[Test] Motorola Moto X – Der Dauerlauscher in 2. Generation!

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Motorola Moto X (2014) Test

Dass ein gutes Smartphone sich nicht nur über die Hardware definiert, zeigte der US-amerikanische Hersteller Motorola Mobility im letzten Jahr mit dem Motorola Moto X. Trotz vermeintlich alter Technik bot es ein besonderes Nutzererlebnis, war richtig performant und konnte die ganze Zeit zuhören. Unser Test soll daher klären, ob der Nachfolger – das Motorola Moto X (2. Gen.) – dieses Kunststück wiederholen kann.

Motorola Moto X (2. Gen.)

Lange Zeit ist das traditionsreiche US-Unternehmen Motorola Mobility in Europa quasi nicht präsent gewesen, wenn man mal von ein paar älteren Modellen absieht. Mit dem Motorola Moto X wagte man schließlich, gemeinsam mit Google als neuer Besitzer im Rücken, einen gewagten Neuanfang mit purem Android als Betriebssystem und äußerst interessanter Hardware.
Anstatt den Leistungswahn der Konkurrenz mitzumachen besann man sich auf das Wesentliche und optimierte die Software ganz einfach auf die Hardware. Herausgekommen war im vergangenen Jahr dabei ein Smartphone, welches trotz Dual-Core Prozessor (+ Co-CPU) aus dem Vorjahr, mit der damals aktuellen Quad-Core Konkurrenz locker mithalten konnte. In der erlebten Performance gab es wirklich kaum Unterschiede und dennoch ist es nicht zu dem großen Erfolg geworden, was es hätte werden können. Unser nun folgender Test des Motorola Moto X (2. Gen.), soll nun zeigen ob das Unternehmen seinen Standard erhalten oder sogar verbessert hat.

Motorola Moto X (2014) Test

Technische Daten des Motorola Moto X (2. Gen.)

Technische Daten

Motorola Moto (G 2. Gen.)

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 801 Quad-Core mit 2,5 GHz
GPU: Adreno 330

Betriebssystem

Android 4.4.4 KitKat

Interner Speicher

16 oder 32 GB

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

XT1092

Display

5,2 Zoll FullHD AMOLED-Display mit 1.920 x 1.080 Pixel und Corning Gorilla Glass 3

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Licht, 2x IR Front (Moto Info)

Abmessungen (HxBxT mm)

140,8 x 72,4 x 9,9 mm

Gewicht

144 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium-Rahmen, Rückseite aus Kunststoff, Holz oder Leder (Moto Maker)

Kamera

13 Megapixel AF Kamera mit f/2.25 (inkl. Ring-Blitzlicht),
2 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.700/1.900/2.100 MHz) 21,1 Mbit/s + LTE Cat4 (800/1.800/2.600 MHz) 150 Mbit/s + WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 LE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.300 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

bis zu 24 Stunden gemischte Nutzung

Netz

GSM 850/900/1.800/1.900 MHz, UMTS 900/1.900/2.100 MHz, LTE 800/900/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 499,- Euro (aktuell ab 499,- Euro, Stand 12/10/14), 529,- Euro (16 GB) bzw. 579,- Euro (32 GB) im Moto Maker
Besonderheit WiFi Direct, NFC, 4K-Videoaufnahme, Ring-LED-Blitzlicht, Wasser abweisend, Moto Actions, Moto Sprache, Leder- oder Holzrückseite durch Moto Maker, Aluminium-Rahmen

 

Zubehör

Motorola machte letztes Jahr von sich Reden, da man aus Kosten- und weiteren Gründen dem Motorola Moto G kein Netzteil beigelegt hatte. Das ist bei einem Flaggschiff-Modell wie es das Motorola Moto X 2014 sein soll nicht der Fall. Dennoch ist bei diesem Gerät das Standard-Zubehör so wie man es kennt nicht ganz komplett: Ein USB-Datenkabel, ein passender USB-Netzteil-Adapter und die Garantiebestimmungen nebst einer Kurzanleitung sind im Päckchen enthalten. Ein Kabel-Headset sucht man vergebens und offizielles Zubehör vertreibt Motorola selbst nicht.

