[Test] Motorola Moto E – preiswerter geht immer!

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Motorola Moto E Test

Motorola hatte zuletzt mit dem Moto G bewiesen dass man trotz kleinem Preis ein verdammt gutes Smartphone bauen kann und das will der Hersteller mit dem Moto E nochmal unter Beweis stellen. Aber kann das überhaupt funktionieren? Kann ein gutes Smartphone noch günstiger sein und trotzdem ordentliche Leistung mit ordentlicher Qualität verbinden? Unser Test gibt darüber Auskunft.

Motorola Moto E TestViele hatten Motorola nach dem etwas enttäuschenden Moto X schon wieder abgeschrieben, aber mit dem Moto G legte der Hersteller ein fulminantes Comeback hin. Das Smartphone kostet gerade mal 169 Euro UVP, aber bietet fast alles was man von Geräten zu einem Preis von 250 bis 300 Euro erwartet. Nicht umsonst ist das Moto G zum meist verkauften Smartphone in der Geschichte des Unternehmens geworden und genau das versucht Motorola nochmal zu wiederholen mit dem Moto E. Vieles findet sich vom geringfügig größeren Moto G in dem kleinen Moppelchen wieder und doch gibt es ein paar kleinere Unterschiede.

 

Technische Daten des Motorola Moto E

Technische Daten

Motorola Moto E

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 200 Dualcore mit 1,2 GHz
GPU: Adreno 302

Betriebssystem

Android 4.4.2 KitKat

Interner Speicher

4 GB Interner Speicher, mit MicroSD

RAM

1 GB

Modellbezeichnung

XT1021

Display

4,3 Zoll qHD IPS-Display mit 960 x 540 Pixel und Gorilla Glass 3

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Gyroskop, Proximity, Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

124,8 x 64,8 x 12,3 mm

Gewicht

142 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

5 Megapixel Kamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.900/2.100 MHz) 21,1 Mbit/s + WLAN b/g/n (2,4 GHz)

Bluetooth

4.0

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/1.980 mAh

Gesprächszeit

bis zu 24 Std.

Standby-Zeit

bis zu 384 Std.

Netz

GSM 850/900/1.800/1.900 MHz, UMTS 850/900/1.900/2.100 MHz

Preis

UVP 119,- Euro (aktuell ab 119 Euro, Stand 08/06/14)
Besonderheit LED, FM Radio

 

Zubehör

Motorola Moto E Test

Wie schon das Vorbild Moto G aus dem eigenen Hause, kommt das Moto E in einem sehr kleinen Karton zum Kunden und das hat seinen Grund. Neben dem Smartphone selbst befindet sich nämlich nur ein USB-Datenkabel und eine gedruckte Schnellanleitung im Karton. Ein Headset oder gar Netzteil sucht man vergebens. Einerseits ist das eine richtig interessante Strategie, au f der anderen Seite fast schon auffallend negativ. Motorola geht einfach davon aus, dass in jedem Haushalt eh schon MicroUSB-Netzteile vorhanden sind und spart sich so die Ausgaben für ein Netzteil. Außerdem hilft es Elektroschrott zu vermeiden aber trotzdem ist es ungewohnt.

 

Verarbeitung

Schon das Moto G war für seine Preisklasse ungewöhnlich gut verarbeitet und das behält Motorola auch beim Moto E sehr zur positiven Überraschung bei. Zwar kommt wieder der übliche Kunststoff zum Einsatz, aber durch die gummierte Oberfläche und der rundlichen Bauform liegt das Smartphone einfach nur toll in der Hand. Mit seinen 124,8 und 64,8 mm in der Länge und Breite ist es fast schon niedlich klein. Einzig die Dicke von 12,3 mm lässt es dick wirken. Das fällt aber wie gesagt durch die rundliche Formensprache mit dem zur Seite hin schmaler werdenden Gehäuse nicht großartig auf. Mit knapp 142 Gramm Gewicht ist das Moto E allerdings nicht gerade ein Fliegengewicht.

