[Test] Samsung Galaxy S7 edge – Design vs. Usability

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Samsung Galaxy S7 edge

Der südkoreanische Hersteller Samsung hat schon wie im vergangenen Jahr auch diesmal zum MWC zwei Versionen seines Premium Smartphone vorgestellt. Das Samsung Galaxy S7 und das Samsung Galaxy S7 edge. Während wir uns dem „Standard-Modell“ schon gestern in einem ausführlichen Test angenommen haben, soll es nun heute das auch in der Displaygröße gewachsene S7 edge sein, welches durch sein beidseitig gewölbten Display schon rein optisch beeindrucken kann.

Samsung wagte – muss man schon nach dem Desaster bei HTC und seinem minimal im Design veränderten HTC One M9 sagen – rein äußerlich nur wenig an der Optik des Galaxy S7 edge zu verändern. Warum auch nicht? Hatte das südkoreanische Unternehmen doch mit der neuen Form- und Materialsprache bei dem Galaxy S6 edge (zum Test) doch durchweg nur positives Feedback sammeln können. Und das was kritisiert wurde, wie der fehlende Wasser- und Staubschutz nach IP-Zertifizierung, kein MicroSD-Kartenslot und eine weit heraus stehende Hauptkamera, hat man kurzum ausgemerzt.

So sollten wir eigentlich ein Android Smartphone ohne Fehl und Tadel vor uns haben, doch leider hat ausgerechnet das Samsung Galaxy S7 edge – auf welches ich mich aufgrund der „Edge-Displays“ am meisten gefreut habe – bei mir ganz und gar nicht so positiv abgeschnitten.

 

Technische Daten des Samsung Galaxy S7 edge

Technische Daten


Prozessor

Exynos 8890 Octa-Core mit 4x 2,3+1,6 GHz und 64-Bit (Asien und USA Snapdragon 820)
GPU: ARM Mali T880 MP12

Betriebssystem

Android 6.0.1 Marshmallow mit TouchWiz UI

Interner Speicher

32 GB UFS 2.0 Speicher (erweiterbar per MicroSD)

RAM

4 GB LPDDR4

Modellbezeichnung

SM-G935F

Display

5,5 Zoll AMOLED Display mit 2.560 x 1.440 Pixel,  beidseitig nach hinten gebogen

Anschlüsse

MicroUSB Typ-B, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Gyroskop, Annäherung, Licht, Barometer, Puls, HALL und Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

150,9 x 72,6 x 7,7 mm

Gewicht

157 Gramm

Gehäusematerial

Aluminium, Glas

Kamera

12 Megapixel Kamera mit optischem Bildstabilisator und Duo Pixel Fokus, 5 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.2 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/3.600 mAh

Gesprächszeit

bis zu 27 Std. (3G)

Standby-Zeit

n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 799 Euro
Besonderheit Fingerabdruck-Sensor, Wasser- und Staubdicht nach IP68, Wireless fast charging, NFC, ANT+

 

Zubehör

Das Samsung Galaxy S7 edge kommt in einem schwarzen Karton daher, dessen blau schimmernde Aufschrift schon das ganze Highlight ist. Mag ich prinzipiell schon einmal wenn man nicht gleich nach außen protzt! Seitlich durch eine magnetische Lasche geöffnet, befindet sich unter dem eigentlichen Android Smartphone eine kleinere Pappschachtel, welche das Eject-Tool für den SIM-Tray nebst diversen Papier-Dokumenten enthält. Neben einer Kurzanleitung sind auch die Informationen rund um die Garantie darin enthalten, sowie die Hinweise auf die einfach zu umgehende Regionalsperre (zum Beitrag).
Darunter wiederum befinden sich das Netzteil mit adaptiver Schnelllade-Funktion (baugleich zum Qualcomm Quick Charge 2.0), ein MicroUSB-Kabel, ein Kabel-Headset und einen OTG-tauglicher (on the go) MicroUSB-Adapter zum überspielen der Daten des alten Smartphones.

Design und Verarbeitung

Oh verdammt, hier kommen wir schon zu dem Punkt der mir gleich das Herz zerreißt. Das Design des Samsung Galaxy S7 edge. Und ich betone „Edge“. Wer einige meiner Beiträge gelesen hat, weiß das ich total auf Design bei einem Smartphone abfahre. Randloses Display? Hier – ich! Und das Samsung Galaxy S7 edge hat wohl aktuell das Randloseste Display ever. Das Smartphone sieht einfach mit dem geschwungenen Metallrahmen und dem vorne wie hinten, als auch rechts wie links gewölbten Glas perfekt aus. Samsung bezeichnet den Herstellungsprozess 3D Thermoforming, bei welchem das Glas zunächst erhitzt und dann erst in Form gebracht wird, dass es sich perfekt in die geschwungene Linie des Gerätes einfügt
Auch an der Verarbeitung gibt es nichts zu meckern, keine Spaltmaße, kein nachgeben der Materialien und auch nicht gewünschte Geräusche wird man bei dem S7 edge Vergebens suchen.

