[Test] Huawei Mate S – Das Beste was Huawei aktuell zu bieten hat!

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HUAWEI Mate S Test

Die IFA ist in der Regel die große Bühne für zahlreiche Produktneuheiten aus der Smartphone-Welt, was HUAWEI dieses Jahr mit dem HUAWEI Mate S auch überzeugend genutzt hatte. Im Gegensatz zur bisherigen Meinung ist das Phablet jedoch nicht der Nachfolger des erfolgreichen Ascend Mate 7, sondern vielmehr die sprichwörtliche S-Klasse. Ob das zu einem Spitzenplatz reicht, soll unser ausführliche Test klären.

Wenn man die Gerüchte im Vorfeld der IFA 2015 verfolgt hatte, dann sollte in Berlin der Nachfolger des unerwartet sehr erfolgreichen HUAWEI Ascend Mate 7 – in Form des HUAWEI Mate 8 vorgestellt werden. Schnell kam noch ein kleineres Mate S ins Gespräch, von dem keiner so recht wusste ob man nun nur die Kennzeichnung ändert oder ein komplett neues Smartphone vorstellt. Nun sind wir mit dem in der Berliner Max-Schmeling-Halle präsentierten HUAWEI Mate S etwas schlauer. Mittlerweile wird sogar explizit betont, dass es sich nicht um den offiziellen Nachfolger handelt, sondern um ein besser ausgestattetes Android Smartphone im Stil der Mate-Serie.

Alleine an dieser Bezeichnung lässt sich bereits erkennen, dass es sich zwar prinzipiell um ein hervorragendes Gerät handeln muss, aber am Ende dann doch ein paar Kleinigkeiten fehlen, um es perfekt zu machen. Eben diese Kleinigkeiten haben sich in unserem Test des HUAWEI Mate S gezeigt, welche den Gesamteindruck jedoch nur minimal trüben.

Technische Daten des HUAWEI Mate S

Technische Daten


Prozessor

HiSilicon Kirin 935 Octa-Core mit 4x 2,2+1,5 GHz und 64-Bit
GPU: ARM Mali T628 MP4

Betriebssystem

Android 5.1.1 Lollipop mit Emotion UI 3.1

Interner Speicher

32 / 64 / 128 GB Interner Speicher (erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

CRR-L09

Display

5,5 Zoll AMOLED Display mit 1.920 x 1.080 Pixel
(Force Touch Technologie beim Premium Modell)

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Annäherung, Licht und HALL

Abmessungen (HxBxT mm)

149,8 x 75,3 x 7,2 mm

Gewicht

156 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium Unibodygehäuse

Kamera

13 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator, 8 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.700 mAh

Gesprächszeit

Bis zu 616 Min. (2G)/830 Min. (3G)/n/a (4G)

Standby-Zeit

Bis zu 424 Std. (2G)/480 Std. (3G)/447 Std. (4G)

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 649 Euro (ab 649,- Euro, Stand 20.09.15)
Besonderheit Regisseur-Modus, Telefon-Manager, starke Low-Light-Leistung der Kamera, bester Fingerabdruck-Sensor, Touch-Gesten für den Fingerabdruck-Sensor, Touch Knuckle 2.0, FM Radio

 

Zubehör

Ausgeliefert wird das HUAWEI Mate S in einem schicken quadratischen Karton, welcher komplett in Schwarz gehüllt ist. Lediglich der Gerätename ist in metallisch-glänzenden Lettern auf dem Deckel eingearbeitet und auf der Rückseite finden sich diverse Hardware-Details und Seriennummern wieder. An das Android Smartphone selbst gelangt man über einen perforierten und abziehbaren Karton-Streifen, wie man ihn unter anderem von Amazons Büchersendungen her kennt. Das wiederum bringt einen weiteren Karton zum Vorschein, welcher nach dem Aufklappen schließlich das eigentliche HUAWEI Mate S frei gibt.

