[Test] Samsung Galaxy S6 & Galaxy S6 edge – Nicht günstig aber geil!

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Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge Test

Samsung ist nicht gerade bekannt für preiswerte Top-Smartphones, was im Fall des Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge mehr als zutrifft. Erstmals steckt das Premium-Smartphone des Konzerns auch wirklich in einem Premium-Gehäuse, aber das ist nicht das einzige, was anders ist. Unser Test zeigt, warum Samsung das vielleicht beste Android Smartphone des Jahres hat.

Das letzte Jahr lief für den führenden Hersteller der Smartphone-Branche nicht gerade optimal. Mit dem Samsung Galaxy S5 traute sich Samsung zwar ein paar neue Dinge, aber mit dem Kunststoff-Gehäuse und einem nicht gerade leichten OEM-Aufsatz blieb das Flaggschiff 2014 stark hinter den Erwartungen zurück. Das machte sich auch in den Verkaufszahlen bemerkbar und so hat der Konzern für das Samsung Galaxy S6 quasi vom Punkt Null begonnen. Nun hat sich gezeigt: Project Zero ist ein Erfolg geworden. Unser Test der beiden Flaggschiffe – das Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge – soll zeigen, dass die Südkoreaner sich stärker denn je zurückgemeldet haben.

Technische Daten des Samsung Galaxy S6 / Galaxy S6 edge

Galaxy S6

Galaxy S6 edge

Prozessor

Samsung 64-Bit Exynos 7420 Octa-Core-CPU
mit 4 x 2,1 und 4 x 1,5 GHz
GPU: ARM Mali T760 MP8

Betriebssystem

Android 5.0.2 Lollipop mit TouchWiz

Interner Speicher

32, 64 oder 128 GB interner Speicher (nicht erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

SM-G920F SM-G925F

Display

5,1 Zoll AMOLED Display mit 2.560 x 1.440 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Proximity, Licht, E-Compass, Hall-Sensor, Fingerabdruck, Infrarot, Puls-Sensor

Abmessungen (HxBxT mm)

143,4 x 70,5 x 6,8 mm 142,1 x 70,1 x 7 mm

Gewicht

138 Gramm 132 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium, Glas

Kamera

16 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator, 5 Megapixel Frontkamera

Internet

GSM (850/900/1.800/1.900 MHz) + UMTS/HSPA+ (850/900/1.900/2.100 MHz) 42 Mbit/s + LTE (800/2.100/2.600 MHz) + Dualband WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.1 HS

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

2.550 mAh 2.600 mAh

Gesprächszeit

Bis zu 17 Std. (3G) Bis zu 18 Std. (3G)

Standby-Zeit

n/a n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 850/900/1.900/2.100 MHz
LTE 800/2.100/2.600 MHz

Preis

UVP 699,- Euro 32 GB (ab 699,- Euro, Stand 26.01.15)
UVP 869,- Euro 64 GB (ab 869,- Euro, Stand 26.04.15)
UVP 899,- Euro 128 GB (ab 899,- Euro, Stand 26.04.15)
UVP 849,- Euro 32 GB (ab 849,- Euro, Stand 26.04.15)
UVP 949,- Euro 64 GB (ab 949,- Euro, Stand 26.04.15)
UVP 1.049,- Euro 128 GB (ab 1.049,- Euro, Stand 26.04.15)
Besonderheit Fingerabdruck-Sensor, Optischer Bildstabilisator, Infrarot, Glasrückseite, Pulsmesser, WiFi Direct, NFC, ANT+; Galaxy S6 edge: doppelt gebogenes Display

 

Zubehör

Das Flaggschiff-Duo aus Südkorea unterscheidet sich in Sachen Materialien und Design zum Teil sehr deutlich von seinem Vorgänger, nicht aber was das Zubehör in dem Pappkarton betrifft. Dieser ist übrigens nicht mehr in einer Holzoptik mit Maserung versehen, sondern in reinem Weiß mit dem jeweiligen Gerätenamen in silbernen Lettern. Trotzdem handelt es sich auch bei der Generation Samsung Galaxy S6 um recycelte Pappe. Diese ist ebenfalls erneut mit umweltfreundlicher SOI-Tinte bedruckt. Aber zurück zum Zubehör, denn das fällt trotz des nun wirklich gerechtfertigten Premiumanspruchs des Samsung Galaxy S6 gewohnt normal aus. Will heißen, neben einem USB-Kabel, einem USB-Netzteil mit Schnellade-Funktion und einem weißen Headset, dass auffällig Ähnlichkeiten mit den Earpods von Apple hat, findet sich kein extra Zubehör im Lieferumfang. Lediglich die üblichen Papierbeilagen wie Garantiebestimmungen und Kurzanleitung sind noch jeweils mit in dem Karton drin.