Doch irgendwas muss doch jetzt sein, oder? Leider ja. Die Glasrückseite ist dermaßen empfänglich für Fingerabdrücke, dass es schon nicht mehr feierlich ist. Keine Ahnung ob es mir bei dem Galaxy S7 edge besonders auffällt, ob es an der Farbe Black Onyx liegt oder ich einfach nur an Mysophobie leide. Aber für mich ist das ein knallhartes nogo! Völlig unabhängig davon, das Glas nicht gerade dein bester Freund in Sachen Stürze ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Smartphone ungewöhnlich schlecht ausbalanciert ist. Gegenüber dem Samsung Galaxy S7, bilde ich mir ein bei der Edge-Version eine leichte Kopflastigkeit zu verspüren. Zumindest ist es mir einige Male beim tippen auf der Softwaretastatur, oben über aus der Hand gefallen.
Halten wir also fest, zwei negative Kritikpunkte: Kopflastig und ewig währende Schlieren auf der Rückseite.

Sehr löblich hingegen ist, dass die Hauptkamera entgegen der früheren Modelle nicht mehr soweit hervor steht. Tatsächlich ist es kein halber Millimeter (0,46 mm), sodass der Kamera-Buckel der Vergangenheit angehört. Dennoch liegt es rückseitig auf dem Fenster der Kameralinse. Auf der Vorderseite hingegen ist es der Homebutton, auf dem das Smartphone aufliegt, was man bei den Makro-Aufnahmen auch schon anhand von Kratzern sehen kann.

Der Übergang vom Glas zum Aluminiumrahmen, welcher im Vergleich zum Vorgänger nun etwas dunkler und auch weniger glatt ist, fühlt sich nahezu fließend an. Verglichen zum Galaxy S6 edge Plus – welches wir als geistigen Vorgänger des Galaxy S7 edge sehen können – ist die Gesamtgröße kompakter geworden, trotz identisch gebliebenem 5,5 Zoll großem AMOLED Display.

Was jedoch sofort auffällt ist die physische Home-Taste, die in der schwarzen Version kaum zu erkennen ist und sich so in das Gesamtbild gut einfügt. Im Vergleich zum Galaxy S6 edge+ ist sie nun eckiger, wird aber auch weiterhin links von der kapazitiven Multitasking-Taste und rechts von der Zurück-Taste flankiert.

Wie im kleineren Galaxy S7 besitzen die Tasten eine Zweit-Belegung, wenn man sie gedrückt hält. Bei der Zurück-Taste erscheint je nach App das Kontextmenü, die Home-Taste aktiviert Google Now on Tap und mit der Multitasking-Taste wird die Multi-Window-Ansicht gestartet. Im Fall der Home-Taste wird durch zweimaliges schnelles Drücken hintereinander die Kamera geöffnet. Das funktioniert selbst aus dem Standby heraus, was schon bei der Galaxy-S6-Generation zu begeistern wusste. Zumal wirklich schnelle Schnappschüsse damit möglich sind.

Auf der rechten Seite des Smartphone-Rahmens befindet sich die Power-Taste zum ein- sowie ausschalten. Etwas nach oben versetzt sitzen auf der gegenüberliegenden Seite des Rahmens die beiden Lautstärke-Tasten.
Dabei sitzt die Power-Taste spürbar fester im Rahmen, während die Lautstärke-Tasten einen kleinen Spielraum haben.

Oberhalb des Display-Panels sitzt wie üblich der Telefon-Lautsprecher hinter einem kleinen Metallgitter. Links davon finden wir die beiden Sensoren für Annäherung sowie Helligkeit und rechts die 5 Megapixel Frontkamera.

