[Test] Marshall London – Long Live Rock ´n´Roll

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marshall-london-testLang hat es gedauert bis wir das Marshall London Android Smartphone in die Redaktion für einen Test erhalten haben. Nach knapp einem Jahr eventuell zu lang? Soviel ist sicher, wer kein echter Musiker oder zumindest Musik-Liebhaber ist, sollte bei einem 549 Euro teuren Smartphone und Technik des vergangenen Sommers, diesen Testbericht überspringen.

Als vor knapp einem Jahr von dem Gitarren-Verstärker Hersteller Marshall ein Android Smartphone angekündigt wurde, war ich natürlich mit meinem musikalischen Hintergrund von der ersten Sekunde an hell auf begeistert. Im September 2015 durfte ich das Marshall London dann auch das erste Mal in die Hand nehmen und jungfräulich auspacken. Auch da wurde meine Vorfreude auf einen ausführlichen Test in keiner Weise getrübt.

Nun ist es – meiner Meinung nach – deutlich zu spät und nach vielen Nachfragen auch bei uns eingetroffen.

Design und Verarbeitung

In Zeiten von 5,5 Zoll großen Smartphones, fällt ein 4,7 Zoll kleines Device schon regelrecht auf, aber auffallen ist eh die Prämisse des Marshall London. Denn es schreit aus jeder Pore nach der bekannten Marke in Haptik und Optik. Mit seiner Gummiumrandung, einen weißen erhöhten Display-Rahmen und dem aus Messing gefertigten M-Button als auch das Lautstärke-Drehrad.
Auch wenn die im Style der Marshall Verstärker getrimmte abnehmbare Rückseite einen sehr zerbrechlichen Eindruck vermittelt, ist das Smartphone sehr hochwertig verarbeitet und wirkt nicht zuletzt aufgrund der 2 prominenten Kopfhörer-Anschlüsse an der Oberseite und den beiden Frontgittern für die Lautsprecher, sehr wertig.

Display

Das 4,7 Zoll große IPS Display ist mit seiner 1.280 x 720 Pixel Auflösung nicht die Stärke des Marshall London. Auch beim Thema Helligkeit und Blickwinkelstabilität lässt das Unternehmen keinen Zweifel daran, dass man den Fokus auf andere Dinge legt. Lediglich in Sachen Farbdarstellung kann mit überragenden Werten glänzen.

CPU und GPU

Hier scheint das Android Smartphone sein größtes Defizit aufzuweisen. Klar, hatte man mit einem Snapdragon 410 Quad-Core-Prozessor vor noch knapp einem Jahr einen durchschnittlichen Mittelklasse SoC, doch heutzutage würde dieser wahrscheinlich nur noch in einer Smartwatch Platz finden. Und so verwundert es auch nicht weiter das ein AnTuTu hier gerade einmal 25.715 Punkte abliefert. Das kann natürlich nicht zum spielen von aufwendigen Games reichen und scheitert wahrscheinlich eh schon an der geringen Display-Auflösung.

Technische Daten des Marshall London


Prozessor Snapdragon 410 Quad-Core-CPU by Qualcomm (4 x 1,2 GHz)
GPU: Adreno 306

Betriebssystem

Android 5.0.2 Lollipop London UI

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher (erweiterbar per MicroSD)

RAM

2 GB
Display 4,7 Zoll IPS LCD Display mit 1.280 x 720 Pixel, 312 ppi

Anschlüsse

MicroUSB, 2x 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Abmessungen (HxBxT mm) / Gewicht

149,4 x 74,7 x 9,8 mm / 145 Gramm
Kamera 8 Megapixel Hauptkamera, 2 Megapixel Frontkamera
Internet WLAN a/b/g/n
Akku Kapazität 3,8 V/2.500 mAh
Preis UVP 549 Euro
Besonderheit zweiter Kopfhörer-Anschluss, Lautstärkerad, M-Button, Stereo-Frontlautsprecher

 

Akku

Für den nötigen Strom sorgt ein wechselbarer Akku mit einer Kapazität von 2.500 mAh. Das ist Angesichts der Display-Größe und Auflösung, als auch der verbauten CPU ein nicht zu verachtender Wert. Dennoch schafft das Marschall London in unserem Test nur den obligatorischen Tag mit einer Akku-Ladung.

