[Test] NVIDIA Shield Android TV – Die nächste Generation Game Konsole?

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nvidia-shield-android-tv-testNun ist es schon ein paar Wochen, ja sogar Monate her, seit dem man die NVIDIA Shield Android TV Box auch bei uns im Handel kaufen  kann. Seit ein paar Wochen befeuert die stylische Game Konsole auch den 4K LG Smart TV in unserer Redaktion, sodass es nun einmal an der Zeit ist ein paar Worte über  die Kombination von Android TV und GeForce NOW – dem Spiel-Streamingdienst – zu verlieren und ob das die Zukunft des Gaming ist.

Zugegeben habe ich die NVIDIA Shield Android TV Box lange Zeit verkannt und nicht wirklich als „echte“ Game Konsole wahrgenommen. Doch ohne hier schon das Fazit vorwegzunehmen: Unter den richtigen Bedingungen ist sie genau das und noch viel mehr. Denn entgegen ihren wohl bekannteren Mitstreitern, der Sony PlayStation 4 und der Xbox One von Microsoft bietet sie doch einiges an Funktionen, an denen es den beiden Marktführern mangelt. Doch dazu später mehr.

Das Design

Hatte sich schon bei der PS4 abgezeichnet, dass Aussehen längst nicht mehr zu vernachlässigen ist, kann man wohl hier bei der NIVIDIA Shield nun endgültig den Beweis erbringen, dass das gute Stück nicht irgendwo versteckt in den Schrank gehört. Vielmehr sollte ihr allein ein zentral und gut ausgeleuchteter Platz im Wohnzimmer gebühren. Wären keine Kabel dran, würde ich es auf einen elektrischen Drehteller positionieren. Transformer und Zylonen haben hier wohl für das Design Pate gestanden. Man fragt sich in der Tat wie NVIDIA es geschafft hat in der flachen Shield Android TV Box so hochwertige Technik und Anschlüsse zu verbauen.

Technische Daten:

Prozessor NVIDIA-Tegra-X1-Prozessor mit 256-Kern-Maxwell-GPU mit 3GB RAM
Video-Funktionen 4K Ultra-HD Ready mit 4K-Wiedergabe und –Aufnahme mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde (VP9, H265, H264)
Audio-Funktionen 7.1 und 5.1 Surround Sound pass through über HDMI
  High-resolution-Audio-Wiedergabe mit bis zu 24-bit/192kHz über HDMI und USB
  High-resolution Audio upsample bis 24-bit/192hHz über USB
Speicher1 16 GB (500 GB Pro Version)
Drahtlos-Schnittstellen 802.11ac 2×2 MIMO 2.4 GHz und 5 GHz Wi-Fi
  Bluetooth 4.1/BLE
Schnittstellen Gigabit Ethernet
  HDMI 2.0
  Zwei USB 3.0 (Type A)2
  Micro-USB 2.0
  MicroSD slot (unterstützt 128GB-Karten)
  IR-Empfänger (kompatibel mit Logitech Harmony)
Gaming-Funktionen NVIDIA GeForce NOW Streaming Service
  NVIDIA GameStream
Gewicht und Abmessungen Gewicht: 654g
  Höhe: 130mm
  Breite: 210mm
  Tiefe: 25mm
1 Ein Teil des Speichers wird von der Systemsoftware belegt. 2 Unterstützt NTFS, HFS+ und exFAT für

Leistung

Schnell wird klar dass der NVIDIA Shield entgegen ihren Spiel-Kollegen nicht so schnell die Luft ausgehen wird. Der hauseigenen 64-Bit Tegra-X1-Octa-Core-Prozessor wird von vielen auf dem Markt gar nicht so recht wahrgenommen, ist aber ein echter Geheimtipp. Nicht zuletzt in Kombination mit der 256-Kern-Maxwell-GPU und ihren 4K-Grafikfähigkeiten ist dann für die Konkurrenz alles zu spät. Sollte es also irgendwann einmal beim zocken ruckeln, so seit euch versichert, es liegt weder an der CPU noch an der Grafik-Unit.

Anschluss gesucht?