 

Design und Verarbeitung

Nicht nur der Karton, in welchem das Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge ausgeliefert werden, hat sich verändert: Auch das Android Smartphone selbst wurde einer Frischzellenkur unterzogen und die hat sich wirklich gelohnt. Noch nie war ein Samsung wirklich so hochwertig verarbeitet oder hatte solch hochwertige Materialien. Wenn man das Samsung Galaxy S6 in die Hand nimmt, dann fühlt man den Neuanfang mehr als nur deutlich: Metall und Glas vermitteln wirklich das Gefühl, dass die 700 Euro für das kleinste Modell des Galaxy S6 mit 32 GB internen Speicher gerechtfertigt sind. Nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Das Samsung Galaxy S5 hat sich mit seiner leicht gummierten Rückseite auch gut angefühlt, aber das Galaxy S6 und Galaxy S6 edge sind wortwörtlich eine ganz andere Liga.

Das fängt schon damit an, dass nicht nur die Front aus Glas besteht, sondern auch die Rückseite. Dabei setzt Samsung auf das neue Corning Gorilla Glass 4, welches eine bis 80 Prozent höhere Widerstandsfähigkeit gegen Kratzer und selbst Stürze haben soll. Vor allem für eine Glasrückseite ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil, wenn man nicht unbedingt eine Schutzhülle nutzen möchte. Außerdem bietet eine Rückseite aus Glas je nach Winkel andere Lichtreflexionen. Das führt vor allem bei den dunklen Modellvarianten wie dem grünen Samsung Galaxy S6 edge zu teils sehr interessanten Farbeffekten. Einzig die hervorstehende Kamera könnte man als störend empfinden, da sie mit etwas über 1 mm mehr als deutlich zu erfühlen ist. Immerhin ist sie mittig positioniert, sodass das Android Smartphone zumindest relativ verwackelungsfrei auf dem Tisch oder was auch immer für einer glatten Oberfläche aufliegt. Rechts daneben gibt es einen einfachen LED-Blitz und die seit dem Samsung Galaxy S5 bekannten Sensoren zum Messen des Pulses und weiterer Dinge wie Stresslevel oder Sauerstoffgehalt des Blutes.

Auch der Rahmen des Gerätes ist mit einem Wort zu beschreiben und das ist „hochwertig“. Wie schon bei den beiden Modellen Samsung Galaxy Alpha (zum Test) und Samsung Galaxy Note 4 (zum Test) kommt auch hier wieder Aluminium zum Einsatz. Allerdings ist dieser silbrig mattiert, deutlich rundlicher und ohne eine blank geschliffene Kante als Akzent. Es lässt sich nur schwerlich bestreiten, aber Samsung hat sich für den Rahmen des Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge bei der aktuellen Konkurrenz von Apple inspirieren lassen, was man unter anderem an dem im Rahmen verbauten Lautsprecher und den ausgefrästen Löchern sehen kann. Es wäre schon ein arg großer Zufall, wenn dem nicht so wäre.

Dennoch kann das Samsung Galaxy S6 eigene Akzente setzen, indem der Rahmen auf den größeren Längsseiten fein abgeschliffen ist, sodass eine kleine optische Zierleiste entsteht. Das Samsung Galaxy S6 edge hat aufgrund seines gebogenen Displays diese Kante nicht, kann aber mit eben dieser Biegung selbst wiederum seine eigenen Akzente setzen. Auf der rechten Seite des Rahmens befindet sich die Power-Taste, die leicht aus dem Gehäuse herausragt, rund geschliffen ist und einen knackigen Druckpunkt mit einem sehr ordentlichen Tastenhub besitzt. Direkt darunter befindet sich bei beiden Modellen des Samsung Galaxy S6 der nahezu unsichtbar mit dem Rahmen abschließende SIM-Tray für eine Nano-SIM. Die Lautstärke-Tasten sind auf der gegenüberliegenden linken Seite mit ähnlich knackigem Druckpunkt verbaut.