Apropos Lautsprecher: Dieser ist auch im Samsung Galaxy S7 edge wieder auf der rechten Unterseite des Rahmens verbaut. Direkt daneben ist eines der Mikrofone und daneben wiederum die MicroUSB-Buchse. Und richtig – ein weiterer Kritikpunkt! Samsung hatte es schon im vergangenen Jahr versäumt einen USB-Typ C zu verbauen, was man seinerzeit mit der Zeitnot entschuldigte. Warum es nun dieses Jahr nicht zu dem praktischen und deutlich schnelleren USB-Port der Klasse C gelangt hat, erkläre ich ein wenig später in diesem Testbeitrag.
Links von dem USB-Port gibt es den Kopfhöreranschluss im Form einer standardisierten 3,5 mm Audio-Klinken-Buchse.
Auf der Stirnseite befindet sich der SIM-Karten-Tray, wo sich neben der eigentlichen Nano-SIM-Karte auch eine MicroSD-Speicherkarte (max. 200 GB) unterbringen lässt.

Ein großer Unterschied zu den beiden Edge-Vorgängern ist das nach den IP68-Spezifikationen wasserdichte Gehäuse was bedeutet, dass man das Smartphone bis zu 30 Minuten lang in 1,5 Meter Wassertiefe benutzen kann. Im Gegensatz zu IP67 dauerhaft und nicht nur zeitweise. Allerdings wie immer nur im Süßwasser und keinen Champagner, wie in den jüngsten Werbevideos mit Lil Wayne und Wesley Snipes (zum Beitrag) demonstriert wird. Anzumerken ist hierbei, dass Samsung das Gehäuse von innen heraus abgedichtet hat. Das ist auch mit der Grund, warum es keine Schutzklappe gibt, die den MicroUSB-Anschluss abdichtet, wie es noch bei dem Samsung Galaxy S5 der Fall war.

So lässt sich abschließend festhalten, dass Samsung mit dem Samsung Galaxy S7 edge den im letzten Jahr eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzt und die Mängel im Detail ausgemerzt hat. Manche Power-User werden erneut den fest eingebauten Akku bemängeln, an welchem Samsung mit der aktuellen Flaggschiff-Generation festhält. Für mich aber in der Tat kein Kritikpunkt, da ich von jeher noch nie einen Akku manuelle gewechselt habe. Auch wenn es bautechnisch möglich war. Und die Zeiten von Akku ziehen um einen Restart zu initiieren sind dann auch so langsam vorbei.

Display

Samsung ist fast der einzige größere Hersteller am Markt, welcher OLED-Displays im großen Stil in seinen Smartphones verbaut. Das Samsung Galaxy S7 edge kommt daher wenig verwunderlich mit der neusten Generation der AMOLED-Technologie daher, die sich auf ein 5,5 Zoll Display verteilen und mit 2.560 x 1.440 Pixel (534 ppi) eine sehr scharfe Auflösung bieten.

Technisch bedingt sind bei einem AMOLED-Panel die Schwarzwerte perfekt und der Kontrast sehr hoch. Auch das Samsung Galaxy S7 edge macht da keine Ausnahme und doch ist etwas anders. War die AMOLED-Technik von Samsung bisher von vielen wegen ihrer zumeist sehr kräftigen Farben nicht sonderlich beliebt, so hat das Unternehmen in diesem Punkt nachgebessert. Subjektiv sind Farben natürlicher und wer damit nicht zufrieden ist, kann immerhin zwischen vier verschiedenen Farbprofilen wechseln.

Aufgrund der technischen Eigenschaften eines AMOLED-Displays, besitzt das Samsung Galaxy S7 edge wie sein kleines Schwestermodell zum ersten Mal die Funktion namens „Always On“. Das heißt, dass im Standby neben der Uhrzeit und dem Datum auch die Anzahl verschiedener Benachrichtigungen eingeblendet werden. Laut Samsung wird dabei nicht mehr als 1 Prozent vom Akku pro Stunde verbraucht. Damit sich die weiße Schrift nicht unnötig in das Panel einbrennt, wechselt die Anzeige wie bei früheren Bildschirmschonern immer wieder die Position auf dem Panel.

Edge Panel

Eine Besonderheit des Samsung Galaxy S7 edge ist dessen namengebende Edge-Display. Darauf können auf Wunsch diverse Benachrichtigungen per Wischgeste im Standby eingeblendet werden. Auch die Schrittanzeige ist möglich, womit sich dann aber auch die Standby-Funktionalität gegenüber dem Galaxy S6 edge begrenzt. Im Gebrauch spielt aber das seitliche Panel durchaus seine Stärken aus und dienst so als Schnellstarter für Apps oder auch zum anrufen bevorzugter Kontakte. Samsung bietet in seinem hauseigenen Galaxy Store bereits schon einige Panels an, deren Einsatz jedem selbst überlassen ist.