Verarbeitung

Was aber nicht eingespart wurde ist am Smartphone selbst. Das Motorola Moto X (2. Gen.) das wir einem Test unterziehen durften kam in der schwarzen Version mit Horween Leder-Rückseite und diese ist wirklich eine Klasse für sich. Zunächst einmal unterscheidet sich das aktuelle Moto X rein optisch kaum von seinem Vorgänger aus dem letzten Jahr und das ist auch gut so. Immerhin kann man nicht jedes Jahr das Geräte-Design neu erfinden wie es beispielsweise HTC vor einigen Jahren noch praktizierte. Mit HTC verbindet das aktuelle Motorola Moto X (2014) überhaupt mehr als man anfangs denken könnte.

Grund dafür ist der Rahmen aus Aluminium den das Android Smartphone umgibt und das weckt wirklich Erinnerungen an die HTC One-Familie. Allerdings ist weder die Rückseite noch die Front auch aus dem leichten Metall gefertigt, aber dazu später etwas mehr. Denn der Rahmen dient nicht nur als Zierde: Er ist zugleich die Antenne für die Funkmodule des Motorola Moto X (2. Gen.). Die hochwertige Anmutung zieht sich selbst auf die Hardware-Tasten des neuen Motorola Moto X weiter: Diese bestehen ebenfalls aus Aluminium, sind aber bei der Lautstärke-Wippe blank, während die Power-Taste eine geriffelte Oberfläche hat. Dadurch sind die Tasten auch blind gut voneinander zu unterscheiden. Der Druckpunkt könnte zwar etwas knackiger sein, bewegt sich aber ebenfalls auf hohem Niveau.

Insgesamt betrachtet hat Motorola zusammen mit dem Aluminium-Rahmen das Design des Smartphone insgesamt überarbeitet. Beibehalten vom Vorgänger hat die Noch-Google-Tochter lediglich das geschwungene Gehäuse, womit das Moto X richtig gut in der Hand liegt. Dieses hochwertige Gefühl wird durch die Rückseite je nach Modell zusätzlich unterstrichen, da man nun vom Start weg auch in Deutschland den Moto Maker nutzen kann (zum Beitrag). Neben verschieden-farbigen Rückseiten aus Kunststoff (kühl, warm und neutral) gibt es zudem jeweils vier Rückseiten aus echtem Leder und echtem Holz, welche 20 Euro extra kosten im Moto Maker. Das Leder stammt von der Horween Leather Company und wird in den Farben Schwarz, Natur, Cognac und Navy Blue angeboten. Holz gibt es in den Varianten Bambus, Ebenholz, Walnuss und Teak. Allerdings handelt es sich bei den letzten drei Varianten um ein sogenanntes Finish was auf folgendes schließen lässt: Alle Holz-Varianten werden aus Bambus gefertigt, bekommen aber je nach Version eine für das jeweilige Holt typische Maserung und Färbung verpasst. Die Wahl für Bambus ist übrigens gar nicht mal so verkehrt, da keine andere Holzart dermaßen schnell nachwächst und somit Umweltschonend ist. Aber das nur so am Rande.

Wie schon erwähnt ist bei unserem Testexemplar des Motorola Moto X (2014) die Rückseite aus echtem Leder in Schwarz und das fühlt man auch. Gerade wenn man eines der neueren Top-Modelle von Samsung in der Hand hält mit ihrer Kunstleder-Rückseite wird der Unterschied feststellbar. Es ist spürbar weicher und einfach angenehmer. Die Front des Android Smartphone wird einmal mehr vom Display dominiert, welches 5,2 Zoll in der Diagonale misst. Dieses dient übrigens als Anzeige für Benachrichtigungen, weshalb es keine eigene Status-LED auf der Front gibt. Auf der Stirnseite des Gehäuses ist mittig die 3,5mm Audio-Buchse für Kopfhörer untergebracht sowie direkt daneben der SIM-Schlitten für die SIM-Karte und auf der gegenüberliegenden Unterseite der MicroUSB-Port.

Ober- und unterhalb des Displays finden sich lediglich zwei silberne Zierstreifen wieder, von denen wider Erwarten nur einer zur Ausgabe von Tönen dient und zwar der untere Lautsprecher. Oberhalb des Displays ist lediglich der Lautsprecher für Telefonate verbaut. Vor allem im Vergleich zum mit 300 Euro deutlich preiswerteren Motorola Moto G (2. Gen.)(zum Test) mit seinen Stereo-Lautsprechern eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Der Optik des Smartphones tut das aber keinen Abbruch. Ärgerlich könnten die relativ großen Spaltmaße sein: Staub fängt sich dort viel zu schnell ein. Auch wenn nur der untere Lautsprecher zur Beschallung taugt, so ist dieser entgegen den meisten Smartphones vorne verbaut und unerwartet voluminös für seinen Smartphone-Lautsprecher.