Seit dem Samsung Galaxy S4 spendiert Samsung seinen Top-Modellen einen Infrarot-Sensor und auch das Samsung Galaxy S6 bzw. Galaxy S6 edge haben diesen auf der Stirnseite. Die 3,5 mm Audiobuchse ist übrigens auf die Unterseite des Rahmens gewandert und liegt nun direkt neben der MicroUSB-Buchse. Entgegen dem Vorgänger ist das wieder eine MicroUSB 2.0 Schnittstelle und nicht die breitere MicroUSB 3.0 Buchse. Die Front wird natürlich von dem 5,1 Zoll großen Display dominiert. Unter diesem befinden sich die physische Home-Taste mit einem vernünftigen Fingerabdruck-Sensor und die beiden kapazitiven Tasten für Multitasking sowie Zurück. Neu ist, dass die Multitasking-Taste nicht mehr als Zweitbelegung – sofern verfügbar – das Menü aufruft, sondern die Multi-Window-Funktion von Samsung. Oberhalb des Displays sitzen lediglich das silberne Samsung-Logo, direkt darüber der Lautsprecher für Telefonate, links davon Sensoren für Helligkeit sowie Annäherung und eine mehrfarbige Status-LED. Rechts wiederum ist die 5 Megapixel Frontkamera verbaut.

Sieht man mal von dem gebogenen Display des Samsung Galaxy S6 edge ab, dann gleichen sich beide Android Smartphones von der Optik her. Man kann es nicht oft genug betonen, aber Samsung hat mit den beiden Geräten wirklich einen enormen Schritt nach vorne gemacht und sich an Neues gewagt, was längst überfällig und bei der Konkurrenz von HTC und Sony schon längst Standard ist. Trotzdem bleibt sich Samsung seinem bekannten Design in den Grundzügen treu: Ein Samsung Galaxy S6 sieht noch immer aus wie ein Samsung, nur mit neuen Akzenten aus der Premium-Klasse.

 

Display

Auch das Display ist bei beiden Modellen des Samsung Galaxy S6 überwiegend identisch. So liegt die Diagonale bei unveränderten 5,1 Zoll im Vergleich zum Vorgänger. Mit 2.560 x 1.440 Pixel ist das AMOLED-Panel der neusten Generation aber um einiges hochauflösender und macht es mit 577 PPI zum derzeit schärfsten Smartphone-Display auf dem Markt. Überhaupt kann man das Panel des Samsung Galaxy S6 Duos als eines der besten Displays am Markt bezeichnen: Schwarzwert, Helligkeit, Kontraste sowie Blickwinkel sind hervorragend und geben keinen Grund zur Kritik. Gegner der AMOLED-Technologie werden zwar die zu knalligen Farben als Kritikpunkt anbringen, aber in den Display-Einstellungen kann man die Darstellung zumindest ein bisschen anpassen. Im Unterschied zu manch anderen Smartphones kann man beide Galaxy-S6-Geräte auch unter direkter Sonneneinstrahlung noch recht gut ablesen, sofern man den Automatik-Modus für die Helligkeit nutzt. Denn in diesem Modus, setzt Samsung besagte Helligkeit richtig stark nach oben und diese ist ein mehr als nur deutlicher Unterschied zur manuellen maximalen Helligkeit.

Abgesehen von der Biegung auf beiden Längsseiten, unterscheidet sich das Display des Samsung Galaxy S6 edge nicht vom Display des normalen Galaxy S6 in Sachen Farben, Kontraste, Schwarzwert oder Helligkeit. Die Biegung an sich beschränkt sich zudem nur auf die äußersten knapp 4 bis 5 mm der Front, was dennoch zu einer gewissen Faszination führt. Wie schon bei dem Samsung Galaxy Note Edge (zum Test) nutzt Samsung diese Biegung für ein paar Sonderfunktionen aus, aber dazu gibt es im Abschnitt Software näheres. Denn iIm Gegensatz zum Galaxy Note Egde sind die beiden gebogenen Seiten des Panels keine eigenständigen Displays. Das Note Edge hat ein zusätzliches Mini-Panel mit 2.560 x 160 Pixel an der rechten Seite, sodass die tatsächliche Auflösung des Phablet bei 2.560 x 1.600 Pixel liegt. Das Samsung Galaxy S6 edge hingegen hat kein solches Zusatzdisplay für Zusatzfunktionen.

 

CPU & GPU

Technisch waren die Samsung-Flaggschiffe schon immer ganz vorne mit dabei und auch die Generation 2015 macht hierbei keine Ausnahme. Allerdings gibt es eine kleine Veränderung: Anstelle des Snapdragon 810 von Qualcomm setzt Samsung im Samsung Galaxy S6 edge und Galaxy S6 komplett auf den eigenen Samsung Exynos 7420. Dieser Prozessor ist wie sein Konkurrent von Qualcomm mit insgesamt acht Kernen ausgerüstet, die in jeweils zwei Quad-Core-Clustern für verschiedene Aufgabenbereiche gerüstet sind. Natürlich wird die 64-Bit Hardware-Architektur in vollem Umfang ausgenutzt. Oder anders ausgedrückt: Im populären AnTuTu-Benchmark erreichen die Samsung-Smartphones fast 70.000 Punkte. Das Samsung Galaxy S6 liegt bei 69.927 Punkten und das gebogene Schwestermodell bei 69.376 Punkten.

