[Test] TrekStor Surftab Ventos 9.7

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Der Markt für günstige Tablets wird immer lukrativer, seit Googles Nexus 7 zeigte das Qualität sich nicht mti einem günstigen Preis beißen muss. Wir hatten schon einige Tablets der unteren Preisregionen im test wie das Ainol Novo 7 Aurora oder das Sanei N10. Mit TrekStor steigt der nächste Konzern ein und liefert mit dem Surftab Ventos 9.7 ein durchaus interessantes Tablet, welches Stärken aber auch Schwächen hat. Welche das sind, lest ihr in unserem Test.

Chinesisches Tablet, deutsche Marke

Im Niedrigpreis-Sektor für Tablets ist es mittlerweile Gang und Gäbe, Modelle bei chinesischen OEM-Herstellern produzieren zu lassen und das eigene Label drauf zu klatschen. TrekStor macht mit seiner Surftab-Reihe nichts anderes, setzt dabei aber auf einen aktuellen Dualcore von Rockchip und ein Display der iPad-Klasse (Auflösung, Größe und Seitenverhältnis). Auf der IFA 2012 in Berlin haben wir die Neulinge ein erstes Mal vor der Kamera gehabt und bereits da machten sie einen sehr guten Eindruck in Sachen Qualität und Leistung.

 

Verbaute Technik im TrekStor SurfTab Ventos 9.7

  • 9,7″ IPS Display mit 1.024 x 768 Pixel Auflösung
  • Rockchip RK3066 Dualcore mit 1,6 GHz
  • ARM Mali400 MP Quadcore GPU
  • 1 GB RAM
  • 16 GB interner Speicher
  • MicroSD (bis zu 64 GB), MicroUSB, MicroUSB Host, MicroHDMI
  • WLAN b/g/n, Bluetooth 4.0
  • 2 Megapixel Kamera, 0,3 Megapixel Frontkamera
  • 243 x 190 x 11.5 mm
  • 620g
  • 8.000 mAh Akku
  • Android 4.0.4 Ice Cream Sandwich

Zubehör

In Sachen Zubehör gibt es keine allzu großen Überraschungen. Wie bei quasi jedem Tablet findet ein Ladekabel wieder, ein MicroUSB Kabel zur Verbindung mit einem PC und ein Adapter-Kabel für den USB-Host-Anschluss. Ebenfalls im Karton findet sich eine Kurzbeschreibung zum Tablet wieder, das Display-Putztuch hingegen ist alles andere als alltäglich und angesichts des Fingerabdruck-anziehenden Displays eine gern gesehene Dreingabe. Weiteres Zubehör wie eine Tasche oder ähnliches gibt es von TrekStor derzeit nicht und scheint auch nicht geplant zu sein. Kopfhörer sucht man ebenfalls vergeblich.

 

Verarbeitung

Packt man das Tablet aus, bekommt man auch gleich eine der Besonderheiten des SurfTab Ventos 9.7 zu Gesicht: Die aus Aluminium gefertigte Rückseite des Tablets. Diese hinterlässt einen sehr hochwertigen Eindruck und Fingerabdrücke haben so gut wie keine Chance. Leider ist das auch ein riesen Nachteil, denn das Aluminium wird verdammt schnell verdammt kalt. Außerdem trübt den Eindruck der auffallende Druckpunkt in der Mitte der Rückseite. An dieser Stelle hätte dem Tablet eine höhere Stabilität deutlich besser zu Gesicht gestanden.

 

Den positiven ersten Eindruck macht der Rest des Gehäuses dann leider wieder zunichte, denn dieser besteht aus schwarzem Kunststoff. Das ist aber nicht der Grund, vielmehr sind es die wenig vertrauenerweckenden Tasten aus ebenfalls schwarzem Kunststoff und der Rahmen als solcher. Während der Gehäuserahmen im Großen und Ganzen angenehm abgerundet sind, ist der Übergang zwischen Displayglas und Rahmen umso unangenehmer durch den scharfkantigen Übergang. Diese sind leider nicht so sauber verarbeitet wie die Rückseite des Tablets, hier und da fallen unangenehm kleine Grate auf.

