[Test] Motorola Moto X Style: Das Kraftpaket im Abendkleid!

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Motorola Moto X Style Test

Ende Juli war es soweit und Motorola zeigte mit den Modellen Motorola Moto X Play und Motorola Moto X Style gleich zwei neue Vertreter der X-Familie. Aber nur das Moto X Style ist im Grunde das wahre Flaggschiff. Ausgestattet mit bärenstarker Technik geht das Dank Moto Maker individuell gestaltbare Android Smartphone eine sehr innige Beziehung mit seinem Eigentümer ein. Doch kann es auch sonst überzeugen?

Mit dem ersten Moto X von 2013 wagte Motorola einen radikalen Neuanfang, der sich trotz sehr sinnvoller Hardware und fast perfekter Abstimmung der Software nicht so ausgezahlt hat wie man sich das wünschte. Nun soll es also dieses Jahr neben dem Dauerläufer Motorola Moto X Play (zum Test) auch das Motorola Moto X Style richten, welches als die nicht nur namentlich stylischere Flaggschiff-Variante vermarktet wird. Das reine Datenblatt ist zumindest schon sehr vielversprechend für ein Top-Smartphone.

 

Technische Daten des Motorola Moto X Style

Technische Daten


Prozessor

64-Bit Qualcomm Snapdragon 808 Hexa-Core mit 2 x 1,8 und 4 x 1,5 GHz
GPU: Adreno 418

Betriebssystem

Android 5.1.1 Lollipop

Interner Speicher

32 / 64 GB Interner Speicher (erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

XT1572

Display

5,7 Zoll IPS Display mit 2.560 x 1.440 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Kompass, Annäherung und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

153,9 x 76,2 x 10,6 mm

Gewicht

179 Gramm

Gehäusematerial

Metall, Kunststoff, Leder oder Holz (optional im Moto Maker gegen 20 Euro Aufpreis)

Kamera

21 Megapixel Kamera mit Dual-LED-Blitzlicht, 5 Megapixel Frontkamera mit LED-Blitzlicht

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.1 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/3.000 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 499 Euro 32 GB
UVP 544 Euro 64 GB
Besonderheit Sprachgesteuertes Entsperren, Vanilla Android, Extra-Kerne für spezielle Aufgaben, MicroSD-Card Slot, optionale Holz- oder Leder-Rückseite im Moto Maker

 

Zubehör

Nach dem auspacken des Motorola Moto X Style selbst kommt überraschend umfangreiches Zubehör zum Vorschein – in zweierlei Hinsicht. Das Netzteil zum Beispiel besitzt keine USB-Buchse und ist fest mit dem Ladekabel verbunden. Grund hierfür ist das Turboladegerät, welches deutlich mehr Ampere durch das Kupfer jagt. Auf ein MicroUSB-Kabel muss man dafür verzichten. Da tröstet auch der transparente Bumper zum Schutz des Metallrahmens nur bedingt. Weiter geht es mit einem Pin zum Öffnen der SIM- und MicroSD-Trays und die üblichen Garantie-Informationen sowie Schnellstartanleitungen in gedruckter Form. Ein Stereo-InEar Kopfhörer oder Headset mussten wir zumindest verzichten.

 

Design und Verarbeitung

Prinzipiell lässt sich festhalten, dass Motorola weiterhin an seinem bekannten Design der Moto-Familie festhält. Die schon 2013 eingeführten Rundungen in Keilform besitzt auch das Motorola Moto X Style, worin es sich auch direkt vom Moto X Pure im Detail unterscheidet. Gemeinsam ist beiden Modellen die fast perfekte Lage: Es kuschelt sich regelrecht in die Hand und wenn man dann auch noch das Modell mit einer Rückseite aus Holz oder Leder besitzt, ist es einfach nur herrlich es zu benutzen. Ein gänzlich anderes Gefühl wie bei einer Rückseite aus Kunststoff, Metall oder Glas.

