[Test] Xiaomi MiPad – Das Schnellste was es für Geld zu kaufen gibt!

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Xiaomi MiPad Test

Innerhalb von vier Jahren hat sich Xiaomi in die Top 3 der Smartphone-Hersteller hochgearbeitet. Mit dem Xiaomi MiPad greift man nun auch den Tablet-Markt an. Dabei gilt, was mit dem Smartphone schon erfolgreich funktioniert hat, sollte mit einem Tablet doch auch gehen: Technische Hardware auf dem höchsten Niveau – zu einem kleinen Preis. Dass jedoch das Xiaomi MiPad Tablet noch mehr zu bieten hat als nur einen pfeilschnellen NVIDIA Tegra K1 Prozessor, zeigt unser nun folgender Test.

Xiaomi ist eine echte Sensation. 2010 erst wurde das Unternehmen von Lei Jun und einigen Mitstreitern gegründet und hat sich nach nur vier Jahren bereits in die Top 3 der größten Smartphone-Hersteller weltweit vorarbeiten können. Das Geheimnis: Top-Hardware, viel Leistung und das zusammen zu einem sehr erschwinglichen Preis verkaufen, den sich auch ein chinesischer Arbeiter leisten kann. Dieses Erfolgsrezept wendet das Unternehmen nun auch auf Tablets an: Das Xiaomi MiPad verkauft sich blendend in China. Wie schon die Android Smartphones stellt auch das Android Tablet eine ernste Bedrohung für die Konkurrenz dar und wir haben es uns einmal näher angeschaut. In unserem Test hatten wir wie unschwer zu erkennen ist das weiße Modell. Wem diese Farbe nicht zusagt, der kann aus insgesamt fünf Farben auswählen: Weiß, Gelb, Blau, Pink und Grün.

 

Technische Daten des Xiaomi MiPad

Technische Daten


Prozessor

NVIDIA Tegra K1 Quad-Core mit 2,2 GHz und 32-Bit
GPU: NVIDIA Kepler

Betriebssystem

Android 4.4.4 KitKat mit MIUI 5 Oberfläche

Interner Speicher

16 GB oder 64 GB Interner Speicher

RAM

2 GB

Modellbezeichnung

MiPad

Display

7,9 Zoll IPS Display mit 2.048 x 1.536 Pixel
und Gorilla Glass 3

Anschlüsse

MicroUSB, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Accelerometer, Gyroskop, eKompass und Licht

Abmessungen (HxBxT mm)

202,1 x 135,4 x 8,5 mm

Gewicht

360 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Kamera

8 Megapixel Kamera, 5 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.0 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/6.700 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

n/a

Netz

n/a

Preis

UVP 1.399 Yuan (ca. 196 Euro) 16 GB WiFi (ab 221 Euro, Stand 22.02.15)
UVP 1.699 Yuan (ca. 239 Euro) 64 GB WiFi (ab 277 Euro, Stand 22.02.15)
Besonderheit Stereo-Lautsprecher, MIUI-Oberfläche, kein Google Play Store (unter Umständen auf Import-Ware vorinstalliert)

 

Zubehör

Wie die meisten Geräte kommt auch das Xiaomi MiPad mit allem was man so benötigt zum Kunden. Sprich neben dem eigentlichen Android Tablet findet sich in dem Karton noch ein MicroUSB-Kabel wieder und ein USB-Netzteil. Letzteres ist bei Import-Geräten je nach Händler in der EU-Version enthalten, damit man es auch aufladen kann. Garantieinformationen oder eine deutsche Kurzanleitung sucht man vergeblich, da es sich um einen Import aus China handelt. Falls dennoch solche Dinge in dem Karton liegen sowie eine Hülle, dann ist das eine Zugabe vom jeweiligen Import-Händler.

