[Test] Motorola Moto X – Wer lauscht weiß mehr!

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Motorola Moto X Test

Nach der Übernahme von Motorola durch Google dauerte es verdammt lange, bis wieder ein neues Smartphone unter dem Banner des großen M erschien. Gefühlt genauso lange dauerte es nochmals bis das Motorola-Flaggschiff endlich nach Deutschland kommt und das leider viel zu spät, trotz echt raffinierter Features. Welche das sind, soll euch unser Test zeigen.

Motorola Moto X TestMit dem Moto X hat Motorola unter dem Mantel von Google einen rigorosen Neuanfang gewagt was Hardware und Software der eigenen Smartphones betrifft. Anstatt einfach nur das Beste in Sachen Technik in das kleine und unwahrscheinlich handliche Smartphone zu stopfen, hat sich der Mobilfunk-Pionier lieber auf kleine Dinge konzentriert und das Optimum an Leistung herausgeholt. Dual-Core? 720p-Display? Nur 10 Megapixel Kamera? Was zunächst nicht wirklich nach Oberklasse klingt will es auch nicht zwangsläufig sein. Stattdessen will das Moto X eines: Der hilfreiche Begleiter an der Seite sein und das ohne ihn berühren zu müssen. Zwar gelingt das zum Teil wirklich gut aber dennoch reicht das nicht in jeder Disziplin auch aus, um die Herzen der Smartphone-Fans zu erreichen.

 

Technische Daten des Motorola Moto X

Technische Daten

Motorola Moto X

Prozessor

Qualcomm Snapdragon S4 Pro Dualcore mit 1,7 GHz
GPU: Adreno 320

Betriebssystem

Android 4.2.2 Jelly Bean

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

XT1052

Display

4,7″ HD AMOLED Display mit 1.280 x 720 Pixel und Corning Gorilla Glass 3

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

129,4 x 65,3 x 5,7-10,4 mm

Gewicht

130 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

10 Megapixel Kamera, 2 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.800/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/1.800/2.600 MHz) + WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE + EDR

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.200 mAh

Gesprächszeit

bis zu 13 Std.

Standby-Zeit

bis zu 494 Std.

Netz

GSM 850/900/1800/1900, UMTS 850/900/1700/1900/2100 MHz

Preis

UVP 399,- Euro (aktuell ab 349 Euro Stand 23/02/14)
Besonderheit LED, NFC, DLNA, MHL, Touchless Control, ActiveNotifications

 

Zubehör

Motorola hat den Wechsel hin zum Spartanischen angetreten, dass sieht man sowohl an der Software und der verbauten Hardware zum Teil auch. Leider in gewisser Weise auch beim Zubehör, denn dieses besteht lediglich aus einem MicroUSB-Kabel und einem Netzteil-Adapter für eben jenes Kabel. Immerhin ein Plus, denn das Moto G (zum Test) kommt zum Teil ohne Netzteil zum Kunden. Trotzdem muss Motorola auch beim Moto X auf etwas verzichten und das ist ein Headset. Ziemlich ungewöhnlich heutzutage, auch wenn die meisten eh schon eigene Kopfhörer für den mobilen Musikgenuss besitzen. Ungewöhnlich ist es dennoch, auch wenn der Karton trotz allem erfreulich kompakt ausfällt. Da können sich andere Hersteller gerne mal eine Scheibe abschneiden, zumindest was die Flaggschiffe betrifft.

 

Verarbeitung

140223_3_02_miniNimmt man das Moto X das erste Mal in die Hand dann denkt man erst einmal: Wow, fühlt sich das aber gut an. Das kleine Smartphone mit den Nexus-Allüren liegt unglaublich gut in der Hand was an der Keilform des Gehäuses liegt. In der Mitte ist es mit 10,4 mm zwar nicht gerade schlank aber zum Rand hin wird es mit 5,7 mm sehr angenehm. Was jedoch am meisten Freude bereitet ist die gummierte Rückseite des Smartphones, die ein Aus-der-Hand-rutschen mehr als nur wirksam verhindert. Alleine das macht das Moto X schon zu einem unerwartet hochwertigen Smartphone, denn die meisten Konkurrenten der gehobenen Leistungsklasse setzen bei Kunststoff bestenfalls auf Klavierlackoptik und die ist ziemlich flutsch-affin sobald etwas Feuchtigkeit ins Spiel kommt.

