[Test] Motorola Moto 360 (2.Gen.) – Mein Style meine Smartwatch!

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motorola-moto-360-2nd-testZur Internationalen Funkausstellung in Berlin war es soweit, dass der US-amerikanische Hersteller Motorola, mit der Moto 360 seine zweite Generation einer runden Android Wear Smartwatch eingeläutet hat. Wie schon bei der ersten Moto 360 waren die meisten Informationen zu den 3 Modellen bereits schon lange im Vorfeld bekannt, weswegen wir in unserem Test den Fokus auf den subjektiven Eindruck im Alltag legen wollen.

Die Vorgeschichte

Motorola war der erste Hersteller, der mit einer runden Android Wear Smartwatch einen neuen Trend gewagt hat, der aufgrund der optischen Verwandtschaft zu einer „echten“ analogen Uhr, sich bis auf wenige Ausnahmen bis zum heutigen Tage durchgesetzt hat.
Während die erste Moto 360 schon durch ihr großes Display und dem schmalen Metallrand begeistern konnte, hat Motorola dieses Design im Großen und Ganzen auch in der zweiten Generation – bis auf minimale Veränderungen – beibehalten.

Der Moto Maker

Am Anfang zum Besitz einer Motorola Moto 360 der zweiten Generation (Motorola nennt sie nur noch liebevoll „die neue Moto 360“ und hat die 1.Gen. von der Homepage verbannt), steht die Bestellung im Moto Maker. Zwar bekommt man auch standardisierte Modelle bei Amazon, doch dabei würde man sich selber um ein Alleinstellungsmerkmal der Moto 360 berauben. Es ist vielleicht annähernd vergleichbar, als wenn man bei der Geburt seines Kindes nicht anwesend wäre.
Das Band einer selbst kreierten Moto 360 kann Nichts so schnell zerschneiden. Und so ist die Auswahl an unterschiedlichen Kreationen nahezu unbegrenzt. Angefangen von der Displaygröße (Herren 42 oder 46 mm Gehäuse-Durchmesser), über die Wahl der Lünette, der Farbe des aus Flugzeugedelstahl gefertigten Gehäuse bis hin zur Auswahl des passenden Armband aus Horween-Leder oder Edelstahl.

 

Der Unterschied

Die wohl für viele entscheidende Frage ist, worin unterscheiden sich die beiden Moto 360 der ersten und zweiten Generation?
Der in meinen Augen – und jetzt kommt der erste Klops – wichtigste Unterschied  für eine Kaufentscheidung zur „neuen Moto 360“ ist der bereits genannte Grund der Individualisierung durch den Moto Maker. Dicht gefolgt von den 3 Gehäuse-Varianten: Zwei Größen für den Mann und eine für die Frau. Während der Gehäuse-Durchmesser von 42 mm für beide Geschlechter verfügbar ist, besteht dennoch ein Unterschied in dem Anstellwinkel der Armbandhalterung, um die Moto 360 für das weibliche Handgelenk noch ein wenig enger anliegen zu lassen.

Die Aufnahme für das Armband hat im Allgemeinen bei der neuen Moto 360 eine Überarbeitung erfahren dürfen. Während das Armband der ersten Moto 360 noch direkt am runden Gehäuse angebracht war, hat man sich nun für die üblichen Armbandanstöße entschieden. Grund waren hauptsächlich Kundenreklamationen, die über einen Riss auf der Kunststoff-Gehäuserückseite klagten. Positiver Nebeneffekt ist, dass nun bei der neuen Moto 360 auch jedes Standardarmband (je nach Modell 16/20/22 mm) verwendet werden kann.

Weiterhin ist die Krone, die in Form eines Buttons auch eine Funktion besitzt, auf die 2 Uhr Position gewandert. Der Grund sei wohl dass man nicht aus versehen mit der Hand den Button drückt. Ist mir aber persönlich auch bei der ersten Moto 360 Generation noch nie passiert.

Selbstverständlich gibt es auch technische Unterschiede, wie eine schnellere Snapdragon 400 Quad-Core-CPU, wie sie aktuell so ziemlich alle Android Wear Smartwatches verbaut haben, eine etwas bessere Auflösung und einem geringfügig verbesserten Akku von 300 bzw. 400 mAh. Der Arbeits- wie auch interne Programmspeicher ist indes gleich geblieben. Beide Uhren lassen sich nach wie vor via Qi-Technologie Kabellos aufladen, verfügen über einen Herzfrequenzsensor auf der Unterseite des Gehäuses und sind nach IP67 Zertifizierung gegen Staub und Wasser geschützt. Sogar die nach einem Android Wear Update erhaltene WLAN-Funktion, werden von beiden Generationen der Moto 360 Smartwatch unterstützt.

Technische Daten:

Motorola Moto 360 2. Gen.


Display

1,37 Zoll Backlit LCD Touchscreen Display
1,56 Zoll Backlit LCD Touchscreen Display
Corning Gorilla Glass 3

Auflösung

360 x 325 Pixel (263 ppi)
360 x 330 Pixel (233 ppi)

Prozessor

Snapdragon 400 Quad-Core-CPU
1,2 GHz pro Kern / Adreno 305 GPU

Speicher

512 MB RAM, 4 GB interner Speicher

Abmessungen (HxBxT)

42 x 42 x 11,4 mm
46 x 46 x 11,4 mm / 55 Gramm

Akkutyp

300 mAh Li-Polymer Qi-Technologie
400 mAh Li-Polymer Qi-Technologie

Betriebssystem

Android Wear Build Number LLA44S

Fitnessfunktionen

Schrittzähler, Distanztracker, Activitytracker, Pulstracker

Gehäusematerial

Rostfreier Flugzeugedelstahl

Sensor

Gyroskop, Beschleunigung, Barometer, Puls, Umgebungslicht

Besonderheiten

IP68, staub- und wasserresistent, Vibrationsmotor, Mit iOS kompatibel, Moto Maker, Kabelloses Laden, WiFi 802.11 b/g, BT 4.0 Low Energy

