[TEST] Samsung Galaxy Note – ein TabPhone mit Charme!

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Als Samsung Anfang September auf der IFA 2011 in Berlin das Galaxy Note vorstellte, waren die Reaktionen gespalten. Zum einen ist das Gerät extrem groß aber andererseits auch sehr reizvoll durch das HD-Display und die Rückkehr des Stylus in die Smartphone Klasse für bestimmte Klientel.
Wie in der vergangenen Sendung „anDROID weekly 48-2011“ bereits angekündigt bereitete mir ein günstiger Schicksalsschlag in Verbindung mit der Einreichung eines Videobeitrages zu dem Gewinnspiel bei AndroidPit, ein Galaxy Note durch den 2. Platz der Jurywertung. Stefan hatte sich ja bereits etwas früher ein Galaxy Note angeschafft so das nun unser beider Empfindungen und Eindrücke in diesen Testbericht mit einflossen:

Die Verpackung:

Das Galaxy Note kommt in einem weißen Karton daher mit einer Abbildung des Gerätes auf der Oberseite, der nicht viel größer wie das Note selber ist, aufgrund des Zubehörs in der Tiefe aber logischerweise größer. Doch der allgemeine Eindruck bei uns in der Gewinner Runde war, als das gute Stück noch im Karton verpackt war: Oh ist ja doch gar nicht so groß oder wird DER GERÄT noch größer nach dem auspacken?
Nun nach dem Entfernen des Deckels erscheint auch schon das gute Stück. Nimmt man es mitsamt dem Boden heraus, kommen noch eine Kurzanleitung, das kombinierte Lade- und Datenkabel auf USB-Basis zum Vorschein, sowie der Akku und das Headset. Letzteres ist in schickem Weiß gehalten.
Nach dem auch die Folien auf der Vorder- und Rückseite sowie an den Seiten UND der KAMERALINSE!!! entfernt wurden, liegt das Gerät angenehm und auch recht rutschfest in der Hand. Dies wird durch eine fein geriffelte Rückseite und Akkudeckel erreicht, die abgerundeten Kanten tun ihr übriges. Für die Größe von 82.95 x 146.85 x 9.65 Millimeter liegt es dadurch enorm gut in der Hand, als Galaxy S2 Benutzer war ich mehr als nur angenehm überrascht.
Einzig und allein das überstehende Display fiel mir im Gegensatz zum Galaxy S2 unangenehm auf, ist aber im Grunde auch kein wirklicher Kritikpunkt.

First feeling:

Nach einlegen des 2500 mAh fassenden Akkus bootete das Note recht schnell. Samsung hat im Galaxy Note wie im Galaxy S2 den hauseigenen SoC Exynos 4210 verbaut, welcher im Note aber anders als wie im S2 mit 1,4 GHz an statt 1,2 GHz taktet. Führt man sich die deutlich höhere Auflösung von 1280 x 720 Pixeln vor Augen, erscheint der höhere Takt als durchaus sinnvoll.
Man merkt es auch an allen Ecken und Kanten, dass der Exynos ein Leistungsträger ist: Ruckler sind nur bei vielen Widgets oder wie in meinem Fall den aufwendigen Screen-Animationen von Launcher Pro  und vielen schnellen Aktionen hintereinander zu bemerken, ansonsten läuft und flutscht alles nur so über das Display.
Wer die HandsOn-Videos von der IFA 2011 gesehen hat mit den Hängern kann entspannt aufatmen, hier wurde entweder nach gebessert oder die Testgeräte waren einfach mit der hohen Kundennutzung überlastet, das Gerät ist bei weitem nicht so „lahm“.

Das Display und der Akku:

Zum Display kann man eigentlich nur eines sagen: WOW! 1280 x 720 Pixel, verteilt auf 5,29 Zoll Super-AMOLED-HD sehen einfach nur klasse aus in Natura.
HD-Videomaterial, egal ob als Film von der MicroSD oder als Stream von Youtube und Co., was man auf dem Display zu sehen bekommt sieht einfach nur richtig geil aus. Auch die Helligkeit geht voll in Ordnung, bei maximaler Helligkeit kann man den Inhalt noch recht gut im Freien bei direkter Sonne sehen, allerdings stören die leichten Spiegelungen das Sehvergnügen hin und wieder.
Viele sind ja davon ausgegangen, dass das HD-Display stark am Akku lutschen würde und somit Laufzeiten von vielleicht einem Tag real sind. Nach den knapp 2 Wochen kann ich attestieren, dass das Note mit einer vollen Akkuladung bei moderater Nutzung (1 bis 2 Telefonate, Googlemail Push mit ca. 30 Mails pro Tag, ein bisschen spielen und Musik über Bluetooth), fast 3 Tage gebraucht hat, bis es wieder an die Steckdose wollte.
Hier hat Samsung meine Hochachtung verdient, mein S2 muss eigentlich jeden Abend wieder ans Ladekabel bei nur geringfügig anderer Nutzung.

