[Test] Samsung Galaxy S 3

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Spätestens seit Samsung mit dem Galaxy S den Bereich der Highend Smartphones betreten hat, steht der südkoreanische Konzern Jahr für Jahr unter Zugzwang. Nichts anderes als die Krone der Androidsmartphones wird von dem Elektronikkonzern erwartet, auch wenn die Konkurrenz in Form des One X dieses Jahr stark wie nie ist. Ob auch die zweite Iteration des originalen Galaxy S diesem Anspruch gerecht wird, könnt ihr in unserem heutigen Testbericht nachlesen, nachdem MaTT sich das Smartphone in Weiß bereits in einem First touch & view angeschaut hat.

Das Galaxy S III stellt in mancher Hinsicht ein Novum dar bei Samsung, denn neben dem Anspruch das beste derzeit erhältliche Smartphone abzuliefern, haben die Südkoreaner auch einen bisher ungekannten Hype in der Androidwelt ausgelöst. Eine solch geschäftige Gerüchteküche im Vorfeld, die sich nur auf Spekulationen und Halbwahrheiten irgendwelcher Quellen und Tech-Propheten berufen konnte, kannte man aus der Smartphone-Welt bisher lediglich von Apple. Und nicht zuletzt zu vergessen ist da der fast schon übertrieben wirkende Aufwand der Verschleierung, mit welcher Samsung das Galaxy S III entwickelte. Aber hat sich das alles auch gelohnt, hat man den eigenen Anspruch erreichen können? Nun, das kann nicht mit einem klaren Ja oder Nein beantwortet werden, obwohl das Galaxy S III in meinen Augen die Nase vorn hat, im Vergleich mit dem großen Konkurrenten HTC One X.

 

Die technische Ausstattung des Samsung Galaxy S III:

  • Samsung Exynos 4412 mit 4x 1,4 GHz
  • 4,8″ Super AMOLED Display mit 1280 x 720 Pixeln Auflösung
  • 1 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher (Versionen mit 32 und 64 GB kommen später)
  • WLAN a/b/g/n (2,4 und 5 GHz), Bluetooth 4.0, GPS, MHL, DLNA, FM Radio
  • Quadband GSM, EDGE, Quadband UMTS, HSPA, HSPA+
  • 8 Megapixel Kamera mit LED Blitzlicht, 1,9 Megapixel Frontkamera
  • MicroUSB
  • 136,6 x 70,6 x 8,6 mm
  • 133 g
  • 2.100 mAh Akku
  • Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich mit TouchWiz 5

 

Zubehör

Wie immer liegt dem Smartphone das bekannte Standardzubehör bei, wobei es da durchaus eine kleine Überraschung gab: Die Kopfhörer sind in Weiß gehalten, auch bei der blauen Version, und wissen durch einen enorm guten Klang für Standardkopfhörer zu überzeugen. Audiophil veranlagten Käufern werden zwar auch diese Kopfhörer nicht reichen, für den Rest dürfte die Klangqualität allerdings hörbar über dem sonst bekannten Durchschnitt liegen. Hinzu gesellen sich dann noch das MicroUSB-Kabel nebst Netzteiladapter, wechselbare Gummipfropfen für das Headset und eine Kurzanleitung sowie die üblichen Garantiehinweise. That’s all. Nichts großartig überraschendes, bis auf die schon erwähnten Kopfhörer des Headsets. Wer ein umfangreiches Handbuch haben will oder braucht, der kann dieses in Deutsch bei Samsung herunterladen.