Eine feine aber nicht weiter groß beworbene Eigenschaft des Motorola Moto X (2. Gen.) ist übrigens die Hardware selbst: Diese ist mit einer Nano-Beschichtung versehen, womit das Smartphone zumindest einen Regenschauer überstehen sollte. Dennoch ist das kein Freifahrtschein für den Pool oder dergleichen, denn dafür bräuchte es eine offizielle IP-Zertifizierung und die hat das Motorola Moto X der zweiten Generation nicht.

Übrigens kann man das Motorola-Smartphone fast schon als Nexus 6 Mini bezeichnen: Mit einem 5,9 Zoll Display ausgestattet, einer größeren Display-Auflösung und einem neueren Prozessor wird es als Motorola Nexus 6 erwartet.

Display

Für das besondere Erlebnis des Motorola Moto X letztes Jahr war das 4,7 Zoll große AMOLED-Display eine wichtig Schlüsselkomponente, weswegen auch das neue Moto X diese Display-Technologie nutzt. Allerdings ist die Diagonale auf deutlich größere 5,2 Zoll angewachsen, was eine höhere Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixel nach sich zieht und somit in einer zeitgemäßen Pixeldichte von 423 PPI resultiert. Damit ist Motorola zumindest auf Augenhöhe zum Rest der Oberklasse-Smartphones, abgesehen vom LG G3 (zum Test).

Das bedeutet wiederum, dass Farben sehr knackig mit sehr hohem Kontrast und einem hervorragendem Schwarzwert dargestellt werden. Allerdings könnten die Farben so manchem zu knallig sein und eine Möglichkeit zum Einstellen der Intensität von Haus aus, gibt es wie bei Samsung nicht. Dafür kann das Display des Motorola Moto X (2014) einem stabilen Blickwinkel von offiziell bis zu 178 Grad bieten. Letzteres wird jedoch durch das zum Teil sehr stark spiegelnde Display erheblich erschwert. Das erkauft man sich mit einem besonders bruchfestem Corning Gorilla Glass 3. Dem Spiegeln hätte Motorola zumindest ein wenig entgegenwirken können, indem das Display eine hohe Helligkeit besitzt. Im direkten Vergleich zu Samsung, HTC oder Sony ist das Display allerdings sichtlich dunkler. Dennoch gibt es bei der Nutzung mit den Fingern, ein besonderes Gefühl, welches sich schwer beschreiben lässt. Sagen wir einfach der Reibungswiderstand ist um ein vielfaches geringer, im Gegensatz zu den Mitbewerbern.

CPU und GPU

Motorola Moto X (2014) TestAuch im Bereich des verbauten Prozessors gibt es enorme Fortschritte. Trieb das Motorola Moto X (2013) noch ein X8 Mobile an – ein angepasster Snapdragon S4 Pro Dual-Core mit 1,7 GHz und zwei speziellen Co-Prozessoren für Sensoren und Sprachsteuerung – so kommt im aktuellen Motorola Moto X ein Snapdragon 801 Quad-Core mit 2,5 GHz Takt zum Einsatz und das merkt man auch in der Leistung. Zwar lief schon der Vorgänger extrem flüssig, aber die Benchmark-Werte sprachen damals leider für sich. Das hat sich mit dem Nachfolger wie gesagt geändert und mit 44.631 Punkten im AnTuTu 5 Benchmark, liegt das Top-Smartphone von Motorola auf dem Niveau von Samsung Galaxy S5, HTC One M8 und einem Sony Xperia Z2.

Dem Snapdragon 801 Quad-Core steht eine Adreno 330 GPU zur Seite, womit es aktuell kaum ein Spiel geben dürfte, dass nicht auf dem neuen Motorola Moto X läuft. Selbst grafisch anspruchsvolle Spiele und solche mit einer leistungsfähigen Physik-Engine, flitzen nur so über das Display, das es eine wahre Freude ist. Der zur Verfügung stehende RAM ist mit 2 GB ebenso auf der Höhe der Zeit. Von der Leistungsfähigkeit des verbauten Snapdragon 801 Prozessors, macht die exklusiv für das Motorola Moto X verfügbare Augmented Reality App, namens Spotlights Stories Gebrauch, aber dazu im Bereich Software mehr.