Wirklich zu Begeistern weiß das Gehäuse aber nicht nur von der Rückseite. Auch vor Vorne macht das Moto X eine ziemlich gute Figur, genauer genommen sogar eine richtig Schlanke. Der Rahmen um das Display herum ist vergleichsweise sehr schmal und bringen durch ihre abgerundete Form als Handschmeichler nochmals gut zur Geltung. Man fasst das Moto X einfach nur gerne an. Selbst oberhalb und unterhalb des 4,7 Zoll großen Displays gibt es nicht das kleinste bisschen Platzverschwendung. Daher wirkt das Motorola-Smartphone weitaus kompakter als die Angabe eines 4,7 Zoll Display zunächst erweckt. Sprichwörtlich auf das Wesentlichste reduziert.

Insgesamt gesehen ist die Verarbeitung einfach tadellos, hier hat Motorola wahrlich sehr gute Arbeit geleistet. Keine Spaltmaße und auch die Kamera auf der Rückseite mit ihren 10 Megapixel und der Clear-Pixel-Technologie, was für bessere Fotos sorgen soll. Beim Telefonieren durchaus angenehm ist das Motorola-Logo, das als kleine Kuhle in die Rückseite eingelassen ist: Der Finger wandert irgendwie immer fast schon automatisch in diese Kuhle.

Die hohe Qualität der Verarbeitung merkt man aber auch bei den seitlich angebrachten Tasten, bei denen sich Motorola lediglich auf die Power-Taste und Lautstärke-Wippe beschränkt. Weitere Tasten sind nicht zu finden, das Moto X wird komplett über das Display bedient. Aber zurück zu den Tasten, die wirklich sehr gut gelungen sind, sowohl was das blinde Erfühlen betrifft als auch den Druckpunkt der Tasten selber. Die Tasten selbst befinden sich auf der rechten Gehäuse-Seite des Moto X, auf der linken Seite ist lediglich der SIM-Tray für die NanoSIM, die bisher bei sehr wenigen Smartphones überhaupt zum Einsatz kommt. Kurioserweise unter anderem bei dem Giganten Acer Liquid S2, das in unserem Test überraschend gut abgeschnitten hat.

Auf der Oberseite des Gehäuses findet sich lediglich die Audio-Buchse wieder, wo Headsets oder Kopfhörer mit 3,5mm Klinkenstecker ihren Platz finden. Ein solches Zubehör liegt dem Smartphone wie schon erwähnt nicht bei. Auf der Unterseite des Moto X befindet sich nur noch der MicroUSB-Anschluss, üb welchen das Smartphone Daten mit einem PC oder USB-Stick austauschen kann und worüber es geladen wird. Jedoch ist die Rückseite nicht abnehmbar, wie es beispielsweise beim kleineren Moto G der Fall ist. Dementsprechend ist der Akku fest verbaut und auch einen MicroSD-Speicherkarten-Slot gibt es nicht bei diesem Motorola-Flaggschiff.

Display

Motorola Moto X TestDas Display gibt Motorola mit 4,7 Zoll an, obwohl es in der Hand nach weniger aussieht. Das ist dem wirklich extrem kompakten Gehäuse geschuldet, dass kaum unnötig Platz verschwendet. Überhaupt ist das Display mit eine der Schlüssel-Elemente des Moto X, denn dieses basiert auf der von Samsung mitentwickelten AMOLED-Technologie. Das sieht man schon beim Einschalten des Smartphones, denn einen solchen Schwarzwert gibt es bei nur wenigen Smartphones: Schwarz ist wirklich echtes Schwarz, was an der fehlenden Beleuchtung von inaktiven Pixeln liegt. Allerdings liegt darin auch der Nachteil von AMOLED verborgen: Die Helligkeit reicht nicht an ein LC-Display bzw. IPS-Display heran.

Die Auflösung liegt bei vergleichsweise geringen 1.280 x 720 Pixel aber mehr braucht es auch nicht, sagt Motorola. Betrachtet man das eingeschaltete Display des Moto X dann kann man dem eigentlich nur zustimmen, denn trotz 720p Auflösung wirkt die Darstellung sehr scharf. Auch die Blickwinkel fallen erfreulich hoch aus, sodass es hier eigentlich nix zu meckern gibt und wenn dann nur auf sehr hohem Niveau. Das AMOLED-Panel ist zudem zentraler Bestandteil einer sinnvollen Erweiterung von Motorola aber dazu später mehr.