Weiterhin liegen in dem Karton versteckt unter einer Pappabdeckung ein schickes Kabel-Headset, ein USB-Netzteil nebst zugehörigem MicroUSB-Kabel, ein Tool zum Öffnen des SIM-Karten-Trays und eine Kurzanleitung sowie Informationen zur Garantie des HUAWEI Mate S. Eine Besonderheit bietet der Hersteller dann doch, die man so nicht direkt erwartet: Zum Lieferumfang gehört ein Flip-Cover mit Sichtfenster. Einzig die Farbe und der Chemie-Geruch vernichtet ein wenig den hochwertigen Eindruck, welchen das HUAWEI Mate S in der Champagner-silbernen Aufmachung versprüht.

 

Design und Verarbeitung

Spätestens mit dem HUAWEI Ascend P7 hatte der chinesische Konzern gezeigt, dass man sehr wohl ein ansprechendes und vor allem auch hochwertiges Design beherrscht. Auch wenn man behaupten könnte, dass das aktuelle HUAWEI Mate S Phablet wieder wie eine Mischung aus Apple, Sony und  HTC ist, so wirkt es jedoch nicht wie schlecht geklaut. Im Gegenteil: HUAWEI verbindet irgendwie alles zu einem stimmigen Gesamt-Konzept, was sich auch noch hervorragend anfühlt. Und das Rad nun neu zu erfinden, sollte bei der Vielfalt am Markt eine fast unlösbare Aufgabe darstellen.

Das Gehäuse ist wie bei seinem Quasi-Vorgänger, dem HUAWEI Ascend Mate 7 komplett aus Aluminium gefertigt. Dadurch bekommt das Android Smartphone ein höheres Gewicht, was viele noch immer mit einem Premium-Smartphone verbinden. Die Verarbeitung des Gerätes lässt jedenfalls keine Zweifel zu, dass es sich um ein ebensolches Modell handelt. Alles wirkt stimmig und absolut sauber verarbeitet mit gleichmäßigen Spaltmaßen.

Gerade die Details des HUAWEI Mate S wie eine Diamant geschliffene Kante die sich um den Rahmen herumzieht oder die leicht geschwungene Keilform von der Stirnseite betrachtet sind es, welche zu beeindrucken wissen.  Vom Samsung Galaxy Note 4 zum Beispiel hat sich HUAWEI für das HUAWEI Mate S das 2.5D Glas für die Front abgeschaut, welches leicht gewölbt den Übergang zum Rahmen herstellt und über die gesamte Front abdeckt. Überhaupt ist das 5,5 Zoll Display nicht nur erheblich kleiner im Vergleich zum ersten Millionen-Seller des Herstellers, sondern wie nicht anders zu erwarten auch das größte Element der Front.

Bedient wird das Phablet ausschließlich über die Software-Tasten von Android was zur Folge hat, dass unterhalb des Displays nur das HUAWEI-Logo Platz findet und keine kapazitiven Sensor-Tasten. Über dem Display wiederum befindet sich nur der Lautsprecher für die Telefon-Funktion – ja, man kann mit einem Smartphone auch telefonieren – sowie auf der rechten Seite davon die 8 Megapixel Frontkamera und Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung. Eine Besonderheit findet sich auf der linken Seite des Lautsprechers neben einer Multi-Color Benachrichtigungs LED wieder: Ein Blitzlicht für Selfies, der sehr kräftig ist. Über den Sinn oder Unsinn eines solchen Blitzlichtes kann man trefflich streiten. Letzten Endes geht HUAWEI damit nur mit dem Trend, denn Selbstportraits sind bei hippen Jugendlichen und Facebook-Nutzern nach wie vor eine beliebte Beschäftigung.

Wie bereits erwähnt ist der Rahmen des HUAWEI Mate S wie auch die Rückseite komplett aus Aluminium gefertigt, welches lediglich von den notwendigen Plastikstellen unterbrochen wird, damit die Empfangsleistung nicht abbricht. Auf der rechten Seite des Rahmens befinden sich die einzigen physischen Tasten des Gerätes: Die Lautstärke-Wippe und die Power-Taste. Beide sind aus Metall gefertigt und können mit einem straffen Tastenhub sowie deutlichem Druckpunkt begeistern. Wie schon beim HUAWEI P8 ist auch die Power-Taste nicht mehr ein kleiner rechteckiger Knopf, sondern ein länglicher und damit besser zu erfühlender Button.

Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich nur ein einziger Tray-Schlitten, in welchem sich je nach Wunsch entweder eine SIM-Karte (Nano-SIM) und eine MicroSD-Speicherkarte einlegen lassen, oder zwei SIM-Karten (Nano-SIM + Micro-SIM) ohne MicroSD. Einen solchen hybriden SIM-Slot nutzt HUAWEI im Mate S nicht zum ersten Mal. Tatsächlich kam dieser bereits letztes Jahr erstmals in europäischen Gefilden im HUAWEI Ascend P7 zum Einsatz. Weitere Elemente jeglicher Art finden sich nicht auf der linken Seite des Rahmens wieder.

Da unter Android 6.0 Marshmallow offiziell der neue USB Typ-C Standard für USB-Kabel unterstützt wird, ist die Wahl von HUAWEI für einen normalen MicroUSB-Anschluss bei Fans von State-of-the-Art-Technologien weniger nachzuvollziehen. Ist im Prinzip auch nicht verwerflich, denn schlecht wird dieser Standard dadurch ja noch lange nicht. Vor allem wenn die Buchse so sauber in den Rahmen gefräst wurde wie m Fall des HUAWEI Mate S. Kein Kunststoff-Einfassung und keine scharfen Kanten zieren den Anschluss, welcher von zwei Lautsprecher-Gittern eingerahmt wird. Von diesen ist jedoch nur eines auch wirklich ein Lautsprecher und das auch ein ziemlich kräftiger. Sozusagen als Design-Element werden die Bohrungen selbst von zwei kleinen Schrauben flankiert.

Auf der Stirnseite des Gerätes findet sich wie üblich bei Android Smartphones die 3,5 mm Audio-Buchse wieder, welche das beiliegende Kabel-Headset aufnimmt. Auch wenn es vielleicht auf den ersten Blick so aussieht: Der kleine schwarze Punkt in der Mitte ist nur eines der drei Mikrofone und kein Infrarot-Sender zum Steuern der heimischen Multimedia-Technik.

Spannend wird es wiederum auf der Rückseite des HUAWEI Mate S, denn dort befindet sich nicht nur eine großartige Kamera mit 13 Megapixel Auflösung, optischem Bildstabilisator und einem TrueTone-Blitzlicht, sondern auch der neue Fingerabdruck-Sensor. Diesen hat HUAWEI nochmals erheblich verbessert, sodass der Zusatz Version 2.0 sehr zutreffend ist. Nicht nur reagiert dieser nochmals schneller als der Sensor im HUAWEI Ascend Mate 7, HUAWEI hat ihm sogar neue Funktionen zur Steuerung des Smartphones beigebracht. Aber dazu gibt es im Bereich Software mehr.

Einzig die minimal hervorstehende Kamera auf der Rückseite des HUAWEI Mate S ist ein kleiner Kritikpunkt am Gehäuse, denn dadurch liegt das Android Smartphone nicht vollkommen eben auf dem Tisch auf. Da die Einfassung jedoch rechteckig angelegt ist, wird zumindest ein deutliches wackeln des Gerätes verhindert, wenn man auf dem Touchscreen herum wischt.

 

Display

War das Ascend Mate 7 noch mit einem schier riesigen 6 Zoll Display ausgestattet, geht es HUAWEI mit dem neusten Zuwachs der Mate-Familie etwas Massen tauglicher an. Mit 5,5 Zoll in der Diagonale ist das HUAWEI Mate S etwas handlicher ausgefallen und auch etwas schärfer. Denn an der Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel ändert sich nichts. Nur das die Pixeldichte aufgrund des halben Zoll kleineren Displays nun bei nominell 401 PPI liegt.