Immer in Verbindung:

Funken kann das Note sowohl im GSM- als auch UMTS-Netz. Dank jeweils Quadband in nahezu jedem erdenklichen Teil der Erde, der diese Netztechniken unterstützt.
Die Verbindung und Empfangsqualität bewegt sich auf Augenhöhe zum S2, hier habe ich nichts großartig negatives feststellen können.
Das gleiche Bild bietet sich bei WLAN und Bluetooth, wobei die WLAN-Empfangsstärke etwas schwächer war. Ersteres unterstützt die Standards a, b, g und n, letzteres den Standard 3.0 mit HDS. Die Verbindung zum Belkin Bluetooth Musik-Empfänger wurde schnell aufgebaut und blieb in der ganzen Wohnung stabil.
Ebenso kann ich nur positives von dem verbauten GPS Modul berichten. Der GPS fix war immer schon da bevor sich die Navigations-Software im Willkommens-Bildschirm befand.
Selbst innerhalb der Wohnung findet das GPS eine Verbindung zu ausreichend Satelliten im All.
Für mich schon ein Highlight bei meinem S2 ist die „AllShare“ Funktion in der mit Hilfe des DLNA Standards mein Samsung Fernseher all meine Mediendaten vom Smartphone wiedergeben kann und nicht nur das, auch eingehende SMS können so bequem von der Wohnzimmer Couch nebenbei gelesen werden.
Da ich bereits einen HDTV Adapter mein Eigen nenne habe ich den TV-Ausgang via Micro-USB auf HDMI getestet der auch auf Anhieb funktionierte aber auf Grund des großen Displays vom Galaxy Note wohl recht selten Verwendung finden wird.

Platz für Daten:

Über Speicher muss man sich beim Note eigentlich kaum beschweren, Samsung verbaut intern 16 GB, wovon knapp 2 GB für Apps reserviert sind und ca. 11,5 GB als „Interne Speicherkarte“ zur Verfügung stehen.
Erweitert werden kann der Speicher mit MicroSD-Karten bis zu 32 GB, gerüchteweise sollen auch SDXC-Karten bis 64 GB funktionieren.
Was zudem mehr und mehr Einzug findet in Smartphones, ist die USB-Host-Funktion. Damit lassen sich, entsprechender Adapter vorausgesetzt, USB-Sticks und Festplatten mit FAT32-Dateisystem anschließen. Mangels entsprechendem Adapter habe ich das aber nicht testen können.

Die Kamera(s):

Für Freunde der schnellen Schnappschüsse steht auf der Rückseite eine Kamera mit 8 Megapixel zur Verfügung, welche auch Videos in Full HD (1920 x 1080 Pixel) bei 30 Frames aufnehmen kann. Für dunklere Umgebungen steht ein LED-Blitz zur Seite, der die Umgebung auf bis zu 2 Meter recht gut ausleuchtet.  Bilder und Videos werden mit einer ordentlichen Qualität wahlweise auf den internen oder sofern vorhanden, externen Speicher abgelegt.
Die Reaktionszeit der Kamera war ziemlich gut, der Auslöser brauchte gefühlt eine knappe Sekunde für das Bild. Wie schon bei anderen Modellen der Galaxy-Reihe, so kann man auch beim Note innerhalb der Kamera-Anwendung viele Einstellungen wie ISO-Wert, Verwackellungsschutz oder Makro-Modus einstellen. Bis zu 5 häufig genutzte Funktionen lassen sich als Shortcuts am linken Programm-Rand ablegen, ein Schalter für den Wechsel zwischen rückseitiger und vorderseitiger Kamera sowie dem Blitz ist standardmäßig voreingestellt.
Gott sei Dank hatte das Note nicht den Kamera Bug wie bei meinem SGS2der bei einem weißem Fotomotiv seinen rosa touch hinzufügt.

Der Advanced Smart Pen:

Das wirklich Besondere am Galaxy Note ist jedoch die Rückkehr des Stylus in Form des S-Pen. Dieser arbeitet nur mit dem speziellen Display im Note zusammen und erlaubt das Anlegen von handschriftlichen Notizen und Zeichnungen, über die Samsung eigene Software-Tastatur auch per Handschrift.
Die Erkennung meiner Handschrift ging erstaunlich flott und fehlerfrei von statten, auch wenn ich Anfangs  mehrfach deutlicher schreiben musste. Durch die Lernfähigkeit war die Texteingabe von Mal zu Mal besser.
Doch nicht nur für Notizen und für die Texteingabe lässt sich der S-Pen verwenden, nein mit ihm lassen sich auch bestimmte Aktionen auslösen wie beispielsweise ein Screenshot des Bildschirminhalts, ein Schritt zurück in den Menüs oder das blättern in einem eBook. Hierfür ist an dem Stift ein auf Anhieb nicht leicht findbarer Button der in meinem Fall nach Bestätigung, dass das Note nun endgültig meines ist, via Edding weiß markiert wird.
Die Softtouch-Buttons für „Menü“ und „Zurück“ unterhalb des Displays erkennen nur die Finger, die Stiftbedienung ist somit auf das Display beschränkt.
Inzwischen hat aber Samsung bereits durch ihr Developer Team das SDK von dem S-Pen veröffentlicht so das hier in naher Zukunft auch einige interessante Anwendungen zu erwarten sind.

