[Test] LG G Flex 2 – Flexibler Selbstheiler in zweiter Generation

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LG G Flex 2 Test

Seit einigen Wochen kann man das LG G Flex 2 nun in Deutschland bereits kaufen. Wie sein Vorgänger ist auch bei diesem Gerät der Knick in der Optik gewollt und kein unvorsichtiges Produkt von zu viel Krafteinwirkung wie bei einem anderen Phablet. Wie sich das Smartphone in zweiter Generation so schlägt haben wir uns näher angeschaut.

Mit dem ersten LG G Flex (zum Test) hatte der in Südkorea beheimatete Konzern 2013 ein richtig spannendes Android Smartphone vorgestellt. Zwar ist der Wolverine-Effekt der Rückseite eine echte Sensation gewesen, aber nicht minder spannend ist die namensgebende Eigenschaft von Akku, Display, verbauter Technik und Gehäuse gewesen: Man konnte das LG G Flex tatsächlich mutwillig verbiegen, ohne das etwas kaputt ging. Exakt diese Eigenschaften hat auch das LG G Flex 2 geerbt, wobei sich der Hersteller besonders stark den bemängelten Dingen des ersten biegsamen Smartphones angenommen hat.

Technische Daten des LG G Flex 2

Technische Daten


Prozessor

Qualcomm Snapdragon 810 Octa-Core mit 4x 2+1,5 GHz und 64-Bit
GPU: Adreno 430

Betriebssystem

Android 5.0 Lollipop mit LG UX 3

Interner Speicher

16 GB interner Speicher

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

H955

Display

5,5 Zoll P-OLED Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Kompass, Annäherung und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

149,1 x 75,3 x 7,1-9,4 mm

Gewicht

152 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

13 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator und Laser-Autofokus, 2,1 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.1 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/3.000 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 649 Euro, 16 GB (ab 550,- Euro, Stand 17.05.15)
Besonderheit Flexibles Gehäuse, erstes Smartphone mit Snapdragon 810, Laser-Autofokus, Knock Code, Knock ON,

 

Zubehör

So ungewöhnlich das Smartphone durch seine zwei bzw. drei Besonderheiten auch sein mag: Im Bereich des Zubehörs gibt sich das LG G Flex 2 sehr konventionell. Denn neben einem USB-Netzteil, dem MicroUSB-Kabel und einem Kabelgebundenen Headset findet sich keine größere Überraschung im Lieferumfang des Gerätes wieder. Natürlich sind auch wieder die bekannten Dinge wie Schnellstartanleitung und Garantiehinweise auf bedrucktem Papier mit dabei. Dennoch sticht das Headset ein wenig hervor, denn dabei handelt es sich im Vergleich zu den sonst gewohnten Kopfhörern um qualitativ bessere, deren Klang durchaus zu begeistern weiß, auch wenn In-Ear-Kopfhörer nicht jedermanns Sache sind, trotz der größeren und kleineren Gummi-Aufsätze.

 

Design und Verarbeitung

Schon das erste LG G Flex stach aus der Masse an Android Smartphones hervor, da es leicht gebogen war und sah dadurch einfach anders aus als die Konkurrenz. Mit dem LG G Flex 2 ändert sich das nicht: Auch die zweite Generation des Gerätes ist deutlich runder als man es von einem Smartphone normalerweise erwarten würde. Der Wow-Effekt ist zwar bei weitem nicht mehr so groß wie vor gut einem Jahr, aber dennoch präsent. Wie oft bekommt schließlich auch ein Android Smartphone zu Gesicht, welches sich so gut in die Hand schmiegt.