Neu ist jedoch, dass der Hersteller für das Panel des HUAWEI Mate S auf die AMOLED-Technologie von Samsung setzt. Damit gehen sehr kräftige Farben und eine hohe Helligkeit mit einem niedrigeren Energieverbrauch einher. Das bedeutet aber auch, dass der Schwarzwert nahezu perfekt ist und ohne einen leichten Grauschleier auskommt. Für das Betrachten von Filmen, Bildern und Fotos eine sehr hilfreiche Eigenschaft. Dennoch kann es sein, dass die kräftigen Farben für manchen zu kräftig und unnatürlich wirken. Für diesen Fall hat HUAWEI dem HUAWEI Mate S eine Option spendiert, mit deren Hilfe sich die Farbtemperatur zumindest ein wenig anpassen lässt.

Den grundlegend guten Eindruck kann die maximale Helligkeit jedoch nicht halten, auch wenn es im direkten Sonnenlicht noch gut abzulesen ist. Einzig bei spitzen Winkeln stellt sich eine leichte Verfälschung der Farben ein, was den ansonsten sehr positiven Eindruck trübt.

Wirklich schade ist jedoch, dass HUAWEI sich die Force Touch Technologie voraussichtlich nur für das absolute Spitzen-Modell Mate S Premium mit 128 GB internem Speicher aufhebt, welches zudem „noch“ nicht in Europa zu haben ist. Mit dieser Technologie ist das Unternehmen sogar Apple seinem iPhone 6s zuvor gekommen was Smartphones anbelangt: Ein Touchscreen, welcher den ausgeübten Druck erkennen und je nach App entsprechend verarbeiten kann. Laut HUAWEI könnte das Mate S auf diese Weise als Waage für bis zu 400 Gramm schwere Objekte taugen.

Wer sich die Präsentation des HUAWEI Mate S zur IFA 2015 angeschaut hat wird sich jetzt fragen, wieso wir Force Touch (zum Beitrag) nicht erwähnt haben. Der Grund dafür ist einfach: Das Druck-sensitive Display ist ersten Gerüchten zufolge nur der Premium-Version des Mate S vorbehalten, welche mit satten 128 GB an internem Speicher verkauft wird. Ob dieses Modell ebenso wie die Variante mit 64 GB internem Speicher offiziell nach Deutschland kommt ist noch ungeklärt. Ein Punkt, welchen wir bereits in unserem ersten Eindruck angesprochen haben (zum Beitrag).

 

CPU und GPU

HUAWEI ist seit einiger Zeit mit zu den Smartphone-Herstellern zu zählen, welche auf eine eigene Prozessor-Entwicklung und –Fertigung zurückgreifen können. Zwar sind die Prozessoren der Kirin-Reihe rein von der Leistung her keine große Gefahr für Qualcomm oder Samsung, aber für den Alltag reicht die verfügbare Power mehr als aus. Dafür sorgt im HUAWEI Mate S der vom HUAWEI P8 her bekannte HiSilicon Kirin 935, bei dem es sich um einen auf dem Cortex A53 basierenden Octa-Core-Prozessor.

Dieser besteht aus zwei Quad-Core-Clustern zu jeweils 2,2 respektive 1,5 GHz für unterschiedliche Aufgaben. Das reicht im AnTuTu Benchmark mit 52.664 Punkten vielleicht nicht zu Bestmarken, die auch einem Samsung Galaxy S6 gefährlich werden, aber Micro-Ruckler treten deswegen so gut wie nie auf. Dafür sorgen nicht zuletzt die 3 GB RAM, was insbesondere dem Multitasking zugute kommt. Das Starten von Apps, der Wechsle zwischen diesen und Animationen der Oberfläche laufen sprichwörtlich Butter weich ab.

Einzig im Bereich der Grafikleistung zeigt das HUAWEI Mate S ernsthafte Schwächen für ein Spitzen-Smartphone. Je nach Spiel hat die ARM Mali T624 MP4 ordentlich zu arbeiten. Während Real Racing 3 zum Beispiel mit maximalen Details flüssig spielbar ist, kommt es bei Asphalt 8 oder GTA San Andreas sichtlich zu Rucklern. Trotzdem eignet sich das Smartphone von HUAWEI auch für Spieler – Sofern mit leichten Abstrichen bei den Grafikdetails leben kann.