Auch auf dem Gebiet schöpft das kalifornische Unternehmen aus dem Vollen. Alles was das Herz begehrt ist auf der Rückseite des eh schon flachen Gehäuse untergebracht. Angefangen bei dem MicroSD-Kartenslot, MicroUSB 2.0, über den HDMI 2.0 (Achtung HDCP 2.2 Port am TV) Port samt Dolby 7.1 Audio Unterstützung.
Weiter geht es mit dem Gigabit Ethernet LAN-Port (WLAN 2,4 und 5 GHz Band auch möglich) und zwei USB Class A 3.0 Ports zum Anschluss von einer externen Festplatte, Tastatur und/oder Maus.
Einen Infrarot Empfänger mit dem sogar die Logitech Harmony Fernbedienung funktioniert, ist ebenfalls mit an Bord. NVIDIA verkauft im Zubehör auch eine futuristische Fernbedienung optional (49 Euro), die auch die Sprachsteuerung unterstützt, doch ich habe diese nie wirklich benötigt, da der mitgelieferte Controller völlig ausreicht.
Die NVIDIA Shield gibt es einmal in der 16 GB und in der 500 GB Speicher Variante. Ein satter Unterschied, der falls ihr euch die Frage stellt welche man denn am besten kauft, damit zu beantworten ist: Wollt ihr viele Android Apps und Spiele installieren 500 GB, ansonsten reichen auch die 16 GB mit einer passenden MicroSD-Karte.

Game-Streaming als neue Zukunft?

GeForce NOW heißt bei NVIDIA das Zauberwort. Und darunter darf man sich ein reichhaltiges Angebot an hochwertigen PC-Spielen vorstellen. Das kalifornische Unternehmen nutzt jede Gelegenheit um Kooperationen zu Steam, SEGA und Warner Bros. Studios zu knüpfen und so Titel anzubieten wie beispielsweise Tomb Raider, Warhammer 40,000: Space Marine, The Witcher 3, Mad Max, F1 2015 und viele weitere Titel die man vom PC aber auch den Mitbewerbern PS4 und Xbox One her kennt.
Doch wie zuverlässig funktioniert das Streamen von Spielen aus der Cloud und wie ist das Preisverhältnis zur Konkurrenz?

20 Mbit/s sind Pflicht

Verfügt man über eine schnelle Internetverbindung, fällt dem Spieler nicht auf, dass er Games aus der Cloud spielt. NVIDIA gab seinerzeit in unserem Video Interview eine 20.000 DSL LAN-Verbindung als Empfehlung raus. Man kann also so über ein riesiges Portfolio an hochwertigen Spielen sofort verfügen, was sich auch nicht mit langen Lade- oder Installationszeiten bemerkbar macht. Stichwort PS4, wo man unter Umständen einmal 30 Minuten Geduld mit bringen muss, bevor es dann wirklich los geht. Bei der NVIDIA Shield sind es keine 30 Sekunden.
Bei uns in der Redaktion (hier noch einmal ein spezieller Dank an die Telekom) haben wir aber nur eine 6.000 DSL-Leitung und das ist eindeutig zu langsam. Android Games sind natürlich unproblematisch zu spielen, da sie ja installiert werden, aber alles was mit Action aus der GeForce NOW Cloud zu tun hat – Beispiel GRID Autosport oder The Witcher 3 – war in unserem Test Chancenlos. Tomb Raider oder Borderlands ging hingegen wieder, wenn man nicht allzu anspruchsvoll ist, was das nachladen anbelangt.

Nun ist es ja in der Tat so, dass man in Deutschland inzwischen schnelleres Internet über LTE erhält. Zumindest ist das bei uns in der android tv Redaktion der Fall. Also haben wir uns natürlich einmal einen Huawei LTE Router geschnappt und die Shield Box via WLAN verbunden. Denn die unterstützt auch das schnelle 5 GHz-Band. Gesagt getan und siehe da, schon lässt sich der BMW M3 Tourenwagen durch die Kurven des Hockenheim Ring in „GRID Autosport“ ohne Probleme driften. Aber immer dabei euer LTE Datenvolumen im Auge behalten.