 

Verarbeitung

Seit einigen Modellen wird Samsung die Verwendung von Plastik vorgeworfen, die Flaggschiffe zu „Plastikbombern“ degradiert. Gerade im Vergleich zu HTC’s aktuellem Flaggschiff, dem One X, fällt dieses Argument immer wieder. Fakt ist jedoch, das auch Samsung beim Galaxy S III Polycarbonat für das Gehäuse verwendet, wie HTC beim One X. Der einzige Unterschied besteht jedoch darin, dass es sich um kein Unibody-Gehäuse handelt und in Klavierlackoptik statt einer angerauten Oberfläche daherkommt. Wenn also von “ Plastikbomber“ gesprochen wird, müsste man genau genommen das One X auch als “ Plastikbomber“ bezeichnen. Allerdings fühlt sich das One X durch die angeraute Oberfläche wertiger an, dass lässt sich nicht bestreiten. Abgesehen davon ist das Smartphone mit knapp 133 Gramm angenehm leicht und wirkt trotz seiner Größe filigran, was nicht zuletzt durch die weiche und runde Formensprache erreicht wird. Dabei ist es sogar etwas dicker mit seinen 8,6mm gegenüber dem Galaxy S II mit den 8,49mm. Davon mal abgesehen ist es nur minimal größer als sein Vorgänger, trotz des um 0,5″ gewachsenen Displays. Rein vom Datenblatt stellt man sich das Smartphone größer vor, als es in Natura dann tatsächlich ist.

Mit Android 4.0 Ice Cream Sandwich hat Google neben den neuen Design Guidelines die Verwendung von Softwaretasten empfohlen. Wie das aussehen kann zeigte Samsung bereits mit dem Galaxy Nexus, dem Flaggschiff und Entwicklermodell für Ice Cream Sandwich. Dennoch verzichten die Südkoreaner bei ihrem eigenen Flaggschiff auf diese Art der Bedienung und setzen wie bisher auf die Kombination einer physischen Home-Taste, flankiert von kapazitiven Tasten für Menü und Zurück. Übrigens besagen Gerüchte, das die Entscheidung für Hardware-Tasten ziemlich spät im Entwicklungsprozess gefällt wurde und quasi kurz vor Schluss integriert wurden. Vermutlich ist die Home-Taste deswegen so schmal ausgefallen, zumindest ist diese nicht so gut blindlings erfühlbar wie noch beim Galaxy S II. Kann aber auch an meiner Vorbelastung durch den Vorgänger liegen. Jedenfalls hat das Design der Tasten unterhalb des Displays einen merkwürdigen Charakter an sich. Irgendwie unnatürlich, willkürlich und unbedacht und auch der Zwischenraum ist unsymmetrisch. Hätte in meinen Augen gerne wieder so groß sein können wie beim Vorgänger, mit deutlich erfühlbarem Rand.

Anders als beim großen Konkurrenten HTC One X ist das Gehäuse des Galaxy S III nicht aus einem Guss, ein Unibody-Gehäuse sucht man hier vergeblich. Dafür hat Samsung dem Smartphone einen wechselbaren Akku spendiert sowie einen MicroSD Slot. An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass das Für und Wider von den eigenen Präferenzen abhängt, mir persönlich ist das wichtiger als ein fast komplett geschlossenes Gehäuse. Übrigens kommt beim Galaxy S III ebenfalls eine MicroSIM zum Einsatz, man sollte sich somit rechtzeitig um eine entsprechende SIM kümmern, will man das Smartphone sofort nach dem auspacken in den vollständigen Betrieb nehmen.

 

Display

Das 4,8″ große Display ist quasi die Goldene Mitte aus dem Vorgänger Galaxy S II mit seinen 4,3″ und dem Phablet Galaxy Note mit seinen 5,3″. Der gefühlte und optische Größenunterschied zum Galaxy S II fällt dabei nicht so enorm aus wie von den technischen Daten her vielleicht vermutet, hier hat Samsung gute Arbeit in der wahrgenommenen Optik geleistet. Anders als noch beim Galaxy S II oder dem Galaxy Nexus setzt Samsung dieses Mal nicht auf die Super-AMOLED-Plus-Technik, sondern verbaut ein normales Super AMOLED Display. Wer jetzt fragt wo denn der Unterschied besteht, dem sei dieser Artikel bei uns ans Herz gelegt. Dort bin ich bereits ausführlich genug auf das Thema eingegangen. Die Auflösung entspricht mit 1.280×720 Pixeln der kleinen HD-Auflösung , dennoch tut die verwendete Displaytechnik dem Erlebnis keinen Abbruch: Das Bild ist gestochen scharf und hell.