Ist aber auch nötig, denn mit 5,7 Zoll in der Diagonale ist das Display des Premium-Phablets alles andere als klein. Dieses sitzt wie man es von Motorola seit zwei Jahren her kennt sehr kompakt auf der Front des Motorola Moto X Style. Der seitliche Rahmen auf den Längsseiten ist wieder erfreulich schmal ausgefallen und auch ober- sowie unterhalb des Displays hat sich wenig getan. Im positiven Sinne wohlgemerkt, denn die Stereo-Lautsprecher des Nexus 6 verbaut Motorola nun auch beim eigenen Top-Modell Motorola Moto X Style und diese sind wirklich hervorragend. Ob sich HTC mit seiner BoomSound-Technik warm anziehen muss, klären wir später.

Bedient wird das Android Smartphone über den Touchscreen, weswegen kapazitive Tasten nicht verbaut sind. In der rechten oberen Ecke sitzt die 5 Megapixel auflösende Frontkamera, die bei Selfies auf ein eigenes LED-Blitzlicht zur Aufhellung zurückgreifen kann. Direkt daneben ist mittig platziert der obere der beiden Front-Lautsprecher und links daneben die beiden Sensoren für die Annäherung von Objekten sowie zum automatischen Regeln der Helligkeit.

Schick ist auch der Rahmen des Motorola Moto X Style, denn dieser ist wie bei seinem Vorgänger aus eloxiertem Aluminium gefertigt, mit gleichmäßigen Spaltmaßen und nahezu perfekt im Übergang zur Rückseite sowie der Front des Android Smartphones. Wie gewohnt befinden sich die Hardware-Tasten zu Ein-/Ausschalten sowie für die Lautstärke auf der rechten Seite des Rahmens. Jedoch ist die Platzierung der Power-Taste oberhalb der Lautstärke-Wippe bei dieser Größe sehr unglücklich gewählt: Man stellt das Motorola Moto X Style zu Beginn öfters eher lauter anstelle ein. Die Tasten selbst sitzen fest im Rahmen und bieten einen knackigen sowie deutlichen Druckpunkt. Die linke Rahmenseite ist völlig frei.

Auf der Unterseite ist mittig lediglich der MicroUSB-Anschluss verbaut, wo sich zudem ein Mikrofon für Telefonate befindet. Spannend wird es wiederum auf der Stirnseite des Motorola Moto X Style, wo sich neben der üblichen 3,5 mm Audiobuchse der Slot für die Nano-SIM sowie MicroSD-Speicherkarte befindet. Denn: Motorola setzt mittlerweile auch bei den Top-Modellen wieder auf einen erweiterbaren internen Speicher. Für Cloud-Verweigerer – aus welchen Gründen auch immer – ein positives Detail.

Selbst an den Pool kann man das Motorola Moto X Style mitnehmen, wenn auch nicht damit abtauchen: Das Smartphone ist gemäß den IP52-Spezifikationen Wasser abweisend durch eine spezielle Nano-Beschichtung der Hauptplatine. Immerhin die nasse Hosentasche nach dem nächsten Regenschauer übersteht es damit ohne größere Schwierigkeiten.

Die Rückseite und der Moto Maker

Worin sich Motorola seit dem ersten Moto X von der Konkurrenz unterscheidet, ist nach wie vor der bisher einzigartige Moto Maker. Dabei handelt es sich um einen speziellen Online-Shop von Motorola selbst, in welchem man sein ganz persönliches Motorola Moto X Style entwerfen kann. Vom Material der Rückseite über farbliche Akzente für die Lautsprecher sowie Kamera-Umrandung auf der Rückseite und der Farbe des Aluminium-Rahmens bis hin zu internen Speicher (64 GB Speicher kosten 45 Euro Aufpreis) und einer persönlichen Gravur auf der Rückseite sind Hunderte verschiedene Kombinationen möglich.

Gegen 20 Euro Aufpreis kann man sogar zwischen einer Rückseite aus Holz (Bambus, Walnuss, Ebenholz oder Schwarzesche)  und Saffiano-Leder (Naturell, Cognac, Schwarz oder Rot) wählen. Für unser Testmodell haben wir uns für rotes Leder entschieden, was sehr schick aussieht. Hier zeigt sich auch ein großer Unterschied zum ebenfalls mit Leder bestückten LG G4 (zum Test): Das Horween-Leder ist zwar nicht so weich wie bei LG, aber dafür riecht es weitaus natürlicher nach Leder und hatte nach dem Auspacken keinen chemischen Geruch an sich.

