[Test] Lenovo Yoga Tablet 2 Pro – Beam me up Scotty!

Geschrieben von

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Tablets gibt es in nahezu allen Größen sowie Formen und dennoch sticht das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro ganz besonders aus der Masse hervor. Denn welches Tablet kann schon von sich behaupten, einen vollwertigen Beamer in seinem Gehäuse zu haben? Ob dieses Detail mehr als nur eine technische Spielerei ist, haben wir für euch getestet.

Business Tablets gibt es nur wenige auf dem Markt, die sich auch wirklich mit für den Profi-Gebrauch gedachten Funktionen von einem ganz normalen Tablet unterscheiden. Während das iPad mit etlichen Tablet-optimierten Apps auftrumpfen kann, versucht es das Android-Lager mit etlichen Besonderheiten bei der Hardware und der Software. Eines der bekannteren Beispiele dürften vermutlich die Galaxy-Note-Tablets von Samsung sein. Gerade das Samsung Galaxy NotePRO 12.2 ist dabei im Gedächtnis geblieben (zum Test), was sich hauptsächlich auf den S-Pen bezieht. Nun wagt sich das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro in eben diesen Business-Bereich und hat dabei ein nicht zu unterschätzendes Argument: Einen ausklappbaren Standfuß und einen vollwertigen Mini-Beamer im Gehäuse.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

 

Technische Daten des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro

Technische Daten


Prozessor

Intel Atom Z3745 Quad-Core mit 1,33 GHz (Torbo-Boost: 1,86 GHz) und 64-Bit
GPU: Intel HD Graphics

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat mit Lenovo UI

Interner Speicher

32 GB Interner Speicher (erweiterbar)

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

1380L

Display

13,3 Zoll Quad HD IPS Display mit 2.560 x 1.440 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Licht und eCompass

Abmessungen (HxBxT mm)

333 x 223 x 12,6 mm

Gewicht

950 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff/Aluminium

Kamera

8 Megapixel Kamera, 1,6 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + Dualband WLAN a/b/g/n

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/9.600 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

bis zu 720 Std.

Netz

n/a

Preis

UVP 499,- Euro WiFi (ab 459 Euro, Stand 08.02.15)
UVP 599,- Euro LTE (ab 555 Euro, Stand 08.02.15)
Besonderheit 2.1 Lautsprecher von JBL, Dolby Surround, Eingebauter Projektor, Ausklappbarer Standfuß, 64-Bit Prozessor

 

Zubehör

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Wie die meisten Geräte ist auch das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro in einem recht unscheinbaren Karton verpackt. Dieser ist komplett in Schwarz gehalten und zeigt lediglich auf dem Deckel das Tablet in voller Pracht. Im Karton selbst ist das Tablet lediglich mit einem USB-Netzteil, USB-Kabel und einem Kabel-Headset von JBL. Wie üblich finden sich zusätzliche Silikon-Aufsätzen für die Ohren in dem Paket. Wie üblich findet sich auch ein kleines gedrucktes Handbuch und die Garantiebestimmungen wieder. Alles ist optisch recht hübsch in kleinen eigenen Fächern im Karton-Inlay verstaut.

 

