[Test] Samsung Gear 360: Die erste Consumer VR-Kamera

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test-samsung-gear-360Virtual und Augmented Reality ist im Augenblick in aller Munde. Egal ob als erfolgreiches mobile Game wie Pokémon GO oder als VR-Brille wie die von Oculus gefertigte Samsung Gear VR. Doch in Sachen Produktion stecken wir noch in den Kinderschuhen, weswegen die Samsung Gear 360 Kamera auch eine der wenigen Consumer Modelle auf dem Markt ist. Um so mehr habe ich mich auf diesen Test gefreut.

Denn wir betreten einmal wieder Neuland, was sich spätestens bei der Software und der 360 Grad Video-Bearbeitung bemerkbar machte, doch dazu später mehr.
Als die Samsung Gear 360 zusammen mit dem Samsung Galaxy S7 edge Smartphone zu uns in die android tv Redaktion kam, war es ein freudiger Augenblick, wenngleich er auch zu Beginn den aktuell größten Mangel der VR-Kamera aufdeckt: Die Gear 360 arbeitet nur in ihrem eigenen Samsung Ökosystem. Das heißt es benötigt neben der entsprechenden Software ein Samsung Galaxy S7, S7 edge, Galaxy S6, S6 edge oder S6 edge+. Schade Samsung – dachten wir doch nach der Gear S2 Smartwatch (zum Test) an eine neue Philosophie.

Design und Verarbeitung

Der 66,7 x 56,2 x 60 mm kleine Pokémon Ball hat trotz seiner Kompaktheit ein sattes Gewicht von 145 Gramm was sich aber auf die Haptik äußerst positiv auswirkt. Das Basis-Material ist Kunststoff, sehr hochwertig verarbeitet und bietet sogar eine IP53 Zertifizierung. Dadurch mutiert sie nicht gleich zur Action Cam, doch etwas Staub und Spritzwasser macht der Gear 360 Cam nichts aus. Für Hardcore-Fans gibt es aber optional ein Gehäuse welches dann auch die IP68-Zertifizierung mit sich bringt.

Besonders gefreut hat mich das nach DIN-gefertigte 1/4 Zoll Stativgewinde, an dem ab Werk ein „Mini-Dreibein“ geschraubt ist, welche sich praktisch zusammenklappen lässt und dann als Hand-Stativ dient.

Die Gear 360 ist sehr übersichtlich gestaltet. Vorn und hinten die jeweils 15 Megapixel Fischaugen-Linsen mit je einer Blende von f/2.0 und einer zusätzlichen roten LED zur Signalisierung über dessen Betrieb.
Oben einen Auslöse- und Bestätigungs-Button in einem, sowie ein kleines 0,5 Zoll (72 x 32 Pixel) PMOLED Display. Auf der rechten Seite haben wir eine Spritzwasser geschützte Klappe, wohinter sich der Slot für die MicroSD-Karte, ein Micro-USB 2.0 Port und die Aufnahme für den 1.350 mAh starken Akku befindet.
Auf der rechten Seite haben wir einen Menü- und einen Power-Button, sowie eine blaue LED.

Technische Daten

Technische Daten der Samsung Gear 360


Kamera 15 Megapixel Dual CMOS Sensor
Dual Fischaugen-Linsen mit je einer Blende f/2.0

Auflösung

Videoaufnahmen:

  • Dual Cam bis zu 3.840 x 1.920 Pixel (30 fps)
  • Single Cam bis zu 2.560 x 1.440 Pixel (30 fps)

Fotoaufnahmen:

  • Dual Cam bis zu 7.776 x 3.888 Pixel (30 MP)
  • Single Cam bis zu 3.072 x 1.728 Pixel (5 MP)

Display

0,5 Zoll (72 x 32 Pixel) PMOLED Display

Image CPU

Exynos DRIMe 5s
Speicher 1 GB RAM, kein interner Programmspeicher, MicroSD-Cardslot (bis zu 200 GB)

Konnektivität

WiFi 802.11 a/b/g/n/ac (2,4/5 GHz)
WiFi-Direkt
Bluetooth 4.1
USB 2.0
NFC

Abmessungen (HxBxT mm) / Gewicht

66,7 x 56,2 x 60 mm / 145 Gramm (inkl. Akku) 152 Gramm (inkl. Akku und Stativ)
Akku Kapazität 1.350 mAh (austauschbar)
Preis UVP 349 Euro
Besonderheit IP53 Zertifizierung; Kompatibel nur mit Galaxy S7, S7 edge, Galaxy S6, S6 edge und S6 edge+

Kamera

Die Samsung Gear 360 Kamera ist relativ selbsterklärend gestaltet. Prinzipiell kann man diese auch ohne aktive Smartphone Verbindung nutzen. Über das kleine Display und den Menü- und dem Bestätigungs-Button lässt sich schnell einstellen ob man nun ein Foto, ein 180 oder 360 Grad Video, eine Timlapse oder Videoschleife aufnehmen möchte.

Richtig – man kann sich im Prinzip aussuchen ob das Foto oder Video mit beiden Kameras oder eben nur mit einer aufgezeichnet wird (siehe kleine rote LED). Daraus ergeben sich dann auch unterschiedliche Auflösungen die laut Samsung dann sogar bis zu 4K – also 3.840 x 1.920 Pixel (30 fps) – bei einer Videoaufzeichnung und der Verwendung beider Fischaugen-Linsen sein können. Die Software fügt dann einfach beide Informationen zu einem 360 Grad Video im MP4-Format (H.265 Codec) zusammen.