 

Display

Nicht nur bei der Leistung ist das Motorola Moto X Style aktuell das Größte bei Motorola. Mit dem 5,7 Zoll großen Display ist es schier riesig. Mit 2.560 x 1.440 Pixel spielt Motorola zudem zweifelsfrei in der Oberklasse mit, denn eine Pixeldichte von 515 PPI ist nicht zu verachten. Die Darstellung insgesamt ist erfreulich hell, natürlich in den Farben und kontrastreich. IPS-typisch sind die Blickwinkel hervorragend, die Helligkeit und Farbtreue lässt auch bei spitzen Winkeln kaum nach. Selbst unter Sonnenlicht ist das Display des Motorola Moto X Style noch gut ablesbar und das ist ein nicht zu unterschätzender Punkt.

Auch bei dem Motorola Moto X Style verzichtet das US-Unternehmen nicht auf die Eigenentwicklung Moto Display, welche als Ersatz für eine separate Status-LED eingehende Benachrichtigungen und andere Dinge auf dem Display kurz einblendet. Dies geschieht durch einige Optimierungen zum Glück nicht auf Kosten des Akkus, sodass die Einstellung ruhig beibehalten werden kann.

 

CPU und GPU

Natürlich ist ein Premium-Smartphone nur halb so gut, wenn es nicht auch auf die passende Hardware zurückgreifen kann. Von daher ist es sehr erfreulich, dass sich Motorola für einen 64-Bit fähigen Snapdragon 808 Hexa-Core-Prozessor entschieden hat und nicht für den Leid-geplagten Snapdragon 810. Der Sechskerner kann mit einer hervorragenden Performance glänzen, dass die Nutzung des Motorola Moto X Style einfach nur Spaß macht. Mit 53.934 Punkten im AnTuTu-Benchmark braucht sich das Android Smartphone keinesfalls verstecken.

Für die hohe Performance sorgen zudem 3 GB RAM, die in Kombination mit besagtem Snapdragon 808 für keine merklichen Ruckler sorgt. Nicht einmal zu heiß wird das Motorola Moto X Style, was man bei vielen Smartphones mit Snapdragon 810 immer wieder mal lesen kann. Die Wahl auf einen Dual-Core bestehend aus bis zu 1,8 GHz schnellen Cortex A57 Kernen und vier bis zu 1,3 GHz schnellen Cortex A53 Kernen in Form des Snapdragon 808 hat sich als die vielleicht beste Entscheidung entpuppt.

Zumal die Adreno 418 auch auf Seiten der Grafik für eine hohe Performance sorgt. Zwar ist der Grafikchip nicht auf die Verarbeitung von 4K-Inhalten ausgelegt, aber anspruchsvolle Spiele wie Real Racing 3, Dead Trigger 2 oder auch ein GTA San Andreas bringen das Motorola Moto X Style nur unwesentlich an den Rand der Leistungsfähigkeit. So muss ein Flaggschiff-Smartphone funktionieren.

Besondere Kerne für besondere Aufgaben

Speziell zu erwähnen ist, dass Motorola wie seinerzeit beim ersten Motorola Moto X wieder auf einen veränderten Prozessor setzt, den man mit zwei zusätzlichen Kernen bestückt hat. Diese sind einzig und alleine dafür zuständig, dass jederzeit Sprachkommandos funktionieren und die diversen Sensoren zuverlässig arbeiten. Mehr dazu gibt es bei dem Thema Software.

 

Akku

Von einem Top-Modell erwartet man, dass es einen besonders großen oder zumindest ausdauernden Akku spendiert bekommt. Vor allem wenn noch ein Display mit 2K-Auflösung ins Spiel kommt ist ein starker Akku wichtig, nur kann das Motorola Moto X Style genau in diesem Punkt nicht glänzen. Zwar hören sich 3.000 mAh auf dem Blatt Papier nach viel an, aber im Alltag kommt das Motorola-Flaggschiff gerade mal auf gute 4 Stunden im Dauerbetrieb. Wer das Smartphone stärker nutzt wird daher mit Mühe über den Tag kommen. Für Benachrichtigungen empfiehlt sich daher eine Smartwatch wie die neue Motorola Moto 360, sodass man nicht immer das Display erst einschalten muss um zu sehen, wer denn jetzt was von einem will.