Interessant in diesem Zusammenhang wäre noch zu nennen, dass erst vor kurzem ein die Information bekannt wurde, das Samsung seine SDK für das seitliche Edge-Display freigegeben hat. Daraus konnte man entnehmen, das in Kürze sogar eine beidseitige Nutzung möglich sein soll. Inwieweit das in der Tat zeitnah umgesetzt wird ist fraglich, nur das beide „Edges“ aktiv sind, ist unbestritten. Denn jetzt kommen wir zu dem tatsächlichen K.O. Kriterium, warum ich mich schweren Herzens gegen den Kauf eines Galaxy S7 entscheiden würde, auch wenn es noch so toll aussieht.

Es ist leider immer wieder vorgekommen, ganz dominant und störend beim fotografieren, das ich „aus Versehen“ das Smartphone an dem aktiven Edge-Bereich gehalten oder auch nur berührt habe. Das führte beispielsweise beim eben angedeuteten fotografieren, zu einem Versagen des Auslösebutton, da der Finger ja schon wo andern auf dem Display war. So muss das Smartphone also schon auf künstlerische Art und Weise festgehalten werden, um das „freie“ fotografieren zu ermöglichen. Dieses „aus Versehen“ berühren des aktiven Display führt sich wie ein roter Faden durch den alltäglichen Gebrauch des Galaxy S7 edge. Schade – weil echt sexy!

CPU und GPU

Nachdem Samsung zuletzt auf Prozessoren aus eigener Fertigung setzte, kommt bei dem Samsung Galaxy S7 edge wieder eine Zwei-Lieferanten-Strategie zum Einsatz. Das europäische Modell kommt mit einem Samsung Exynos 8890, welcher über insgesamt acht Kerne verfügt. Vier davon sind normale ARM Cortex A53 Kerne mit bis zu 1,6 GHz für wenig rechenintensive Aufgaben und dem Standby-Betrieb. Die anderen vier M1 bezeichneten Kerne gehen mit maximal 2,3 GHz zu Werke. Insgesamt ergibt das sehr stattliche 128.181 Punkte im AnTuTu v6 Benchmark.

Spannend wird es, wenn man sich die einzelnen Kerne des Exynos 8890 im Samsung Galaxy S7 edge genauer anschaut. Unter anderem feiert die Eigenentwicklung namens Mongoose ihre Premiere – M1 ist ganz simpel die Abkürzung für die erste Generation der Mongoose-Kerne – laufen diese vier M1-Kerne jeweils als Zweiergespann. Das bedeutet, dass immer zwei Kerne mit einem Minimal-Takt von 768 MHz arbeiten und bei hoher Last auch mal auf bis zu 2,6 GHz hochtakten. Die anderen beiden M1-Kerne werden bei Bedarf auch vollständig deaktiviert.
Ähnlich verhält es sich mit den vier Cortex A53 Kernen, wobei diese konstant zwischen 442 MHz und 1,586 GHz und damit den Referenz-Taktraten von ARM arbeiten.

Zusammen mit den 4 GB LPDDR4 Arbeitsspeicher ist das Samsung Galaxy S7 edge im Alltag jederzeit flüssig in der Bedienung und kommt auch nicht ins Stottern. Selbst Webseiten im Google Chrome Browser werden flüssig gerendert, was keine Selbstverständlichkeit ist, gilt der Browser doch als einigermaßen Ressourcen hungrig.

Beeindruckend ist auch die Grafikeinheit mit der Bezeichnung ARM Mali T880. Diese taktet mit bis zu 645 MHz und kommt im zweitstärksten Ausbau von ARM zum Einsatz: Ganze 12 GPU-Kerne sitzen auf dem Exynos 8890, womit auch die grafisch anspruchsvollsten Spiele ohne Probleme genutzt werden können. Egal ob GTA San Andreas, Dead Trigger 2, Asphalt 8 Airborne oder was auch immer: Das Samsung-Smartphone packt die Darstellung ohne Probleme.

Dennoch wird das Samsung Galaxy S7 edge nicht einmal sonderlich warm bei derartiger Beanspruchung: Eine Heatpipe-Konstruktion führt die Abwärme sehr effektiv und schnell vom Prozessor weg, was man auch fühlt.

Akku

Eine der größten Schwachstellen der Generation Galaxy S6 waren deren kleine Akkus. Da das Samsung Galaxy S7 edge im Vergleich zum Galaxy S7 größer ist, passt auch ein mit 3.600 mAh deutlich größerer Akku in das Gehäuse. Je nachdem wie intensiv man das Smartphone nutzt, liegt die Ausdauer bei bis zu zwei Tagen. Im Schnitt kann man das Android Smartphone bei mittlerer Display-Helligkeit, fast bis zu 8 Stunden am Stück aktiv nutzen. Wer häufiger surft, chattet oder Spiele zockt, muss logischerweise früher mit seinem Samsung Galaxy S7 edge an eine Steckdose.