 

Design und Verarbeitung

Was einem als erstes auffallen dürfte, nachdem man das Xiaomi MiPad aus dem Karton geholt hat, ist die auffällige Ähnlichkeit mit einem iPad Mini. Es lässt sich nicht leugnen, dass sich Xiaomi immer mal wieder bei dem Konkurrenten aus Cupertino inspirieren lässt, was für sich genommen nichts schlechtes ist. Allerdings vermischt Xiaomi in seinem ersten Tablet zusätzlich noch das iPhone 5c von Apple und das bei der kunterbunten Rückseite aus Kunststoff mit einer rutschigen Oberfläche. Diese ist sehr anfällig für Fingerabdrücke und kleinste Kratzer, sodass für den Transport eine Schutzhülle wärmstens zu empfehlen ist. So toll das Android Tablet auch ist, aber dieser Punkt ist wirklich schlecht gelöst. Das muss aber noch lange nicht heißen, dass das Xiaomi MiPad deswegen schlecht ist. Vielmehr ist es zweckmäßig, damit das Tablet trotz der tollen Hardware an sich günstig angeboten werden kann.

Womit es wiederum punkten kann ist der sehr handliche Formfaktor des Gerätes. Durch das 7,9 Zoll große Display ist das Xiaomi MiPad genau richtig, um es mit nur einer Hand halten zu können. Die einhändige Bedienung ist allerdings nicht möglich, denn dazu ist es dann doch etwas zu breit, bzw. sitzt dann zu locker in der Hand und ist stark absturzgefährdet. Das Kunststoffgehäuse geht übrigens um das gesamte Gerät herum: Rückseite und Rahmen sind aus einem Guss und wirken wie eine Wanne, welche das Display einfasst. Auch wenn es sich um vergleichsweise billigen Kunststoff handelt, so ist die Verarbeitung auf höchstem Niveau. Keine Spaltmaße zwischen Rahmen oder Display und kein Knarzen stören das Bild.

Im Rahmen des Xiaomi MiPad befindet sich auf der linken Seite der Slot für eine MicroSD-Karte, welche maximal 128 GB groß sein kann. Damit sollten Speicherprobleme für Medien kein Thema sein. Auf der Stirnseite des Android Tablets befindet sich eine 3,5 mm Audiobuchse, während auf der Unterseite des Rahmens sich der MicroUSB-Anschluss für den Datenaustausch und zum Aufladen des Akkus befindet. Die einzigen Hardware-Tasten befinden sich auf der rechten Gehäuse-Seite. Allerdings gibt es hier den ersten Kritikpunkt: Sowohl die Power-Taste als auch Lautstärke-Wippe sind sehr locker im Rahmen verbaut und wackeln spürbar. Sie stehen angenehm wenig aus dem Rahmen heraus und bieten einen direkten sowie knackigen Druckpunkt. Es besteht jedoch die Befürchtung, dass sich die Tasten im Laufe der Zeit etwas abnutzen und der Druckpunkt spürbar nachlässt.

Die Rückseite des Xiaomi MiPad kommt unspektakulär daher. Lediglich die Kamera mit 8 Megapixeln Auflösung und ohne LED-Blitzlicht ist in der linken oberen Ecke platziert und das Xiaomi-Logo ist mittig im unteren Teil der Rückseite aufgebracht. Dieses ist silbrig und in die Rückseite eingestanzt. Eine Besonderheit die das Tablet aus China zu bieten hat sind echte Stereo-Lautsprecher, die leider etwas ungünstig auf der Rückseite platziert sind. Gerade im Querformat bei der Medien-Wiedergabe oder bei Spielen können diese ihre Qualitäten nicht voll ausspielen. Hier verschenkt Xiaomi einiges an Potential.

Die Front des Xiaomi MiPad wird logischerweise vom 7,9 Zoll großen Display dominiert, welches mit derselben Retina-Auflösung des iPad mini Retina aufwarten kann. Der Rahmen um das Display ist etwas breiter, wodurch es etwas besser in der Hand zu halten ist, ohne ungewollt etwas auf dem Display durch den Handballen auszulösen. Links oberhalb des Displays ist wieder das Xiaomi-Logo anzutreffen und etwas rechts davon sehr gut versteckt der Helligkeitssensor für das Display. In der Mitte direkt über dem Display ist die Frontkamera verbaut. Bedient wird das Tablet zwar hauptsächlich über den Touchscreen, aber die Android-typischen Tasten für Task-Manager, Home und Zurück hat das Xiaomi MiPad dennoch: Diese sind unterhalb des Displays als kapazitive Tasten verbaut, die angenehm hell beleuchtet sind, solange das Display eingeschaltet ist.