 

Akku

Mit 7,2 mm ist das HUAWEI Mate S erfreulich flach gehalten, was auf einen großen Akku hoffen lässt. Gerade wenn man sich das HUAWEI Ascend Mate 7 vor Augen hält, wirkt der fest verbaute Akku mit seinen 2.700 mAh arg klein. Wer jetzt Angst bekommen hat über einen Kurzstreckensprinter kann beruhigt aufatmen: Im Dauertest verspricht das Phablet trotz des vermeintlich kleinen Akkus ein ordentliches Stehvermögen von locker mehr als einen Tag. Selbst bei stärkerer Nutzung kommt man unerwartet gut bis zum Abend über die Runden, was sich unter anderem in gut 5 Stunden im Dauerbetrieb mit eingeschaltetem Display bemerkbar macht. Man kann HUAWEI also attestieren, das HUAWEI Mate S ordentlich abgestimmt zu haben. Insbesondere im Vergleich zum P8 mit seinem nur minimal kleineren Akku.

Um noch etwas mehr Energie aus dem Akku heraus zu kitzeln, hat HUAWEI mit der Emotion UI einen kleinen Dienst spendiert, welcher besonders Energie-hungrige Apps aufspüren und beenden kann. Letzteres erfolgt jedoch nur auf ausdrückliche Anweisung des Nutzers, sobald die entsprechende Warnung in der Benachrichtigungsleiste auftaucht. Eine kleine Entschädigung für Power-User dürfte da die Schnelllade-Elektronik sein, womit der Akku schneller als normal gefüllt wird. Entsprechendes Netzteil natürlich vorausgesetzt.

 

Konnektivität

Eigentlich könnte man bis zu dieser Stelle erwarten, dass HUAWEI als einer der führenden Netzwerkausrüster der Mobilfunkbranche in die Vollen geht und dem HUAWEI Mate S die volle Bandbreite an Funktechnologien spendiert. Leider ist dem nicht so und hier kommt die erste wirkliche Kritik zum Tragen: Das Android Smartphone bietet neben LTE Cat4 mit maximal 150 Mbit/Sekunde im Download lediglich Singleband-WLAN. Heißt konkret, dass WLAN-Verbindungen nur über das 2,4 GHz Band laufen und nicht alternativ über das schnellere 5 GHz Band. Für ein Premium-Smartphone – welches das HUAWEI Mate S schließlich sein will – sind das zwei Dinge, die nicht gerade positiv wirken.

Ansonsten ist nahezu nichts zu vermissen, was es an Funktechnologien gibt. Von Bluetooth 4.0 über GPS, GLONASS (Russland), BeiDou (China) bis hin zu NFC gibt es die volle Bandbreite. Selbst ein FM Radio ist vorhanden, was gerade bei Top-Modellen in der letzten Zeit zu einer echten Seltenheit geworden ist. Lediglich auf Infrarot muss man im HUAWEI Mate S verzichten.

Auch wenn es heutzutage nicht mehr zu den wichtigsten Funktionen zählt, so kann man mit dem HUAWEI Mate S auch dies problemlos machen. Beide Gesprächspartner sind klar und deutlich zu verstehen, ohne das der Ton in den Spitzen ins blecherne übergeht. Die Geräuschunterdrückung arbeitet dank der drei im Gerät verbauten Mikrofone vorbildlich.

Auf eine nicht ganz unwichtige Sache müssen wir an dieser Stelle aber noch hinweisen und das ist die Sache mit der Dual-SIM-Unterstützung. Lediglich die im freien Handel verfügbaren Modelle besitzen den Hybrid-Slot: Kauft man das Android Smartphone bei einem Mobilfunkanbieter, dann handelt es sich nur um ein Single-SIM-Modell mit festem MicroSD-Slot.