Ist aber mit dem Adaptive Fast Charging Netzteil nicht wirklich ein Problem, da dieser Vorgang erfreulich schnell erledigt ist. Innerhalb von gut 100 Minuten ist der Akku wieder voll aufgeladen. Neu ist allerdings, dass auch die drahtlose Auflade-Technologie Wireless Qi nun Fast Charging unterstützt.

Das Samsung kein Quick Charge 3.0 implementiert hat mehrere Gründe: Zum einen sind die Unterschiede zu Quick Charge 2.0 nur minimal und zum anderen ist technisch gesehen nur das Modell mit dem Snapdragon 820 und 617, Quick Charge 3.0 kompatibel.

Konnektivität

Im Bezug der Kommunikationstechnischen Aspekte zeigt sich Samsung von seiner besten Seite. Egal ob das noch nicht einmal von den Netzen unterstützte LTE Cat9 mit theoretisch bis zu 600 Mbit/Sekunde im Download, das Gigabit-WLAN nach dem Standard 802.11ac, Bluetooth 4.2 oder NFC: Das Samsung Galaxy S7 edge hat analog zum kleineren Zwilling ohne Edge-Display alles was man sich derzeit technisch vorstellen kann, inklusive dem Herzfrequenzsensor auf der Rückseite, unterhalb des LED-Blitzlicht.

Dennoch hat der südkoreanische Hersteller bei dem Galaxy S7 auf 2 Dinge verzichtet: Dem Infrarot-Blaster und der bereits genannte USB Typ-C Anschluss. Während ersteren nur wenige vermissen werden (weil wer hat das schon wirklich genutzt?), ist der Verzicht auf einen USB Typ-C Port schon um einiges ärgerlicher. Immerhin gehört diesem Anschluss die Zukunft. Samsung argumentiert in einem Interview mit Barbara Gehl gegenüber Android TV, dass für diese Entscheidung die Samsung Gear VR-Brille haftbar zu machen ist.
Um nicht die Kompatibilität zur ersten Consumer-Version für 99 Euro zu gefährden, hat man sich für den normalen MicroUSB-Anschluss entschieden. In wie weit es sich hier nun um eine „billige Ausrede“ handelt, überlasse ich jetzt einmal jedem selbst und will das auch nicht weiter kommentieren. Dennoch in der Summe der Dinge, ein Umstand der zu einem negativen Kritikpunkt führt. Wenngleich dieser Punkt allein, sicherlich zu verschmerzen wäre, zumal viele Hersteller trotzt USB-Typ-C nur den langsamen 2.0 Übertragungsstandard unterstützen.

In Sachen Telefonie ist das Samsung Galaxy S7 edge wie schon immer, insgesamt betrachtet hervorragend. Gespräche sind klar und deutlich und auch die Mikrofone leisten gute Arbeit bei der Geräuschfilterung.

Kamera

Seit Jahren hört man in schöner Regelmäßigkeit, dass ein hoch auflösender Kamera-Sensor noch lange keine guten Fotos macht. Auch die verwendete Technik sowie die Software spielen eine große Rolle und genau da setzt das Samsung Galaxy S7 edge mit seinen Duo Pixel, den größeren Pixeln selbst und der größeren Blende an.

Auf den ersten Blick hört sich der Wechsel von 16 auf 12 Megapixel nach einem Rückschritt an, aber durch die besagten größeren Pixel sowie der größeren Blende mit nun f/1.7 nimmt der Sensor erheblich mehr Licht auf. Letztlich führt das zu einer insgesamt gesteigerten Bildqualität.

Bei entsprechenden Lichtverhältnissen ist das deutlich zu sehen. Fotos des Samsung Galaxy S7 edge sind nochmals einen Ticken detailreicher im Vergleich zum Galaxy S6 edge nebst dessen Plus-Varainte, das Motiv sehr schnell fokussiert sowie aufgenommen und auch die Bildschärfe mit Belichtung sind sehr ausgewogen. Die technischen Neuerungen in Bezug auf Pixelgröße und Blende kommt aber vor allem bei niedrigem Licht zur vollen Geltung. Das Bildrauschen ist deutlich reduziert verglichen mit anderen Top-Smartphones – von der schnellen Aufnahme abgesehen sowieso.