Design und Verarbeitung

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Dass es sich bei dem Android Tablet um etwas Besonders handelt, erkennt man alleine schon an den Ausmaßen des Gerätes: 13,3 Zoll misst das Display und dazu kommt nochmals ein ordentlicher Rahmen hinzu. Auf der Längsseite kommt zudem ein dicker zylindrischer Griff mit hinzu, in welchem einiges an Technik steckt und zum Markenzeichen der Lenovo-Tablets geworden ist. Dieser hat gleich mehrere Vorteile: Zum einen kann man das Tablet dadurch angenehmer auch mal in einer Hand halten und zum anderen ist am rechten Ende ein Projektor untergebracht. Zu diesem kommen wir später noch gesondert.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Der zylindrische Teil ist wie gesagt ein sehr guter Griff, um das Tablet in einem der vier Modi zu nutzen, die Lenovo vorsieht. Dabei handelt es sich um den Hold-Modus, bei welchem man das Tablet einfach nur in der Hand hält wie ein aufgeschlagenes Magazin beispielsweise. Mit dem aus Aluminium gefertigten und ausklappbaren Standfuß sind die drei anderen Modi möglich. Der erste Modus in Kombination mit dem Standfuß ist wie der Name impliziert der Stand-Modus, bei welchem das Tablet kurzerhand aufrecht hingestellt wird. Zum Beispiel für einen Kinofilm sehr praktisch. Der zweite Modus trägt die Bezeichnung Tilt, bei welchem das Lenovo Yoga Tablet 2 mit ausgeklappten Standfuß kurzerhand flach hingelegt wird, was wiederum zum Schreiben auf der virtuellen Tastatur zum Vorteil wird. Der dritte und letzte Modus erlaubt es, das Tablet durch das Loch im Standfuß selbiges an die Wand zu hängen. Hier wäre eine kleine Einkerbung praktisch gewesen, um das Tablet möglichst grade an einen stabilen Haken in der Wand hängen zu können. Über eine kleine Taste wird der Ständer übrigens ausgeklinkt, sodass man ihn sich in die gewünschte Position drehen kann. Die Darstellung selbst dreht sich in alle vier Richtungen und das abhängig davon wie man das Tablet hält bzw. welchen Modus man gerade nutzt.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Das Gehäuse des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro selbst ist aus Kunststoff gefertigt, was bei dieser Größe dem eh schon etwas großen Gewicht sehr entgegen kommt. 950 Gramm bringt der Koloss auf die Waage und wenn man da noch ein Aluminium-Gehäuse hätte, würde es wortwörtlich noch schwerer in den Regalen liegen. Die Haptik ist sehr hochwertig und die leicht geriffelte Oberfläche wirkt sehr angenehm und erhöht die Sicherheit beim Halten. Immerhin rutscht das Tablet nicht so leicht aus der Hand und das könnte bei dieser Größe und Gewicht schneller passieren als bei anderen Tablets. Allerdings ist der Kunststoff nicht allzu verwindungssteif: Man kann das Tablet zu leicht durchdrücken, aber das sind notwendige Kompromisse bei dieser Größe. Denn insgesamt wirkt die Verarbeitung richtig gut und vor allem hochwertig.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Die Front des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro wird logischerweise vom Display dominiert und der silbernen Leiste. In dieser sind zwei Stereo-Lautsprecher verbaut, die einen erfreulich hochwertigen Klang produzieren. Auf der linken Gehäuse-Seite finden sich die wichtigsten Hardware-Tasten wieder. Eine besondere Erwähnung verdient dabei die Power-Taste, denn diese ist in dem zylindrischen Teil untergebracht. Mit einer leicht geriffelten Oberfläche wirkt sie richtig hochwertig und fungiert als Status-LED. Kommt eine neue Benachrichtigung herein, dann leuchtet die ringförmige LED kurz auf in weißer Farbe. Eine mehrfarbige LED ist es nicht. Weniger schön ist der leichtgängige Druckpunkt der Power-Taste, da man sie viel zu leicht drücken kann und das Tablet ungewollt während der Benutzung ausschaltet. Direkt über der Power-Taste befinden sich die 3,5 mm Audio-Buchse, der MicroSD-Anschluss zum Aufladen sowie Datenaustausch und die Lautstärke-Wippe. Beide Tasten haben einen leicht schwammigen aber dennoch festen Druckpunkt.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Auf der rechten Seite findet sich lediglich ein Mikrofon wieder, die Hardware-Taste zum Ein- bzw. Ausschalten des Beamers, der Beamer selbst und ein Schieberegler zum Scharfstellen der Projektion. Die Rückseite des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro ist wie bereits erwähnt leicht geriffelt. Ist der Standfuß eingeklappt, dann sieht man lediglich die Kamera, die Taste zum entriegeln des Standfußes und einen kleinen Subwoofer von JBL. Klappt man den Standfuß aus kommt man über eine zusätzliche Klappe an die Slots für die MicroSD und die Micro-SIM heran. Bei dem WLAN-Modell es Android Tablets entfällt logischerweise der SIM-Slot.