So innovativ das erste LG G Flex auch gewesen sein mag, zu einem der größten Kritikpunkte avancierte damals die schiere Größe durch das 6 Zoll große Display. Diesem Kritikpunkt haben sich die Südkoreaner angenommen, denn mit 5,5 Zoll ist dieses erheblich kleiner. Auf das Logo unterhalb des Displays wird jedoch nicht verzichtet. Ein Merkmal, welches LG mit dem LG G2 einführte und zum Markenzeichen wurde. Oberhalb des Displays finden sich lediglich der Lautsprecher für Telefonate wieder, die Frontkamera, die beiden Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung und eine mehrfarbige Status-LED. Mehr gibt es auf der Front nicht, da das LG G Flex 2 vollständig über den Touchscreen bedient wird. Insgesamt ist das Smartphone mit seinen 149 x 75 mm daher auch um einiges handlicher.

Spannend wird es, wenn man sich mal den Rahmen des LG G Flex 2 näher anschaut. Der silberne Streifen täuscht, denn das Gehäuse und damit auch der Rahmen sind komplett aus Polycarbonat gefertigt und das hat auch seinen Grund. Wie sein Vorgänger ist das G Flex 2 tatsächlich biegsam. Bis zu 100 kg Druck hält das Gerät aus und lässt sich gerade biegen. Das perfekte Mittel gegen einen Bendgate-Vorfall. Die vermutete Sollbruchstelle gibt es bei dem LG-Smartphone übrigens nicht: Weder auf der linken noch der rechten Seite sind die sonst üblichen Hardware-Tasten zum Ein- bzw. ausschalten zu finden, noch die Lautstärke-Wippe. Beides sitzt auf der Rückseite, aber dazu später mehr. Denn auf der Stirnseite findet sich ein bei LGs Oberklasse-Smartphones bereits üblicher Infrarot-Port wieder. Die 3,5 mm Audio-Buchse ist hingegen auf der Unterseite direkt neben dem MicroUSB-Port zu finden.

Erst die Rückseite des LG G Flex 2 offenbart eine weitere Besonderheit der besseren LG-Smartphones und das sind die Rear Keys. Dabei handelt es sich um die auf der Seite fehlenden Hardware-Tasten. Die Power-Taste ist dabei mit einem feinen Rillen-Muster in Form konzentrischer Kreise versehen, was vermutlich die Griffigkeit erhöhen soll. Dem ist jedoch nur bedingt so, was auch für die Lautstärke-Wippe und ihr Wabenmuster gilt. Dadurch, dass die Power-Taste leicht erhöht ist und die Lautstärke-Tasten mit einstellbarer Zweit-Belegung bei Gedrückthalten im Standby leicht vertieft, sind diese sehr einfach auseinander zu halten. Auch wenn es zunächst ungewohnt erscheint, so ist deren Bedienung nach einiger Zeit erstaunlich intuitiv.

Nebenbei erwähnt ist die Rückseite des LG G Flex 2 entgegen seinem Vorgänger abnehmbar. Leider lässt sich auch dieses Mal der flexible 3.000 mAh Akku nicht wechseln, da dieser fest in das Gehäuse verbaut ist. Der Deckel gibt lediglich den Zugriff auf den SIM-Karten- sowie MicroSD-Slot frei, sie übrigens übereinander angeordnet sind. Ansonsten sind auf der Rückseite des LG G Flex 2 lediglich noch die Kamera mit 13 Megapixel Auflösung inklusive eines optischen Bildstabilisators verbaut, das zweifarbige Dual-LED-Blitzlicht und der Infrarot-Sender für den LG-eigenen und besonders schnellen Autofokus der Kamera. Der Lautsprecher für Medien und dergleichen ist i der linken unteren Ecke zu finden.

Eine besondere Erwähnung findet die Rückseite allerdings noch, denn LG setzt auf eine den eigenen Angaben nach verbesserte Beschichtung mit Selbstheilungskraft. Auch das LG G Flex 2 soll kleinere Kratzer wieder innerhalb weniger Minuten nahezu vollständig verschwinden lassen, was jedoch nur auf kleinere und nicht allzu tiefe Kratzer zutrifft. Wenn man das Smartphone ein wenig härter malträtiert, dann bleiben diese Kratzer auch zurück. Zwar nicht ganz so unansehnlich, aber eben auch keine deutliche Weiterentwicklung gegenüber des Vorgängers. Immerhin tritt der Effekt um einiges schneller ein und das ist immerhin auch ein positiver Punkt.