 

Kamera

Schon mit dem P8 zeigte HUAWEI, dass das Unternehmen eine hervorragende Kamera in ein Smartphone packen kann. Von daher versteht es sich fast von selbst, dass das HUAWEI Mate S dieselbe Optik mit all den technischen Spielereien des HUAWEI P8 übernimmt. Das heißt, dass eine 13 Megapixel Optik mit einer Blende von f/2.0 zum Einsatz kommt, ein sehr gut arbeitender optischer Bildstabilisator und der schon im P8 gefeierte RGBW-Sensor, welcher neben den drei Grundfarben Rot, Blau und Grün auch Weiß. Letzteres hilft dabei, die allgemeine Helligkeit zu erhöhen und das Bildrauschen zu verringern.

Das Ergebnis sind scharfe, natürliche und Kontrastreiche Fotos, die auch bei schlechten Lichtverhältnissen überdurchschnittlich gut ausfallen. Auch Details sind sehr ausgeprägt wenn man hineinzoomt, was nicht zuletzt auf ein niedriges Bildrauschen zurückzuführen ist. Hier spielt der zusätzliche RGBW-Sensor seine Stärken voll aus. Sicherlich sind die Kameras eines Samsung Galaxy S6 und vor allem die des LG G4 besser, aber das HUAWEI Mate S muss sich keinesfalls hinter diesen Geräten verstecken.

Einen ersten Eindruck soll unser übliches Testfoto verschaffen, welches gegen eine Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem sehr ähnlichen HUAWEI P8 antritt:

Was für die Fotos der Kamera gilt, kann man nahezu 1:1 auch für Videos übernehmen. Die maximale Auflösung liegt bei 3.840 x 2.160 Pixel – dem 4K UHD Standard – und auf Seiten der Kamera-Modi unterstützt das Premium-Phablet Slow-Motion-Videos mit 120 Frames/Sekunde bei FullHD-Videos. Beschränkt man sich auf die einfache HD-Auflösung, sind es sogar bis zu 240 Frames/Sekunde. Damit sind sehr kreative Videos möglich, die man zu einem tollen Video zusammenschneiden kann. Die Bildqualität der Videos selbst ist ausgewogen, das Bildrauschen niedrig und auch die Helligkeit sowie Details sind sehr hoch.

Highlight dürfte jedoch ein sogenannter „Professioneller Modus“ sein, welcher umfangreiche Möglichkeiten bei der Feinjustierung der Bilder erlaubt. Von Weißabgleich über ISO-Wert, Belichtung, Verschlusszeit und noch einiges mehr gibt HUAWEI dem Fotografierenden etliche Werkzeuge an die Hand, um das bestmögliche aus der Kamera des HUAWEI Mate S heraus zu holen.

Da sich das HUAWEI Mate S und das P8 große Teile der Hardware teilen, kommt dementsprechend auch dieselbe Kamera-Software zum Einsatz. Neben den einfachen Foto- und Video-Modi kann man mit speziellen Spielereien wie der Lichtmalerei sich kreativ austoben, ohne das HUAWEI dabei auf eine überaus komplizierte Bedienung zurückgreift. Für Videos hat HUAWEI dem Mate S jedoch eine kleine Besonderheit spendiert, die schon beim HUAWEI P8 zu echter Begeisterung verleitete: Der Regisseur-Modus.

Dabei handelt es sich um eine kleine App, die man mit nahezu jedem beliebigen Android Smartphone oder Android Tablet teilen kann, welche schließlich per WiFi Direct die Verbindung zum HUAWEI Mate S herstellt. Bis zu drei weitere Geräte lassen sich so zusammenschalten und eine Szene aus vier verschiedenen Blickwinkeln simultan aufnehmen. Der Mate S Nutzer agiert dabei als der namensgebende Regisseur, welcher zwischen den verschiedenen Perspektiven hin und her wechselt, um daraus ein komplettes Video zu drehen. Das geht dermaßen leicht von der Hand, dass man immer wieder neue Videos aufnehmen will.