 

Display

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

 

Wie bereits mehrfach angesprochen ist das Display des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro mit 13,3 Zoll sehr groß geraten für ein Tablet. Der Zusatz „Pro“ im Modellnamen kommt übrigens nicht von ungefähr: Die Auflösung beträgt hohe 2.560 x 1.440 Pixel, womit sie vom üblichen 16:10 Format eines Android Tablets abweicht und sich stattdessen am 16:9 Seitenverhältnis von Android Smartphones orientiert. Ist aber nicht weiter störend, denn das Bild selbst ist richtig gut. LCD-typisch sind Farben nicht ganz so knallig wie bei einem OLED-Display beispielsweise, stattdessen wirken Farben natürlicher. Bei der Helligkeit kann das Android Tablet richtig punkten und positioniert sich in den oberen Bereichen ein. Trotzdem lässt sich das Display sehr niedrig regulieren. Was allerdings wirklich unschön ist: Bei unserem Testgerät zeigten sich am oberen Displayrand zwei deutlich bei dunklen Bildschirm-Inhalten wahrnehmbare Lichthöfe.

Auch wenn sich das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro im Freien nutzen lässt, ist spätestens bei direktem Sonnenlicht Schluss: Die Glasoberfläche spiegelt sehr stark. Überzeugen können im Gegensatz dazu wieder die Blickwinkel, die sich auch bei einem sehr starken Winkel kaum merklich auf die Darstellung auswirken. Weder die Helligkeit lässt sichtlich nach noch die Farben des Bildschirminhaltes.

 

CPU und GPU

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Nicht ganz der Pro-Bezeichnung gerecht wird der verbaute Prozessor. Dabei handelt es sich um einen Intel Atom Z3745, dessen vier Kerne mit bis zu 1,33 GHz Takten und im Turbo-Modus auf bis zu 1,86 GHz hochschnellen. Bisher hat es Intel nicht geschafft, einen wirklich konkurrenzfähigen Chip im Vergleich zu den Top-Prozessoren von Qualcomm, Samsung oder gar HUAWEI zu entwickeln und das zeigt sich auch im AnTuTu Benchmark: 34.103 Punkte erreicht der Intel Quad-Core, was für ein Oberklasse-Tablet ein bisschen enttäuschend ist.

Gerade in Verbindung mit dem Quad HD Display lässt nicht nur das Ergebnis zu wünschen übrig, sondern auch die im Alltag erlebte Performance. Trotz 2 GB RAM ist bei der Navigation im System und bei der Bedienung von Apps ein merkliches Ruckeln zu sehen, was den bisher positiven Eindruck ein wenig trübt.

Vor allem Animationen wirken zum Teil abgehakt, was sich auch bei grafisch aufwändigeren Spielen bemerkbar macht. Man merkt, dass der Intel HD Graphics Grafikchip mit der Quad-HD-Auflösung des Displays zu kämpfen hat. Dennoch laufen die meisten Android Spiele mit einer ansehnlichen Performance, die gelegentlich von kleineren Rucklern gestört wird. Schraubt man die Grafikdetails nach unten, bietet sich ein ordentliches Spiele-Erlebnis, was aufgrund der Display-Größe, dem Standfuß im Stand-Modus und einem Bluetooth Gamepad für einige unterhaltsame Stunden sorgen kann.

Interessant dürfte es erst werden, wenn Lenovo ein Update auf Android 5.0 Lollipop für das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro bereitstellt: Der Intel Atom Z3745 unterstützt die 64-Bit Architektur, wodurch theoretisch einiges an Performance hinzukommen könnte in der Theorie. Lenovo muss lediglich das 64-Bit Update anbieten.

 

Akku

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Ein solch großes Display wie es das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro besitzt, schreit geradezu nach einem großen Akku. Mit 9.600 mAh ist dieser sehr groß dimensioniert und kann die Erwartungen sogar erfüllen. Mehr als 9 Stunden und 30 Minuten hält das Tablet im Dauerbetrieb durch, was für die Größe des Displays und dessen Auflösung ein wirklich ordentlicher Wert ist. Manch kleineres 10-Zoll-Tablet gibt da schon eher den Geist auf. Damit eignet sich das Android Tablet fast schon hervorragend als kleines Tisch-Kino. Im Standby sind je nachdem was an Hintergrunddiensten läuft mehrere Tage drin. Auch bei eingeschaltetem WLAN.

Schaltet man den jedoch den Beamer hinzu, dann ist nach knapp 3 Stunden der Akku restlos leer und das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro muss an eine Steckdose. Es ist an dieser Stelle wirklich ratsam das Lenovo eigene Netzteil zu verwenden. Dieses ist mit 5 Volt bei 1,8 Ampere sichtlich kräftiger als Netzteile von Android Smartphones, sodass der 9.600 mAh Akku in gut 3,5 Stunden wieder komplett aufgeladen wird. Wer eh über Nacht auflädt, der kommt auch mit einem Smartphone-Netzteil ganz gut über die Runden.

