[Test] HUAWEI P8 – Fototalent entfacht Kreativität!

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HUAWEI P8

HUAWEI hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung durchgemacht, welche über das HUAWEI Ascend Mate 7 zum aktuellen Flaggschiff HUAWEI P8 geführt hat. Dass das schlanke Android Smartphone mehr zu bieten hat als nur eine hochwertige Optik und richtig gute Kamera soll unser Test zeigen, welcher so einige Überraschungen zu bieten hat.

Zu den größten Smartphone-Herstellern in China gehört unter anderem der ITK-Konzern HUAWEI, welcher 1988 von Ren Zhengfei gegründet wurde. Der Konzern ist quasi seit Beginn an mit dabei was Android betrifft, hatte sich bisher jedoch meistens in den preiswerteren Regionen der Smartphone-Landschaft aufgehalten. Spätestens mit dem HUAWEI Ascend P6 findet auch immer mehr an Design und gute Technik Einzug in die Top-Modelle und mit dem HUAWEI P8 hat der Konzern sein bisher bestes Android Smartphone vorgestellt. Zeigte schon das HUAWEI Ascend Mate 7 (zum Test) wohin die Reise gehen soll, so perfektioniert HUAWEI das Gerät vor allem bei der Software.

 

Technische Daten des HUAWEI P8

Technische Daten


Prozessor

HiSilicon Kirin 930 Octa-Core mit 4x 2+1,5 GHz und 64-Bit
GPU: ARM Mali T628 MP4

Betriebssystem

Android 5.0 Lollipop mit Emotion UI 3.1

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

GRA-L09

Display

5,2 Zoll IPS Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Kompass, Annäherung und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

144,9 x 71,8 x 6,4 mm

Gewicht

144 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium, Kunststoff

Kamera

13 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator, 8 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN b/g/n

Bluetooth

4.1 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.680 mAh

Gesprächszeit

Bis zu 616 Min. (2G)/830 Min. (3G)/n/a (4G)

Standby-Zeit

Bis zu 424 Std. (2G)/480 Std. (3G)/447 Std. (4G)

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 499 Euro, 16 GB (ab 499,- Euro, Stand 10.05.15)
Besonderheit Regisseur-Modus, Telefon-Manager, starke Low-Light-Leistung der Kamera

 

Zubehör

Auch wenn das HUAWEI P8 mehr Premium-Smartphone denn je ist und sich so deutlich von preislich ähnlichen Geräten abhebt, so konservativ fällt das Zubehör aus. So finden sich neben einem USB-Kabel, USB-Netzteil, einem weißen Kabel-Headset und der üblichen papiernen Kurzanleitung sowie Garantiekärtchen kein weiteres Zubehör in dem äußerst schicken Karton wieder. Mehr braucht es nüchtern betrachtet ja auch nicht, dennoch legt HUAWEI noch eine Schutzfolie mit dazu. Vielleicht macht der Konzern ja einen Aprilscherz unserer Kollegen vom HUAWEI Blog wahr und schnürt ein Bundle aus dem P8 und der HUAWEI Watch (zum Beitrag).

 

Design und Verarbeitung

Das sich nahezu alle Hersteller irgendwie bei der Konkurrenz orientieren was die Top-Modelle betrifft ist nichts Neues, wo auch HUAWEI keine Ausnahme macht. Man könnte fast behaupten, dass das HUAWEI P8 in Sachen Design eine Mischung aus der OmniBalance-Designsprache von Sony und einem Samsung Galaxy Alpha sein könnte. Allerdings auf positive Weise, denn das Unibody-Gehäuse des Android Smartphones sieht durch diese Kombination sehr edel aus, was die hochwertige Haptik aus mattiertem Aluminium nur unterstreicht.

Dass das Gehäuse zudem auch noch quasi makellos verarbeitet ist, unterstreicht den Premium-Anspruch von HUAWEI mit diesem Gerät. Selbst der Übergang vom Rahmen zur Frontscheibe verläuft fließend, was leider auch die Vorderseite nicht vor Kratzern schützt, wenn man das Android Smartphone auf den Tisch legt mit dem Display. Bei diesem schummelt HUAWEI zudem ein bisschen: Nur im ausgeschalteten Zustand sieht es so aus, als ob dieses quasi bis an den Rahmen heranreicht, aber im eingeschalteten Zustand taucht dann doch ein kleiner schwarzer Rand auf. Ist in diesem Fall jedoch Meckern auf hohem Niveau.