 

CPU & GPU

Motorola Moto X TestMotorola spendiert dem Moto X eine halbe Eigententwicklung, die der US-Konzern X8 Mobile getauft hat. Dieser SoC (System on a Chip) basiert auf einem Qualcomm Snapdragon S4 Pro Dual-Core-Prozessor, der mit 1,7 GHz je Kern zu Werke geht. Diesem steht eine Adreno 320 GPU zur Seite, die sich im Snapdragon S4 Pro Quad-Core und dem Snapdragon 600 wiederfindet. Das verhilft dem Smartphone zu einer Leistung von 22.947 Punkten bei AnTuTu. Für die Oberklasse in Form eines HTC One, Galaxy S4 oder gar eines Xperia Z1 (Compact) nicht mal annähernd leistungsstark genug, zumindest wenn man sich rein auf Zahlen verlässt. Denn abseits von AnTuTu-Statistiken läuft das Moto X in nahezu jeder Situation ausnahmslos flüssig über das Display.

Nur beschränkt sich Motorola nicht auf einen klassischen S4 Pro Dual-Core: Die ehemalige Google-Tochter hat bei Qualcomm zwei zusätzliche Applikationsprozessoren bestellt und auf den X8 Mobile bauen lassen. Diese beiden zusätzlichen Prozessoren sind spezialisiert auf das Erkennen sowie Verarbeiten von Sprachkommandos und zur Verarbeitung der Daten von den vielen Sensoren die im Moto X stecken. Das verhilft dem Moto X zu einer ungeahnten Ausdauer und speziellen Features, die im Bereich Software näher beleuchtet werden.

 

Akku

Motorola Moto X TestMit einer Nennladung von gerade mal 2.200 mAh ist auf dem Blatt Papier das Moto X recht gut ausgestattet aber auch nicht übermäßig gut. Im tatsächlichen Betrieb macht sich der vermeintlich kleinere Akku aber kaum bemerkbar, was nicht zuletzt am AMOLED-Display liegt. Die meiste Zeit schaltet man sein Smartphone nur kurz ein um zu sehen wie spät es eigentlich ist. Durch den schwarzen Hintergrund ist diese Tätigkeit beim Moto X besonders Energie-sparend, da nur die aktiven Pixel beleuchtet werden müssen anstatt das gesamte Display, wie es bei LC-Displays für gewöhnlich der Fall ist. Das und die Energie-sparenden Co-Prozessoren sorgen für eine Nutzung abseits jeglicher Steckdosen von bis zu 2 Tage, bei häufiger Benutzung immerhin ein ganzer Tag. Das schaffen die wenigsten Smartphones und wenn doch dann meistens mit Kapazitäten um die 3.000 mAh. An die Spitzenreiter LG G2 und Samsung Galaxy Note 3 kommt das Moto X dennoch nicht heran, dazu ist der Akku dann doch zu klein.

 

Konnektivität

140223_3_06_miniDas Motorola Moto X unterstützt wirklich alles was an Funk derzeit machbar ist. Im Mobilfunknetz surft man beispielsweise mit bis zu 100 Mbit pro Sekunde, was dem LTE-Modem des Snapdragon S4 Pro Dual-Core zu verdanken ist. Dieser bietet auch ein modernes WLAN-Modul, das neben WLAN nach 802.11ac auch den Dualband-Modus unterstützt, sprich die Frequenzen 2,4 und 5 GHz. Damit sind bis zu theoretischen 1,3 Gbit pro Sekunde drin in entsprechenden WLAN-Netzen aber erfahrungsgemäß liegt die tatsächliche Übertragungsrate weitaus niedriger.

Abseits davon bietet das Moto X mit Bluetooth 4.0 LE den aktuellen Bluetooth-Standard, der weniger Energie als die vorherigen Standards verbraucht. Ist beispielsweise für spezielles Fitness-Zubehör notwendig wie Herzfrequenz-Messgeräte oder Pulsmesser am Handgelenk. Weiterhin sind natürlich GPS und das russische System GLONASS vorhanden. Selbst NFC spendiert Motorola seinem Moto X, obwohl sich die Technik eher spärlich durchgesetzt hat bisher.

 

Multimedia

140223_3_07_miniHier kommen wir zu einem der ersten größeren Kritikpunkte des Moto X: Der Interne Speicher. Dieser ist mit nur 16 GB absolut nicht mehr zeitgemäß, zumal es in den USA das Moto X wahlweise auch mit 32 GB internem Speicher gibt. Eigentlich wollte Motorola seine Kunden in Europa nicht mehr vergraulen aber bei dieser Speicher-Politik kommt sich dann doch ein wenig veräppelt vor. Insbesondere bei der Tatsache, dass sich der interne Speicher nicht einmal mit einer MicroSD erweitern lässt. Immerhin bietet Motorola dem Käufer des Moto X Cloud-Speicher bei Google Drive in Höhe von 50 GB. Der exzessive Gebrauch der Cloud ist bei dem Motorola-Smartphone also fast schon vorprogrammiert, zumindest wenn man öfters mal ein Foto bzw. Video aufnehmen will. Die Kamera mit Clear-Pixel-Technologie und 10 Megapixel Auflösung lädt schließlich regelrecht dazu ein. Trotzdem lässt die Kamera hin und wieder an Detailtiefe vermissen, weshalb sie nur bedingt in der Oberklasse mithalten kann.