Akku

Prozessor, Display und auch das Design eines Smartphones können zwar das Beste vom Besten sein, aber all das kann man vernachlässigen, wenn die Ausdauer des Akkus stimmt. Auf dem Datenblatt enttäuscht das neue Motorola Moto X leider ziemlich, denn der Akku hat mit 2.300 mAh gegenüber dem Vorgänger, um gerade mal 100 mAh zugelegt. Verglichen mit der Ausdauer der Oberklasse-Konkurrenz ist das Motorola-Smartphone unterdurchschnittlich, schafft aber dennoch ohne Mühe einen ganzen Arbeitstags. Sprich die Synchronisation von E-Mails, ein paar Telefonate führen, per Messenger wie Hangouts oder WhatsApp kommunizieren, auf Websites surfen, Musik hören über ein Bluetooth-Headset und eine SmartWatch aktiv nutzen, alles kein Problem. Wie Motorola das genau bei einer verhältnismäßigen geringen Akkukapazität angestellt hat, bleibt wohl vorerst ein Geheimnis des Google Tochterunternehmens.

Motorola Moto X (2014) Test

Schade jedoch ist das Fehlen der immer häufiger in der Oberklasse verwendeten Qi-Technologie. Induktives, kabelloses Laden unterstützt das Gerät nicht und lässt sich auch nicht nachrüsten, da der Akku – wie auch die Rückseite – wieder fest verbaut sind.

Konnektivität

Da es sich bei dem Motorola Moto X (2014) um ein Oberklasse-Smartphone handelt, wird auch alles an moderner Kommunikationstechnologie unterstützt was heutzutage so geht. Das WLAN-Modul funkt in den Standards a, b, g, n sowie dem Gigabit-Standard ac und das auch noch im Dualband-Modus. Große Downloads sowie Downloads allgemein werden somit erfreulich schnell durchgeführt. Das gilt auch für das LTE-Modem, welches zwar „nur“ LTE Cat4 mit maximal 150 Mbit/Sekunde im Download unterstützt, aber langsam sind diese eben auch nicht.

Motorola Moto X (2014) Test

Darüber hinaus dürfen natürlich Bluetooth 4.0 mit dem Low-Energy-Profil nicht fehlen, GPS mit GLONASS-Unterstützung und auch NFC für diverses Zubehör. Einzig auf einen Infrarot-Port zum Steuern der heimischen Multimedia-Geräte muss man verzichten, den es bei Samsung, HTC und LG mittlerweile bei den Top-Modellen gibt.

Ähnlich hervorragend sieht es in einer bei Smartphones kurioserweise meistens zu vernachlässigenden Disziplin aus und das ist das Telefonieren. Durch E-Mails, Messenger oder Skype wird immer seltener telefoniert, dabei kann das Motorola Moto X in diesem Punkt wirklich überzeugen. Die Sprachqualität ist sehr hoch, da der Gesprächspartner sowie man selbst bestens versteht. Die Stimmen sind angenehm laut, klar und überwiegend ohne störende Hintergrundgeräusche. Schaltet man jedoch auf den Freisprech-Modus kommt es hin und wieder mal zu kleineren Aussetzern. Zusätzlich wird man selbst bei dem Gesprächspartner etwas blecherner und der Ton bekommt einen leichten Nachhall.

Multimedia

Motorola Moto X (2014) Test

Eine der mit am meisten genutzten Funktionen eines Smartphones ist dessen Kamera auf der Rückseite. Hier hat Motorola ebenfalls ordentlich zugelegt mit einem Sensor, der Fotos mit maximalen 13 Megapixeln Auflösung im Seitenverhältnis von 4:3 aufnehmen kann. Zusammen mit dem Ringförmigen LED-Blitzlicht sollten dabei gute Fotos herauskommen. Aber es zeigt sich einmal mehr, dass technische Daten auf dem Blatt Papier gut sein können, im Ergebnis hingegen zu wünschen übrig lassen. Zwar macht das Motorola Moto X (2. Gen.) keine schlechten Fotos, hervorragende Bilder aber eben auch nicht.

Trotz guter Lichtverhältnisse könnte die Bildschärfe und damit der Grad der Details besser sein, auch wenn insgesamt Fotos sichtlich besser wirken als es noch bei dem Motorola Moto X (2013) der Fall war. Das zeigt insbesondere der Vergleich zwischen den beiden Generationen zusammen mit unseren Referenz-Aufnahmen der Sony Smart Shot QX10 und der Canon EOS 600D.