Unterhalb des 5,2 Zoll messenden Displays sind keinerlei kapazitive Tasten, auch wenn man das auf den ersten Blick vermuten könnte. HUAWEI setzt auch mit dem HUAWEI P8 auf die Software-Tasten von Android, welches mit dem Samsung Galaxy Nexus und Android 4.0 Ice Cream Sandwich erstmals eingeführt wurden. Dafür ist oberhalb des Displays einiges zu finden und der Telefon-Lautsprecher ist dabei nicht das Auffälligste: Dieser versteckt sich hinter einem weißen Gitter, welches links von den Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung flankiert wird und rechts mit der 8 Megapixel Frontkamera. In der rechten oberen Ecke versteckt sich zudem eine mehrfarbige LED, welche verpasste Nachrichten, Anrufe und einen schwachen Akku signalisiert. Im Gegensatz zu manch anderen Smartphones in Weiß ist die Status-LED nahezu unsichtbar und sorgt beim Leuchten nicht für sichtbare Lichthöfe.

Ähnlich hochwertig ist der Rahmen des HUAWEI P8 verarbeitet, welcher wie gesagt einige Anleihen bei der Konkurrenz genommen hat. Am ehesten könnte man ihn mit dem OmniBalance-Design von Sony vergleichen: Geradlinig, runde Ecken und eine leichte Wölbung des Rahmens, womit das Smartphone sehr angenehm in der Hand liegt. Trotz seiner gerade mal 6,4 mm Gehäuse-Dicke. Der Rahmen ist wie bereits angesprochen aus mattiertem Aluminium gefertigt und besitzt als optisches Gimmick zwei blankpolierte Fasen, was wie ebenfalls bereits erwähnt ein wenig an des Stil-Element des Samsung Galaxy Alpha erinnert (zum Test).

Auf der Stirnseite des Rahmens ist die 3,5 mm Audio-Buchse für Kopfhörer verbaut und ein Mikrofon, während die MicroUSB-Buchse wie üblich auf der Unterseite sitzt. Hier nimmt sich das HUAWEI P8 einige Inspiration vom iPhone 6: Die Buchse wird von zwei kleinen Schrauben eingefasst und auch der eigentliche Lautsprecher des Gerätes erinnert ganz leicht an das Apple-Smartphone. Im Unterschied dazu sind die gefrästen Löcher jedoch länglich und links sowie rechts verbaut. Ein Stereo-Ton ist dem Lautsprecher dennoch nicht zu entlocken.

Weiter geht es auf der rechten Seite des Rahmens, wo die einzigen Hardware-Tasten und die Tray-Slots für Nano-SIM und MicroSD verbaut sind. Die Lautstärke-Wippe und auch die Power-Taste sind ebenfalls aus Aluminium gefertigt und besitzen einen angenehmen Tasten-Hub. Ganz perfekt sind sie trotzdem nicht: Der Druckpunkt könnte etwas kräftiger ausfallen und die Lautstärke-Wippe hat ein wenig zu viel Spielraum für ein Premium-Smartphone, welches das HUAWEI P8 sein will und auch ist. Deutlich besser sind dafür wiederum die beiden Trays gelungen, welche sich mit dem im Karton beiliegenden Piekser öffnen lassen: Sie fügen sich quasi nahtlos in den Rahmen ein, was HTC bei seinem HTC One M9 nicht gelungen ist. Leider handelt es sich dabei jedoch nicht um einen Dual-SIM-Slot: In Deutschland gibt es das HUAWEI P8 ausschließlich als Single-SIM-Variante.

Die Rückseite des Gerätes ist im Gegensatz zum HUAWEI Ascend P7 dieses Mal ebenfalls aus mattiertem Aluminium gefertigt und wird lediglich im oberen Bereich durch Kunststoff ersetzt. Dahinter befinden sich die Antennen für das GSM-Modem, Bluetooth, WLAN, GPS und so weiter. In der linken oberen Ecke befindet sich das zweifarbige LED-Blitzlicht und direkt daneben die Kamera, welche ein kleines Highlight ist: Obwohl HUAWEI einen optischen Bildstabilisator verwendet, steht die Kamera im Gegensatz zu den sogar noch dickeren Smartphones Samsung Galaxy S6 und iPhone 6 nicht hervor. Man ist geneigt zu sagen, dass den Ingenieuren hier eine kleine Meisterleistung gelungen ist, die eindeutig für das HUAWEI P8 spricht.