Preis

Je nach Ausführung und Größe
UVP 299 bis 429 Euro

 

Moto 360 im Alltag

Android Wear

Will man über die Moto 360 Smartwatch im Alltag berichten, so kommt man wohl nicht daran vorbei, auf das Betriebssystem der Uhr einzugehen. Wie bei Google üblich ist auch das Android Wear OS stetig im Wachstum und der Entwicklung. Es muss für eine Menge an Hersteller und ihren Uhren gleichermaßen funktionieren, was mit Sicherheit in einem nicht ganz so leicht zu lösenden Spagat resultiert.
Eine Individuelle Steuerung wie sie die Apple Watch über die Krone oder Samsung mit seiner Gear S2 über die drehbare Lünette (zum Test) realisiert, kann Google sich nicht erlauben, weswegen man sich auf seine Talente konzentriert.

Google Now und seine Sprachsteuerung heißt das Zauberwort. Leider steht diese hervorragende und Marktführende Technologie, nicht ganz im Einklang mit unseren europäischen Taktgefühl. Nur selten sieht man Menschen in unserer freien Natur, die selbstbewusst nach Art des Michael Knight mit ihrer Smartwatch reden. Dieser Fakt, als auch das gewöhnungsbedürftige Google Now Kartensystem, sind ein Grund warum aller Wahrscheinlichkeit nach es Android Wear als Betriebssystem einer Smartwatch nach wie vor schwer haben wird. Selbst LG, als einer der ersten Android Wear Smartwatch Hersteller, entwickelt inzwischen Parallel an WebOS Uhren.

Hat man sich aber erst einmal auf Android Wear eingelassen und gewöhnt, dann ist es am Ende doch gut durchdacht und bietet für alle Bereiche eine schier unendliche Auswahl an Anwendungen und Funktionen.

Ein Plattfuß an der Uhr

Einmal von dem Aspekt des Android Wear OS abgesehen, störe ich mich nach wie vor an dem durch den Umgebungslicht-Sensor bedingten „Plattfuß“ der Moto 360, welches so gut wie jedes Zifferblatt oder Neudeutsch Watchface zerstört. Es beraubt mich meiner Illusion eine „echte analoge“ Uhr mit unendlich vielen Funktionen zu besitzen. Dennoch ist es aktuell die einzige Smartwatch, deren Display maximal plan an den Rand geht.

Akku und Energie

Der Akku fordert wie bei allen anderen Android Wear Uhren seinen Tag täglichen Ladezyklus, der inzwischen Dank der Qi-Ladestation zu einer netten Nachttisch-Uhr mutiert ist. Sicherlich hält die Moto 360 Smartwatch auch 1 1/2 bis 2 Tage mit einer Akkuladung, doch dann sollte man nicht wie ich das Display in den Einstellungen, auf „immer an“ haben.

Display und CPU

Während der Unterschied der völlig ausreichenden Display-Auflösung nur im direkten Vergleich der ersten und zweiten Moto 360 Generation erkennbar ist, funktioniert die automatische Helligkeitsregulierung bei dem aktuellen Modell deutlich zuverlässiger.
Da ich schon gerade Vergleiche zum Vorgänger ziehe: Zwar ist der Prozessor nun ein deutlich schnellerer, aber dennoch muss ich gestehen das ich nach dem letzten Firmware Update welches auch für die Moto 360 die WLAN-Funktion brachte, nur sehr selten bis gar nicht mit Denkaussetzer der Smartwatch zu kämpfen hatte.
Dennoch werden die Ansprüche der Uhren im Laufe der Zeit immer größer, sodass man der Sicherheit halber aktuell doch eher zur Moto 360 der zweiten Generation mit einer Snapdragon 400 CPU greifen sollte, insofern man über das nötige Kleingeld verfügt.

Fazit

Würde Geld keine Rolex spielen und ich hätte die freie Wahl würde ich mich trotz Plattfuß im Zifferblatt für die Motorola Moto 360 (2015) entscheiden. Zum einen aufgrund des mit 46 mm größten Display auf dem Markt und zum anderen wegen dem Moto Maker. Meine Uhr so zu gestalten wie ich es will, ist das Totschlagargument schlechthin.
Auf die Android Wear vorgegebene Bedienung muss man sich einlassen. Tut man das, hat man eine schier unendliche Auswahl an Watchfaces, Apps, Tools, Spielen und Funktionen, die man mit einer Smartwatch überhaupt nur haben kann. Und das kompatibel mit Android und Apple Smartphones.
Ist man sich jedoch noch unsicher, will bei der Investition einer Smartwatch Geld sparen und ist auf die Individualisierung des Moto Maker nicht angewiesen, so kann man nach wie vor bedenkenlos zur ersten Moto 360 Smartwatch greifen, die man aktuell für 129 Euro bekommen kann.

Positiv
  • Individuelles Design durch den Moto Maker
  • unterschiedliche Größen
  • Damen und Herren Modell
  • Android Wear App Auswahl
  • Nahezu Randloses Display
  • Qi-Technologie
  • Wechselbare Armbänder
  • iOS (iPhone) kompatibel
Negativ
  • Hoher Anschaffungspreis
  • Plattfuß im Zifferblatt
  • Akku-Laufzeit
  • Android Wear OS (wenn man es nicht mag)

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Wertung
Bedienung 5/5
Funktionalität 5/5
Tragekomfort 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

 

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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