 

Display

Wie bereits erwähnt ist das Display des Xiaomi MiPad 7,9 Zoll groß und setzt auf die IPS-Technologie. Die Auflösung liegt bei scharfen 2.048 x 1.536 Pixel, was zu einer Pixeldichte von 326 PPI führt. Da auch das Seitenverhältnis bei 4:3 liegt, lässt sich der Vergleich zum iPad mini Retina über kurz oder lang kaum vermeiden. Das Tablet aus Cupertino gilt nun mal als der Maßstab im Tablet-Markt schlechthin, ob man es  nun mag oder nicht.

Durch das IPS-Panel sind die Blickwinkel natürlich hervorragend und verändern in nahezu keiner Situation die Darstellung, wenn man das Tablet ein bisschen anwinkelt. Selbst Farben sehen auf dem Display richtig gut und natürlich aus. Anders als AMOLED-Panels neigt ein IPS-Display nicht zu einer knalligen Farbwiedergabe. Das Betrachten von Medien wird damit zum Vergnügen. Einzig bei Filmen könnte das 4:3 Format durch besonders auffällige schwarze Balken ober- und unterhalb des eigentlichen Filmes stören.

Die Helligkeit des Xiaomi MiPad wirkt zwar sehr hoch, aber dennoch ist die Nutzung unter freiem Himmel nur bedingt möglich. Das spiegelnde Glas der Front erweist sich gerade im Freien als hinderlich. Überzeugen kann es wiederum mit der niedrigsten Stufe der Helligkeit, was den Einsatz insbesondere in der Nacht erleichtert, ohne das man gleich geblendet wird. Erfreulich ist zudem, dass das Tablet die automatische Regulierung der Helligkeit unterstützt, welche angenehm langsam zwischen den verschiedenen Stufen wechselt.

 

CPU und GPU

Was das Xiaomi MiPad zu etwas Besonderem macht ist die Tatsache, dass es eines der ersten erhältlichen Android Tablets mit einem NVIDIA Tegra K1 (http://www.go2android.de/ces-2014-nvidia-tegra-k1-32-und-64-bit-version-vorgestellt/) gewesen ist. Im Unterschied zum HTC Nexus 9 (zum Test) kommt allerdings „nur“ der vierkernige Tegra K1 mit 32-Bit Kernen zum Einsatz, dessen Takt auf bis zu 2,2 GHz hinauf geht. Das reicht im AnTuTu-Benchmark zu einer wirklich respektablen Leistung von 49.874 Punkten. Zusammen mit den 2 GB an RAM kommt das Xiaomi MiPad so gut wie nie ernsthaft ins Stocken. Die Bedienung des Tablets ist richtig flüssig.

Die beste Figur macht das Tablet jedoch bei einer ganz anderen Sache und das sind Spiele. NVIDIA ist seit jeher führend in der Videospiel-Branche was die Grafiklösungen betrifft und mit dem NVIDIA Tegra K1 hielt die Kepler-Architektur erstmals Einzug in einem mobilen Prozessor. Heißt konkret, dass 192 Shader-Einheiten derselben Grafik-Architektur im Xiaomi MiPad zum Einsatz kommen, die NVIDIA auch für seine Grafikkarten wie der GeForce GTX780 Ti nutzt. Es gibt somit keine (Android) Spiele, die nicht auf dem Tablet laufen würden.

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Es gibt im Google Play Store mit Half-Life 2 und Portal zudem zwei exklusiv auf die GeForce-Shader angepasste Spiele, welche die Leistungsfähigkeit des NVIDIA Tegra K1 demonstrieren. Das hat allerdings auch seinen Preis: Der Stromverbrauch ist bei Spielen etwas höher und auch die Wärme-Entwicklung ist etwas höher als bei vergleichbaren Tablets.