Ärgerlich ist zudem, dass das Motorola Moto X Style trotz seiner Gehäuse-Dicke von knapp 10,6 mm nicht einmal Wireless Qi zum drahtlosen Aufladen unterstützt. Selbst Samsung setzt mittlerweile auf die Technologie. Da tröstet es nur bedingt, dass sich der Akku dank des Turbo Charger getauften Netzteils innerhalb kürzester Zeit wieder aufladen lässt. Zu beachten ist, dass der Turbo Charger mit satten 24 Watt Leistung nur mit dem Motorola Moto X Style seine volle Leistung liefert. Zudem stellt Motorola mit dem fest verbauten Kabel auch sicher, dass nur das richtige MicroUSB-Kabel zum schnellen Aufladen genutzt wird. Im Standby hält das Smartphone im übrigen Tagelang und wesentlich länger als jedes andere Android Smartphone – was erneut die berechtigte Frage des hochauflösenden QHD-Displays als Haupt-Akkufresser, erneut auf die Agenda bringt.

 

Konnektivität

Natürlich braucht man bei einem Top-Modell wie dem Motorola Moto X Style nicht auf aktuellste Technik im Bereich der Schnittstellen verzichten. Das Motorola-Phablet bietet wortwörtlich alles was man sich so wünschen könnte. Von LTE Cat6 mit bis zu 300 Mbit/Sekunde im Download, WLAN-ac mit bis zu 1,3 Gbit/Sekunde, NFC oder Bluetooth 4.1 lässt die Ausstattung kaum Wünsche offen. GPS ist natürlich ebenso mit an Bord wie NFC zum einfachen Verschicken von Daten, dem koppeln von NFC-fähigem Bluetooth-Zubehör oder um das Smartphone als digitale Geldbörse zu nutzen. Einzig auf einen MicroUSB-Anschluss nach dem neuen USB Typ-C Standard muss man verzichten.

In Sachen Gesprächsqualität kann das Motorola Moto X Style ebenfalls überzeugen. Beide Gesprächspartner sind insgesamt klar und deutlich zu verstehen, auch wenn es ein kaum hörbares Grundrauschen in der Leitung gibt. Im Freisprech-Modus nimmt die Qualität naturgemäß ein wenig ab, ist aber immer noch als sehr gut zu bezeichnen.

 

Kamera

Heutige Smartphones werden relativ oft als Kamera-Ersatz genutzt, weswegen dieser Punkt einen hohen Stellenwert in der Branche eingenommen hat. Von daher vertraut Motorola im Motorola Moto X Style auf einen hochwertigen Sensor von Sony – genauer gesagt den Sony IMX230 mit satten 21 Megapixel Auflösung und das sieht man den Fotos auch an. Die Ergebnisse sind vor allem bei optimalen Lichtbedingungen hervorragend: Bildschärfe, Dynamik, Detailreichtum, Kontraste und Farbtreue sind auf höchstem Niveau und können locker mit einem Samsung Galaxy S6 und dessen Sony IMX240 Sensor mithalten.

Zum Fokussieren setzt Motorola auf eine Phasenerkennung, wodurch das Motorola Moto X Style sehr schnell auf ein Objekt scharfstellen kann. Die besten Ergebnisse werden jedoch im HDR-Modus erzielt, da die Software dazu neigt, Motive tendenziell dunkler abzulichten als sie eigentlich sind. Einen optischen Bildstabilisator gibt es jedoch nicht.

Wie ein solches Foto aussieht, zeigt unser Vergleich mit einer Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem HUAWEI P8.