Zwar fehlte mir im Testzeitraum ein direkter Vergleich zum One X, ich würde die Qualität in Sachen Schärfe, Helligkeit und Farbechtheit aber subjektiv als gleichauf bezeichnen. Wohlgemerkt, das ist mein eigener Eindruck. Damit Kratzer keine zu große Chance bekommen, setzt Samsung beim Displayglas auf Gorilla Glass 2 von Corning. Nicht nur höhere Kratzfestigkeit verspricht Corning, auch in der Glasdicke habe man optimieren können und so ist Gorilla Glass 2 rund 20% dünner als dessen Vorgänger. Dennoch sollte man nicht dem Irrglauben erliegen, dass das Display dadurch tatsächlich robuster wird. Falltests bei YouTube beweisen, dass das Galaxy S III genauso schnell einen Displaykomplettschaden erleiden kann, wie das iPhone 4S.

 

CPU & GPU

Anders als NVIDIA mit seinem 4+1-Konzept des Tegra3, setzt Samsung bei seinem Exynos 4412 nicht auf einen zusätzlichen Companion Core. Für „niedere Aufgaben“ kommt beim Tegra3 statt der vier bis zu 1,6 GHz schnellen Cortex A9 Kerne ein nur mit 500 MHz getakteter Cortex A9 Kern zum Einsatz. Damit soll der Stromverbrauch bei niedrig geforderter Leistung reduziert werden, was allerdings mit einem kleinen Innehalten beim Wechsel der Kerne quittiert wird. Manch einer bemerkt diesen Wechsel, die meisten hingegen nicht. Samsung setzt bei seinem Quadcore auf ein Abschalten der im Leerlauf befindlichen CPU-Kerne, bzw. dem dynamischen heruntertakten und senken der Kernspannung. Ähnliches findet zwar auch im Tegra3 statt, nur hat NVIDIA das anscheinend nicht so effizient umsetzen können wie Samsung, weshalb die Kalifornier auf den Companion-Core zurückgegriffen haben.

Den vier Cortex A9 Kernen steht eine Mali400 MP mit ebenfalls vier Kernen zur Seite für die grafische Ausgabe. Anders als beim Exynos 4210 des Galaxy S II und Galaxy Note, ist die Mali400 MP im Galaxy S III mit 400 MHz statt 267 MHz getaktet. Dass die Mali400 MP noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigen diverse Benchmarks im Vergleich zum Tegra3 AP33H: Das Galaxy S III kann mit dem One X nicht nur mithalten, sondern schlägt dieses meistens sogar. Zum Vergleich: Im Tegra3 stecken bis zu 12 GeForce ULP Kerne, der Mali400 MP vertraut lediglich auf 4 Kerne!

Gegenüber dem Vorgänger Exynos 4210 im Galaxy S II legt der Takt pro CPU-Kern um geringe 200 MHz zu, liegt nun also statt der 1,2 GHz bei 1,4 GHz pro Kern. Lediglich das Galaxy Note ist mit einem gleich schnellen 1,4 GHz taktenden Exynos 4210 ausgestattet, kommt aber nicht an die Leistungsfähigkeit heran. Obwohl in den Benchmark-Ergebnissen insgesamt das Galaxy S III die Nase vorn hat vor dem One X, sind von der gefühlten Performance her beide Konkurrenten gleichauf. Benchmarks sind sowieso synthetische Ergebnisse, die im Alltag selten von größerer Bedeutung sind außer sich dem „Ich hab den Größten, den Besten“-Verlangen hinzugeben.