Die leistungsfähigen Cortex A57 Kerne gehen mit bis zu 2,1 GHz ans Werk und werden vor allem für leistungsintensive Apps wie Spiele, die Navigation oder andere Arten von Apps mit umfangreichen Berechnungen genutzt. Im Leerlauf und bei weniger anspruchsvollen Apps kommen die vier Cortex A53 Kerne mit maximal 1,5 GHz zum Einsatz. Durch die Heterogeneous Multi Processing (HMG) Technologie bietet der Prozessor eine ausgewogene Mischung aus Leistung und hoher Energie-Effizienz. Das Ergebnis ist ein jederzeit flott reagierendes Smartphone, was man so von Samsung fast nicht kannte. Egal ob man eine Taste drückt oder auf den Touchscreen tippt, beide Galaxy S6 Modelle reagieren augenblicklich und ohne wahrnehmbare Verzögerungen. Selbst der Wechsel zum Homescreen geschieht unmittelbar und vermittelt erstmals das Gefühl, dass hier wirklich alles zackig und der Premium-Klasse entsprechend abläuft. Jedoch ist die Wärme-Entwicklung gerade unter Last deutlich zu fühlen, was ein etwas unbehagliches Gefühl hinterlässt.

Als Grafikchip kommt ein ARM Mali T760 MP8 zum Einsatz, was acht Grafikkerne bedeutet. Deren Leistung liegt zwar leicht unterhalb der einer Adreno 430 von Qualcomm, aber wirklich in Schwierigkeiten bei der Leistung kommt die GPU keinesfalls. Wirklich jedes Spiel lässt sich trotz der hohen Auflösung des Displays flüssig spielen, was selbst GTA San Andreas bei vollen Grafikdetails kaum merklich ins Stottern bringt. Zwar treten diverse Grafikfehler auf, aber die sind eher auf eine nicht optimale Anpassung denn auf eine mangelnde Leistung zurückzuführen.

 

Akku

Leider kann der Akku bei beiden Modellen nicht so ganz mithalten mit dem bis hierher hervorragenden Eindruck. Mit 2.550 mAh im Samsung Galaxy S6 und 2.600 mAh im Samsung Galaxy S6 edge ist dieser sogar kleiner als der Akku des Vorgängers und zudem fest verbaut. Einen Arbeitstag mit Telefonieren, Surfen, Chatten und einem kleinen Spielchen zwischendurch lässt das Smartphone spürbar an seine Ausdauergrenze kommen. Zwar wollen etliche Samsung-Kunden aus Prinzip einen wechselbaren Akku haben, aber reell betrachtet gibt es kaum wirklich Situationen, wo ein solcher Akku einem das Leben ungemein erleichtert.

Bei aktiver Nutzung des Displays ist nach wenigen Stunden schon Feierabend, genauer gesagt nach fast 5 Stunden. Nutzt man das Smartphone weniger intensiv, dann ist zumindest bis zum Abend und ein wenig darüber hinaus genügend Energie vorhanden. Tägliches Aufladen ist bei diesen beiden Android Smartphones Pflicht.

Allerdings hat Samsung eine Schnelllade-Technik eingebaut, womit sich der Akku innerhalb weniger Minuten deutlich aufladen lässt. Innerhalb von gut 2 Stunden ist der Akku komplett voll und lässt sich alternativ auch per Wireless Qi ohne Kabel aufladen. Das dauert zwar technisch bedingt sichtlich länger, ist aber dank nicht nötigen Nachrüstset ziemlich bequem. Dennoch kann die Schnellade-Funktion – so effektiv sie auch ist – nicht über den zu kleinen Akku hinweg täuschen. Samsung hätte lieber ein dickeres Gehäuse und einen deutlich größeren Akku nutzen sollen.

 

Konnektivität

Richtig gut und wie zu erwarten sieht es bei den Möglichkeiten zur Kommunikation mit der Außenwelt aus. Alles was man an Verbindungsmöglichkeiten sich in einem Smartphone vorstellen kann, besitzen sowohl das Samsung Galaxy S6 als auch das Galaxy S6 edge. Das WLAN-Modul funkt im richtig schnellen 802.11ac Standard, der Bluetooth-Chip unterstützt den Standard 4.1, das GPS-Modul beherrscht das russische Gegenstück GLONASS sowie das chinesische BeiDou und das LTE-Modem unterstützt LTE Cat6 mit bis zu 300 Mbit/Sekunde im Download. Selbst ein Infrarot-Port ist wieder auf der Stirnseite verbaut, womit sich das Smartphone als Universal-Fernbedienung eignet. Eine entsprechende App ist bereits vorinstalliert. Über den MicroUSB Anschluss lassen sich wie gewohnt auch USB-Speichermedien oder –Eingabegeräte wie Maus, Tastatur und Gamepad nutzen.