Videos nimmt das Motorola Moto X Style wie es sich für ein Premium-Smartphone heutzutage gehört wahlweise mit 4K auf, wobei wie so oft der UHD-Standard von 3.840 x 2.160 Pixel genutzt wird. Deren Ergebnisse können sich sehen lassen und das nicht nur dank der Videostabilisierung. Wer die Auflösung auf FullHD herunterschraubt, kann zudem Zeitraffer-Videos mit bis zu 120 Frames/Sekunde aufnehmen. In 720p-Auflösung sind es sogar bis zu 240 Frames/Sekunde, was zu enorm kreativen Videos verleitet.

In Sachen Kamera-Software geht es Motorola etwas zweischneidig an. Einerseits ist die Twist-Geste mit dem zweimaligen Drehen des Handgelenks zum Schnellstart der Kamera sehr intuitiv und zuverlässig, aber auf der anderen Seite verzichtet das Motorola Moto X Style auf umfangreiche Einstellmöglichkeiten für Fotos. Ein Modus zum Einstellen von Belichtung, ISO-Wert, Weißabgleich und ähnliche Spielereien sucht man vergeblich. Will man wirklich alles aus der Kamera des Motorola Moto X Style herausholen, kommt man um eine der zahlreichen Kamera-Apps aus dem Google Play Store nicht herum. Kurzum: Die Motorola-eigene Kamera-App ist fast schon zu spartanisch von den Möglichkeiten her.

Die Optionen selbst werden per Wischgeste vom linken Bildschirmrand nach rechts „in den Bildschirm hineingezogen“, während von der anderen Seite aus die Galerie mit dem zuletzt aufgenommenen Foto geöffnet wird. Etwas störend ist der sehr empfindliche Bildschirm, da Fotos erst bei Berührungen des Touchscreens aufgenommen werden. Das führt mitunter zu ungewollten sowie verfrühten Aufnahmen. Immerhin arbeitet die Kamera ansonsten schnell. Selbst das Scannen der immer häufiger anzutreffenden QR-Codes beherrscht die App.

Witziges Detail am Rande: Die Kamera-App bietet einen sogenannten Nacht-Modus, bei welchem die einzelnen Pixel des Sensors selbst zu einem größeren Pixel zusammen gefasst werden, um dadurch das physikalisch bedingte hohe Bildrauschen in der Dunkelheit effektiv zu minimieren. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, auch wenn physisch größere Pixel ein erheblich besseres Ergebnis liefern.

Fotos im immer beliebter werdenden RAW-Format unterstützt das Motorola Moto X Style leider nicht, wo auch keine Alternativ-App aushilft: Das stylische Moto X hat die nötige CmaeraAPI2 nicht implementiert bekommen und wird es wohl auch auf unabsehbare Zeit nicht bekommen.

 

Multimedia

In einem Punkt hat Motorola sehr zur Freude der Kunden dazu gelernt und das ist die Speichersituation. Das kleinste Modell des Motorola Moto X Style gibt es nur mit 32 GB internem Speicher, der sich zudem mit einer MicroSD-Speicherkarte um bis zu 200 GB erweitern lässt. Von den 32 GB selbst stehen dem Nutzer knapp 19,55 GB zur freien Nutzung bereit. Alternativ kann man im Moto Maker auch gegen 45 Euro Aufpreis das Modell mit 64 GB internen Speicher nehmen.

Multimedia-technisch hat Motorola kräftig aufgerüstet, was insbesondere die Lautsprecher betrifft. Musste das Motorola Moto X 2014 noch entgegen der Optik mit einem Mono-Lautsprecher auskommen, besitzt das Motorola Moto X Style tatsächlich Stereo-Frontlautsprecher. Diese sind kräftig und bieten sogar einen Hauch von Bass, sodass Videofreunde voll auf ihre Kosten kommen.

Zur Wiedergabe von Medien, egal ob es Bilder, Musik oder Videos sind, stehen die Google-eigenen Apps wie Play Music, Play Movies oder auch die Galerie bereit. Auf eigene Apps verzichtet Motorola in diesem Bezug, was mit einen der Vorzüge des Motorola Moto X Style ausmacht.