 

Bei den Tasten bekleckert sich TrekStor ebenfalls nicht gerade mit Ruhm, schließlich bieten die Tasten für Laut, Leiser, Zurück auf der Oberseite und auf der rechten Seite die Taste zum Aus- und Einschalten einen schlechten Druckpunkt. Zudem sind sie eher schwer vom Rest des Gehäuserahmens zu unterscheiden, da sie zum einen ebenfalls schwarz sind und nur minimalst aus dem Gehäuse herausragen. Das es auch anders geht, zeigt Sanei bei seinem 10″ Modell N10. Ähnliches mussten wir schon bei Motorolas Xoom 2 Media Edition bemängeln.

 

Auf der rechten Seite des Tablets stehen von oben nach unten gesehen folgende Anschlüsse zur Verfügung: Kopfhörer, MicroUSB, MicroSD Slot, MicroUSB Host, MicroHDMI und die Buchse für das Netzteil. Offiziell unterstützt das SurfTab Ventos 9.7 MicroSD-Karten mit bis zu 32 GB, allerdings werden auch Karten mit 64 GB problemlos erkannt und genutzt.

 

Display

Wie so üblich in der Branche besitzt auch das Surftab Ventos 9.7 ein IPS-Display, welches im 4:3 Format mit 1.024 x 768 Bildpunkten auflöst. Das Display ist zwar nicht eines der kräftigsten in Sachen Helligkeit, kann dafür mit einer sehr guten Darstellung von Schwarz aufwarten. Leider ist das Display auch beim Surftab Ventos 9.7 in einer Sekundärfunktion prima als Schminkspiegel zu benutzen, was sich im Freien und bei Sonneneinstrahlung ebenfalls sehr negativ bemerkbar macht: Im Freien ist das Tablet kaum bis überhaupt nicht zu gebrauchen. Immerhin ist die Blickwinkelstabilität des Displays ohne Fehl und Tadel. Wie schon beim Sanei N10 reagiert das Display sehr gut auf Berührungen und erkennt von diesen bis zu 5 gleichzeitig. Dennoch kann das Display des Surftab Ventos 9.7 wieder mit den Displays deutlich preisintensiverer Tablets mithalten.

 

CPU & GPU

Die ersten ernst zunehmenden Tablets aus chinesischer Produktion waren mit einem Allwinner A10 ausgestattet, der zwar nicht durch überragende Leistung aufgefallen war aber immerhin grafisch einiges auf dem Kasten hatte. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass sich mti diesen Tablets die billigen China-Tablets im Markt als brauchbare Alternative zu den Hochpreis-Tablets etabliert haben. Verständlich, dass sich da Konkurrenten nicht allzu lange fernhalten und einer dieser ist der Rockchip RK3066.

Im Surftab Ventos 9.7 von TrekStor geht dieser mit zwei Kernen zu je bis zu 1,6 GHz ans Werk, unterstützt von einer ARM Mali 400 MP mit ganzen vier Kernen, die jeweils mit bis zu 400 MHz ans Werk gehen. Und das spürt man auch an der “Smoothness” des gesamten Systems. Selten hat ein günstiges Tablet so schnell auf Eingaben reagiert und ebenso schnell Anwendungen gestartet. Im direkten Vergleich zur Konkurrenz der 500-Euro-und-mehr-Klasse wie dem Galaxy Note 10.1 von Samsung, steht der Herausforderer aus dem Niedrigpreis-Sektor sehr gut da und kann hier und da sogar einen Exynos 4412 des Galaxy Note 10.1 leicht schlagen.