 

Display

Mit dem LG G Flex 2 räumt LG gleich mit zwei Kritikpunkten des Vorgängers auf, welche das Display betreffen. Zum einen ist es mit 5,5 Zoll deutlich kleiner als die 6 Zoll der ersten Generation und mit 1.920 x 1.080 Pixel auch noch bedeutend schärfer als die 1.280 x 720 Pixel des ersten G Flex. Kurzum: Die Pixeldichte und damit eben die Bildschärfe hat von 245 PPI auf bedeutend bessere 401 PPI zugelegt. Bei der Bildqualität gibt es ebenfalls kaum etwas zu beklagen. So sorgt das Panel auf Basis der P(lastic)-OLED Technologie für kräftige Farben, ein hervorragendes Schwarz und entsprechend hohe Kontraste.

Leider kann man das von der Helligkeit nicht gerade behaupten: Diese ist vor allem unter freiem Himmel stark verbesserungswürdig und viel zu niedrig, insbesondere wenn die Sonne scheint. Ist man an einem schattigen Plätzchen, dann geht die Helligkeit wiederum in Ordnung und kommt in Kombination mit dem gebogenen Display durch den Panorama-Effekt richtig gut herüber bei der Betrachtung von Bildern und Filmen. Im Umkehrschluss könnte man auch monieren, dass die minimale Helligkeit zu hoch liegt.

 

CPU & GPU

Als LG zur Consumer Electronics Show 2015 Anfang Januar 2015 vorstellte, war das LG G Flex 2 das erste Android Smartphone der Welt, welches vom damals neuen Snapdragon 810 angetrieben wird. Der Octa-Core SoC (System-on-a-Chip) ist der erste Prozessor von Qualcomm mit acht Kernen und 64-Bit Unterstützung für die Oberklasse. Leider bleibt das Smartphone hinter seinen Möglichkeiten zurück: Mit 53.260 Punkten im AnTuTu-Benchmark steht zwar eine respektable Leistung auf dem Papier, aber die Bedienung wird durch auffällig häufige Mikroruckler getrübt. Das der gerade mal 2 GB große RAM eine Mitschuld trägt ist eher unwahrscheinlich.

Angesichts eines Top-Prozessors mit 4x 2 GHz der ARM Cortex A57 Kerne für leistungsintensive Anwendungen und 4x 1,5 GHz für weniger anspruchsvolle Aufgaben und den Leerlauf ist das schon ein wenig enttäuschend, zumal das HTC One M9 (zum Test) mit demselben Prozessor gegenüber dem LG G Flex 2 um einiges flüssiger läuft. Immerhin bleibt der Snapdragon 810 im LG-Modell kühler und hat deutlich er weniger stark mit einem Leistungsabfall über einen längeren Zeitraum zu kämpfen.

Auf Seiten der grafischen Leistung kann das LG G Flex 2 auf eine Adreno 430 GPU zurückgreifen, welche konsequent auf die Verarbeitung von 4K-Inhalten ausgelegt ist. Das bedeutet wiederum, dass es nahezu keine Spiele gibt, welche das Smartphone in die Knie zwingen können. Selbst über einen längeren Zeitraum bricht die Performance des LG G Flex 2 nicht ein, womit es in diesem Bereich vor dem HTC One M9 liegt.

 

Akku

Ganze 3.000 mAh fasst der biegsame Akku des LG G Flex 2, was für eine ordentliche Laufzeit sorgt. Einen Arbeitstag hält das Android Smartphone locker durch, auch wenn erste Tests in Sachen Ausdauer dem LG-Smartphone keine Bestleistungen bescheinigten (zum Beitrag). Mit einigen Updates hat LG diese erheblich verbessern können, aber zum Akku-Wunder ist das Gerät dadurch dennoch nicht geworden. Im Dauerbetrieb sind gute fünfeinhalb Stunden drin, bevor der Akku leer ist. Je nach Beanspruchung wie Spiele auch weniger. Beschränkt man sich auf das allernötigste, dann sind auch mal zwei Tage abseits der Steckdose drin.