Bei Fotos speichert die Gear 360 im praktischen Kompressionsformat *.jpg in einer maximalen Auflösung von 7.776 x 3.888 Pixel (30 MP) bei Verwendung beider Linsen auf der zwingend benötigten Speicherkarte.

Das Ergebnis war bei Video als auch Foto überraschend gut, wenn man einmal berücksichtigt das man hier gerade einmal 350 Euro für die Samsung Gera 360 investiert hat. Das klingt nach viel – ist es aber nicht wirklich wenn man sich einmal ein wenig auf dem Markt umschaut.
Hier einmal unser erster Versuch eines 360 Grad HandsOn Video vom Creative Soundblaster Roar Pro Lautsprecher (zum Test):

Akku

Auch beim Thema Akku hat Samsung ganze Arbeit geleistet. Damit meine ich nicht einmal dass der 1.350 mAh starke Energiespender recht überzeugende Laufzeiten lieferte, sondern das er auswechselbar ist. Zwar finde ich im Samsung Zubehör noch keinen Ersatz-Akku, doch lang sollte der nicht mehr auf sich warten.
Jetzt wollt ihr natürlich von mir wissen wie lang so ein Akku im Durchschnitt hält. Ich muss zu meiner Schande gestehen dass ich diese Frage gar nicht so ohne weiteres beantworten kann. Er hat im Grunde mehrere Tage mit gelegentlicher Smartphone Verbindung, Videodreh und einigen Fotos durchgehalten. Hier werde ich den Beitrag mit neuen Erkenntnissen updaten, sobald ich die Gear 360 noch einmal in die Finger bekomme.

Software

An dieser Stelle wird es noch einmal ein wenig knifflig. Zu der Samsung Gear 360 Kamera gehört die Samsung Gear 360 Manager App, welche es kostenlos im Google Play Store gibt, aber wie eingangs erwähnt nur für ein paar Samsung Galaxy Smartphones geeignet ist.

Samsung Gear 360 Manager

Weiterhin gibt es in Kooperation mit CyberLink den Samsung Gear 360 Action Director für den PC. Für den benötigt ihr einen Productkey, welcher auf einem kleinen Aufkleber der Gear 360 beiliegt.

Dieses Schnittprogramm ist auch zwingend notwendig sobald ihr das Material in irgend einer Art und Weise am PC bearbeiten wollt. Man kann zwar auch handelsübliche Software wie Adobe Premiere verwenden, muss aber das Rohmaterial zuvor stitchen und später für einen Facebook oder YouTube Upload mit dem Spatial Media Metadata Injector die Metadaten bearbeiten. Ja das hört sich nicht nur kompliziert an, sondern ist eben noch alles extrem neu und von daher in den im Intro genannten Kinderschuhen.

Wer jedoch auf solch exklusive Verarbeitung verzichten kann, erfreut sich über die via WiFi-Direct zustanden gekommene Verbindung zwischen dem Galaxy Smartphone und der Gear 360 Kamera. Das Pairing kann nach Installation der Gear 360 Manager App mit NFC, Bluetooth und WiFi schnell erledigt werden und dient dann praktisch als Fernbedienung der 360 Grad Kamera.

Ebenfalls vom Smartphone aus können dann sämtliche Einstellungen und einfache Nachbearbeitungen stattfinden. Dazu „zieht“ man sich die Daten via WiFi-Direct von der Kamera auf das Smartphone (diese Daten sind dann auch schon gestitched), bearbeitet sie bei Bedarf und kann sie ganz im Interesse des social Media – easy popisi – auf Facebook oder YouTube als 360 Grad und VR-taugliches Video hochladen.

Fazit zur Samsung Gear 360 Kamera

Ich muss zugeben wirklich beeindruckt von der Samsung Gear 360 Kamera zu sein. Sicherlich ist bei den „sogenannten“ 4K Videos im 360 Grad Virtuell Reality tauglichen Material an Qualität noch Luft nach oben. Aber hey – Samsung ist hier der erste Anbieter im Consumer-Bereich, der für „nur“ 349 Euro eine Kamera anbietet mit der schon eine ganze Menge geht. Leider wieder einmal nur in Verbindung mit einem hauseigenen Galaxy Smartphone.
Die Gear 360 Kamera ist hochwertig verarbeitet, die Südkoreaner haben an wichtigen Ecken und Enden bis zum Schluß gedacht und die Bedienung ist intuitiv. Noch nie war es so schnell und einfach möglich tolle 360 Grad Videos bei YouTube und Facebook zu veröffentlichen. Virtual Reality – wir kommen!

Positiv

  • Verarbeitung
  • IP53 Zertifizierung
  • Wechselakku
  • intuitive Bedienung
  • 200 GB MicroSD-Card-Slot
Negativ

  • Smartphone Kompatibilität
  • Videoqualität hat noch Luft nach oben

samsung-gear-360-testurteil-go2android

Wertung
Handhabung 4/5
Video-Qualität 3/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 5/5
Preis 4/5

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Schon immer ein Kind der kreativen Künste hat MaTT nun nach einer 15-jährigen Karriere als Musikproduzent die Liebe zur Videoproduktion gefunden. Android in seiner Individualität begeisterte MaTT schon von Beginn an, wie einige Arbeiten aus dem Jahre 2006 und folgend, heute noch bei den XDA Developers Zeugnis tragen.

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