Was sich allerdings ein wenig negativ bemerkbar macht angesichts der ansonsten hervorragenden Verarbeitung, ist der sehr fest sitzende Akkudeckel. Um an die Slots für MicroSD und Micro-SIM heran zu kommen muss man mit Gewalt den Deckel öffnen. Es empfiehlt sich dazu einen kleinen Spachtel, ein Plektron oder etwas anderes in dieser Richtung als Hilfsmittel zu verwenden. Allzu oft sollte man das Moto E allerdings lieber nicht öffnen, denn mit der Zeit lässt die Straffheit nach und der Akkudeckel rutscht ein ganz kleines bisschen hin und her wenn er auf dem Gerät sitzt.

Aber abgesehen davon kann sich der Rest der Verarbeitung durchaus sehen lassen. Auf der ganz in Schwarz gehaltenen Front ist oben hinter einem silberfarbenen Streifen der Lautsprecher für Telefonate, während der Lautsprecher für Systemtöne, Musik und dergleichen als etwas breitere silberfarbene Leiste unterhalb des Displays sitzt.

Auf der Stirnseite des Moto E befindet sich der übliche Anschluss für Kopfhörer, während auf der Unterseite die MicroUSB-Buchse liegt. Die linke Seite ist komplett frei und auf der rechten Seite befinden sich alle Hardware-Tasten des Smartphones: Die Power-Taste und die Lautstärke-Wippe. Beide sind als Akzente im ansonsten matt bzw. glänzend gehaltenen Kunststoff-Gehäuse in silberner Farbe und wirken richtig edel. Sie stehen etwas aus dem Gehäuse hervor, sodass man sie gut auf der Seite erfühlen kann. Aber der Druckpunkt der Tasten ist etwas fest, aber sehr direkt.

Display

Im Normalfall gibt es bei Smartphones um die 100 Euro bestenfalls eine Auflösung von 800 x 480 Pixel, aber Motorola setzt mit dem Moto E auch hier wieder eine neue Marke mit 960 x 540 Pixel. Das Display selbst ist 4,3 Zoll groß und reagiert ansprechend flott auf Touchscreen-Eingaben. Ungewohnt für ein IPS-Panel ist jedoch die Bildqualität, die sich mit zunehmenden Betrachtungswinkel in einer deutlichen Verfälschung der Farben äußert. Auch die Display-Helligkeit lässt zu wünschen übrig, was sich insbesondere im Freien negativ äußert. Die zweite nach Möglichkeit freie Hand wird daher häufig als Schattenspender herhalten müssen.

 

CPU & GPU

Motorola Moto E TestBei einem Preis von 119 Euro muss man sparen wo man kann und das bedeutet, dass Motorola auf einen Dual-Core von Qualcomm zurückgreift, anstatt einen SoC (System-on-a-Chip) zu nutzen. Im Falle des Moto E ist das ein MSM 8210 oder anders ausgedrückt: Ein Snapdragon 200 mit 1,2 GHz je Kern. Dieser Dual-Core ist kein Leistungswunder, was sich in 12.740 Punkten im AnTuTu-Benchmark niederschlägt. Allzu Großes sollte man daher nicht vom Moto E erwarten. Wer ohne Spiele auskommt kann sich dennoch über ein sehr flottes Smartphone freuen, woran der ungewöhnlich große RAM mit 1 GB nicht ganz unschuldig ist.

Für den grafischen Teil ist eine Adreno 302 zuständig, die mit 400 MHz zu Werke geht. Für einfachere Spiele reicht das locker aus, aber für grafisch anspruchsvolles mit Partikel-Effekten und dergleichen ist diese GPU weniger zu gebrauchen. Wer spielen will greift ohnehin zu Geräten in einer höheren Preisklasse.

 

Akku

Motorola Moto E Test

Wie schon bei seinem größeren Schwestermodell Moto G ist auch im Moto E der Akku fest verbaut. Mit 1.980 mAh ist er zudem ziemlich groß ausgefallen für diese Preisklasse. Trotzdem kann das Moto E nur bedingt Kapital daraus schlagen was die aktive Nutzung betrifft. Knappe 4 Stunden mit eingeschaltetem Display sind eher Durchschnitt aber im Standby-Betrieb mit aktiver Synchronisation sind etwas mehr als gute zwei Tage durchaus drin. Eine Arbeitstag bekommt man mit dem Moto E trotzdem hin, auch wenn es zum Abend hin etwas eng werden könnte.