Zur Abwechselung habe ich euch hier einmal nicht unseren Testbildvergleich offeriert (den könnt ihr gerne im Galaxy S7 Test einsehen), sondern ein paar Momentaufnahmen von einem Besuch des Berliner Alexanderplatz:

Auch wenn die Bildqualität insgesamt für ein Smartphone hervorragend ausfällt, hat das Samsung Galaxy S7 edge bei künstlichem Licht hin und wieder leichte Probleme mit dem Autofokus und der Bildschärfe. Die vollen 12 Megapixel stehen im Gegensatz zu den Top-Modellen des letzten Jahres nur im 4:3 Kleinbildformat zur Verfügung. Will man Fotos im 16:9 Breitbildformat aufnehmen, darf man sich mit maximal 9,1 Megapixel begnügen.

Videos werden wie erwartet mit bis zu 3.840 x 2.160 Pixel bei 30 Frames pro Sekunde aufgenommen. Zusätzlich beherrscht das Samsung Galaxy S7 edge Videos in QuadHD mit 2.560 x 1.440 Pixel, FullHD mit 60 Frames pro Sekunde und weitere Standardgrößen. Qualitätsmäßig gibt es nichts großartig zu beanstanden: Das Scharfstellen ist erfreulich flott, der optische Bildstabilisator hält das Bild ruhig, Farben kommen natürlich rüber, der Ton stimmt und auch schnellere Schwenks bei der Aufnahme führen zu vergleichsweise gering ausgeprägten Verzerrungen.

Die Kamera-App hat sich im Vergleich zu den Vorgänger-Modellen kaum verändert. Nach wie vor gibt es viele brauchbare Kamera-Modi, der Automatik-Modus ist in den meisten Situationen ausreichend und wer mehr aus der Kamera des Samsung Galaxy S7 edge herausholen will, kann auf einen umfangreichen Profi-Modus zurückgreifen. Selbst Fotos im RAW-Format nimmt die Software auf. Allerdings muss diese Option erst manuell aktiviert werden, wenn man den Profi-Modus ausgewählt hat. Weitere Kamera-Modi kann man sich nachträglich herunterladen, falls jemand animierte GIF-Bildchen, Dual-Kamera-Fotos oder spezielle Bewegtbilder aufnehmen will.

Mit dem richtigen Händchen und auch dem Wissen, gelingen mit dem neuen Samsung-Flaggschiff Fotos, die ohne Zweifel derzeit das Beste in einem Smartphone darstellen und das mit Abstand. Samsung hat mit dem Samsung Galaxy S7 edge erneut eine hervorragende Kamera nochmals verbessern können. Lediglich der oben genannte Umstand des Edge-Displays – was aber nicht an der Qualität der Kamera beeinträchtigt – wäre zu bemängeln. Obwohl – eine Sache hätte ich noch, wo ich mir aber nicht sicher bin ob ich nur die Einstellung noch nicht gefunden habe. Denn etwas genervt hat mich die Tatsache, dass wenn ich den Finger etwas zu lang auf dem Auslösebutton hatte, das hier gleich ein paar Serienfotos geschossen wurden. Aber wie gesagt, eventuell kann man das auch noch ausschalten.

Multimedia

Letztes Jahr verärgerte Samsung einige seiner Fans, indem man kurzerhand den MicroSD-Speicherkarten Slot im Galaxy S6 strich. Dieses Jahr feiert er im Samsung Galaxy S7 und Samsung Galaxy S7 edge seine Rückkehr, weswegen es auch nur noch eine Größe für den internen Speicher gibt: 32 GB in deutschen Gefilden. Davon stehen dem Nutzer nach einem Werksreset gute 24 GB zur freien Verfügung.

Wem das nicht reicht, der kann auch eine MicroSD nutzen. Maximal 200 GB darf diese groß sein – mehr ist aber auch derzeit nicht bezahlbar, wenn man sich die 512 GB MicroSD-Karte und deren Preis von über 1.000 Euro vor Augen hält.

Wie schon dessen Vorgänger sitzt auch im Samsung Galaxy S7 edge der Mono-Lautsprecher auf der Unterseite des Aluminium-Rahmens. Nachteil der Konstruktion: hält man das Android Smartphone im Querformat und schaut einen YouTube-Film, könnte man den Lautsprecher verdecken.
Abgesehen davon ist der Lautsprecher des Samsung Galaxy S7 edge unerwartet gut gelungen. Zwar könnte er etwas lauter sein, aber selbst bei maximaler Lautstärke klingt er nicht verzerrt oder blechern.