Bei der Gesprächsqualität setzen beide Samsung Galaxy S6 Modelle ebenfalls auf Premium-Qualität. So ist die Lautstärke bei Gesprächen erfreulich hoch, ohne unangenehm zu werden. Nur in den Höhen gibt sich Samsung eine Blöße. Auch am anderen Ende der Leitung ist man gut zu verstehen, sodass das Telefonieren mit dem aktuellen Samsung-Flaggschiff eine echte Freude ist. Was zudem erstaunt: Der Lautsprecher für die Freisprechfunktion ist angenehm klar und nicht blechern, was nicht selbstverständlich ist für ein Smartphone.

 

Kamera

Schon immer gehörten die Modelle der Galaxy-S-Familie zu den Geräten mit guter Kamera, was dieses Jahr nicht anders ist. Gegenüber der Kamera des Samsung Galaxy S5 gibt es gleich mehrere Upgrades, welche das Samsung Galaxy S6 Duo an die Spitze katapultieren: 16 Megapixel Auflösung und ein optischer Bildstabilisator. Allerdings kommt nicht mehr der ISOCELL-Sensor aus eigener Entwicklung zum Einsatz, sondern ein Sony IMX240. Dieser sorgte schon im Samsung Galaxy Note 4 für ordentliche Ergebnisse, sodass die Erwartungen an die Bildqualität entsprechend groß sind.

Der Optische Bildstabilisator macht nicht nur schärfere Aufnahmen und ruhigere Videos: Vor allem bei schwachen Lichtverhältnissen werden Fotos sichtlich besser, da die Bewegungsunschärfe deutlich reduziert wird. Zwar ist auch die Kamera des Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge nicht der heilige Gral der mobilen Fotografie, aber die Ergebnisse können sich dennoch sehen lassen. Bildschärfe, Details, Bildrauschen und Farben: In nahezu allen wichtigen Bereichen legt Samsung den aktuellen Standard. Nur zum Rand hin nimmt das Bildrauschen sichtlich zu. Wichtig anzumerken ist, dass die vollen 16 Megapixel Auflösung im Breitbildformat 16:9 genutzt werden. Das Kleinbildformat mit 4:3 ist mit maximalen 12 Megapixeln nutzbar.

Wie gut ein Foto wird, zeigt der Vergleich zwischen einer Sony Smart Shot QX10, einer Canon EOS 600D und dem Samsung Galaxy S5. Zusätzlich haben wir noch ein spezielleres Testfoto in voller Auflösung:

Was Samsung schon mit Fotos richtig gut hinbekommt, ist auch bei Videos zu sagen. Die Bildschärfe ist sehr hoch, Farben wirken natürlich und der optische Bildstabilisator macht seine Arbeit hervorragend. Allerdings steht dieser ebenso wenig wie die gleichzeitige Foto-Aufnahme im UHD-Format mit 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung zur Verfügung. Ebenso wenig sind HDR, Bildeffekte und der Verfolgungs-Autofokus nicht nutzbar. Dasselbe gilt auch für FullHD-Videos mit 60 Frames/Sekunde sowie QHD-Videos mit 2.560 x 1.440 Pixel Auflösung. Was bei allen Videoformaten auffällt, ist die sehr geringe Verzerrung bei Kameraschwenks, die fast gar nicht vorhanden sind.

Aber auch bei der Kamera-App an sich hat Samsung kräftig Hand angelegt und die Oberfläche nicht nur sehr aufgeräumt. Es gibt nur das Nötigste zum Aufnehmen von Fotos und Video und dazu am linken Displayrand Schnellzugriffe auf diverse Funktionen für die Aufnahme: Effektfilter mit Download-Option für teils kostenpflichtige Zusatz-Filter, HDR, Timer, Blitzlicht und der Zugriff auf die Einstellungen der Kamera-App an sich. Wie schon beim Samsung Galaxy S5 weiß vor allem der HDR-Modus zu gefallen, der nochmals schneller auslöst und auf dem Display eine Live-Vorschau des zu erwartenden Fotos darstellt. An Aufnahme-Modi sind lediglich Automatik, Pro, der selektive Fokus zum nachträglichen Veränderung des Fokus und ein Panorama-Modus installiert. Dem gesellen sich noch die kreativer angehauchten Modi Zeitlupe, Zeitraffer und Virtuelle Tour hinzu. Weitere Modi bietet Samsung zum optionalen Download an, wobei der Automatik-Modus in den allermeisten Fällen ein wirklich hervorragendes Ergebnis abliefert. Zu den optionalen Modi gehören unter anderem das Erstellen von animierten GIF-Dateien, Beauty Face mit automatischer Gesichtskorrektur, Dual Kamera zur Aufnahme eines Fotos mit Haupt- und Frontkamera und – entsprechend dem anhaltenden Instagram-Trend – einen Food-Shot-Modus.