Das bestätigen auch die Ergebnisse diverser Benchmarks. Als Vergleichsobjekte müssen das Sanei N10, Motorola Xoom 2 Media Edition und das Galaxy Note 10.1 herhalten. Zu beachten ist dabei, dass das Galaxy Note 10.1 eine Quadcore CPU hat und das Sanei N10 einen Singlecore. Je höher der erreichte Wert ist, umso besser.

Sanei N10 Xoom 2 Media Edition Surftab Ventos 9.7 Galaxy Note 10.1
Displayauflösung 1.280×800 1.280×800 1.024×768 1.280×800
Linpack, Single Thread 15,348 MFLOPS 45,291 MFLOPS 61,87 MFLOPS 57.302 MFLOPS
Linpack, Multi Thread 15,068 62,285 MFLOPS 93,808 MFLOPS 167.828 MFLOPS
Nenamark 38,6 FPS 47,9 FPS 57,5 FPS 59,6 FPS
SmartBench 2012 Productiviy 467 2.281 3.362 3.960
SmartBench 2012 Gaming 1.299 1.825 2.197 1.776
Vellamo Mobile Web 667 1.153 1.863 2.348
AnTuTu 2, Default Test 2.691 5.991 8.263 11.922
SetCPU, Long Bench* 611ms 282ms 137ms 140ms
SetCPU, Native Bench* 1123,653564ms 774,749756ms 469.945312ms 502.191865ms

*Niedriger ist besser

 

Akku

Der wie üblich fest verbaute Akku besitzt laut TrekStor eine Kapazität von 8.000 mAh, was ebenfalls laut TrekStor für bis zu 10 Stunden surfen im WLAN reichen soll. Das stimmt so nicht ganz aber im positiven Sinn. Bei mittlerer Displayhelligkeit hielt der Akku des Surftab Ventos 9.7 knapp 10 Stunden durch, bei minimaler Helligkeit waren sogar bis zu 12 Stunden und 30 Minuten drin. Normalerweise sind Herstellerangaben über den realen Werten, sodass ich dem Surftab eine sehr gute Ausdauer bezüglich des Akkus bescheinigen kann. Damit mutiert das Surftab Ventos 9.7 zweifelsfrei zum Dauerläufer in den preiswerteren Regionen für Tablets. Lediglich im Leerlauf, beispielsweise über Nacht, genehmigt sich das Tablet dann doch einen etwas kräftigeren Schluck vom Akku als andere Tablets.

 

Konnektivität

In Sachen Kommunikation mit der Außenwelt stehen neben den beiden MicroUSB-Buchsen und dem MicroSD-Slot WLAN und Bluetooth zur Verfügung, über GPS verfügt das Tablet nicht. In WLAN-Netzen ist das Surftab Ventos 9.7 nach dem 802.11n-Standard unterwegs, was theoretische 300 MBit/Sekunde verspricht. Das diese Werte in der Realität nicht erreicht werden steht außer Frage, dennoch ist der Download großer Daten flott und lässt kaum Grund zum meckern. Gleiches gilt für die Bluetooth-Schnittstelle, welche nach dem Standard 4.0 funkt. Das bringt unter anderem stromsparendere Profile mit sich. Die Verbindung mit anderen Bluetooth-Geräten wie beispielsweise Bluetooth-Headsets oder Smartphones bereitete keinerlei Schwierigkeiten. Weitere Schnittstellen zur drahtlosen Datenübertragung gibt es nicht, ein 3G-Modem ist nicht verbaut.

Die zwei MicroUSB-Buchsen übertragen Daten nach dem USB 2.0 Standard, was üblich für Tablets außerhalb der iOS-Geräte ist. Der obere MicroUSB-Anschluss ist darüber hinaus ein USB-Host-Anschluss, an dem mittels des beiliegenden Adapterkabels allerlei USB-Hardware über Mäuse, Tastaturen bis hin zu USB-Sticks und externe USB-Festplatten angestöpselt werden kann. Wem die 16 GB intern und 64 GB via optionaler MicroSD-Karte nicht ausreichen, kann also weitere Speicherlaufwerke anschließen und nutzen.