Insgesamt kann sagen, dass das HUAWEI P8 definitiv in die Premium-Klasse gehört, bei dieser Mischung aus Design, Materialwahl und Verarbeitung.

 

Display

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich rein vom Datenblatt zunächst wenig getan. So ist das Display geringfügig auf eine Diagonale von 5,2 Zoll angestiegen und bleib bei einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel. Das entspricht einer Pixeldichte von etwa 424 PPI und unterstreicht die Meinung von CEO Richard Yu, dass Quad HD Displays unnötig sind. Mehr ist realistisch betrachtet auch nicht wirklich nötig, denn die Darstellung ist „trotz FullHD“ angenehm scharf. Dennoch gibt es eine sichtliche Verbesserung gegenüber dem HUAWEI Ascend P7  und das ist die Farbwiedergabe, Blickwinkelstabilität und vor allem der Kontrast. Selbst das Schwarz des Panels ist um einiges schwärzer, weswegen wie bereits erwähnt die Kontraste in der Darstellung deutlich besser geworden sind. Nur bei der Helligkeit liegt das HUAWEI P8 nicht ganz so gut da im Vergleich zur Konkurrenz von Samsungs aktuellem Flaggschiff. Das macht sich hauptsächlich im Freien bei Sonnenschein bemerkbar, aber sonst ist die Helligkeit ausreichend und auch die Automatik arbeitet richtig gut.

 

CPU & GPU

Schon mit dem HUAWEI Ascend P6 fing HUAWEI an, ARM-Prozessoren aus der eigenen Entwicklung in seinen Top-Smartphones zu verbauen. So sorgte beispielsweise der Kirin 925 im HUAWEI Ascend Mate 7 für positive Überraschungen in Sachen Performance. Auch der nun 64-Bit fähige Kirin 930 bietet eine gute Performance, wartet aber mit einigen Verbesserungen und einer Überraschung auf. Zwar setzt HUAWEI bzw. das Tochter-Unternehmen HiSilicon auf die 64-Bit fähige ARMv8-A Architektur von ARM auf und nutzt auch weiterhin das big.LITTLE-Prinzip, weicht allerdings mit den Kernen dennoch vom bisher bekannten ab. Anstelle zweier Quad-Core-Cluster aus ARM Cortex A57 und A53 Kernen, kommen insgesamt acht Cortex A53 Kerne zum Einsatz. An der üblichen Taktung von 2 respektive 1,5 GHz für jeweils einen Cluster ändert sich dabei nichts.

Der Verzicht auf einen Cortex-A57-Cluster macht sich im AnTuTu Benchmark bemerkbar. Zwar sind 47.459 Punkte alles andere als schlecht, aber mit einem Snapdragon 810 im HTC One M9 kann der Kirin 930 des HUAWEI P8 nicht mithalten und mit einem Exynos 7420 im Samsung Galaxy S6 erst Recht nicht. Im Zusammenspiel mit den 3 GB RAM geht die Bedienung des Smartphones dennoch sehr flott von der Hand, ohne das es zu größeren Gedenkpausen kommt. Für den Großteil der Benutzung ist das mehr als ausreichend.

Leider setzt HUAWEI erneut auf eine etwas ältere GPU. Im Fall des Kirin 930 ist das eine ARM Mali T628 MP4, welche in ihrer Leistungsfähigkeit in etwa mit einer Adreno 320 aus dem Snapdragon 600 vergleichbar ist. Für Spiele-Fans bedeutet das, dass die meisten Spiele zwar ohne Probleme dargestellt werden, aber grafisch anspruchsvolle Titel wie beispielsweise GTA San Andreas auf vollen Details zu deutlich sichtbaren Rucklern führen. Man könnte auch sagen, dass der Kirin 930 mit der Mali T628 grafisch im Jahre 2015 in der Mittelklasse zu Hause ist. Für ein Flaggschiff wie es das HUAWEI P8 sein will und auch ist, fast schon eine kleine Enttäuschung.

