis über die wirklichen Qualitäten der Geräte hinweg und aus Billig wird unerwartet das Prädikat Preiswert.

HUAWEI Honor T1 Test

 

Technische Daten des HUAWEI Honor T1

Technische Daten


Prozessor

Qualcomm Snapdragon 400 Quad-Core mit 1,2 GHzt
GPU: Adreno 305

Betriebssystem

Android 4.3 Jelly Bean mit Emotion UI 1.6

Interner Speicher

16 GB interner Speicher

RAM

1 GB

Modellbezeichnung

S8-701w

Display

8 Zoll HD IPS Display mit 1.280 x 800 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

210,6 x 127,7 x 7,9 mm

Gewicht

360 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff/Aluminium

Kamera

5 Megapixel Kamera, 0,3 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/4.800 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

bis zu 480 Std.

Netz

n/a

Preis

UVP 129,99 Euro 16 GB (ab 129,99 Euro, Stand 18.01.15)
Besonderheit Aluminium-Rückseite

 

Zubehör

HUAWEI Honor T1 Test

Schon mit der Verpackung will der chinesische Hersteller deutlich machen, dass es sich bei dem HUAWEI Honor T1 um ein Tablet anders als die anderen handelt. Wie das Honor 6 auch kommt der Karton in einem hellen Blau daher und hat kein Bild des Gerätes auf der Front. Stattdessen erblickt einen lediglich der Name des Android Tablets und das war es. Sehr spartanisch, ebenso wie das im Lieferumfang befindliche Zubehör: Neben einem USB-Kabel, dem Netzteil-Adapter und der Kurzanleitung nebst Garantiebestimmungen in gedruckter Form gibt es nichts weiter in dem Paket. Man könnte es auch als „sehr übersichtlich“ beschreiben.

 

Design und Verarbeitung

Einem günstigen bzw. billigen Gerät hängt meistens das Image an, dass sie sich auch entsprechend billig anfassen. Bei dem HUAWEI Honor T1 ist das nicht wirklich der Fall: Der erste Blick auf das Tablet hinterlässt einen unerwartet guten Eindruck wenn man sich den Preis von knapp 130 Euro vor Augen hält. Eine weiße Front, silberfarbige Umrandung, eine Rückseite aus Aluminium und mattiertem Kunststoff weiß direkt zu begeistern. Der einzige erste Kritikpunkt auf den ersten Blick ist der sehr große Rahmen um das Display herum und das gefühlt hohe Gewicht.

Schaut man sich das Android Tablet noch mal etwas genauer an, dann bestätigt sich der erste Eindruck: Das HUAWEI Honor T1 ist sehr sauber verarbeitet und zumindest bei unserem Test-Exemplar gibt es keine ungleichmäßigen Spaltmaße oder unangenehm kantige Übergänge. Der Konzern aus China zeigt einmal mehr, dass auch vermeintlich billige Geräte bestens verarbeitet sein können und sich nicht hinter den ganz großen Namen der Oberklasse verstecken müssen. Vor allem die Aluminium-Rückseite hebt mit ihrer leicht angerauten und kühlen Oberfläche die Haptik auf. Lediglich die silberne Zierleiste dient für das Tablet als optisches Stilelement. Der Rest des Gehäuses ist vergleichsweise langweilig bzw. zurückhaltend.

Die Frontseite des HUAWEI Honor T1 nimmt natürlich das Display ein, welches mit seinen 8 Zoll in der Diagonale eine angenehme Größe besitzt. So gut die Darstellung auch sein mag was die Helligkeit betrifft – dazu später mehr – umso ärgerlicher ist die Beschichtung der Glasscheibe: Diese ist extrem anfällig für Fingerabdrücke. Selbst in der Einsteiger-Klasse kann man mittlerweile eine zumindest etwas Fettabweisende Beschichtung erwarten, damit Fingerabdrücke nicht auf dem Display zurückbleiben. Insbesondere wenn das HUAWEI Honor T1 vom Hersteller als der ideale Begleiter für „Digital Natives“ vermarktet wird. Es wird sich wohl kaum jemand hinstellen und dauernd das Display putzen wollen, weil es von Fingerabdrücken und irgendwelchen Schlieren nur so übersät ist.