 

Konnektivität

Da das LG G Flex 2 in der Oberklasse Zuhause ist, unterstützt das Android Smartphone nahezu alles, was man sich so wünschen kann. Das LTE-Modem zum Beispiel erlaubt Downloads mit bis zu 300 Mbit/Sekunde dank LTE Cat6-Unterstützung. Zur Datenübertragung steht zusätzlich der sehr flotte WLAN-Standard 802.11ac bereit, das Energie-effiziente Bluetooth 4.1 und selbst einen Infrarot-Port hat LG seinem biegsamen Modell spendiert. Zum schnellen Verbinden mit Zubehör unterstützt das LG G Flex 2 auch NFC, was die lästige Eingabe eines Kennwortes umgeht. Auch Miracast, DLNA und WiFi Direct unterstützt das Smartphone ebenfalls.

Als sehr gut kann man die Gesprächsqualität des Smartphones bezeichnen: Beide Gesprächspartner haben ein sehr klares Stimmbild, werden nicht verzerrt und klingen auch nicht dumpf. Lediglich in der höchsten Lautstärke wird die Stimme des Gesprächspartners etwas blechern und verzerrt leicht.

 

Kamera

Auch wenn die Kamera nicht das Spezialgebiet des LG G Flex 2 ist, so kann die Kamera mit allerhand technischen Raffinessen aufwarten. Mit 13 Megapixeln Auflösung bewegt sich LG zumindest in den üblichen Regionen für ein Oberklasse-Modell, garniert diese jedoch mit einem optischen Bildstabilisator und einem Laser-gestützten Autofokus, welcher im LG G3 (zum Test) seine Premiere feierte. Damit will LG eine besonders schnelle Fokussierung ermöglichen, was auch tatsächlich der Fall ist: Die Kamera schaltet das zu fotografierende Motiv richtig schnell scharf. Einen deutlich spürbaren Vorteil gegenüber einem Samsung Galaxy S6 (zum Test) bring die Technik jedoch nicht. Aber auch die Bildqualität an sich weiß zu begeistern. Die Bildschärfe ist sehr hoch und auch gleichmäßig, wenngleich zum Bildrand hin technisch bedingt das Bildrauschen leicht zunimmt. Der Detailgrad ist sehr hoch und das auch bei Stellen im Bild, wo der Übergang zwischen hohem Licht und dunklen Objekten erfolgt.

Die Helligkeit insgesamt geht auch in Ordnung, was der Fotovergleich zur Sony Smart Shot QX10, einer Canon EOS 600D und dem LG G3 zeigt.

Videos nimmt das Smartphone mit bis zu 3.840 x 2.160 Pixel auf, sprich in UHD-Qualität. Auch hier wirkt der optische Bildstabilisator wie bei Fotos richtige Wunder und sorgt für ein ruhiges Bild. Allerdings sind die Farben etwas dunkler als sie eigentlich sind. Verzerrungen bei schnelleren Schwenks treten erfreulich gering auf, auch wenn sie noch deutlich vorhanden sind. 4K-Videos nimmt das LG G Flex 2 übrigens wie viele andere Android Smartphones ebenfalls mit einer Zeitbegrenzung von 5 Minuten auf. Der Grund dafür ist die enorme Wärme-Entwicklung bei der Aufnahme, sodass Videos zur Sicherheit eine maximale Länge haben.