 

Akku

Obwohl das Smartphone mit 6,4 mm nochmals dünner ist als sein Vorgänger, ist der Akku auf 2.680 mAh angewachsen. Dennoch kann HUAWEI auch mit dem HUAWEI P8 nicht durch eine besonders herausstechende Laufzeit sorgen, denn bei aktiver Videowiedergabe hielt das Android Smartphone gerade mal etwas mehr als 5 Stunden durch. Im Standby ist zwar einiges mehr drin – sogar mehr als zwei Tage abseits einer Steckdose – aber wirklich berauschend ist das nicht. Zumindest einen Arbeitstag hält das HUAWEI P8 relativ gut, wenn man nicht gerade ausgiebig Spiele konsumiert. Ein wenig telefonieren, Musikhören über ein Bluetooth Headset, sich mit Freunden via Hangouts und WhatsApp unterhalten und natürlich Gmail nebst Google+ sind kein Problem.

 

Konnektivität

Ein Flaggschiff-Smartphone sollte nach Möglichkeit alles unterstützen an Kommunikationstechnologien was machbar und auch sinnvoll ist. Dass es bei dem HUAWEI P8 nicht zu Spitze reicht, liegt fast nur am fehlenden WLAN-ac und dem Umstand, dass das LTE-Modem nur LTE Cat4 mit maximal 150 Mbit pro Sekunde im Upload unterstützt. Da HUAWEI zu den größten Lieferanten von Netzwerk-Technik gehört und stark bei der LTE-Entwicklung beteiligt ist, wundert gerade das verbaute LTE-Modem. Das Phablet HUAWEI Ascend Mate 7 beispielsweise nutzt den neueren Standard.

Im restlichen Bereich bewegt sich das Gerät jedoch auf Augenhöhe zur Konkurrenz. Das GPS-Modul kommt mit dem russischen Gegenstück GLONASS sowie dem chinesische BeiDou zurecht und auch der Bluetooth-Standard 5.1 wird unterstützt Worin sich das HUAWEI P8 allerdings abhebt, ist das eingebaute FM Radio, welches zwingend Kabelgebundene Kopfhörer als Antenne voraussetzt.

Auch wenn ein Smartphone heutzutage eher seltener zum Telefonieren genutzt wird, weiß das HUAWEI P8 in dieser Disziplin zu begeistern. Beide Gesprächspartner sind jederzeit klar und deutlich zu verstehen, ohne das es zu großartig verzerrten oder gar leisten Stimmen kommt. Dennoch könnte die Gesprächslautstärke etwas höher ausfallen. Dafür funktioniert die Geräuschunterdrückung hervorragend.

 

Kamera

Das Prunkstück des aktuellen HUAWEI-Flaggschiffs ist die Kamera, welche CEO Richard Yu während der offiziellen Vorstellung mit einer DSLR-Kamera zu vergleichen wagte. Schaut man sich die Fotos an, dann ist der Vergleich zwar nicht wirklich haltbar, aber verglichen mit anderen Smartphones ist die Bildqualität dennoch wirklich hervorragend. Bereits mit den Standardeinstellungen gelingen sehr ausgewogen belichtete Fotos mit einem hohen Detailgrad, obwohl die Kamera nominell nur 13 Megapixel bietet und damit exakt dieselbe Auflösung wie der Vorgänger. Selbst das Bildrauschen ist erfreulich niedrig, nimmt aber wie bei allen Smartphones zum Rand hin zu.

Wie das Ergebnis aussieht, zeigt der Vergleich mit einer Sony Smart Shot QX10, einer Canon EOS 600D und dem Samsung Galaxy S6 als unser derzeitigen Spitzenreiter, was die Kamera in einem Android Smartphone betrifft.

Warum Richard Yu den Vergleich mit einer DSLR gewagt hat, lässt sich in den Kamera-Möglichkeiten des HUAWEI P8 begründen. Vor allem die Leistung im Low-Light-Bereich sind als phänomenal zu bezeichnen. Ganze vier verschiedene Modi für Licht-Effekte bietet die Kamera-App an, welche verschiedene Szenarien unterstützen. Im voreingestellten Rücklichtspuren-Modus beispielsweise kann man direkt auf dem Display sehen, wie sich die Lichtspuren auf der Aufnahme entwickeln. Selbst Lichtmalerei ist mit einem eigenen Kamera-Modus möglich, aber die Langzeitbelichtung im Super-Nacht-Modus zeigt erst, was mit dem Smartphone wirklich möglich ist. Für diesen Modus braucht es am besten ein Stativ für die bestmöglichen Ergebnisse, denn sonst wird die Aufnahme sichtlich unschärfer, je länger die Belichtung dauert. Wie das aussehen kann, zeigt sich auf unseren Beispielfotos.