 

Konnektivität

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Da Lenovo das Android Tablet als Business-Tablet vermarktet, sollte man als Nutzer auch auf möglichst viele moderne Kommunikationsmöglichkeiten vertrauen können. Mit schnellem Dualband WLAN-n und Bluetooth 4.0 stehen die wichtigsten Technologien zum Datenaustausch bereit. Die Liste wird mit GPS und einem LTE-Modem komplettiert, welches maximal 150 Mbit/Sekunde im Download von Daten unterstützt. Das WLAN-ony Modell muss logischerweise auf das LTE-Modul verzichten.

Auch wenn man den Sinn eines GPS-Moduls bei einem derart großen Tablet in Frage ziehen kann, arbeitet das GPS-Modul sehr zwiespältig. Einerseits geht der GPS-Fix erfreulich schnell von statten, andererseits reißt er auch gerne mal mitten bei der Navigation kurz ab. Vor allem bei Konstruktionen mit Metall kommt der GPS-Chip des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro schnell mal aus dem Konzept und verliert die Verbindung. Zugute halten kann man zumindest, dass die Verbindung schnell wieder hergestellt wird.

Telefonieren kann man mit dem Lenovo-Tablet trotz LTE-Modem nicht. Zumindest nicht über das GSM-Netz, denn Skype und andere VoIP-Dienste sind bei verfügbarer WLAN- bzw. LTE-Verbindung natürlich sehr wohl möglich.

 

Kamera

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Auch wenn sich das Fotografieren mit einem 13-Zoll-Tablet wie dem Lenovo Yoga Tablet 2 Pro eher mühselig gestaltet, spendiert der chinesische Hersteller dem Gerät eine Kamera mit 8 Megapixel Auflösung. Diese kann unerwartet positiv überraschen, denn die Bilder sehen richtig gut aus für ein Tablet. So wissen Fotos mit einer natürlichen Farbwiedergabe zu gefallen, auch wenn die Bildschärfe insgesamt besser sein könnte. Nimmt das Tageslicht ab, dann macht sich schnell ein sichtlich zunehmendes Bildrauschen bemerkbar.

Weniger gut ist hingegen der Autofokus, der sichtlich länger braucht als es bei besseren Smartphone-Kameras der Fall ist. Wenn man sich Zeit nehmen kann mit der Aufnahme und das Licht stimmt, dann ist durchaus mehr mit der Kamera machbar als nur mal schnell ein schneller Schnappschuss.

Wie ein Foto in der vollen Auflösung mit 8 Megapixel aussieht, zeigt der Vergleich mit einer Sony Smart Shot QX10, einer Canon EOS D600 und dem Google Nexus 9 von HTC:

Bei der Video-Aufnahme unterstützt das Lenovo-Tablet FullHD-Videos, deren Bildqualität nicht ganz mit den Fotoqualitäten mithalten kann was Details, Farben und Bildrauschen betrifft. Das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro ist halt letzten Endes immer noch ein Tablet und da sind Foto- sowie Video-Qualitäten nun mal zweitrangig.

Die Kamera-App selbst zeigt sich sehr spartanisch in ihrer Oberfläche. Lediglich die Auslöse-tasten für Fotos und Videos sind vorzufinden, ein Schnellzugriff auf die Galerie, ein Button zur Auswahl es Aufnahme-Modus, die Einstellungen, der Wechsel zur Frontkamera sowie Aufnahme-Effekte (Normal, Mono, Retro und Negativ) und der Auslöser für die Aufnahme (Normal, Zeitgesteuert und Touch).