Eine echte Innovation für Smartphone-Kameras ist übrigens das ringförmige LED-Blitzlicht, welches im Prinzip aus zwei LEDs besteht. Da diese jedoch um die Kamera-Linse herum mit einem farblosen Kunstsoff-Ring verbunden ist, wird in der Theorie her, dass auf den Sensor einfallende Bild gleichmäßig beleuchtet. Aber Theorie und Praxis sind gerne mal zwei Paar Schuhe und so kommt es nicht gerade selten vor, dass Fotos bei Einsatz des Ring-LED-Blitzes in dunkleren Situationen zur Überbelichtung neigen. Eventuell kann ein kommendes Update die Helligkeit der LEDs etwas reduzieren, sodass der Ringblitz seine volle Leistung zeigen kann.

Neu ist bei dem Motorola Moto X (2014) die Möglichkeit Videos auch in 4K-Auflösung im UHD-Modus mit 3.840 x 2.160 Pixel aufzunehmen. Wie bei nahezu allen Smartphones sind solche Aufnahmen wegen der benötigten enormen Leistung auf maximal 5 Minuten Länge und 30 Frames/Sekunde beschränkt. Nach diesen 5 Minuten wird die Aufnahme automatisch gestoppt um ein Überhitzen des Prozessors zu verhindern. Allerdings kann auch hier die Bildqualität nicht überzeugen, sofern man andere Smartphone-Kameras gewohnt ist. Die Probleme sind dieselben wie bei Fotos: Für die Preisklasse zu hohes Bildrauschen und zu niedrige Details. Was bei Videos hingegen zu begeistern weiß ist die Aufnahme von Stereo-Ton.

Motorola Moto X (2014) Test

Voll überzeugen kann Motorola dafür bei der Kamera-Software. Zum einen lässt sich die Kamera jederzeit mit einer Geste starten (zweimal das Handgelenk drehen) oder mit dem Sprachkommando „Mach ein Foto“. Zumal sich die Oberfläche der App wirklich nur auf das Wichtigste beschränkt. Fotos nimmt man mit dem Motorola Moto X (2014) durch einem Fingertapp auf das Display auf und kann man sich mit einer Wischgeste von rechts nach links direkt in der Galerie anschauen. Die zugegeben sehr spärlichen Optionen sind mit einer Wischgeste von links nach rechts zu erreichen. Das Ring-Menü gab es schon im letzten Jahr und wusste zu gefallen. Wie gesagt sind die Möglichkeiten stark begrenzt: Das Blitzlicht sowie der HDR-Modus lassen sich lediglich ein-, ausschalten sowie auf Automatik setzen und zur Video-Kamera, sowie Panorama-Aufnahme wechseln. ISO-Wert, Weißabgleich und derartige tiefergreifende Einstellmöglichkeiten sieht die Kamera-App nicht vor.

Ein wirklich großer Punkt der zu kritisieren ist am diesjährigen Motorola Moto X ist allerdings der Speicher. Ab 499 Euro gibt es das Moto X mit 16 GB internem Speicher, der sich jedoch nicht mit einer MicroSD erweitern lässt. Da von den 16 GB lediglich knapp 12 GB frei verfügbar sind ist der stärkere Gebrauch der Cloud für Fotos und am besten auch noch Musik zu empfehlen, da man sonst sehr schnell an die Grenzen des Speichers kommt. Gerade wenn man öfters die Kamera nutzt und auch mal ein paar 4K-Filme aufnehmen will. Insofern sei das 32-GB-Modell zu empfehlen, welches im Moto Maker ab 579 Euro zu haben ist.

Software

Was schon bei dem Vorgänger zu einer Oberklasse-Performance trotz Mittelklasse-Hardware führte, behält Motorola auch bei dem Motorola Moto X (2014) bei: Das installierte Android 4.4.4 KitKat ist quasi unberührt. Wer ein Nexus-Smartphone oder mal eine Custom ROM auf AOSP-Basis genutzt hat, der wird wissen was ihn erwartet. Im Prinzip erweitert Motorola das Betriebssystem um lediglich drei Apps aus eigener Entwicklung: Moto, Migrate und Connect. Die App Moto ist im Prinzip ein Sammelbecken für eine ganze Vielzahl an Funktionen, die es so nur auf dem Moto X gibt.

Mit den „Regeln“ kann man sein Motorola Moto X der zweiten Generation bis zu einem gewissen Grad automatisieren. So kann man Zeit basiert den Nachtmodus aktivieren (lautlos und deaktivierte Active Notifications) oder das Smartphone über GPS automatisch erkennen lassen, sobald man sich in einem fahrenden Auto befindet. Ist das der Fall werden alle eingehenden Nachrichten automatisch laut vorgelesen und der Musikplayer gestartet. Eigene Profile lassen sich allerdings leider nicht erstellen. Die Optionen für die voreingestellten Profile sind zudem nicht allzu umfangreich, sodass Power-User vermutlich zu Drittanbieter-Lösungen greifen werden.