Half-Life 2
Preis: 9,99 €
Portal
Preis: 10,99 €

 

Akku

Das dem Xiaomi MiPad dennoch nicht zu schnell die Puste ausgeht, soll der 6.700 mAh fassende Akku verhindern. Xiaomi selbst gibt eine aktive Nutzungsdauer von bis zu 8 Stunden an, was alles andere als unrealistisch ist. Bei uns hielt das Tablet mit der MIUI 5.1.30 Beta Firmware fast 8,5 Stunden bei der Wiedergabe von Filmen durch, die im internen Speicher lagen. Besser geht es fast nicht.

Der Standby-Verbrauch ist ebenfalls wirklich hervorragend, sodass das Android Tablet zum echten Dauerläufer mutiert. Lediglich für das Aufladen des Akkus braucht man etwas mehr Geduld: Die 6.700 mAh sind erst in gut 4,5 Stunden wieder vollgeladen und bereit für den nächsten Außeneinsatz. Der vergleichsweise riesige Akku ist übrigens auch „Schuld“ daran, dass das Tablet mit 8,5 mm etwas dicker ist als so mancher Konkurrent.

 

Konnektivität

Während Xiaomi also im Bereich Leistung und Ausdauer aus den Vollen schöpft und auf Oberklasse-Niveau agiert, sieht es bei den Verbindungsmöglichkeiten nicht ganz so gut aus. Zwar befindet sich auf der Unterseite des Rahmens ein MicroUSB-Anschluss mit Host-Funktion wieder – USB-Sticks und USB-Tastaturen wie die Logitech K400 sind ohne Probleme nutzbar – aber bei den Funkverbindungen musste bei dem Xiaomi MiPad gespart werden.

So beherrscht das Tablet mit Dualband-fähigem WLAN nach dem ac-Standard eine richtig schnelle Übertragung inklusive WiFi Direct und auch Bluetooth 4.0 sind vorhanden. Was aber fehlt sind GPS und Standards wie MHL oder HDMI. Gerade wer das Xiaomi MiPad als mobile Medienzentrale nutzen will wird diese Funktionen schnell vermissen.

 

Kamera

Während bei den meisten Android Tablets die verbauten Kameras in der Regel nur zum schnellen Schnappschuss reichen, verbaut Xiaomi in seinem Tablet eine Kamera mit 8 Megapixeln Auflösung. Auch wenn man auf einen LED-Blitz verzichten muss sind die Fotos erfreulich hell. Die Bildschärfe geht ebenfalls in Ordnung, allerdings nimmt das Bildrauschen zum Bildrand hin sichtlich zu, was zu sichtlich verwaschenen Details führt. Die Auslöseverzögerung ist erfreulich niedrig.

Wie immer darf sich auch das Xiaomi MiPad gegen die Sony Smart Shot QX10, Canon EOS 600D versuchen und gegen das HTC Nexus 9, welches ebenfalls einen NVIDIA Tegra K1 und eine 8 Megapixel Kamera besitzt.

Videos nimmt das Tablet mit 1.920 x 1.080 Pixel auf, wobei deren Helligkeit etwas höher ausfallen dürfte. Die Bildqualität geht insgesamt in Ordnung, da sowohl Farben nicht zu hell dargestellt werden und auch Bild-Artefakte sich stark in Grenzen halten. Allerdings nimmt das Bildrauschen stark zu sobald das Sonnenlicht nicht mehr optimal ist. Sehr positiv zu bewerten ist neben der flüssigen Aufnahme von 30 Frames/Sekunde die Tatsache, dass sich der Tearing-Effekt auf ein Minimum beschränkt, sprich die Verzerrungen die bei schnelleren Kamera-Schwenks üblicherweise entstehen.

Die Oberfläche der Kamera-App selbst ist sehr spartanisch. Außer den Auslösern für die Foto- und Videoaufnahme stehen lediglich der Schnellzugriff auf die Galerie zur Verfügung auf der rechten Seite, während linkerhand zur Frontkamera gewechselt werden kann sowie Aufnahme-Effekte als auch eine Gesichtsverschönerung zu finden sind. Optionen wie Belichtung, Auflösung oder Weißabgleich sucht man vergebens. Für solche Extras braucht es eine alternative Kamera-App.