Das eigentliche Highlight ist jedoch, wie man die Kamera startet: Einfach die Home-Taste zweimal schnell hintereinander drücken und schon ist in weniger als drei Sekunden die Kamera des Samsung Galaxy S6 einsatzbereit und der erste Schnappschuss sprichwörtlich im Kasten. Das funktioniert selbst aus dem Standby heraus und zeigt, wie sehr sich die Entwickler Gedanken gemacht haben. Übrigens leistet der Automatik-Modus der Kamera bereits hervorragende Arbeit. Wer dennoch mehr herausholen will kann den Pro-Modus nutzen, welcher Einfluss auf diverse Filter gibt, den Makro-Modus, Weißabgleich, ISO-Wert und die Helligkeit. Das Ganze lässt sich zudem in bis zu drei verschiedenen Presets speichern.

 

Multimedia

Wenn schon die Kamera des Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge so hervorragend abschneidet, müssen beide Smartphones ja auch im Multimedia-Bereich glänzen, oder? Kann man so sagen. Auf den von uns getesteten Modellen waren vom 32 GB großen internen Speicher knapp 25 GB frei verfügbar, die mit Apps, Dokumenten, Fotos, Videos und Musik gefüllt werden können. Alternativ gibt es beide Geräte noch mit 64 oder 128 GB internen Speicher, die entsprechend mehr kosten. Eine Erweiterung per MicroSD ist jedoch nicht mehr möglich und das kann man Samsung vor allem bei dem kleineren Modell mit 32 GB Speicher ankreiden. Immerhin verleitet die hervorragende Kamera und auch das Display gerade dazu, viel zu fotografieren und zu filmen.

Übrigens sind die beiden Modelle die ersten Smartphones, in welchen der neue UFS 2.0 Speicher von Samsung zum Einsatz kommt. Bei diesem Speicher konnte Samsung die Leistung im Bereich Lesen und Schreiben von Daten erheblich verbessern – die Rede ist von bis zu Faktor Drei (zum Beitrag) – aber dennoch gleichzeitig den Energieverbrauch gegenüber dem bisher genutzten Speicher um die Hälfte reduzieren.

Musik lässt sich wahlweise über Google Play Music anhören oder über den Samsung eigenen Musikplayer, welche eine kleine optische Runderneuerung erhalten hat. Neben einer übersichtlichen Oberfläche mit dem Cover, den Bedienelementen und der Zeitleiste, zeigt sich der Samsung Player auch mit einem einfachen Equalizer namens SoundAlive in einer einfachen und erweiterten Ansicht von einer sehr guten Seite. Auch wenn der Lautsprecher nicht an die Qualität der HTC BoomSound Lautsprecher heranreicht, so ist der Klang dennoch recht gut. Sicherlich in der Spitze mit zu dominanten Höhen und zu wenig Bass, aber dafür mit einer insgesamt für den Premium-Bereich akzeptablen Lautstärke.

Eine Besonderheit der beiden Samsung Galaxy S6 Modelle ist ein sogenanntes Professional Audio System, welches spezielle Einstellungen zur Verwendung einer mobilen DAW (Digital Audio Workstation) bietet. Samsung stellt damit einen Vorreiter dar, denn schon mit dem Lollipop-Update für das Samsung Galaxy S5 hat Samsung einen eigenen Audio-Treiber implementiert, dessen Audio-Latenz nochmals ein Stück besser ist als die von Google selbst, sodass sich das Samsung Galaxy S6 und andere Top-Geräte von Samsung ernsthaft zur Musikproduktion eignen. Unter anderem lässt sich Audio-Peripherie über den MicroUSB-Port anschließen und nutzen. Damit macht Samsung Apple auch in diesem Bereich Konkurrenz und könnte Android für die Kreativen der Musikbranche interessanter machen.