Lässt man das mal Beiseite, dann erblickt einem oberhalb des Displays ein kleiner Lautsprecher, welcher auf der rechten Seite von einer versteckten Status-LED, einer Frontkamera sowie Sensoren für Helligkeit und Annäherung flankiert wird. Auf der linken Seite ist nichts verbaut und auch sonst findet sich auf der Frontseite nichts weiter vor. Sensor-Tasten unterhalb des Displays sind keine vorhanden, da HUAWEI die Bedienung mit den OnScreen-Tasten von Android vorsieht. Eine Sache die von vielen Nutzern mittlerweile bevorzugt wird. Die Status-LED selbst ist zwar mehrfarbig, allerdings lassen sich wohl nur Rot, Grün und Gelb von entsprechenden Apps ansteuern und für Benachrichtigungen nutzen. Schon ein wenig schade, denn nicht viele Tablets besitzen eine solche LED.

HUAWEI Honor T1 Test

Die einzigen Hardware-Tasten des HUAWEI Honor T1 befinden sich auf der rechten Seite des Rahmens. Namentlich sind das die Power-Taste und die Lautstärke-Wippe. Interessant ist, dass die Tasten in dem rundlichen Übergang zwischen der Seite des Rahmens und der Rückseite verbaut sind, sodass sie leicht schräg im Rahmen selbst sitzen. Beim drücken dieser Tasten ist das von Vorteil, da man mit seinem Finger direkter auf den Tasten aufliegt und diese nicht seitlich drücken muss. Obwohl sie einen guten Druckpunkt besitzen, der weder zu hart noch zu weich ist und angenehm deutlich aus dem Gehäuse hervorstehen, sitzen die Tasten selbst sehr wackelig im Rahmen. Wer das Tablet häufiger benutzt könnte sich daran stören.

Auf derselben Seite etwas weiter unten befindet sich eine größere Klappe, hinter welcher der MicroSD-Slot verborgen ist. Offiziell nimmt das HUAWEI Honor T1 MicroSD-Karten mit maximal 32 GB auf laut Datenblatt. Die Aufmerksamkeit erregt neben dem MicroSD Slot ein weiterer vermeintlicher Slot. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen Dummy, wo bei dem 3G- bzw. LTE-Modell die SIM-Karte ihren Platt findet. Sofern sich Honor respektive HUAWEI dazu entscheidet, ein solches Modell auf den Markt zu bringen. Rechts unten im Rahmen befinden sich zudem die MicroUSB-Buchse und das Mikrofon für Videotelefonie. Die Stirnseite ziert lediglich die 3,5 mm Audiobuchse für Kabel-Kopfhörer.

Die Rückseite besteht wie bereits erwähnt überwiegend aus Aluminium, was die Haptik des HUAWEI Honor T1 deutlich aufwertet. Neben dem aufgedruckten honor-Logo, der Modellnummer und dem CE-Prüfkennzeichen ist lediglich in der linken oberen Ecke die 5 Megapixel Kamera verbaut.

 

Display

HUAWEI Honor T1 Test

Für 130 Euro kann man eigentlich kein großartiges Display erwarten. Schließlich muss an irgendeiner Stelle ja gespart werden und das machen Hersteller von preiswerteren Geräten in der Regel bei der Verarbeitung, dem Gehäuse und dem Display. Für das HUAWEI Honor T1 trifft das aber alles fast nicht zu. Das Display des HUAWEI-Tablets hat sowohl richtig gute Stärken, aber auch einen entscheidenden Nachteil und das ist die Auflösung. 1.280 x 800 Pixel sind für ein 8 Zoll Android Tablet heutzutage wirklich wenig. Ein „Digital Native“ wird schon einiges mehr machen als nur etwas im Netz zu surfen. Gerade bei Filmen und Bildern macht sich der fehlende Detailreichtum bemerkbar.

Womit das IPS-Panel neben der hohen Blickwinkelstabilität jedoch punkten kann ist die Helligkeit sowie die Beleuchtung an sich. Einerseits ist die maximale Helligkeit recht hoch und auf der anderen Seite auch wieder sehr dunkel einzustellen. Was jedoch wirklich zu begeistern weiß ist die sehr sanft reagierende Automatik für die Helligkeit: Während so manches andere Android Tablet regelrecht ruckartig die Helligkeit erhöht oder verringert, passt sich das HUAWEI Honor T1 sichtlich langsamer an. Für die Augen ist ein solch langsamer Wechsel wesentlich angenehmer, wenn man beispielsweise das Deckenlicht oder eine Leselampe ein- bzw. ausschaltet. Trotzdem bleibt unterm Strich die niedrige Auflösung zu bemängeln, die einfach nicht mehr zeitgemäß wirkt.