Interessant ist an dieser Stelle, dass zur Wiedergabe von Musik oder Filmen standardmäßig die Google-Apps zum Einsatz kommen. Die Samsung-eigenen Apps für Musik und Videos müssen erst manuell aus dem Galaxy Store heruntergeladen werden. Ein spannender und begrüßenswerter Zug, auch wenn man darauf erst mal kommen muss als Anwender.

Hat man sich für die Samsung-eigenen Apps entschieden, erwartet einen die bekannte Oberfläche der App selbst mit den bekannten Funktionen. Sortieren nach diversen Kriterien (unter anderem Künstler, Titel, Alben, Genre, etc.), Wiedergabelisten und einen 7-Band-Equalizer mit weiteren Funktionen.

Leider steht der Adapt Sound genannte Assistent zum perfekten Einrichten der Audioqualität nur im Samsung-eigenen Musikplayer zur Verfügung. Bei diesem wird über diverse Hörproben der Ton optimal eingestellt – wobei dieser nur bei Kabel-gebundenen Headsets funktioniert. Die passenden Kopfhörer mit einem wirklich hervorragenden Klang liegen dem Samsung Galaxy S7 edge bereits im Karton bei. Sicherlich nur ein Zufall, das diese ein wenig an die Earpods von Apple erinnern.

 

Software

Ab Werk kommt das Samsung Galaxy S7 edge wie sein kleineres Schwestermodell mit vorinstalliertem Android 6.0.1 Marshmallow zum Kunden und ist damit auf dem aktuellsten Stand. Bleibt nur abzuwarten wie schnell neue Updates mit den Sicherheitspatches von Google verteilt werden.

Was Samsung-Fans auffällt ist die farblich überarbeitete Hersteller-Oberfläche namens TouchWiz. Anstelle von einer Art Türkis oder Blau der Vorgänger-Modelle kommt nun vornehmlich Weiß zum Einsatz. Insgesamt wirkt die Oberfläche nun durchgängiger und konsistenter. Manchmal orientiert sich Samsung auch stärker am Material Design von Google wie den flachen und einfachen Icons.

Wem die Standard-Optik von TouchWiz nicht passt, kann über den Themes Store neue Themen-Pakete herunterladen. Im Gegensatz zu manch anderen Konkurrenten lassen sich einzelne Elemente von Themen jedoch nicht miteinander verknüpfen. Man ist quasi auf ein Themen-Paket bestehend aus Farben, Hintergründen und Icons beschränkt. Immerhin sind nicht alle Themen kostenpflichtig wie eines der vermutlich meist genutzten Themen: Android 6.0 welches wie der Name schon sagt, die Optik des puren Android 6.0 Marshmallow bereithält.

Erfreulich ist zudem wie bereits erwähnt, dass einige der bisher vorinstallierten Samsung-Apps nicht mehr zum Lieferumfang gehören, sondern erst nachträglich installiert werden müssen. Man könnte fast meinen, dass an deren Stelle die Microsoft-Apps Word, Excel, PowerPoint, OneNote, OneDrive und Skype getreten sind. Bloatware-Gegnern wird missfallen, dass sie sich auch nicht einfach so deinstallieren lassen und zudem auch noch aufdringlich ständig ins Benachrichtigungsfenster drängen, um auf sich aufmerksam zu machen.

Aber auch Kleinigkeiten wie das Bearbeiten der Quick Settings, der Wechsel der Audioausgabe über ein Drop-Down-Menü direkt aus der Benachrichtigungsleiste oder die Doppelt-Belegung der kapazitiven Tasten sind es, wodurch TouchWiz einen gewissen Mehrwert bekommt. Oder die Gesten zum Auslösen von Screenshots, zum direkten Anrufen eines Kontaktes wenn man das Samsung Galaxy S7 edge bei einem geöffneten Kontakt zum Ohr führt oder der Schnellstart der Kamera wenn man die Home-Taste zweimal schnell hintereinander drückt.

Natürlich können auch Besitzer des Samsung Galaxy S7 edge mit den Galaxy Labs neue Funktionen testen. Das die zwei Funktionen mit allen Apps auf dem Homescreen und der entfernte App Drawer oder die Home-Taste gedrückt halten für Sprachkommando zum Anrufen von Kontakten dabei sind, überrascht nicht. Anscheinend will Samsung hier immer mal wieder neue Funktionen testen lassen.

Eine der groß vorgestellten neuen Funktionen ist das Always-On-Display. Hierbei werden dauerhaft die wichtigsten Informationen wie Uhrzeit, Datum und etwaige Anzahl neuer Benachrichtigungen angezeigt, wobei das AMOLED-Display hier seine Stärken ausspielen kann.