 

Software

Da Samsung sein aktuelles Flaggschiff-Duo Anfang März vorstellte, kommt Android 5.0.2 Lollipop als Betriebssystem zum Einsatz, welches der südkoreanische Konzern wie gewohnt mit der eigenen TouchWiz-Oberfläche erweitert. Allerdings hat Samsung diese nicht nur deutlich stärker auf das Material Design getrimmt und optisch heller gemacht, sondern auch deutlich schlanker. War schon das Samsung Galaxy Note 4 eine deutliche Verbesserung in der Software-Performance, so stellen das Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge die Krönung dar. Alles flutscht nur so über das Display das es eine helle Freude ist, und die aufgeräumte Oberfläche trägt ihren Teil dazu bei. Die gesamte Oberfläche wirkt durch hellere Farben, einfachere Icons und viel Text aufgeräumter als zuvor.

Apropos Text: Samsung hat sich für das neue TouchWiz zugunsten einer verständlicheren Identifizierung von Funktionen auf Text anstelle von nichtssagenden Icons verständigt. Will heißen, anstelle von den bisher bekannten und zum Teil selbsterklärenden Icons für bestimmte Funktionen gibt es jetzt Text. Je nachdem wie lang dieser ist, scrollt der Text nach kurzer Zeit durch den jeweiligen Button. Lässt die Oberfläche vielleicht etwas aufgeräumter wirken, aber manchmal ist das auch kontraproduktiv, wenn beispielsweise in der Musik-App nach einem Bluetooth-Headset oder Lautsprecher suchen will mit dem Menüpunkt „Zuhören via Bluetooth“.

Auch wenn einige unnütze Funktionen erfreulicherweise herausgestrichen wurden, so findet sich entgegen früherer Aussagen nach wie vor Bloatware auf dem Samsung Galaxy S6 wieder. Zwar lassen sich Pizza.de, MyTaxi oder Bild.de deinstallieren, mit den Apps von Microsoft, Facebook und WhatsApp ist das jedoch nicht möglich. Diese lassen sich bestenfalls deaktivieren und das war es schon. Dennoch scheint gefühlt weniger an Apps vorinstalliert zu sein von Samsung. So fehlen ab Werk etwa S Notes, die OCR-App von Samsung, S Translator, der Kids Mode oder das Story Album, was bei früheren Modellen noch größtenteils fester Bestandteil der Firmware war. Zumindest in diesem Punkt hat Samsung somit Wort gehalten. Dieser Minimalismus zieht sich auch durch die Kontextmenüs diverser Samsung Apps durch wie dem Browser oder den verfügbaren Quick Settings in der Benachrichtigungsleiste.

Aber auch im Homescreen Launcher hat sich etwas getan. So kann man auf dem Samsung Galaxy S6 bzw. Galaxy S6 edge das Raster der Icons und Widgets im Homescreen umstellen von 4×4 auf 4×5 oder 5×5. Merkwürdigerweise lässt sich der App Drawer hingegen nicht anpassen in der Raster-Größe, geschweige denn die Sortierung nach alphabetischer Reihenfolge oder Beliebtheit verändern. Will man wie bei früheren Modellen die Multitasking-Taste gedrückt halten für das Kontextmenü, dann versucht man dies vergebens: Die Zweitbelegung dieser Taste öffnet die Multi-Window-Ansicht.

Neu ist unter anderem der Themes-Manager, womit sich das Aussehen des TouchWiz Homescreen mit Themen-Paketen bestehend aus Icons, Wallpaper, Farben und Hintergründen in verschiedenen Apps mit einem Klick verändern lässt. Der Themes-Store ist mittlerweile sogar recht gut gefüllt und bietet eine stetig wachsende Auswahl an kostenlosen Themen an.

Grundlegend überarbeitet hat Samsung auch die eigenen Apps wie zum Beispiel die Fitness-App S Health. Diese erstrahlt nun in einer ganz neuen Optik und hat so einiges an Funktionen hinzu gelernt. Unter anderem lassen sich neben dem Puls und den Schritten auch diverse Sportaktivitäten tracken, der Blutzucker (über entsprechendes Zubehör) oder auch was man Nahrungsmitteln so zu sich nimmt. Neben einstellbaren Zielen gibt es nun auch einen Reiter mit gezielten Lauf-Programmen, um die Fitness bzw. Ausdauer Stück für Stück aufzubauen.