Zum Vergleich einige Benchmark-Ergebnisse, jeweils im Vergleich zum Vorgänger Galaxy S II und dem HTC One X, als direkten Konkurrenten. Anzumerken sei, dass im Galaxy S II ein Dualcore steckt, während die beiden anderen Probanden jeweils über einen Quadcore verfügen.

Galaxy S II HTC One X Galaxy S III
Linpack v1.2.8, Single Thread 46,522 MFLOPS 52,103 MFLOPS 56,491 MFLOPS
Linpack v1.2.8, Multi Thread 38,491 MFLOPS 140,908 MFLOPS 155,167 MFLOPS
Nenamark v1.4 59,6 FPS 58,5 FPS 59,9 FPS
Nenamark v2.2 38,5 FPS 48,0 FPS 58,6
SmartBench 2012 Productivity 1305 3588 4134
SmartBench 2012 Gaming 1493 2623 1591
Vellamo Mobile Web v1.0.6 1417 1678 2082
AnTuTu v2.7.3, Default Test 3684 11223 12028
SetCPU v2.3.0, Long Bench* 198ms 214ms 154ms
SetCPU v2.3.0, Native Bench* 745,918457ms 561,979980ms 528,295166ms

*Niedriger ist besser

 

Akku

Viele Hersteller verbauen neuerdings erfreulich große Akkus. Den Anfang machte Motorola mit dem Razr MAXX, welches mit satten 3.300 mAh zum Kunden kommt (bisher nur in Amerika). Einziger Nachteil ist der fest verbaute Akku, allerdings fordert ein Unibody-Gehäuse auch irgendwo seinen Tribut. Nicht so beim Galaxy S III, denn dieses verfügt von Haus aus über einen wechselbaren Akku mit einer Kapazität von 2.100 mAh. Viele unken ja, das selbst ein größerer Akku als üblich den Stromhunger eines Quadcore SoC’s nicht stillen kann. In der einen Woche die ich das Gerät hatte war davon allerdings nichts zu spüren. Der größte Stromfresser ist nach wie vor das Display, die Hersteller können dem lediglich durch noch größere Akkus und noch bessere Energieoptimierungen beim SoC und den restlichen Komponenten entgegen wirken. Und das ist Samsung durchaus gelungen, die durchschnittliche Nutzungsdauer zwischen zwei Ladevorgängen betrugt 1,5-2 Tage und liegt damit noch über dem Galaxy S II mit einem 2.000 mAh Akku. Auch beim Spielen von grafisch anspruchsvollen Spielen wie NOVA3 hält das Galaxy S III im Schnitt gefühlte 10% länger aus. Der größte Vorteil in meinen Augen ist, gerade im Vergleich zum One X, die Möglichkeit des Akkuwechsels ohne Fachkenntnisse beim auseinander bauen haben zu müssen.

 

Konnektivität

Alles was geht an Verbindungen hat Samsung in den Flachkörper des Galaxy S III gesteckt. Angefangen bei Bluetooth 4.0 über GPS, einen MHL-Anschluss über den MicroUSB-Anschluss bis hin zu WLAN von a bis n. Das WLAN-Modul versteht sich auf die Frequenzbereiche 2,4 GHz und 5 GHz, wie auch das One X. Wie üblich gibt es hier nichts zu meckern, die Verbindung ist schnell hergestellt, übertragungsstabil und zügig.

Das gilt auch Datenverbindungen per GSM/UMTS-Netz, allerdings nur wenn man per HSPA verbunden ist. In meiner Gegend bietet das o2-Netz überwiegend nur EDGE und hier ist das Galaxy S III alles andere als zufriedenstellend gewesen. Der Test mit einer Congstar-MicroSIM in Verbindung mit HSDPA hingegen war wieder voll in Ordnung, der Downstream war mit gut 1,7 MBit/Sekunde fast am Maximum, was das Netz laut Congstar maximal hergibt. Das eigentliche Telefonieren ist ebenfalls von hoher Qualität, der Gesprächspartner ist glasklar verständlich und man selbst kommt ebenfalls sehr gut verständlich beim Gesprächspartner an. Wer lieber sein Smartphone beim Telefonieren hinlegt, wird sich über den verhältnismäßig kräftigen und klaren Lautsprecher freuen.