Selbst im Video-Modus hat das HUAWEI P8 einige Besonderheiten spendiert bekommen. Die beiden Zeitraffer-Modi mit 120 Frames pro Sekunde bei FullHD bzw. mit 240 Frames pro Sekunde in 720p Auflösung sind nicht mehr so außergewöhnlich. Zeitlupen-Videos werden nicht unterstützt, aber der Regisseur-Modus ist für Video-Liebhaber was richtig feines. Dabei lassen sich bis zu vier Android Smartphones miteinander koppeln und gleichzeitig ein Video aus verschiedenen Blickwinkeln bzw. Positionen aufnehmen. Die nötige App für diesen Modus lässt sich direkt vom HUAWEI P8 aus per NFC, Bluetooth, WiFi Direct, Google Drive oder als Anhang einer E-Mail mit anderen Android Smartphones und selbst Android Tablets teilen.

Auf dem HUAWEI P8 muss man dazu lediglich die Regisseur-App starten, eine Gruppe mit Passwort erstellen und schon können die anderen mit der gleichen App dieser Gruppe beitreten. Der Ersteller der Gruppe ist dabei immer der namensgebende Regisseur und sieht auf seinem Display die Hauptansicht, welche gerade das Foto aufnimmt. Am unteren Bildrand sind alle maximal vier verbundenen Smartphones zu sehen, über welche man zur jeweiligen Kamera springt und diese zur Aufnahme nutzt.

Die Realisierung ist HUAWEI wirklich vorbildlich gelungen. Die Bedienung der App ist einfach, man kann das Resultat direkt auf dem HUAWEI P8 bearbeiten und was vor allem besonders wichtig ist: Die App lässt sich ohne Umwege über den Google Play Store oder einer funktionierenden Internetverbindung direkt vor Ort teilen. Lediglich die Installation von Apps aus unbekannten Quellen muss dazu in den Sicherheitsoptionen von Android aktiviert sein.

 

Multimedia

Bei solch kreativen Möglichkeiten die Kamera zu nutzen, braucht es auch entsprechenden Platz an Speicher. Leider zeit sich das HUAWEI P8 in dieser Disziplin etwas knauserig, da in Deutschland lediglich das Modell mit 16 GB internem Speicher angeboten wird. Im Heimatmarkt von HUAWEI gibt es immerhin die Option mit 64 GB internem Speicher, was wirklich schade ist. Zumal von den 16 GB gerade mal knapp 10 GB an Speicher frei sind zur persönlichen Verwendung. MicroSD Speicherkarten dürfen maximal 128 GB groß sein.

Klanglich zeigt sich das HUAWEI P8 wiederum von einer ganz passablen Seite, was den Lautsprecher betrifft. Entgegen der optischen Aufwartung mit zwei Lautsprecher-Öffnungen im unteren Rahmen besitzt das Android Smartphone nur einen Mono-Lautsprecher. Dieser kann sich dafür durchaus sehen lassen: Er ist kräftig, klingt kaum blechern und verzerrt lediglich bei maximaler und wahrlich sehr hoher Lautstärke ein wenig. Dennoch muss man auch hier wieder festhalten, dass nach wie vor kein Smartphone-Lautsprecher an die BoomSound-Technologie von HTC heran kommt.

Die Musik-App von HUAWEI zeigt sich optisch ein wenig anders wie man es bisher kennt. So ist der Startbildschirm von großen Elementen dominiert, welche den aktuell kaufenden Titel zeigen, in die Wiedergabeliste springen, Favoriten sowie alle verfügbaren Titel anzeigt und in die Einstellungen springt. Letztere sind recht spartanisch wenn man so will: Man kann die nach Musik zu durchsuchenden Ordner manuell festlegen, einen Timer zum automatischen Beenden der Wiedergabe setzen und den automatischen Download von Songtexten aktivieren.

 

Software

Wie es ich für ein Top-Modell gehört, wird das HUAWEI P8 mit der fast neusten Android-Version ausgeliefert. Genau genommen läuft Android 5.0.2 Lollipop auf dem Smartphone, wovon man jedoch eher weniger sieht. Wie so einige Konkurrenten überzieht HUAWEI das Betriebssystem mit der eigenen Oberfläche namens Emotion UI in der Version 3.1, welche sich optisch unverkennbar an Apples iOS orientiert, was unter anderem im Fehlen eines klassischen App Drawers erkennbar ist. Sämtliche installierten Apps tauchen auf dem Homescreen auf und müssen früher oder später in Ordnern sortiert werden, um die Übersicht zu behalten.