 

 

Multimedia

Aufgrund seiner Größe eignet sich das Tablet recht gut zum konsumieren von Multimedia-Inhalten wie Bilder oder Videos. Bei letzteren allerdings muss man aufgrund des 4:3 Bildformats mit größeren schwarzen Rändern ober- und unterhalb von Filmen leben, als beispielsweise dem üblichen 16:10 Format der 10,1″ Tablets. Hier hat sich TrekStor am Display des iPads orientiert, was per se nicht schlecht ist. Zum reinen Filmkonsum ist das Bildformat jedoch weniger zu empfehlen. Wer dennoch sich Filme anschaut sollte zudem zu Kopfhörern greifen, da eher minderwertige Lautsprecher verbaut wurden. Neben dem fast schon typisch blechernen Klang ohne jegliche hörbare Tiefen für günstige Tablets, ist die Lautstärke auch kaum der Rede wert.

Alles andere als Empfehlenswert ist die Nutzung der rückseitig verbauten Kamera, die mit 2 Megapixel auflöst. Die Bilder sind einfach nur schlecht: Bildrauschen, Blassheit bei den Farben und scharf kann man die Bilder auch nicht gerade nennen. Die Frontkamera mit ihren 0,3 Megapixel taugt noch nicht einmal ernsthaft für Videotelefonie, beispielsweise über Skype. Videos sind auch so ein Thema, das man am besten unangetastet lassen sollte.

 

Software

Wie bei den meisten Tablets der unteren Preiskategorien kommt auch beim TrekStor Surftab Ventos 9.7 Android ohne eine eigene Oberfläche zum Einsatz. Android selbst wird in Version 4.0.4 verwendet, TrekStor schließt zudem ein Update auf Android 4.1 Jelly Bean nicht kategorisch aus. Ob und wann das Update bereitgestellt wird, ist derzeit nicht bekannt. Wäre aber auch nicht allzu schlimm, denn Android 4.0 lässt sich so schon sehr flüssig und butterweich bedienen, was nicht zuletzt am ballastfreien Android und dem überraschend guten RK3066 Dualcore liegt.

Einziger Wermutstropfen dürfte die Abstinenz des Google Play Store und Gmail sein. Als Ersatz installiert TrekStor zwar das App Center von AndroidPit, dessen Angebot ist aber bei Weitem nicht mit dem des Google Play Store zu vergleichen. Entweder schaut man sich gleich nach einer Alternative um oder man nimmt das Wagnis des Rootens und manuellen installieren des Play Stores in Angriff. Was anderes bleibt einem nicht übrig, da TrekStor keine Google-Zertifizierung für das Surftab Ventos 9.7 anstrebt. Eigentlich schade, da das Tablet sich sehr gut als Spiele-Tablet eignet. Die Leistung ist definitiv da, wie ein Test von EA Mobile’s Need for Speed Most Wanted zeigte. Hier verbaut sich TrekStor womöglich eine Chance.

 

Fazit

Mit der Surftab-Reihe wagt sich das deutsche Unternehmen TrekStor in einen aufstrebenden Markt, der an der Dominanz von Apples iPad knabbern will. Das Flaggschiff der Surftab-Reihe, das Ventos 9.7, weiß dabei vor allem durch das wertige Gehäuse und die mehr als respektable Leistung für 249 Euro unverbindlicher Preisempfehlung zu gefallen. Wer auf Kameras und Lautsprecher verzichten kann sowie mit einem Spiegeldisplay eher untypischer Auflösung klar kommt, der findet im Surftab Ventos 9.7 ein wirklich gutes Tablet zum kleinen Preis. Nur von kalten Zimmern sollte man sich fernhalten mit dem Metallgehäuse.

Wertung
Leistung 3/5
Grafik 4/5
Verarbeitung 4/5
Zubehör 4/5
Preis 4/5

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Student mit Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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