Da sei zunächst einmal die Geste mit dem zweimaligen Drehen des Handgelenks zu nennen, mit welcher die Kamera gestartet wird. Innerhalb von vielleicht ein bis zwei Sekunden ist die Kamera zur Aufnahme bereit. Die Kamera-Oberfläche selbst ist sehr spartanisch eingerichtet, wie das gesamte System überhaupt und das weiß durchaus zu gefallen. Schließlich konzentriert man sich damit nur auf das Fotografieren bzw. Filmen und nicht auf die vielen (nutzlosen) Spielereien, die manch andere Hersteller ihren Smartphones spendieren. Mittels einer Wischgeste von rechts nach links wird übrigens die Galerie aufgerufen, in welcher man sich die letzten Aufnahmen anschauen kann. Diese Funktion hat sich Motorola bei der Stock-Kamera des Vanilla-Android von Google abgeschaut aber um eigene Gesten für die tiefer gehenden Kamera-Einstellungen erweitert.

Beispielsweise wird digital gezoomt mit einer vertikalen Wischgeste, während die Geste von links nach rechts die Kamera-Optionen aufruft. In diesem Ringmenü wird zwischen verschiedene Aufnahme-Modi gewechselt, darunter Panorama, Zeitlupe und HDR. Letzteres trägt übrigens wirklich deutlich zu einer Verbesserung der sowieso nicht allzu schlechten Aufnahmen bei, was keine Selbstverständlichkeit ist. Für Aufnahmen im dunkleren Umgebungen steht auch hier ein LED-Blitzlicht zur Verfügung, dass manchmal zur Verbesserung von Aufnahmen beitragen kann. Die häufigste Nutzung eines LED-Blitzes dürfte jedoch als Taschenlampe sein.

Die Tonqualität des rückseitig verbauten Lautsprechers ist allerdings bestenfalls als dürftig zu bezeichnen, der schnell blechern und übersteuert klingt. Die Beschallung der Umgebung sollte also tunlichst vermieden werden. Stattdessen ist der Griff zum Kopfhörer zu empfehlen, denn die Klangqualität ist wirklich sehr gut und der Preisklasse mehr als angemessen.

Das die Kamera etwas taugt, zeigt euch das übliche Testfoto im Vergleich zur Sony SmartShot QX10, der Canon EOS 600D und dem LG G2:

 

Software

Motorola Moto X TestWie Anfangs schon erwähnt setzt Motorola mit der Generation Moto X auf ein nahezu unberührtes Android. Ausgeliefert wird das Moto X in Deutschland bereits mit Android 4.4.2 KitKat aus, womit das Motorola-Smartphone bereits jetzt schon auf dem aktuellsten zu habenden Stand von Android ist. Ansonsten hält sich Motorola extrem zurück was Anpassungen am System betreffen, lediglich die eine oder andere App gibt es von Motorola dazu sowie Erweiterung von Android.

Eine dieser Erweiterungen sind die ActiveNotifications, bzw. auf unserem deutschen Gerät Aktive Benachrichtigungen genannt. Dabei handelt es sich um die klassischen Benachrichtigungen über neue SMS-Nachrichten, E-Mails, Kalender-Erinnerungen, Uhrzeit, verpasste Anrufe und dergleichen. Hier kommt das AMOLED-Display ganz besonders zum Tragen, dass Strom lediglich zum Beleuchten einzelner Pixel verbraucht. Motorola setzt also abseits der speziellen Applikationsprozessoren auch bei Display und Feature-Implementation konsequent auf den Gedanken des Energie-Einsparen. Die ActiveNotifications sind auch beim Einschalten des Moto X zu sehen und der Entsperrring öffnet direkt die jeweils hinterlegte Anwendung. Sowas nennt man in der Tat äußerst nützlich und ist eines der Argumente für das Moto X.