 

CPU und GPU

HUAWEI Honor T1 Test

Da es sich bei dem HUAWEI Honor T1 um ein Android Tablet der unteren Mittelklasse handelt preislich gesehen, kommt auch ein entsprechender Prozessor zum Einsatz. Dabei handelt es sich um einen Snapdragon 400 Quad-Core von Qualcomm, dessen vier Kerne mit bis zu 1,2 GHz getaktet werden. Wer es ganz genau wissen will: Es handelt sich um das Modell MSM8226. Das der Prozessor nicht zu den schnellsten gehört merkt man durchaus, denn die Oberfläche kommt manchmal deutlich zum ruckeln. Im AnTuTu erreicht das Tablet daher lediglich 16.394 Punkte. Andererseits kann man wohl kaum allzu viel mehr für ein 130-Euro-Tablet erwarten.

Zum Spielen ist das HUAWEI Honor T1 eher weniger geeignet und das sieht man bereits im AnTuTu-Benchmark: Die Adreno 305 GPU ist deutlich überfordert und der grafische Test ist eine echte Ruckel-Orgie. Daher eignet sich das Android Tablet im Allgemeinen bestenfalls für einfachere Spiele, bei denen kaum irgendwelche Bombast-Grafik mit ausufernden Licht-, Partikel- oder sonstige Effekte zum Einsatz kommen. Könnte man meinen, aber hier überrascht HUAWEI dann doch: Der Action-Shooter mit Cyberpunk-Atmosphäre Deus Ex The Fall ist tatsächlich bis zu einem gewissen Grad spielbar. Natürlich nur wenn man die grafischen Optionen auf das Minimum herunter fährt, aber es ist spielbar.

 

Akku

Womit das Billig-Tablet definitiv glänzen kann ist der Akku. Satte 4.800 mAh spendiert HUAWEI dem HUAWEI Honor T1, während die Konkurrenz in diesem Preisbereich bestenfalls einen 4.000 mAh fassenden Akku verbaut. Das macht sich deutlich bei der Ausdauer bemerkbar. Im Standby verspricht HUAWEI eine Ausdauer von bis zu 20 Tagen, was gar nicht mal so unrealistisch ist. In vier Tagen des Nicht-Gebrauchs sind gerade mal gute 13 Prozent vom Akku verbraucht und das im standardmäßig aktivierten Modus „Intelligent“, welcher eine Mischung aus Leistung und Energiespar-Maßnahmen darstellt.

Im aktiven Gebrauch sollte erwartungsgemäß die Kapazität schnell in Richtung der 0 Prozent sinken. Aber auch hier überrascht das kleine Tablet äußerst positiv, denn in der Dauerwiedergabe eines Filmes ist erst nach gut sechseinhalb Stunden das HUAWEI Honor T1 am Ende seiner Puste angelangt. Ein mehr als respektabler Wert für ein solch preiswertes Tablet und erst Recht bei diesem Akku.

 

Konnektivität

HUAWEI Honor T1 Test

Im Bereich der Verbindung zur Außenwelt zeigt sich das Gerät nur bedingt kommunikativ. So unterstützt das WLAN-Modem lediglich die Standards b, g sowie n und das lediglich im 2,4 GHz Band. Dualband beherrscht das HUAWEI Honor T1 nicht, was sich aber nicht gerade negativ auf die Geschwindigkeit bei Downloads auswirkt. Diese sind trotz allem vergleichsweise flott bei größeren Dateien. Des Weiteren sind noch ein Bluetooth 4.0 Chip verbaut und GPS beherrscht das Tablet ebenso. Die Positionsfindung erfolgt unter freiem Himmel nicht allzu schnell. Ein bis zwei Minuten sollte man schon einplanen, bevor man das Honor T1 als Navi verwenden will.

Daten kommen auf den Speicher entweder über ein MicroUSB-Kabel vom Desktop-Rechner, über das Internet oder per MicroSD-Karte. Externe USB-Hardware wie eine Tastatur oder einen USB-Stick lässt sich mit dem HUAWEI nicht nutzen: Der MicroUSB-Port besitzt keine Host-Funktion.