 

Multimedia

Das eine solche Kamera auch nach einiges an Speicherplatz verlangt, liegt fast schon auf der Hand. Umso erfreulicher, dass HUAWEI die Zeichen der Zeit erkannt hat und dem HUAWEI Mate S ab Werk 32 GB an internem Speicher spendiert. Davon stehen dem Nutzer abzüglich des Android Betriebssystems sowie diverser vorinstallierter Apps 23,94 GB zur freien Verfügung. Wem das nicht reichen sollte, der kann auch eine MicroSD-Speicherkarte mit offiziell maximal 128 GB Kapazität verwenden. Da es sich um den MicroSDXC-Standard handelt, sind auch größere Karten wie die seit wenigen Monaten verfügbare 200 GB Karte von SanDisk kein Problem.

Für Musik hat HUAWEI wie so viele andere größere Hersteller eine eigene App auf dem HUAWEI Mate S vorinstalliert, die sich mit einer eigenen Oberfläche und vielen Funktionen empfehlen will. Über die Startseite gelangt man direkt zum lokalen Musikkatalog, kann direkt auf seine markierten Favoriten zugreifen, die angelegten Playlists oder auch die Einstellungen. Die Oberfläche der App selbst ist selbsterklärend beziehungsweise intuitiv. Einzig die Einstellungen sind etwas spartanisch: Obwohl man einen Timer zur automatischen Beendigung der Wiedergabe einstellen kann oder bestimmte Ordner aus der Bibliothek ausschließen kann, fehlt zum Beispiel ein brauchbarer Equalizer mit verschiedenen Klang-Presets.

Erfreulich ist, dass die Audio-Ausgabe sowohl über Kopfhörer als auch über den eingebauten Lautsprecher qualitativ hochwertig ist. Das der Mono-Lautsprecher des HUAWEI Mate S nicht an die Qualität eines BoomSound-Lautsprechers von HTC heran reicht was Bass, Höhen sowie Volumen betrifft, dürfte klar sein. Auch sollte es selbstverständlich sein, dass man seine Umgebung nicht mit dem Smartphone beschallen sollte. Und falls doch: Das HUAWEI Mate S bietet einen passablen Klang, der auch in der maximalen Lautstärke nicht zu blechern oder anderweitig verzerrt aus dem Lautsprecher kommt.

 

Software

Da es sich um ein weiteres Premium-Smartphone im Katalog von HUAWEI handelt, muss natürlich auch auf die Software großer Wert gelegt werden. So ist ab Werk Android 5.1.1 Lollipop mit der HUAWEI-eigenen Oberfläche Emotion UI in der Version 3.1 auf dem HUAWEI Mate S vorinstalliert. Wie schon bei den Kamera-Qualitäten gibt es so gut wie keine Unterschiede zum HUAWEI P8 was die Funktionen oder die Optik betrifft. Insofern sei an dieser Stelle auf den Test des HUAWEI P8 verwiesen für eine detaillierte Beschreibung der Software und ihrer Funktionen.

Worin sich das HUAWEI Mate S von seinem gewissermaßen kleineren Schwestermodell unterscheidet, ist der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite. Schon das HUAWEI Ascend Mate 7 wusste mit diesem Sensor zu überzeugen, sodass es nur logisch war, dass HUAWEI diese Eigenart auch beim neusten Vertreter der Mate-Familie nutzt. Nur ist es diesmal ein erheblich verbesserter Sensor, der nicht nur nochmals schneller reagieren soll – man hält den Finger drauf und in Bruchteilen einer Sekunde ist das Smartphone entsperrt – sondern auch ein paar neue Tricks erlernt hat.

Mit einer Wischgeste über den Sensor lässt sich das HUAWEI Mate S bis zu einem gewissen Grad steuern. Mit einer vertikalen Geste öffnet man die Leiste mit den aktiven Benachrichtigungen, eine doppelte Berührung auf den Sensor markiert diese als gelesen und mit eine horizontalen Wischgeste kann man bequem durch die Fotos in der HUAWEI-eigenen Galerie-App wischen. Das ist dermaßen intuitiv, dass man die Gesten schon nach einer kurzen Ein­gewöhnungs­phase quasi wie aus dem Schlaf beherrscht. Praktisch ist zudem, dass sich mit dem Sensor Anrufen annehmen/ablehnen lassen oder der Wecker ausgeschaltet werden kann. Kleine Dinge, die im Alltag ungemein praktisch sind.