Konnektivität

Für die üblichen drahtlosen Verbindungen kann das Musik orientierte Smartphone mit Wi-Fi a/b/g/n im 2.4 GHz und 5 GHz Band, LTE und Bluetooth 4.1 inklusive BLE & aptX dienen.
Während an der Unterseite der MicroUSB-Port für keinerlei Überraschungen sorgt, beeindrucken die zwei 3,5 mm Messing-Klinkenbuchsen auf der Oberseite. Diese sind nicht nur für ein Stereo Line-out sondern auch für den Line-In mit entsprechend vorinstallierter Software zu benutzen. Beide Ausgänge lassen sich in der Lautstärke separat steuern.
Die Telefon Einheit konnte erstaunlicherweise in unserem Test nicht überzeugen. Die Klangqualität ist leicht blechernd und scheint nicht von dem Cirrus Logic WM8281 Sound-Chip unterstützt zu werden.

Kamera

In Zeiten von Leica Dual-Cam und überragenden Foto-Ergebnissen eines HTC 10 oder Galaxy S7 brauchen wir wohl das Thema Foto-Qualität bei einer 8 Megapixel Haupt- und 2 Megapixel Frontkamera nicht großartig thematisieren. Während ich die Frontkamera fast schon als Beleidigung auffassen würde, versucht man zumindest mit der original Android Kamera-Software einigermaßen den Schein zu waren. Wenn überhaupt dann sind die Ergebnisse mit untere Mittelklasse zu bewerten.

Software

Als Betriebssystem ist nach wie vor Android 5.0.2 Lollipop installiert, was im Grunde einer Zeitreise gleich kommt. Vermutlich wird man auch hier kein Marshmallow Update aufgrund der alten Hardware erwarten können.
Nicht ganz unerwartet hat der Hersteller dem Marshall London Smartphone auch einiges an Software vorinstalliert. Vielleicht nicht alles zwingend notwendig, aber dennoch zum Thema Musik durchaus zulässig. Dort finden sich dann Anwendungen wie eine DJ-App, ein 4-Spur Rekorder, alle bekannten Musikanbieter, bis hin zu einem Player der neben MP3 natürlich auch das verlustfreie FLAC Format abspielt.
Von den 16 GB erweiterbaren Programmspeicher, bleiben so noch knapp 9 GB zur freien Verfügung.

Multimedia

Das Beste zum Schluss mag man fast schon mit einer gewissen Portion Mitleid meinen.
Keine Frage, in dieser Disziplin spielt das Marshall London Dank Cirrus Logic WM8281 Sound-Chip (der im übrigen bei allen Sound-Aktivitäten die CPU entlasten soll) und den Stereo-Frontlautsprechern seine Stärken aus. Alles klingt für ein Smartphone durchaus ausgewogen. Das Messing Lautstärke-Rad kann bis zum Anschlag aufgedreht werden ohne dieses mit Verzerrungen quittiert zu bekommen.
Leider mag man vor knapp einen Jahr damit Marktführend gewesen sein, doch inzwischen steht man damit nicht mehr allein auf weiter Flur: Stichwort Nexus 6P und Alcatel Idol 4S. Das Huawei P9 Plus zähle ich nicht dazu, da es Sound technisch nicht überzeugen konnte.
Regelrecht weg katapultiert wird man indes mithilfe der mitgelieferten InEar-Kopfhörer.
Ein weiteres Highlight ist natürlich der oben zwischen den beiden Buchsen thronende M-Button, welcher einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Musik-Einstellungen gewährt. Darunter auch ein System übergreifender Equalizer.

Fazit zum Marshall London

Als ehemaliger Musik Produzent und Gitarrenspieler tut mir die Gesamtwertung des Marschall London in der Seele weh. Doch bei den technischen Leistungen der CPU, des Displays und ganz zu schweigen von der Kamera, kann es nur eine schlechte Gesamtnote geben.
Das Smartphone kann und wird seine Zielgruppe bei einem Preis von 549 Euro (Amazon 499 Euro) ausschließlich bei Musikern und Liebhabern finden. Die Sound-Qualität ist gut über Kopfhörer sehr gut und die Optik überragend.
Zudem ist die gesamte Verarbeitung allen Anschein nach auch für den harten Alltag eines Rock ´n´Rollers ausgelegt.

Positiv

  • Verarbeitung
  • Sound
  • 2 x Klinke-Anschluss
  • M-Button
  • Kopfhörer
  • wechselbarer Akku
Negativ

  • 16 GB Speicher
  • Display
  • CPU
  • Kamera
  • OS

marshall-london-testurteil-go2android

Wertung
Geschwindigkeit 2/5
Display 2/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 4/5
Preis 2/5

 

 

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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