 

Konnektivität

Einsteiger-Smartphones gelten nicht gerade als Kommunikationswunder was die verfügbaren Schnittstellen betrifft. Auch das Moto E ändert an dieser Tatsache nicht allzu viel. Mit Quadband GSM und HSPA+ stehen die gängigen Netztstandards zum Telefonieren und mobilen Surfen zur Verfügung. Telefonate sind an sich qualitativ gut, was die Lautstärke und Verständlichkeit des Gesprächspartners betrifft. Auch man selbst ist am anderen Ende gut zu verstehen.

Wer über das Moto E surfen will kann das über HSPA+ mit bis zu 21 Mbit/Sekunde machen. Das ist ausreihend flott für die meisten Inhalte heutzutage, ansonsten kann man in modernen Smartphone-Browsern den Datenverkehr über einen speziellen Proxy leiten lassen, welcher die zu übertragenden Daten vorher noch komprimiert. Das spart nicht nur an Volumen sondern geht auch bisweilen etwas flotter. Oder man surft über WLAN. Allerdings versteht sich das Moto E hier lediglich auf den n-Standard und das auch nur im 2,4-GHz-Band. Dafür ist immerhin WiFi Direct mit an Bord neben WPS.

Ansonsten sind lediglich noch Bluetooth 4.0 vorhanden zusammen mit GPS und einem FM Radio. Auf LTE oder NFC muss man verzichten, aber das ist angesichts eines UVP-Preises von 119 Euro nicht weiter verwunderlich.

 

Multimedia

Der notgedrungene Sparkurs mit Rotstift-Einsatz von Motorola zeigt sich auch im Bereich Multimedia. Den Anfang macht die Kamera die zwar mit 5 Megapixel auflöst, aber ohne LED-Blitzlicht daher kommt und auch in Sachen Autofokus sowie Auslöse-Verzögerung deutlich dem Moto G hinterher hängt. Auch die Bildqualität an sich lässt zu wünschen übrig. Verrauscht, dunkel und nicht immer optimale Bildschärfe sind das Ergebnis, woran auch optimale Lichtverhältnisse nicht immer etwas ändern können. Andererseits muss man sich auch den Preis für das Moto E vor Augen halten. Im Bereich von 120 Euro kann man nun mal keine perfekte Kamera erwarten. Für das schnelle Schnappschuss-Bild ist die Kamera aber trotzdem zu gebrauchen.

Hier je ein Testfoto im Vergleich zur Sony SmartShot QX10, der Canon EOS 600D und dem Motorola Moto G:

Auch Videos sind nicht gerade eine der Stärken des Moto E. Die Bildgröße für Videos ist fest bei 854 x 480 Pixel eingestellt und Optionen bietet die Kamera-App für Videos keine. Was jedoch überrascht ist ein unerwartet stabiles Videobild, obwohl kein Bildstabilisator aus Kostengründen verbaut ist. Allgemein gibt sich die Kamera-App was Optionen betrifft spartanisch. Gezoomt wird per vertikaler Wischgeste mit bis zu vierfacher digitaler Vergrößerung. Mit einer Wischgeste von links nach rechts werden die wenigen Optionen eingeblendet, wozu die HDR-Aufnahme gehören, das Bildformat (16:9 oder 4:3), Geo-Tagging, Panorama-Aufnahme oder der Auslöser-Ton. Und in der entgegengesetzten Richtung (rechts nach links) gelangt man direkt in die Galerie-App.

Fotos landen enweder im internen Speicher oder auf einer MicroSD. Die Speicherkarte ist angesichts des 4 GB großen internen Speichers sehr zu empfehlen, von welchem dem Nutzer knapp 2,2 GBfrei zur Verfügung stehen. Die maximale Größe liegt bei 32 GB. Auf dieser sollten vorzugsweise Mediendateien gelagert werden wie Fotos, Videos und Musik. Die Soundqualität des Moto E ist jedoch weder besonders gut noch besonders schlecht was den internen Lautsprecher unterhalb des Displays betrifft.