Die Kamera-App selbst bietet die wichtigsten Bedien-Elemente die man zur Aufnahme von Fotos und Videos benötigt. Die jeweiligen Auslöser dafür sind auf der rechten Seite untergebracht, wo auch die Zurück-Taste zum Beenden der App zu finden ist und der Schnellzugriff auf die letzten Aufnahmen. Auf der linken Seite sind die Icons für die wichtigsten Optionen zur Aufnahme vorhanden. So kann der Blitz hinzugeschaltet werden, zur Frontkamera gewechselt und den Aufnahme-Modus (Automatisch, Panorama, Dual) ausgewählt werden. Das unterste Icon führt zu den tieferen Optionen, wo sich HDR, Bild-/Video-Auflösung oder auch der Timer zum Auslöser einstellen lassen. Einen manuellen Modus mit Weißabgleich, ISO, Belichtung und so weiter sucht man leider vergebens. Die Ergebnisse im Automatik-Modus sind allerdings in der Regel mehr als brauchbar.

 

Multimedia

Laut dem Datenblatt hat das LG G Flex 2 einen internen Speicher von 16 GB, was wie so oft in der Realität nicht zur Verfügung steht. Ein solcher Speicher ist bei einem Oberklasse-Smartphone fast schon inakzeptabel geworden und bei dem LG-Smartphone ist eine Speicherkarte wirklich Pflicht: Bei unserem Testmodell waren ab Werk gerade mal 7,17 GB an Speicher frei. Allein das System belegt für sich genommen 8 GB und das ist für ein Top-Smartphone inakzeptabel. Andere Hersteller kommen im Schnitt auf 1 bis 2 GB mehr an internem Speicher zur freien Benutzung. Wer eine MicroSD nutzen will hat nach oben hin fast keine Begrenzung, da das LG G Flex 2 offiziell Speicherkarten mit bis zu 2 TB unterstützt. Das Maximum liegt übrigens derzeit bei 200 GB, ist mit fast 280 Euro UVP allerdings auch ein kleines Vermögen.

Bei der Wiedergabe von Medien zeigt sich das gebogene Android Smartphone wiederum von seiner besseren Seite. So ist der Musikplayer von LG sehr zweckdienlich und spielt zahlreiche Musikformate wie MO3, WMA, AAC und selbst FLAC ab. Neben diversen Sortiermöglichkeiten der Titel bietet der Player auch einen Equalizer an, mit dessen Hilfe sich das Klangbild anpassen lässt. Wem die vorgefertigten Profile nicht zusagen, kann über einen 7-Band-Equalizer ein Feintuning der Audio-Qualität vornehmen. Auch eine Schlummerfunktion besitzt der Player: Man kann die Musikwiedergabe zu einer definierten Zeit ausschalten lassen.

Die Wiedergabe über den eingebauten Lautsprecher auf der Rückseite ist zwar akzeptabel, aber es fehlt wie so oft an Bässen und in diesem Fall auch an maximaler Lautstärke. Insofern bieten sich die beiliegenden In-Ear-Kopfhörer an, deren Qualität deutlich über dem Durchschnitt dessen liegt, was sonst so an Kopfhörern als Standard-Zubehör für ein Smartphone anzutreffen ist. Ihr Klangbild ist unerwartet klar und auch angenehm. Jedoch fehlt auch diesem in der Standardkonfiguration an Bass, wo der Equalizer des Musikplayers gut zur Geltung kommt.

 

Software

Installiert ist auf den LG G Flex 2 wie nicht anders zu erwarten Android 5 Lollipop von Google. Genau genommen in der nicht mehr aktuellen Version 5.0.1, über welche LG seine vom LG G3 her bekannte LG UX drüber legt. Die neue LG UX 4.0, welche mit dem LG G4 Premiere feierte, dürfte es eventuell irgendwann im Laufe des Jahres als Update geben. Heißt aber noch lange nicht, dass die aktuelle Oberfläche für das LG G Flex 2 unbrauchbar wäre oder dergleichen. Funktional keinesfalls, denn es gibt all die LG-eigenen Feinheiten und Funktionen, ohne das Material Design allzu sehr unkenntlich zu machen. Sprich die Benachrichtigungen in Karten-Optik in der Benachrichtigungsleiste und im Sperrbildschirm sind ebenso wieder zuerkennen wie die Icons der Software-Tasten, die vielen Animationen und der Task-Manager.