Blöd ist nur, dass bei den Benachrichtigungen keine Drittentwickler-Apps wie WhatsApp, Hangouts und dergleichen unterstützt werden. Lediglich die Anzahl der Mails, Kalendertermine und verpasste Anrufe über die Samsung-eigenen Apps werden berücksichtigt, womit die Funktion an sich von wenig praktischer Natur ist. Auch der Kalender ist nur bedingt hilfreich.

Nicht so zuverlässig wie erhofft funktioniert der Fingerabdruck-Sensor in der Home-Taste. Mitunter hat man das Gefühl, dass dieser nicht sofort reagiert oder den Fingerabdruck nur in einer bestimmten Position des Fingers erkennt. Zumal dieser nicht im Standby reagiert, was man allerdings auch als Sicherheitsvorkehrung gegen unbeabsichtigtes Einschalten des Samsung Galaxy S7 edge verstehen kann. Schließlich wird man das Smartphone häufiger mal mit dem Sensor in der Hand aus der Hosentasche herausholen und da wäre eine solche Funktion eher hinderlich. Von daher bleibt es bei Home-Taste drücken, registrierten Finger drauf liegen lassen und nach nicht mal einer Sekunde ist das Samsung Galaxy S7 edge entsperrt.

Man kann mit seinem Fingerabdruck auf Wunsch das Samsung-Konto absichern, in der PayPal-App Zahlungsvorgänge autorisieren und sich per Fingerabdruck auf Webseiten anmelden.

Für Spieler wiederum ist nicht nur die erheblich bessere Grafikleistung des Exynos 8890 von Vorteil, sondern auch die Unterstützung der Vulkan-API. Dabei handelt es sich um ein Nachfolge-Projekt von OpenGL. Das Samsung Galaxy S7 kann zudem mit einem neuen Spiele-Modus aufwarten, bei welchem sich die Leistung und damit der Akkuverbrauch beeinflussen lässt. Zum Beispiel kann man Spiele künstlich auf maximal 30 Frames pro Sekunde drosseln, die tatsächliche Auflösung herabsetzen.
Man kann nun sogar direkt im Spiel ein spezielles Gamer-Menü aufrufen, wo man Spiele minimiert im Speicher halten kann oder Screenshots und komplette Videos inklusive Audio aufnehmen kann.

Aktiviert man die Game Tools, sucht die App automatisch alle Spiele und fasst sie in einem Ordner zusammen. Von dort aus hat man jederzeit Zugriff auf diese, kann online nach neuen Spielen suchen, thematisch passende Videos zu den Spielen selbst oder auch Let’s Plays bei YouTube.

Fazit zum Samsung Galaxy S7 edge

Selten ist mir ein Fazit samt Bewertung so schwer gefallen wie bei dem Samsung Galaxy S7 edge. Das Smartphone ist von der Verarbeitung und vor allem vom Design her eine wahre Augenweide. Und ihr wisst wie mich ein tolles Design fesselt. Ein Randloses Design und ich fange an zu sappern.
Doch leider – wirklich leider – sind das unbewusste auslösen der Edge-Panels und damit unterbrechen eines aktuellen Arbeitsablaufes, der fehlende USB Typ-C Port, die Kopflastigkeit des Smartphones und last but not least das aufgrund der Glasrückseite immer schmutzig wirkende Smartphone, der Grund für ein „Befriedigend“ als Testurteil.
Eigentlich dachte ich Dank MicroSD-Karte, dem 5,5 Zoll QuadHD Display und einer Benchmark-führenden CPU, samt 4 GB RAM, bereits mein neues Smartphone in den Händen zu halten. Auch wenn 799 Euro ein Drops ist, der auch erst einmal gelutscht werden muss, lässt sich dieser Dank gratis Gear VR-Brille noch verschmerzen. Doch in der Summe der Dinge werde ich wohl dieses Jahr aussetzen und mich an meinem Huawei Nexus 6P (zum Test) samt Android N erfreuen.

Positiv
  • Kamera
  • Performance
  • Wasserdicht nach IP68
  • Display
  • Verarbeitung
  • Design
Negativ
  • Preis
  • Glasrückseite
  • Fingerabdruck-Sensor
  • Usability
  • Kein USB Typ-C

samsung-galaxy-s7-edge-testurteil-androidtv

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 3/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 5/5
Preis 3/5

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

2 Kommentare

  1. Sony aber dann wisst ihr nicht wie man den s7edge bedienen sollt……

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