 

Multimedia

Die meisten Tablets der höheren Leistungsklassen kommen heutzutage nur noch selten mit weniger als 16 GB auf den Markt. Genau das steckt im Xiaomi MiPad an Speicher drin, von welchem man direkt 13,05 GB nutzen kann. Wem das nicht reicht, der kann auch MicroSD Karten in dem Android Tablet nutzen, die eine maximale Größe von 128 GB besitzen. Technisch wären zwar durch den SDXC-Standard theoretisch 2 TB, aber soweit ist die Industrie noch nicht gekommen. Man kann das Xiaomi MiPad übrigens auch mit 64 GB internem Speicher kaufen, was natürlich entsprechend mehr kostet.

Wie bereits erwähnt besitzt das Tablet Stereo-Lautsprecher, die auf der Rückseite des Gerätes platziert sind. Diese geben einen recht guten Klang von sich, der allerdings mehr Tiefen vertragen könnten oder alternativ weniger Höhen. Vor allem in der Spitze klingt der Ton stark verzerrt und das dann richtig laut. Ein weiterer Nachteil der sich insbesondere bei der Medienwiedergabe und bei Spielen im Querformat äußert: Die Lautsprecher sind beide auf der links und rechts oberhalb des MicroUSB-Ports verbaut, sodass Stereo-Klang nur im Hochformat „hörbar“ wird. Auf der Vorderseite und das ober- sowie unterhalb des Displays wie bei dem HTC One M8 oder dem NVIDIA Shield Tablet wäre die eindeutig bessere Wahl gewesen.

Insofern empfiehlt sich der Gebrauch von Kopfhörern bei Medien, wo das Xiaomi MiPad vor allem im Xiaomi-eigenen Musikplayer seine volle Stärke ausspielt. Nicht nur ist die Bedienung ein Genuss, sondern auch die Vielfalt an Optionen wenn es um die Klangverbesserung geht. So besitzt der Player bereits ab Werk verschiedene Presets für unterschiedliche Kopfhörer, sondern auch zusätzlich einen 7-Band-Equalizer. Klasse ist zudem, dass man die Tasten eines Kabel-Headset umbelegen kann: Entweder nutzt man diese zur Veränderung der Lautstärke, oder zum vor- und zurückspringen in der Titel-Liste.

Nur die Cover-Anzeige von eingebetteten Alben-Cover funktioniert nicht immer zuverlässig. Wenn sie mal angezeigt werden, dann erfolgt das im Vollbild. Abgesehen davon unterstützt der Xiaomi-Medienplayer Funktionen wie Zufallswiedergabe, Streamen an Bluetooth-Lautsprecher, als Favorit markieren oder auch Liedtexte, sofern man mit dem Internet verbunden ist. Etwas verwirrend ist jedoch in der Wiedergabe-Liste die Unterteilung in Lieder und Künstler. Hinter letzterem verbirgt sich nichts anderes als die Sortierung der Titel in ihre einzelnen Alben. Vermutlich nur eine Sache der Übersetzung, da die MIUI-Oberfläche aus China kommt.

 

Software

Was die Geräte von Xiaomi seit jeher von anderen Herstellern unterscheidet ist die vorinstallierte Software. Zwar läuft auf dem Xiaomi MiPad ein Android 4.4.4 KitKat, aber dieses überzieht der Hersteller mit der eigenen MIUI-Oberfläche. Bei unserem Test-Exemplar ist dies MIUI in der Version 5.1.30 Beta. Diese orientiert sich unverkennbar an iOS von Apple, wobei aktuell iOS 7 bzw. iOS 8 Pate gestanden hat. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass ein wie sonst bei Android üblicher App Drawer fehlt. Alle installierten Apps landen auf dem Homescreen.