GeForce NOW

Die virtuelle Cloud-Bibliothek ist im Fall der NVIDIA Shield, GeForce NOW. Für 9,99 Euro im Monat stellt euch NVIDIA nach einer 3-Monatigen kostenfreien Probezeit, über 50 bekannte und hochkarätige PC- und Konsolen-Spiele zur Auswahl. Dennoch sei an dieser Stelle angemerkt, dass zuzüglich zu dem Angebot auch Spiele gekauft werden können. Diese Preise sind dann dem Markt entsprechend teuer, wie aktuell bei Mad Max knapp 50 Euro zu Buche schlagen.
Allerdings erhält der Kunde dazu auch einen digitalen GOG- oder Steam-Schlüssel, der einem ebenfalls eine Installation auf dem PC erlaubt. In Kürze soll es hier sogar möglich sein, Spielstände unterschiedlicher Plattformen zu synchronisieren und so einfach weiter zuspielen.
Der monatliche Preis ist in meinen Augen für das Leistungsangebot durchaus gerechtfertigt und im Vergleich zu Mitbewerbern geradewegs günstig.

Spiel Kontrolle und Feeling

Die NVIDIA Shield Android TV Box wird in jeder Konfiguration inklusive einem Controller ausgeliefert, der einzeln aktuell mit 59 Euro zu Buche schlägt. Alles andere als günstig wenn man mal zu viert einen Spielabend einlegen will, doch dafür erhält man auch in der Tat einen echten Controller. Das Gewicht stimmt, er ist richtig ausbalanciert und sitzt auch sicher in beiden Händen. Ähnlich wie die Mitbewerber bietet er auch die üblichen Schultertasten, Joysticks und Steuerkreuzen zuzüglich der Buttons. Auch NVIDIA sein Controller hat ein Touchpad, ein Mikrofon für die Sprachsteuerung, sowie ein 3,5mm Lineout für einen Kopfhörer.
Nicht offensichtlich aber hin und wieder recht nützlich ist die Lautstärkeregulierung unterhalb des Controllers.
Zwar bin ich nicht der absolute Pro-Gamer an der Konsole, konnte aber nicht wirklich Latenzen oder gar Druckprobleme der Tasten feststellen.

Und Android ist ja auch noch da!

Zu guter Letzt will ich mich dem eigentlichen Highlight der NVIDIA Shield Box widmen. Denn wie der Name schon vermuten lässt, hat die Game-Konsole Android TV als Betriebssystem vorinstalliert. Und das mit all seinen Vorteilen, wie bereits im Google Play Store gekauften Apps und Spiele auf der Shield zu verwenden. Gut gewisse Ausnahmen gibt es doch: Nicht alle Android Spiele sind automatisch auf der Konsole lauffähig, was mitunter an der Controller Bedienung der Spiele zusammenhängt. Auch wenn einige Sachen sich über Sideload (der MicrosSD-Card und den 2 USB-Class A Ports sei Dank) dennoch installieren lassen.

Selbstverständlich bietet das Android OS auch die komplette Chromecast Funktionalität und wandelt so den angeschlossenen Fernseher zu einen Smart TV. YouTube, Netflix, Plex, Spotify, Twitch, Kodi alles kein Problem. Ich denke ich muss an dieser Stelle nicht über die unendlichen Vorteile und Möglichkeiten von einem Android OS auf dem Fernseher berichten.

Fazit der NVIDIA Shield Android TV

In einem Wort? Kaufpflicht! Gut mit einer Einschränkung, ihr solltet über eine schnelle Internetverbindung (16 Mbit/s Minimum) verfügen. Denn auch wenn ihr für 199 Euro für die 16 GB Variante (500 GB 299 Euro) eine vollwertige Android TV Box erhaltet, werdet ihr euch ärgern dass ihr die GeForce NOW Spiele nicht spielen könnt. Die NVIDIA Shield Android TV Box macht Dank eines hochwertigen Controller und einem tollen Spielangebot richtig Laune, sieht super aus, verfügt über alle Anschlüsse in ausreichender Menge und läuft mit unserem Lieblings OS. Wer schon einen 4K Fernseher sein eigen nennt, wird sich auch über die Spiele in 1080p und 60 fps freuen. Dinge die Mitbewerber wie Microsoft und Sony noch umsetzen wollen.

Positiv
  • 4K / 60fps / Dolby 7.1
  • Android 6.0
  • GeForce NOW
  • Chromecast
  • Anschlüsse
  • Controller
  • Preis
Negativ
  • Schnelle Internetverbindung nötig

nvidia-shield-android-tv-testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 5/5

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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