Der Datenaustausch mit dem Desktop Computer erfolgt wie üblich über den MicroUSB-Anschluss, welcher nach dem USB-2.0-Standard überträgt. Gleichzeitig fungiert dieser mithilfe eines MHL-Adapters als HDMI-Ausgang, hier leistet sich Samsung allerdings den aus meiner Sicht größten Schnitzer: Kein derzeit erhältlicher MHL-Adapter außer dem Samsung-eigenen funktioniert mehr, da Samsung die Pin-Belegung des Anschlusses von 5 auf 11 Pins geändert hat. In Amerika gibt es mittlerweile von Samsung für knapp 10 US Dollar einen Adapter für den Adapter, womit bereits erhältliche MHL-Adapter wieder funktionstüchtig gemacht werden. Sollte Samsung das nicht schnellstens in anderen Teilen der Welt einführen, könnte das noch viel mehr an Negativ-Presse nach sich ziehen, als ohnehin schon im Netz kursiert.

 

Multimedia

Wie schon das Vorgänger-Modell ist das Galaxy S III mit 16 GB internen Speicher ausgerüstet, der um MicroSD-Karten erweitert werden kann. Frei nutzbar sind von den 16 GB ca. 11,5 GB, den Rest genehmigt sich das Android-System. Samsung macht hier allerdings nicht Halt und hat Versionen mit 32 GB und 64 GB an intern verbautem Speicher angekündigt. Und um diesem noch die Krone aufzusetzen, ist das Galaxy S III das erste Smartphone, welches offiziell bis zu 64 GB große MicroSDXC Karten verträgt. Ist jetzt zwar kein Alleinstellungsmerkmal, wie wir aus eigener Erfahrung behaupten können, dennoch ist eine offizielle Unterstützung ein für manche nicht ganz unwichtiger Kaufgrund. Als kleines Schmankerl für die Cloudliebhaber, spendiert Samsung zudem für ganze 2 Jahre noch kostenlos 50 GB Speicher bei Dropbox. In der maximal größten Speicherausstattung mti 64 GB internem Speicher, könnte man also auf sage und schreibe fast 170 GB Speicher kommen (50 GB bei Dropbox + ca. 59 GB MicroSDXC + ca. 59 GB interner Speicher = 168 GB Speicher).

LED Blitzlicht, Kameralinse und Lautsprecher

Manche fragen sich jetzt vielleicht, mit was denn all dieser Speicher gefüllt werden könne. Zum Beispiel mit der 8 Megapixel auflösenden Kamera, welche Videos in 1080p-Auflösung bei 30 Frames/Sekunde aufnehmen kann. Wer Befürchtungen bezüglich der Bildqualität hat, den kann ich beruhigen: Die Kamera des Galaxy S III macht hervorragende Bilder und Videos, was nicht zuletzt auf den Kamerachip zurückgeführt werden kann. Laut iFixIt.com ist das derselbe Kamerasensor, der auch beim iPhone 4S zum Einsatz kommt. Auch wenn eine Smartphone-Kamera nie an die Qualität einer Systemkamera herankommen wird, taugt die Bildqualität zu mehr als nur Schnappschüssen. Das ist allerdings auch der raschen Auslöseverzögerung geschuldet, hier zieht Samsung mit HTC und seiner One-Reihe gleich. Selbst bei eher mäßigen Lichtverhältnissen kommen noch ordentliche Bilder heraus, beziehungsweise Videos. Bei der Videoaufnahme bietet Samsung jetzt übrigens auch die Aufnahme von Fotos während der Videoaufnahme an. Allerdings nicht bei Videos mit HD-Qualität, hier muss man sich mit weniger guten Videos zufrieden geben.