 

Software

Seit 2013 setzt Motorola auf ein nahezu nacktes Android, was sich auch bei dem Motorola Moto X Style mit vorinstalliertem Android 5.1.1 Lollipop nicht geändert hat. Der AOSP-Stil der Oberfläche war denn auch mit dafür verantwortlich, dass Updates sehr schnell verteilt wurden, was die Hoffnung verstärkt, dass es schon bald Android 6.0 Marshmallow mit all seinen Verbesserungen gibt. Bis dahin darf man sich am nackten Android erfreuen.

Das bedeutet auch, dass als Homescreen der Google Launcher zum Einsatz kommt. In der aktuellen Version zeichnet sich dieser unter anderem durch einen horizontal scrollbaren App Drawer aus, welcher zudem eine Suchleiste und in der ersten Zeile die vier zuletzt genutzten Apps beinhaltet.

Trotzdem kommt auch Motorola nicht ganz ohne kleinere Anpassungen und Zusatz-Apps aus, die sich jedoch als nützlich erweisen, allen voran die Moto-App. Bei dieser handelt es sich um eine Ansammlung von diversen Automatisierungsmaßnahmen, Gesten- sowie Sprachsteuerung. Letztere funktioniert auch aus dem Standby heraus, womit man das Motorola Moto X Style per Sprachbefehl „Hallo Moto“ aufwecken und bedienen kann.

Dazu ist nicht einmal eine besonders laute Stimme nötig, jedoch verheddert sich die Sprachsteuerung unerfreulich oft mit dem „Ok Google“-Befehl von Google Now. Ebenso gehört das Einstellen von Orts-, Ereignis- und Zeitbasierten Profilen mit zum Umfang der Moto-App, sodass sich das Smartphone nachts in den heimischen vier Wänden stummschalten lässt, während es tagsüber außer Haus auf Vibration und aktiviertem Bluetooth einstellen lässt. Da sind die Gesten schon erheblich besser, denn wie beim letztjährigen Moto X 2014 besitzt auch das Motorola Moto X Style wieder die speziellen Infrarot-Sensoren, die zum Erkennen der frei schwebenden Handgesten dienen. Einfach mal morgens völlig schlaftrunken blind über dem Motorola Moto X Style herumfuchteln um den Wecker auszustellen ist damit kein Problem.

Neben der Moto-App gibt es noch drei weitere Motorola-eigenen Apps: Connect dient zum Verbinden mit Bluetooth-Zubehör wie Android Wear Smartwatches oder Bluetooth-Headsets, Hilfe bietet diverse Hilfethemen für einfache Probleme und Migrate schließlich hilft dabei, die persönlichen Daten wie Kontakte, Termine, SMS-Nachrichten und dergleichen von seinem bisherigen Android Smartphone bequem per WiFi Direct zu übernehmen. Der Rest der App-Ausstattung setzt sich aus den Standard-Apps für Android und von Google zusammen.

 

Fazit zum Motorola Moto X Style

Leistungsstarke Hardware, ein sehr schlankes System, schickes Äußeres und dazu auch noch eine hervorragende Kamera machen das Motorola Moto X Style für 499 Euro mit 32 GB Speicher (dann ohne Leder oder Holz) zu einem höchst interessanten Android Smartphone. Einzig der Akku stellt sich als Nachteil heraus, denn dieser ist trotz ordentlicher 3.000 mAh nicht gerade ausdauernd für das 2K-Display. Wer über dieses kleine Manko hinwegsehen kann, darf sich zudem im Moto Maker nach Herzenslust austoben und sich sein ganz persönliches Smartphone zusammenstellen, was im Grunde auch das Alleinstellungsmerkmal des Motorola Moto X Style gegenüber seiner Konkurrenz ist. Mit einem sehr geringen Aufpreis von 20 Euro für Echtholz oder Horween-Leder, bekommt man sein eigenes individuelles Android Smartphone, welches eine lebenslange persönliche Beziehung garantiert.

Positiv
  • Moto Maker
  • Tolle Verarbeitung
  • Edle Erscheinung
  • Sehr schnelles System
  • Wenige aber umso sinnvollere Funktionen ab Werk
  • Hervorragende Audio-Qualitäten dank Stereo-Frontlautsprecher
  • Vanilla Android
Negativ
  • Akku mit geringer Ausdauer
  • Minimale Kamera Einstellungen

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Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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