 

Multimedia

Auch wenn dem Lenovo Yoga Tablet 2 Pro durch den integrierten Beamer ein gewisser Hauch an Business-Flair anhaftet, eignet sich das Android Tablet sehr gut als Medienzentrale. Der 32 GB große interne Speicher bietet zum Beispiel ab Werk gut 24,67 GB an freiem Speicher, der sich mit maximal 64 GB fassenden MicroSD-Karten erweitern lässt. Wem das nicht reicht kann zusätzliche Speichermedien wie USB-Sticks oder USB-Festplatten anschließen. Der MicroUSB-Port unterstützt den OTG-Standard.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Abseits davon ist das herausragende Merkmal des Lenovo Yoga Tablet schlechthin der Beamer. Dieser kann laut Lenovo eine Diagonale von bis zu 50 Zoll an die Wand werfen bei 2 Meter Entfernung und einer Auflösung von 854 x 480 Pixel Auflösung. Das hört sich zunächst nicht gerade beeindruckend an, ist aber im Einsatz erstaunlich gut und dürfte den ein oder anderen spannenden Filmabend ermöglichen. Die Leuchtkraft liegt bei etwa 50 Lumen, wobei die Lampe eine Lebensdauer von etwa 10.000 Stunden hat nach Aussagen von Lenovo. Für ein möglichst optimales Erlebnis sollte der Raum jedoch so dunkel wie möglich sein, da insbesondere dunkle Stellen auf dem Bild an der Wand schnell unkenntlich werden. Die Bildschärfe selbst lässt sich mittels eines Schiebereglers einstellen, der etwas schwerfällig ist. In diesem Fall ist das jedoch ein Vorteil: Die Bildschärfe bleibt fest justiert.

Als ein heimliches Highlight kann man die Lautsprecher des Tablets betrachten: Diese kommen von JBL, bestehen aus einem 2.1 System und besitzen zudem noch Technik von Wolfson. Allein die beiden jeweils 1,5 Watt starken Stereo-Lautsprecher auf der Front des Lenovo Yoga Tablet 2 Pro sind schon eine Besonderheit für sich, vor allem in einem Android Tablet. Deren Klang ist kräftig, voluminös und erfreulich ausgewogen für ein Tablet. Man kann sie ohne weiteres auf Stufe mit der BoomSound-Technologie eines HTC One M8 heben, wobei das Android Smartphone weder über einen kleinen 5 Watt Subwoofer auf der Rückseite verfügt und Dolby-Unterstützung mit sich bringt. Sicherlich kann man den Subwoofer keinesfalls mit dem Gegenstück einer halbwegs vernünftigen HiFi-Anlage vergleichen, aber er macht den Ton dennoch hörbar besser.

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Den Klang kann man sich für Film, Musik, Spiele und Sprache separat einstellen und das mit verschiedensten Optionen. Von Surround-Klang über ein fokussiertes Klangbild bis hin zu einem Equalizer mit satten 20 Bändern lässt der Ton des Lenovo Tablets kaum großartig Wünsche offen. Nur an einen eigenen Musikplayer hat Lenovo nicht gedacht: Zum Abspielen von Musik steht lediglich Google Play Music bereit, während Videos und Bilder in der Lenovo eigenen Galerie-App betrachtet werden.

 

Software

Wie die meisten bekannteren Hersteller der Android-Branche setzt auch Lenovo auf eine eigene Oberfläche für das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro, welche das darunter liegende Android 4.4.2 KitKat verbergen soll. Diese zeichnet sich auf den ersten Blick vor allem durch das Fehlen eines klassischen App Drawer aus. Will heißen, dass alle installierten Apps auf dem Homescreen landen wie bei einem iPad und zwangsläufig bei der entsprechenden Anzahl an Apps in Ordnern sortiert werden müssen. Abgesehen davon unterscheidet sich die Oberfläche auch anderweitig vom klassischen und nackten Android.

So öffnet eine Wischgeste von der Benachrichtigungsleiste nach unten hin lediglich eine Übersicht aller aktiven Benachrichtigungen und nicht mehr. Schnell-Einstellungen oder dergleichen sucht man vergebens, was zunächst etwas verwirrt. Wer an die Schalter für WLAN, Bluetooth, den Helligkeitsregler und so weiter will, der öffnet diese gewünschte Übersicht von unten über die Button-Leiste in das Display hinein. Zunächst etwas ungewohnt aber dann ziemlich intuitiv. Dort finden sich wiederum äußerst interessante Schalter wieder: „Mehrere Fenster“, „Projektor“ und „Lenovo Smart Switch“.