 

Kamera

HUAWEI Honor T1 Test

Auf der Rückseite sitzt die seit Jahren obligatorische Kamera, welche im HUAWEI Honor T1 mit 5 Megapixel auflöst. Das klingt schon auf dem Datenblatt nicht wirklich berauschend und so zeigt sich auch das Ergebnis. Aufnahmen sind vergleichsweise dunkel, unscharf und vor allem zum Bildrand hin nimmt das Grundrauschen sichtlich zu. Zusätzlich wirken die Farben nicht gerade natürlich, was durch die allgemein geringe Helligkeit bedingt ist. Zu viel mehr als einem schnellen Schnappschuss taugt die Kamera somit nicht. Die maximale Auflösung der Kamera mit ihren 5 Megapixeln steht nur im Kleinbildformat zur Verfügung, während die höchste Auflösung für das Breitbildformat bei 2,4 Megapixeln liegt.

Der Foto-Vergleich mit einer Sony Smart Shot QX10, der Canon EOS 600D und einem HTC Nexus 9 zeigt sehr deutlich die erwartungsgemäß schlechte Bildqualität:

Das sich die Qualität von Videos nicht in höheren Sphären bewegt dürfte klar sein. Hier kommt allerdings hinzu, dass das Licht zum Überzeichnen neigt und dunkle Hintergründe fast zu einem großen Ganzen verschmelzen. Auch das Grundrauschen ist sehr hoch, was bei einem starken Tearing-Effekt die Aufnahme zusätzlich verschlechtert.

Die Kamera-App selbst zeigt sich sehr einfach wie man es von den meisten Herstellern gewohnt ist. Am rechten Bildschirmrand sind der Auslöser untergebracht, der Schnellzugriff auf die Galerie und der Schalter zum Wechsel zwischen Foto- und Video-Aufnahme. Auf der linken Seite ist der Wechsel zwischen Rück- und Frontkamera sowie ein Button, welcher die Menü-Punkte für Aufnahmemodus (Einzelbild, Panorama, Serienbild), Aufnahme-Effekt (Keiner, Negativ, Mono, Sepia), Weißabgleich und die Optionen der App selbst. Diese zeigen sich ebenfalls recht spartanisch.

 

Multimedia

HUAWEI Honor T1 TestWie bei den meisten Geräten auch sind diverse Apps zur Medienwiedergabe vorinstalliert, um Musik und Filme wiederzugeben sowie Bilder anzuzeigen. Dafür besitzt das Tablet intern verbaute 16 GB an Speicher, wovon für den Nutzer tatsächlich insgesamt 12 GB frei zur Verfügung stehen. Ursprünglich wurde das Tablet mit nur 8 GB internen Speicher für 129,99 Euro angekündigt, aber für die EU-Version hat man sich nun für den doppelten Speicher entschieden und das ohne Aufpreis. Dieser lässt sich um zusätzliche 32 GB per MicroSD erweitern. Eine 64 GB fassende MicroSD von SanDisk wollte das Tablet nicht annehmen und auch USB-Sticks lassen sich wie bereits erwähnt mangels USB-Host-Funktion nicht verwenden.

Entgegen der meisten anderen Tablets befindet sich der Lautsprecher auf der Vorderseite des HUAWEI Honor T1. Wer jetzt denkt, dass es sich deswegen um einen hochwertigen Lautsprecher handelt, der wird jedoch enttäuscht. Zwar kann dieser richtig laut werden, aber in der Spitze klingt er stark verzerrt und blechern, sodass es in den Ohren weh tut. Naturgemäß lässt auch der Bass zu wünschen übrig sowie das Klangvolumen allgemein. Für mehr als ein paar kleine Videos für zwischendurch ist der Lautsprecher nicht geeignet. Für längere Videos sind Kopfhörer oder vernünftige externe Lautsprecher sehr zu empfehlen.

HUAWEI Honor T1 Test

Der MP3 Player unterstützt alle gängigen Dateiformate für Musik, eingebettete Alben-Cover und – falls wer so etwas nutzt – auch Songtexte. Letztere sind per Wischgeste zu erreichen. Für die Titel-Bibliothek bietet HUAWEI eine äußerst interessante Option an: Per Filter kann man sämtliche Titel ausblenden lassen bzw. ignorieren, die je nach Vorgabe zwischen 0 und 120 Sekunden lang sind. Alternativ lassen sich auch bestimmte Ordner gezielt in den Optionen ausblenden.

Der Videoplayer, der Bestandteil der Galerie-App ist, beschränkt sich ebenfalls auf die gängigsten Medien-Formate. MKV-Videos gehören allerdings nicht dazu und erfordern einen alternativen Player. Man sollte zudem darauf achten keine FullHD-Filme anschauen zu wollen: Solche Medien bringen das HUAWEI Honor T1 sehr schnell an seine Leistungsgrenze.