Eine weitere Besonderheit des HUAWEI Mate S, welche der Hersteller gegenüber dem P8 deutlich verbessert hat, ist das sogenannte Knuckle Sense. Dabei erkennt das Gerät, ob man gerade mit seinem Finger über das Display wischt, oder mit seinem Knöchel auf das Panel klopft. Unter anderem kann man mit einem doppelten Klopfen das HUAWEI Mate S aus dem Standby heraus direkt einschalten oder mit Gesten diverse Funktionen starten – Ebenfalls aus dem Standby heraus.

Auch einen für kleinere Hände optimierten Modus bietet das Phablet. Aktiviert man den Einhand-Modus, indem man mit dem Finger auf der Navigationsleiste nach links oder rechts wischt, verkleinert sich die Anzeige, wodurch sich das Smartphone auch mit nur einer Hand angenehmer bedienen lässt.
Neu hinzu gekommen ist nun auch bei HUAWEI die Unterstützung von zwei gleichzeitig ausgeführten Apps. Aktiviert wird diese Darstellung mit Hilfe einer Zwei-Finger-Wischgeste von der Navigationsleiste aus, oder indem man die Taste für den Task-Manager gedrückt hält. Wie bei der Konkurrenz müssen Apps jedoch diesen Modus explizit unterstützen, damit sie genutzt werden können.

So steht ein gezeichnetes C für die Kamera, M für den Musikplayer, E für den Browser und ein W für die Wetter-App. Auch wenn man im Vergleich mit anderen Herstellern aus China keine eigenen Offscreen-Gesten anlernen kann, bietet HUAWEI zumindest eine Anpassung der verfügbaren Gesten an. Heißt eigentlich nichts anderes, dass man die zu startende App für den Musikplayer und den Browser selbst definieren kann.

 

Fazit zum HUAWEI Mate S

Auch wenn die neue S-Klasse von HUAWEI entgegen den Vermutungen nicht der offizielle Nachfolger des Ascend Mate 7 ist, so ist dem Hersteller mit dem HUAWEI Mate S ein hervorragendes Gesamtpaket gelungen. Die Kamera macht hervorragende Bilder, es gibt mit Minimal 32 GB viel Speicher ab Werk, der verbaute Prozessor bietet ausreichend viel Leistung für den Alltag und auch der Akku ist entgegen den Befürchtungen relativ ausdauernd. Das Highlight des Gerätes sind aber seine durchdachte sowie Funktionsreiche Oberfläche und ganz besonders der Fingerabdruck-Sensor auf der Rückseite. Man kann wirklich behaupten, dass das Mate S das beste Android Smartphone ist, welches HUAWEI je geschaffen hat.

Einziger Kritikpunkt ist der mit 649 Euro unerwartet hoch angesetzte Preis für das Android Smartphone. Allen Anschein nach, gehören die Zeiten des preiswerten Anbieters – siehe Huawei Watch – im Hause HUAWEI der Vergangenheit an. Insbesondere mit Blick auf das WLAN-Modul und dem etwas langsamen LTE Cat4 ist das nicht tolerierbar für ein Premium-Smartphone. Wer darauf verzichten kann und ein 5,5 Zoll großes Smartphone sucht, der ist mit dem HUAWEI Mate S trotzdem bestens beraten. Vor allem da es offiziell auch als Dual-SIM-Variante (Hybrid) nach Deutschland kommt.

Positiv
  • Hervorragende Foto-Qualität
  • Experten Kamera-Modus
  • Hochwertiges Design
  • Praktische Funktionen
  • Gutes Display
  • Top Verarbeitung
Negativ
  • Zu schwache Grafik-Performance
  • Kein 5-GHz-WLAN

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Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Androidin schreibt:

    Super Test. Danke.

  2. Dieter Schneid schreibt:

    Mit Force Touch Technologie ist es mein nächstes Smartphone. Guter Test, Danke.

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