Die Optik lässt sich dabei mit den Worten „funktional und durchdacht“ beschreiben. Im Sperrbildschirm lässt sich zum Beispiel eine kleine Leiste mit Schnellzugriffen einblenden, die Benachrichtigungsleiste listet Nachrichten und Ereignisse chronologisch mit einem Zeitstempel auf und in den Quick Settings kann man sich die Reihenfolge der Funktionen anpassen. Außerdem verzichtet der Konzern auch auf dem HUAWEI P8 sehr zur Freude des Anwenders weitestgehend auf Bloatware, die man eh durch eigene Lieblings-Apps aus dem Google Play Store ersetzt. Lediglich die Grundausstattung an Apps und die Google App-Suite mit Drive, Chrome, Hangouts, YouTube und so weiter ist vorinstalliert.

Ein paar HUAWEI-eigene Apps finden sich trotzdem wieder, deren Funktion im Gegensatz zur meisten Bloatware anderer Hersteller einen wirklichen Nutzen hat. Besondere Erwähnung findet dabei der noch immer vorhandene Telefon-Manager, welcher diverse Tools an einem Ort versammelt. Darüber lässt sich der RAM aufräumen, die Blacklist für unerwünschte Rufnummern verwalten, der Datenverbrauch kontrollieren, die von Apps genutzten Wege zur Anzeige von Benachrichtigungen festlegen oder auch einzelnen Apps den Zugriff aufs Internet – über 3G/4G oder WLAN – verbieten. Kaum ein anderer Hersteller gibt seinen Kunden ab Werk dermaßen viele Möglichkeiten an die Hand, sein Smartphone anzupassen und abzusichern. Selbst Energie-hungrige Apps lassen sich im Telefon-Manager einsehen und bei Bedarf beenden. Dieser Hinweis auf Akku-Fresser taucht übrigens in unregelmäßigen Abständen auch in der Benachrichtigungsleiste auf.

Abgesehen davon finden sich trotzdem die ein oder andere neue Funktion auf dem HUAWEI P8 ein, wozu beispielsweise Link+ gehört. Dies ist unter „Drahtlos & Netzwerke“ in den Einstellungen von Android zu finden und besteht derzeit aus den beiden Unter-Funktionen WLAN+ und Signal+. Ersteres ermöglicht den automatischen Netzwechsel zwischen WLAN und mobilen Daten, falls ein WLAN-Netz zu instabil und langsam sein sollte. Signal+ soll wiederum für eine stabilere Telefon- bzw. Netzverbindung sorgen. Ebenfalls neu ist Knuckle Sense, womit sich ein Screenshot durch zweimaliges Klopfen mit dem Knöchel erstellen lassen oder einen per Knöchel gezeichneten Bildschirmausschnitt als Bilddatei anlegen. Weitaus praktischer ist da der Einhand-Modus, welcher sich mit einer Wischgeste auf den Software-Tasten in die jeweilige Richtung aktivieren und wieder deaktivieren lässt.

 

Fazit zum HUAWEI P8

Die P-Serie von HUAWEI war noch nie technisch am oberen Ende des Marktes und das HUAWEI P8 wird das auch nicht ändern. Stattdessen beschränkt sich der Konzern auf sinnvolle Technik und legt gesteigerten Wert auf die Kamera sowie ein Premium-Gehäuse. Das Ergebnis ist ein tolles Flaggschiff, welches für 500 Euro ein verlockendes Angebot darstellt. Lediglich auf schnelles WLAN bzw. LTE und einem ausdauernden Akku muss man verzichten. Das Highlight trotz allem die richtig gute Kamera, womit Kreative voll auf ihre Kosten kommen.

Positiv

  • Hervorragende Foto-Qualität
  • Spaßige Kamera-Optionen
  • Hochwertiges Design
  • Praktische Funktionen
  • Gutes Display
  • Top Verarbeitung
Negativ
  • Zu schwache Grafik-Performance für ein Premium-Smartphone
  • Kurze Akku-Ausdauer
  • Kein 5-GHz-WLAN

huawei_p8_testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

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