Motorola Moto X TestWirklich praktisch, wenn es denn immer so funktionierend würde wie man es sich vorstellt, ist das Always Listening in Verbindung mit Google Now. Motorola nennt das Ganze Touchless Control, was die Sache auch mehr als treffend bezeichnet. Einer der zwei zusätzlichen Applikationsprozessoren ist allein für diese Funktion zuständig was ebenfalls deutlich an Energie einspart, als wenn das Feature vom Hauptprozessor übernommen werden würde. Jedenfalls kann dadurch das Moto X jederzeit mit dem einfachen Befehl „Ok Google“ aufgewacht und mit Sprachkommandos gefüttert werden. Egal wann, egal wo und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Sprachkommandos versteht das Moto X zwar ausgesprochen gut aber trotzdem sind hin un wieder manuelle Bestätigungen notwendig. Gut zu erleben ist das beim Erstellen einer Erinnerung, wo es ohne manueller Korrektur einzelner Parameter nicht geht. Insofern ist die Sprachsteuerung wirklich eine tolle Sache aber eben nur eingeschränkt möglich. Eine Sache stört dann aber doch: Die Spracherkennung funktioniert ausschließlich mit einer aktiven Internetverbindung, egal ob über Mobilfunk oder per WLAN.

Eine nützliche App zum Umziehen vom alten Smartphone hin zum Moto X ist Motorola Migrieren. Die App gibt es kostenlos im Google Play Store und sogar für das iPhone, falls jemand mal von der einen Plattform zur anderen wechseln will. Übertragen lassen sich SMS-Nachrichten, Multimedia-Dateien (Musik, Fotos, Videos), SIM-Kontakte, die Telefon-Protokolle sowie Einstellungen von Display und der Lautstärke. Ganz bequem wird das via WiFi Direct schnell und in der Theorie auch unkompliziert sowie schnell erledigt. Hier hat sich Motorola wahrlich Gedanken gemacht.

Motorola Migrate
Preis: Kostenlos

Motorola Moto X TestEbenso Gedanken gemacht hat sich die Ex-Google-Tochter bei Motorola Assist. Damit lassen sich gewisse Dinge automatisieren, zum Beispiel das Einschalten von WLAN in den heimischen vier Wänden, das Lautstellen des Moto X während der Autofahrt oder Stummschalten bei einem Termin und ähnliche Dinge. Mit Motorola Connect wiederum lassen sich diverse Aufgaben ganz bequem vom Desktop-PC aus erledigen, in Verbindung mit dem Chrome-Browser von Google und einem entsprechenden PlugIn. Zum Beispiel können SMS-Nachrichten bequem verfasst werden, falls wer noch diese Kommunikationsform nutzt.

Ansonsten beschränkt sich Motorola in Sachen Software auf die volle Bandbreite der Google Apps, die über den Play Store aktualisiert werden. Aber auch Motorola-eigene Apps wie die Galerie oder die Kamera-App werden über den Google Play Store aktualisiert, was zumindest diesen Teil der Software nahezu komplett unabhängig von einem Firmware-Update macht. Eine sehr interessante Entwicklung, die gerne Standard für alle Hersteller werden darf.

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Fazit vom Motorola Moto X

Das Motorola Moto X ist das Flaggschiff der US-Amerikaner und bietet einige wirklich sehr durchdachte Features. Alleine Touchless Control, ActiveNotifications, das wirklich gute AMOLED-Display oder die hohe Ausdauer würden das Moto X zu einer echten Empfehlung machen, wenn da nicht die Sache mit den Negativ-Punkten wären. Dazu gehört definitiv der zu gering ausgefallene Speicher von 16 GB, erst Recht wenn es sich um ein Flaggschiff-Smartphone handeln soll. Das kann sich bestenfalls Google mit seinen Nexus-Geräten erlauben aber selbst da sind 32 GB mittlerweile im Angebot. Außerdem funktioniert die Sprachsteuerung zwar wirklich gut aber hierzulande ist diese nur eingeschränkt nutzbar. Das hat aber weniger was mit Motorola oder der Technologie dahinter zu tun sondern mit Google Now, was zentraler Bestandteil des Moto X ist. Wer sich mit dem geringen Speicher arrangieren kann, der bekommt mit dem Moto X einen wirklich guten Allrounder vorgesetzt, der ab 349 Euro ohne Vertrag zu haben ist. Für manch einen für das technisch Gebotene allerdings schon wieder zu teuer, auch wenn die Umsetzung mit der Software von Motorola als sehr gelungen bezeichnet werden kann. Trotzdem wird es das Moto X in Europa schwer haben, dazu ist es einfach zu spät auf den Markt gekommen.

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 3/5

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

Ein Kommentar

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