Erstere Taste ermöglicht das was sie impliziert: Man kann bis zu vier vorgegebene Apps gleichzeitig auf dem 13,3 Zoll großen Display öffnen und das über ein kleines Icon in der unteren linken Ecke. Leider ist die Auswahl an kompatiblen Apps sehr beschränkt und steht deutlich hinter der Vielfalt eines Samsung Galaxy Note Tablets. Zumal bei Lenovo ein paar Merkwürdigkeiten auftreten: Der Inhalt des Chrome Browsers ist in der Ansicht mit vier offenen Tabs gestaucht und allgemein fehlerhaft in der Darstellung. Eines hat das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro den Note-Tablets jedoch voraus und das ist ein echter Fenster-Modus, der ganze drei Apps gleichzeitig in einem größenveränderbaren Fenster ermöglicht. Fehlt eigentlich nur noch ein Stylus nach Vorbild des S-Pen, denn mit der App Lenovo Sketchpad kann man direkt auf dem aktuellen Bildschirminhalt handschriftliche Notizen und Zeichnungen anfertigen und abspeichern.

Dabei belässt es Lenovo allerdings nicht und spendiert dem Android Tablet eine durchdachte App zur Steuerung des eingebauten Beamers. Über diese treffend „Projektor“ bezeichnete App kann schnell Filme, Bilder, Dokumente und eine kleine Präsentation auf eine Wand werfen. Womit die App jedoch punkten kann, sind die zwei Betriebsarten:

  • Geteilter Bildschirm: Es wird nur der Inhalt der Projektor-App am die Wand geworfen
  • Vollbild: Das was man auf dem Tablet sieht wird 1:1 an die Wand projiziert

Gerade für Präsentationen bei einem Geschäftstreffen ist der erste Modus sehr willkommen, da man als Anwender zwar alles sieht und mal schnell ein paar Bilder zusammensuchen kann oder zusätzliche Informationen im Internet, während die Geschäftspartner/Kollegen nur die für sie bestimmten Dokumente und Grafiken zu sehen bekommen.

Abgesehen von diesen Apps installiert Lenovo auf dem Lenovo Yoga Tablet 2 Pro noch weitere Tools vor wie zum Beispiel einen Datei Browser, einen Sprach-Rekorder, Kalender, einen eher sinnfreien Gamestore und eine „Lenovo eFrame“ genannte App, womit sich kleine Diashows zusammenstellen lassen. Gerade wenn man das Tablet als „digitalen Bilderrahmen mit dem gewissen Plus an Features“ verwendet, eine sehr neckische Idee. Die restlichen Drittanbieter Apps – Evernote, Facebook, Gamestore, Route 66 Navigate, Twitter, txtr eBooks, der UC Browser und Kingsoft Office lassen sich komplett deinstallieren.

 

Fazit zum Lenovo Yoga Tablet 2 Pro

Lenovo Yoga Tablet 2 Pro Test

Wenn man sich mit einem 13,3 Zoll großen Display anfreunden kann und einem fast ganzen Kilo an Gewicht, dann stellt das Lenovo Yoga Tablet 2 Pro eines der interessantesten aktuell erhältlichen Android Tablets dar. Ganz im Sinne von „Beam me up, Scotty!“ ist der verbaute Beamer mehr als nur ein nettes Gimmick, das Display hervorragend, die Kamera ernsthaft brauchbar und auch in Sachen Speicher kann Lenovo auftrumpfen. Der Beamer ist vor allem in Kombination mit den JBL-Lautsprechern für einen Filme-Abend geeignet, denn diese klingen für ein Tablet richtig gut und das zu einem Preis von 489 Euro für ein WLAN-Tablet. Alternativ bekommt man es für 100 Euro Aufpreis auch mit LTE-Modem.

Lediglich der Intel-Prozessor stellt sich manchmal als Flaschenhals heraus, wenn die Bedienung nicht ganz so flüssig über das Display huscht wie man es sich erwartet. Das ist auch unser Grund für die Gesamtwertung „Gut“: Von einem Premium-Tablet erwartet man ganz einfach eine durchgehend flüssige Bedienung und die ist bei dem Lenovo Yoga Tablet 2 Pro wirklich der einzige größere Kritikpunkt. Unterm Strich ist das Android Tablet für den geschäftlichen Einsatz wahrlich eine ernsthafte Alternative zum Notebook. Zumal man es im Tilt-Modus angenehm anwinkeln kann zum besseren Schreiben.

lenovo_yoga_tablet2_pro_testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

The following two tabs change content below.
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*


235 Abfragen in 0,523 Sekunden