Technische Daten im Überblick:

Technische Daten

Prozessor

Exynos 4210 mit 2x 1,4 GHz

Betriebssystem

anDROID 2.3.6 Gingerbread
(Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich voraussichtlich Q2/2012)

Interner Speicher

16 GB Interner Speicher
(2 GB für Apps, 11 GB für den Benutzer)

RAM

1 GB RAM

Speicherverwaltung

2.6.35.7-N7000XXKK9-CL725676
se.infra@SEP-53 #2

Display

5,29“ S-AMOLED HD Display
mit 1280 x 720 Pixel (285 ppi)

Anschlüsse

MicroUSB mit USB-on-the-Go,
3,5 mm Audio Klinkenanschluss und MHL

Sensoren

Accelerometer, Digital compass, Proximity,
Barometer und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

147.0 x 83.0 x 9.6 mm

Gewicht

178 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

8 Megapixel Kamera (Videoaufnahme bis 1080p)
2 Megapixel Frontkamera (für Videotelefonie)

Internet

HSDPA (bis zu 21,1 MBit/s), HSUPA (bis zu 5,7 MBit/s)
WLAN a/b/g/n

Bluetooth

3.0 + HDS

Akkutyp

Li-Ion

Kapazität

2500 mAh

Gesprächszeit

26h/13,5h (GSM/UMTS)

Standby-Zeit

920h/820h (GSM/UMTS)

Netz

Quadband GSM/UMTS, W-CDMA


DLNA- und WIFI-Direct-zertifiziert
Besonderheit S-Pen für handschriftliche Notizen und Texteingabe

Mein Fazit:

Das Galaxy Note ist wohl das interessanteste Smartphone was aktuell zu haben ist. Dafür sprechen neben dem HD-Display, dem Stylus und der Arbeitsgeschwindigkeit vor allem auch der Akku. Kaum ein aktuelles High-End-Gerät kann bei dem Akku mithalten.
Auch telefonieren war überaus gut, mir viel kaum bis gar kein Hintergrundrauschen auf. Das Display ist besonders für den Filmgenuss und dem surfen im Internet geeignet und das ist auch der größte Kritikpunkt aus meiner Sicht:
Die Größe – wer von einem 4-4,3 Zoll Smartphone kommt könnte durchaus Probleme bei der ein händiger Bedienung bekommen. So komme ich beispielsweise beim ausschalten mit dem Daumen automatisch auf der anderen Seite an die Lautstärketaste heran. Das kann eventuell auch mit etwas Übung vermieden werden, ich habe mir nun auf jedem Screen eine Verknüpfung für/mit Display off gelegt.
Anders herum ist die Größe des Displays genau der Grund warum ich DER GERÄT haben wollte, endlich alles mit einem Blick zu erkennen, auch die Benutzung der Tastatur läuft ab sofort schnell und fehlerfrei da die Trefferquote nahe zu bei 100% liegt.
Man sollte sich auch auf Witze der Kollegen und Freunde vorbereiten die natürlich die Größe ihres iEtwas kompensieren müssen aber genau das habe ich ja gewollt also braucht mein Selbstwertgefühl gar nicht darunter zu leiden.
Eine weitere Eigenschaft auf die ich mich sehr gefreut habe, ist der zusätzliche S-Pen den ich emotional noch gar nicht einordnen kann. Für den täglichen Gebrauch ist mir die „raus fummelei“ (liegt wohl daran das er noch zu wenig benutzt wird) zu umständlich, für Skizzen oder kleine Kunstwerke ist er einfach genial.

Mag man es drehen wie man will, das Samsung Galaxy Note spricht eine spezielle Käuferschicht an zu der ich eindeutig gehöre. Ich kann nur jedem empfehlen das Gerät im Ladengeschäft zu testen. Dann wird man auch eine lange Zeit seine Freude mit dem TabPhone haben.

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

9 Kommentare

  1. Eingebaute Sensoren:
    Barometer

    Der war gut, selten so gelacht! Bisschen mehr Technik-Verständnis sollten für solch einen Test vorhanden sein. Einfach mal in den offiziellen Specs schauen ob da ein Barometer *pruust* drinsteht.

    • ohje, da hab ich mir ja jetzt ein Ei gelegt – Da ist ja tatsächlich ein Barometer eingebaut. Bitte vielmals um Entschuldigung!

      • Haha…

        Kein Problem, im Gegenteil wir freuen uns ja wenn unsere Leser uns kritisch auf die Finger schauen.
        Meine Hochachtung das du die Courage hattest deinen Fehler öffentlich ein zu gestehen.

        Würde mich freuen Dich ab jetzt öfter bei uns zu sehen 😉

        Gruß
        MaTT

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  5. Calle schreibt:

    Auch telefonieren war überaus gut, mir viel kaum bis gar kein Hintergrundrauschen auf. Das Display ist besonders für den Filmgenuss und dem surfen im Internet geeignet und das ist auch der größte Kritikpunkt aus meiner Sicht:

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