 

Software

Seit Google Motorola im Jahre 2011 aufgekauft hat, gilt der US-Hersteller als ein großes Vorbild was die Software betrifft. Mit Android 4.4.2 KitKat und einer nahezu unberührtren Oberfläche kann man das so sogar bestätigen, was einige Vorteile mit sich bringt. Zum Beispiel ist das Moto E trotz der vermeintlich schwachen Hardware sehr flott in der Bedienung an sich. Das wiederum führt dazu, dass Updates auf die neuste Android-Version besonders schnell ausgeliefert werden können. So bekommt das US-Modell des Moto E bereits Android 4.4.3 per OTA Update, was nahezu zeitgleich mit den Nexus- und Google-Play-Editionen verteilt wird.

Aber das mal bei Seite gelassen ist die Oberfläche wie die Kamera-App selbst sehr spartanisch. Eine eigene Hersteller-Oberfläche gibt es nicht. Puristen und Anhänger des unberührten Android wird es freuen. Eine Eigenheit gibt es dann doch und die findet sich in den Quick Toggles. Diese lassen sich entweder mit zwei Fingern direkt öffnen oder über das Kachel-Icon im Notification Drawer. Drückt man eine der Quick Toggles dann gelangt man zu den jeweiligen Einstellungen. Hält man einen der Schalter jedoch gedrückt, dann wird die jeweilige Funktion tatsächlich umgeschaltet. Bei den Nexus-Geräten ist das nicht so.

Die spartanische Ausstattung zieht sich übrigens auch bei den vorinstallierten Apps weiter. Abgesehen von Motorola Alert, Assist und Migrieren gibt es keine weiteren App-Zusätze wenn man mal von den üblichen Google Apps absieht. Bei Motorola Alert handelt es sich um eine Notruf-Funktion, die in einer Notsituation Rettungsdienste und ausgewählte Kontakte (Freunde, Familie) benachrichtigen kann. Dazu gehören unter anderem der aktuelle Aufenthaltsort.

Bei Motorola Assist wiederum handelt es sich um eine App, mit deren Hilfe man rudimentäre Automatismen nutzen kann. Das Moto E unterstützt derzeit lediglich Termine und den Nachtmodus. Ist im Kalender ein Termin eingetragen, dann wird das Moto E automatisch stummgeschalten und Anrufer mit einer SMS darüber informiert, dass man später zurückruft. Im Nachtmodus wiederum mit defnierten Zeiten wird ebenfalls auf Lautlos gewechselt, aber die Favoriten in den Kontkaten erklingen trotdem mit dem hinterlegten Klingelton.

Den Abschluss bildet schließlich Motorola Migrieren, was den Umzug von einem alten Smartphone mit Android oder iOS erleichtert. Dazu zählen Daten wie SMS-Nachrichten, das Telefonbuch und der Anrufer-Verlauf. Migrieren funktioniert ab Android 2.2 Froyo sowie iOS über die iCloud.

 

Fazit vom Motorola Moto E

Motorola Moto E TestWer dachte das es nach dem Moto G nicht günstiger werden könnte, der hat sich geirrt. Das Moto E kostet nur 119 Euro ohne Vertrag und bietet trotzdem ein gutes Smartphone-Erlebnis, dass seinesgleichen sucht in diesem Preisgefilde. Zwar muss man einige Abstriche hinnehmen, aber eine hochwertige Verarbeitung mit passabler Akku-Ausdauer und einem sehr schlanken sowie flotten System sind die Pluspunkte des Gerätes. Unterm Strich lässt sich sagen, dass Motorola es wieder geschafft hat ein gutes Smartphone zum sehr kleinen Preis anzubieten. Man kann das Moto E ohne Probleme als die neue Messlatte für Einsteiger-Smartphones betrachten, auch wenn es hier und da noch etwas zu verbessern gibt.
Testurteil Motorola Moto E

Wertung
Geschwindigkeit 3/5
Display 3/5
Funktionalität 2/5
Verarbeitung 3/5
Preis 5/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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