Vorinstalliert sind üblicherweise Player für Audio- und Videodateien, hier gibt sich das Galaxy S III ebenfalls keine Blöße. Musik wird sehr deutlich und klar wiedergegeben, die beiliegenden Kopfhörer sind wie eingangs schon erwähnt von höherer Qualität als bisher gewohnt, was sich in klaren Höhen und kräftigen Bässen wiederspiegelt. Waren die Kopfhörer beim Galaxy S II schon qualitativ vom Ton her ordentlich, legen die des Galaxy S III noch mal eine ganze Schippe oben drauf. Der Samsung-eigene Musikplayer integriert sich zudem nahtlos ins System ein, sprich man kann den Player über die Benachrichtigungsleiste steuern. Der Player selbst ist eher schlicht gehalten, bietet dennoch einiges an Funktionen. Zum Beispiel der überarbeitete Equalizer, der neben 7 Voreinstellungen nun sogar eine Klangregelung bietet. Neben Regler für diverse Klangbereiche (3D Sound, Tiefbass, Hall, Raumgröße und Klarheit) können auch einzelne Frequenzbereiche eingestellt werden.

 

Das 4,8“ große HD-Display lädt förmlich zum Filmegucken ein, weshalb Samsung neben einer Vielzahl an unterstützter Codecs (zum Beispiel FLV oder das beliebte MKV) die Funktion Pop Up Play bietet. Pop Up Play ist eine bisher eher kaum gesehene Funktion: Einen Fenstermodus. Mit einem kleinen Drücker wird das Video verkleinert und kann frei auf dem Display platziert werden. Während man beispielsweise bei IMDB was zum aktuellen Film sucht, kann dieser ohne Unterbrechung weiter angeschaut werden. Klappt übrigens auch bei HD-Filmen, die ohnehin richtig klasse anzuschauen sind bei dem Display. Eine wirklich tolle Funktion, die bei anderen Androidgeräten beispielsweise durch Stick It! (Pop Up Player) oder Super Video, Floating & Popup nach gerüstet werden kann.

 

Software

Hier fährt Samsung wahrhaft schwere Geschütze auf, denn künftig will der südkoreanische Konzern verstärkt mit Software auftrumpfen. Ein Anfang sind die vielen kleinen Feinheiten, die Samsung bei der hauseigenen Oberfläche TouchWiz eingebaut hat. In der nunmehr fünften Ausgabe hat man sich mit der Anpassung stärker zurück gehalten und orientiert sich mehr an den Vorgaben von Google. Das weiß sehr zu gefallen, ich hatte erstmals nicht das Bedürfnis nach einer alternativen ROM, obwohl ich bekennender Fan der AOKP-ROMs geworden bin. Die Bedienung im Alltag erleichtern einem die vielen kleinen Funktionen. Zum Beispiel die Smart Stay genannte Möglichkeit, das Galaxy S III so lange anzulassen bis der Nutzer wegschaut. Dazu wird über die Frontkamera nach Augen gesucht und solange diese auf das Smartphone gerichtet sind, geht dieses nicht aus. Klasse!

Eine weitere, sicher von HTC entliehene Funktion sind die Schnellstart-Verknüpfungen auf dem Sperrbildschirm. Hier können bis zu 4 Programme eingestellt werden, die sich direkt aus dem Sperrbildschirm heraus starten lassen. Apropos Sperrbildschirm, der optisch eine echte Augenweide ist. Vermutlich um das Slide to Unlock Patent von Apple zu umgehen, muss man als Nutzer über den Bildschirm streichen um das Gerät zu entsperren. Optisch richtig klasse umgesetzt ist das als Berührung einer Wasseroberfläche, passende Tonuntermalung inklusive. Ich hab mich selbst dabei ertappt, wie ich mich nur mit dem sperren und entsperren des Gerätes beschäftigt habe, einfach weil es so toll aussieht und flüssig funktioniert.