Dennoch hat LG wie schon erwähnt eigene Funktionen implementiert und davon springen QMemo+ (Screenshot anfertigen und direkt mit Bemerkungen sowie Zeichnungen versehen),  QSlide als schwebende Apps ebenso hervor wie die Fernbedienungs-App QRemote. Diese sind über die Android-typischen Quick Settings schnell erreichbar und im Fall der QSlide-Apps und QRemote auch als eigene einblendbare Leiste in der Benachrichtigungsleiste. Nimmt dann zwar entsprechend mehr Platz weg, aber man sofort Zugriff auf beide Funktionen, sofern man sie öfters nutzt.

Neu zu den LG-eigenen Apps hinzugekommen ist LG Health, womit sich die tägliche Fitness kontrollieren und tracken lässt. Die App unterstützt auf dem LG G Flex 2 die bekannten Dinge wie zurückgelegte Strecke, die dabei getätigten Schritte und verbrauchten Kalorien. Man kann sogar eine Wegstrecke gezielt aufnehmen und für eine spätere Analyse speichern. Diese Aufzeichnung berücksichtigt dabei verschiedene Bewegungsarten: Gehen, Laufen, Radfahren, Wandern und Inline-Skating. Im Prinzip all das was man so an sportlichen Aktivitäten an einem normalen Tag so machen könnte. Als kleiner Bonus kann die App auch per Bluetooth mit dem LG G Flex 2 verbundenes Fitness-Zubehör mit ansprechen.

Die wirklich nützlichen Helferlein sind allerdings nichts Neues mehr. Gerade LG Knock On zum Ein- bzw. Ausschalten des Displays per Klopfgeste gab es schon mit dem LG G2. Ebenso bereits bekannt ist Knock Code, welches ein bestimmtes Klopfmuster in einem Feld aus vier Rechtecken zu einer einzigartigen und vor allem auch sicheren Entsperr-Methode macht. Auch die Rear Keys haben ihre Doppel-Belegung beibehalten. Hält man die Leiser-Taste im Standby gedrückt, wird die Kamera gestartet und über die Lauter-Taste die Notizen-App. Das gilt allerdings nur, wenn man gerade keine Musik hört, denn in diesem Fall wird einfach nur die Lautstärke der Musik verändert und nichts anderes.

Eine weitere bereits von früheren Modellen her bekannte Funktion ist Dual-Window, was nichts anderes als die parallele Ausführung zweier Dual-Window-kompatibler Apps bedeutet. Die Auswahl ist jedoch nicht nur auf einige LG-eigene Apps und solche von Google beschränkt: Im Google Play Store sollte es einige Apps geben, welche das Feature von LG unterstützen. Aktivieren kann man die Dual-Window-Ansicht übrigens bei aktivierter Funktion per Gedrückthalten der Zurück-Taste oder über das Icon in den Quick Settings.

 

Fazit zum LG G Flex 2

Die kleinen Kritikpunkte des Vorgängers hat LG mit dem LG G Flex 2 tatsächlich behoben und auch das gebogene sowie flexible Gehäuse beibehalten. Mit dem Snapdragon 810 bietet das Android Smartphone sogar modernste Technik mit Power, die leider nicht ihr volles Potential entfalten kann. Wer sich mit den zum Teil sehr deutlichen Rucklern bei der Bedienung anfreunden kann, ein richtig gut in der Hand liegendes Smartphone haben will und auch noch auffallen möchte, ist mit dem für 649 Euro UVP erhältlichen LG G Flex 2 bestens beraten.

Positiv

  • Bedeutend handlicher als der Vorgänger
  • Gute Kamera
  • Nützliche Zusatz-Funktionen von LG
  • Wolverine-Effekt für kleinere Kratzer sehr nützlich
  • Man kann sich auch mal draufsetzen
Negativ
  • Gezügelter Snapdragon 810
  • Deutlich sichtbare Ruckler
  • Modell mit 32 GB internen Speicher und 3 GB RAM nicht in Deutschland erhältlich

lg_gflex2_testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 4/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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