Neben den bekannten Apps hat Samsung dem Samsung Galaxy S6 und Galaxy S6 edge auch ein paar neue Funktionen spendiert wie den Smart Manager. Im Prinzip handelt es sich dabei um eine Wartungs-App zum Löschen von temporären Daten, zum Freiräumen des RAM und der Überwachung Akku-lastiger Apps. Kennt man bereits in etwas anderer Form von der App Clean Master und deren Entwickler sind es auch, welche sich für den Smart Manager verantwortlich zeigen. Neu ist jedoch, dass Smartphone sich meldet, wenn eine App ungewöhnlich viel Energie verbraucht. Zwar muss man dazu den Smart Manager öffnen und auf das Akku-Symbol drücken, aber dennoch ist das eine sinnvolle Funktion.

Nicht wirklich neu, aber erneuert ist der Fingerabdruck-Sensor in der Home-Taste. Das neue an diesem Sensor ist die Tatsache, dass man seinen Finger nur noch drauf legen muss auf die Taste und diesen nicht mehr drüber ziehen muss wie beim Samsung Galaxy S5 oder Samsung Galaxy Note 4. Damit ist dessen Benutzung endlich richtig sinnvoll, auch wenn er durchaus schneller auf den Fingerabdruck reagieren dürfte. Bei Apple und HUAWEI geht das viel schneller vonstatten. Bis zu vier Finger lassen sich registrieren und zur Sicherung des Samsung Galaxy S6 nutzen, als Anmelde-Möglichkeit für Websites über den Samsung-eigenen Browser, das Samsung Konto und für die Bezahlung via PayPal.

Eine Besonderheit in der Software findet sich nur bei dem Samsung Galaxy S6 edge mit seinem beidseitig gebogenen Display wieder. Zwar sind wieder diverse Panels wie bei dem Samsung Galaxy Note Edge installiert bzw. nachinstallierbar, jedoch ist deren Funktion stark eingeschränkt. Ein Panel zur Mediensteuerung beispielsweise fehlt, sodass das gebogene Display hauptsächlich für das VIP-Panel genutzt wird. Dabei handelt es sich um bis zu 5 Kontakte, die man mit einer beliebigen Farbe versehen kann und diese aufleuchtet, sobald der zugewiesene Kontakt anruft und das Samsung Galaxy S6 edge auf dem Display liegt. Dann leuchtet das Display in der Farbe auf und man sieht direkt, welche Person da gerade anruft. Abgesehen davon gibt es noch Panels für einen Nachrichten-Ticker oder verpasste Anrufe. Wie gesagt: Die wirklich nützlichen Panels des Note Edge gibt es leider nicht.

 

Fazit zum Samsung Galaxy S6 / Galaxy S6 edge

Mit 699 Euro Einstiegspreis ist das Samsung Galaxy S6 erneut nicht gerade günstig – das Samsung Galaxy S6 edge kostet sogar 849 Euro in der kleinsten Variante – aber im Gegensatz zu den Vorgängern handelt es sich um ein echtes Premium-Smartphone. Glasrückseite, Aluminium-Rahmen und eine wirklich flüssige Oberfläche mit sehr flotter Performance machen das Galaxy S6 Geschwister Paar zu den vermutlich besten Android Smartphones des gesamten Jahres. Samsung hat zwar an den richtigen Stellen nachgebessert wie Software und Funktionen, aber dadurch sind andere Dinge weggefallen. Der Speicher lässt sich nicht mehr erweitern und auch wasserdicht sind beide Smartphones nicht mehr. Selbst der Akku ist kleiner und hat dadurch weniger Ausdauer, aber die Schnellade-Funktion und Wireless-Qi-Unterstützung sind dafür zumindest ein kleiner Trost.

Mit seinem auf beiden Seiten gebogenen Display ist das Samsung Galaxy S6 edge das extravagantere Modell der beiden Smartphones, welches durchaus seine Vorzüge hat. Ob es einem allerdings den Aufpreis von 150 Euro wert ist, lässt sich nicht pauschal beantworten, da wir mit der Zeit für die beiden Seitenbildschirme weitere Panels erwarten, die so gegebenenfalls einen weiteren Mehrwert bieten könnten.

Positiv

  • Potente Hardware
  • Schlanke Oberfläche
  • Hervorragende Kamera
  • Premium-Gehäuse
  • Gutes Gesamtpaket
Negativ
  • Kurze Akkulaufzeit
  • Nicht erweiterbarer Speicher
  • Kein Wasserschutz
  • Zu teuer

samsung_galaxy_s6_testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

2 Kommentare

  1. Simone R. schreibt:

    Tolle Fotos! Hat die ein Fotograf gemacht oder sind die von Samsung?
    Vielen Dank für den ausführlichen Test. Ich denke nun ernsthaft darüber nach mir das S6 zu kaufen obwohl es mir doch ein wenig zu teuer ist.

    Liebe Grüße Mone!

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