Tipps & Tricks

Viele Funktionen hat Samsung über diverse verbaute Sensoren integriert, die sich einzeln über Einstellungen – Bewegung ein- oder ausschalten lassen. Hier hat Samsung wirklich mitgedacht und überlässt uns Nutzern, was wir nutzen wollen oder auch nicht. Einige dieser kleinen nützlichen Helferlein stellen wir in mehreren Videos in unserer Tipps & Tricks Rubrik bereit. Schaut doch mal rein was wir da für euch in Bild und Ton festgehalten haben.

Vorinstalliert ist wie bei jedem Androidsmartphone der Google Play Store, allerdings hat Samsung auch seinen eigenen App Store mit auf das Gerät gepackt. Hier gibt es einige hochwertige Apps und Spiele kostenlos, zum Beispiel Flipboard, ein Foto-Editor oder andere Samsung-Apps, welche bei den bisherigen Modellen bisweilen vorinstalliert waren. Auch das ist in meinen Augen ein Schritt in die richtige Richtung, denn nicht jeder mag eine Vielzahl an Apps vorinstalliert.
Ein ganz großer Punkt im Kampf gegen Apple ist die Sprachsteuerung und mit S Voice liefert Samsung die Antwort auf Siri von Apple. Verwendet man S Voice auf Englisch, dann greift die Sprachsteuerung wie Siri auf die semantische Suchmaschine Wolfram|Alpha zu. Allerdings klappte dass nicht ganz so flüssig und problemfrei, wie Samsung mir glaubhaft machen wollte. Deswegen habe ich mich damit nicht weiter beschäftigt, sondern lieber die Sprachkommandos ausprobiert. Zum Beispiel lässt sich die Aufnahme eines Fotos in der Kamera App per gesprochenem „Klick“ auslösen, was schon einen gewissen Coolness-Faktor besitzt.

 

Fazit

Hat Samsung mit dem Galaxy S III den Thron der Smartphones von HTC zurück erobert? Meiner Meinung nach Ja, denn das Gesamtpaket aus Hardware (Exynos Quadcore, wechselbarer Akku, MicroSD) und Software (Smart Stay, TouchWiz, Entsperrmethode, abschaltbare Zusatzfunktionen) übertrumpft die mehr als sehr gute Vorlage durch HTC knapp. Persönlich hätte ich mir zwar ein ebenfalls aufgerautes Gehäuse zwecks Haptik gewünscht aber man kann halt nicht alles haben. Kann das Galaxy S III also jedem empfohlen werden? Hier muss ich leider Nein sagen, denn es liegt wirklich im Auge des Betrachters, ob das Galaxy S III eine Schönheit ist oder nicht. Nicht jeder kann sich mit dem billig anmutenden Äußeren anfreunden, um mal einen Freund zu zitieren. Wer allerdings Wert auf die Innereien legt und mit dem Äußeren sich arrangieren kann, der bekommt das derzeit wohl beste Smartphone mit Android.

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

7 Kommentare

  1. Hab ja jetzt selber das S3 und bin echt zufrieden, fühlt sich auch sehr gut an. Aber leider wird das Gerät bei z.b. aufwendigen Spielen schnell sehr warm, was bei einigen anderen Phones auch so ist. Sollte man mal dran arbeiten.

  2. Dirk schreibt:

    Hi,

    wo konntest Du die Schnellstartverknüpfungen des Sperrbildschrims einstellen?
    Ich finde die entsprechnde Option nicht in den Einstellungen 🙁

    Grüße

    Dirk

  3. Dirk schreibt:

    Danke, ich musste erst sperren durch wischen aktivieren, damit die Optionen anklickbar wurden.

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