 

Software

Der vermutlich größte Kritikpunkt an dem Android Tablet aus China ist das Betriebssystem. Warum HUAWEI auf das längst veraltete Android 4.3 Jelly Bean setzt lässt sich nicht erklären, da selbst die billigsten Android Smartphones wie das Wiko Jimmy (zum Test) bereits mit Android 4.4 KitKat zu haben sind. Ob es überhaupt ein Update auf eine neuere Android-Version geben wird ist ungewiss, denn in diesem Bereich galt HUAWEI die letzten Jahre nicht gerade als vorbildlich. Das Android-Betriebssystem selbst wird von der HUAWEI-eigenen Emotion UI in der Version 1.6 „versteckt“, welche im Vergleich zu den Smartphones um einige Funktionen abgespeckt wurde.

Das fängt bereits in der Quick Settings Leiste an, die sich wirklich nur auf die grundlegendsten Dinge wie WLAN, Bluetooth, Töne, GPS, Drehen des Displays, Screenshots sowie den Regler für die Helligkeit nebst deren automatischer Einstellung beschränkt. Gut, mehr braucht es für ein reines WLAN-Tablet letzten Endes auch nicht, was sich wiederum als ein Vorteil betrachten lässt.

Gewöhnungsbedürftig ist die Emotion UI für diejenigen, die das erste Mal damit in Berührung kommen. Entgegen anderen Hersteller-Oberflächen hat sich HUAWEI an Apple orientiert und verzichtet auf einen klassischen App Drawer: Alle installierten Apps landen auf dem Homescreen. Um eine gewisse Übersicht zu behalten kommt man daher nicht drum herum diverse Ordner anzulegen, in welche man die installierten Apps einsortiert.

Positiv zu erwähnen sind die für HUAWEI-Geräte fast schon typischen App-Zusätze. Auf dem HUAWEI Honor T1 sind die vielen kleinen Tools in der App Tablet-Manager zusammengefasst. Hierzu zählen das Bereinigen des RAM von Cache- und Müll-Daten, eine Möglichkeit im Hintergrund laufende Ressourcen-Fresser aufzuspüren oder der Benachrichtigungsmanager. Über letzteren kann man einstellen, welche Apps sich mit Push-Nachrichten in der Benachrichtigungsleiste melden dürfen. Will man trotzdem von blockierten Apps (Option „Beschränken“ im Dropdown-Menü der Regeln) die Benachrichtigungen einsehen, so sind diese im Reiter „Protokoll“ zu finden.

Eine Sache ist jedoch nicht nachvollziehbar: Über das Werkzeug-Icon in der rechten oberen Ecke gelangt man zu der Option „Vernetzte Apps“. Mit Hilfe dieser kleinen Funktion kann man bestimmten Apps kurzerhand den Zugriff auf das Internet entziehen. Gerade bei bestimmten Apps wie Spielen mit In-App-Käufen ist das eine praktische Sache, wenn man nicht aus Versehen irgendwelche Items für 50 Euro oder so kaufen will. Macht sich gerade dann praktisch, wenn man seinem Nachwuchs das Tablet in die Hände gibt, damit dieser das neuste Casual Game spielen kann.

 

Fazit zum HUAWEI Honor T1

HUAWEI Honor T1 Test

Für 129,99 Euro wird das HUAWEI Honor T1 verkauft und für diesen Preis bekommt man unerwartet viel in die Hand. Weder die Verarbeitung des Gehäuses ist billig, noch die Aluminium-Rückseite und auch das Display kann mit einer sehr hohen Helligkeit und guten Farbwiedergabe punkten. Zu beeindrucken weiß ebenso der gefühlt ewig haltende Akku und lässt das Gerät stattdessen richtig günstig wirken. Was jedoch den sonst so positiven Eindruck trübt sind das veraltete Android 4.3 Jelly Bean, die geringe Auflösung des Displays mit der daraus resultierenden niedrigen Pixeldichte, der kleine RAM und die teils merklich zu geringe Leistung des Prozessors bei der allgemeinen Bedienung.
Für den ersten Versuch über die neue Sub-Marke Honor an Marktanteilen zu gewinnen, ist das umgelabelte HUAWEI MediaPad T1 8.0 richtig gut gelungen. Wer kein Tablet zum Zocken braucht und sich auf die Couch-Benutzung beschränken kann, der erhält mit dem HUAWEI Honor T1 ein richtig gutes Android Tablet zum kleinen Preis.

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Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 4/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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