Hier zeigt sich eine weitere Besonderheit von MIUI gegenüber anderen Hersteller-Oberflächen bzw. Alternativ-Launchern: Apps und Widgets werden strikt voneinander getrennt. Will heißen, dass Widgets und Apps sich nicht auf einer Homescreen-Seite zusammen platzieren lassen. Vom Standard-Homescreen aus gesehen erreicht man die installierten Apps, die sich der Übersichtlichkeit halber in Ordnern gruppieren lassen. Zwar kann man jede App einzeln in einen Ordner verschieben, aber es gibt auch einen anderen Weg.

Wenn man im Homescreen die Taste für den Task-Manager gedrückt hält, erscheint das Kontext-Menü für den Homescreen Launcher und dort drückt man auf die Taste „Aufräumen“. Nun lassen sich mehrere Apps vom Homescreen in eine Art Zwischenablage übernehmen, welche man mit einer Wischgeste zusammenfassen und dann per Tap’n’Hold in einen neuen Ordner verschieben kann. Zu Beginn etwas ungewohnt aber durchaus bei etlichen Apps eine praktischere Hilfe zur Organisation. Zumal man thematisch gleiche Apps in einem Rutsch in einen Ordner verschieben kann anstatt diese einzeln und zwischen mehreren Homescreen-Seiten hin und her zu navigieren. Die Seiten mit den Widgets sind übrigens linkerhand vom Standard-Homescreen aus zu erreichen.

Mit einer Wischgeste von unten nach oben öffnet man eine allgemeine Suche und von oben nach unten die Benachrichtigungsleiste. In dieser sind die Android-üblichen Quick-Settings wie WLAN, Bluetooth, Vibration und so weiter zu finden, sowie der Helligkeitsregler. Sind aktive Benachrichtigungen vorhanden, werden diese beim Öffnen angezeigt und mit einer Wischgeste gelangt man zu den Quick Settings. Dasselbe Spielchen funktioniert auch in die andere Richtung.

Auch wenn Xiaomi auf seinem Xiaomi MiPad eine gewisse Grundausstattung an Medien-Apps, Web-Apps und einen Datei Explorer mitliefert muss man sich im Klaren sein, dass der Google Play Store und die restlichen Google-Apps aufgrund chinesischer Vorschriften nicht auf dem Tablet vorinstalliert sind. Diese bekommt man erst mit dem Google Installer auf das Android Tablet, was jedoch keine allzu große Hürde darstellt. Einfach die APK-Datei des Google Installer herunterladen, auf das Tablet kopieren und installieren. Manche Händler liefern das Xiaomi MiPad auch mit bereits vorinstallierten Google Apps aus. Diese Besonderheit sollte in der jeweiligen Produktbeschreibung des Händlers zu finden sein.

 

Fazit zum Xiaomi MiPad

Unterm Strich lässt sich festhalten, dass man trotz anfallender Import-Kosten derzeit wohl kaum ein schnelleres Android Tablet kaufen kann, als das Xiaomi MiPad. Wer die geballte Kombination aus dem schnellsten Tablet-Prozessor – dem NVIDIA Tegra K1 –  gepaart mit einer hervorragenden Laufzeit und einem sehr guten Retina-Display haben will, der wird bereits ab 221 Euro inklusive Versand und vorinstalliertem Google Play Store fündig. Für 277 Euro gibt es zudem das Modell mit satten 64 GB internem Speicher und selbst das ist noch ein echtes Schnäppchen. Vor allem für diejenigen unter euch, die schon immer mit dem Gedanken gespielt haben von Apple iOS auf Android zu wechseln. Denn die vorinstallierte MIUI-Oberfläche lässt den „Umstieg“ leicht von der Hand gehen, da sich Parallelen beider Betriebssysteme, wohl nicht verheimlichen lassen.

Einzig das Gehäuse aus Kunststoff und das Fehlen einer 4G-Variante – inklusive dem schnellen NVIDIA Tegra K1 Prozessor – könnte man ankreiden. Doch Schlussendlich muss man ja als Hersteller irgendwo sparen um einen derart günstigen Preis bieten zu können.

xiaomi_mipad_testurteil

Wertung
Geschwindigkeit 5/5
Display 5/5
Funktionalität 4/5
Verarbeitung 4/5
Preis 5/5

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Stefan

Stellvertretender Chef-Redakteur
Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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