Weiterhin sind die „Actions“ implementiert, was nichts weiter als verschiedene zu erkennende Gesten sind. Denn was besonders bei der weißen Modell-Variante des Motorola Moto X (2014) deutlich wird: Auf der Vorderseite sind mehrere Infrarot-Sensoren verbaut, mit deren Hilfe die Gesten erkannt werden. So lassen sich Anrufe stumm schalten, der Wecker morgens ausschalten oder Benachrichtigungen anzeigen sobald die Hand sich in Reichweite der Infrarot-Sensoren befindet.

Unter „Sprache“ sind diverse Sprachkommandos aufgelistet und man kann einen eigenen Aktivierungsbefehl an lernen. Die Erkennung des Befehls selbst ist hervorragend und kann sogar verschiedene Personen erkennen. Nur die an trainierte Stimme des Besitzers löst jedoch Aktionen aus. Denn auch wie der Vorgänger hört das neue Motorola Moto X dauerhaft zu und kann sofort genutzt werden. Allerdings klappt das mit den Sprachbefehlen nicht immer und erfordert einige Zeit des Trainings. Moto Connect letztlich dient zum Verbinden mit diversem Bluetooth-Zubehör, unter anderem für die Motorola Moto 360.

Ebenfalls vom 2013er Motorola Moto X übernommen sind die Active Notifications, welche nun Moto Info heißen. Dabei wird die Eigenheit des AMOLED-Displays ausgenutzt, dass schwarze Pixel ganz einfach ausgeschaltete Pixel sind. Daher verbraucht das Smartphone bei der Anzeige von Benachrichtigungen auch kaum Energie und Motorola kann sich so eine separate Status-LED sparen. Es lassen sich übrigens die Apps auswählen, die in Moto Info eingeblendet werden dürfen. Mit einem Wisch des jeweiligen Icons nach oben im Standby wird die jeweilige App mit der Benachrichtigung geöffnet zum Lesen, während nach rechts oder links die Benachrichtigung verworfen wird.

Motorola Moto X (2014) Test

Wer das erste Mal bei Motorola gelandet ist, dürfte die App Motorola Migrate zu schätzen lernen. Damit lassen sich je nach vorherigem Gerät (Android-Smartphone, iPhone oder einfaches Feature-Phone) die kompletten Daten per Bluetooth auf das Motorola Moto X holen.

Eher zur Unterhaltung des Nachwuchses sind die Spotlight Stories gedacht. Dabei handelt es sich um ein Augmented Reality Spiel, bei dem man im Bild herum wuselnde Käfer finden muss. Ist wirklich sehr niedlich anzusehen und manchmal spaziert einer der Käfer sogar über den Bildschirm selbst.

Fazit zum Motorola Moto X (2. Gen.)

Zusammenfassend kann man sagen, dass das immer und zu jeder Zeit zuhörende Motorola Moto X in seiner 2014er Version zum Teil das Flaggschiff geworden ist, was es schon letztes Jahr hätte sein müssen. Die Technik überzeugt, die Haptik ist phänomenal und die Möglichkeiten mit Hilfe der Software durchdacht. Trotzdem ist einmal mehr die Speicher-Politik des Konzerns in Zeiten von großen Spielen und 4K-Videos zu kritisieren. Vor allem hier in Europa, wo die Datennetze mit LTE noch nicht so gut ausgebaut sind, wie zum Beispiel in Südkorea oder den USA. Teure Datentarife erschweren die Nutzung des schnellen Datentarif hierzulande zusätzlich.

Wer über dieses kleine Manko hinwegsehen kann und zudem ein über den Moto Maker individuell gestaltetes Smartphone haben möchte, welches einem mit innovativer Software wie Moto Action, Moto Sprache und Moto Infos das eben erleichtert, der sollte mit dem Motorola Moto X (2. Gen.) wirklich glücklich werden.
Akku Laufzeit, Displaygröße und Auflösung, als auch der schnelle Quad-Core-Prozessor inklusive 13 Megapixel Kamera mit LED-Ring-Blitzlicht, lassen einem den Kauf des ab 499 Euro erhältlichen Moto X (2. Gen.) nicht bereuen.

Testurteil Sehr gut Motorola X

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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