[Test] ZTE Axon Mini – Der Druck macht den Unterschied

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ZTE Axon Mini Test

Apple 3D Touch respektive Force Touch ist seit dem iPhone 6s und dem Huawei Mate S immer mal wieder ein Thema, welchem sich ZTE nun auch in Deutschland mit dem ZTE Axon Mini annimmt. Das handliche Android Smartphone will aber auch in anderen Bereichen wie der Sicherheit überzeugen. Wie gut das dem chinesischen Hersteller bei dem ZTE Axon Mini gelingt, soll unser nun folgende Testbericht zeigen.

Mit dem ZTE Axon Mini geht der chinesische Hersteller den Weg, den auch die Konkurrenz geht: Eine kleinere Version mit zum Teil abgespeckter Hardware und ähnlichem Namen zu vermarkten. Allerdings kann man sich trefflich streiten ab wann überhaupt der Begriff „Mini“ tatsächlich zutreffend ist und wann nicht. Denn vergleicht man beide Modelle der aktuellen Axon-Generation, dann fällt auf dass Mini gar nicht so klein ist.

Spätestens der Blick auf die Ausstattung offenbart dann den Bezug zum Mini, mit einem kleinen Extra. Denn seinem großen Schwestermodell hat „der Kleine“ eine Sache voraus: Das Display will Dank Force Touch Display dem iPhone 6s Konkurrenz machen.

 

Technische Daten des ZTE Axon Mini

Technische Daten


Prozessor

MSM8939 Snapdragon 616 Octa-Core mit 4 x 1,7+1,2 GHz und 64-Bit
GPU: Adreno 405

Betriebssystem

Android 5.1.1 Lollipop mit ZTE MiFavor UI 3.2.0

Interner Speicher

32 GB Interner Speicher (nicht erweiterbar)

RAM

3 GB

Modellbezeichnung

B2016

Display

5,2 Zoll AMOLED Display mit 1.920 x 1.080 Pixel

Anschlüsse

MicroUSB Typ-B, 3,5mm Audio Klinkenanschluss

Sensoren

Beschleunigung, Gyroskop, Annäherung, Licht, Barometer, HALL und Fingerabdruck

Abmessungen (HxBxT mm)

143,5 x 70 x 7,9 mm

Gewicht

136 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff, Aluminium

Kamera

13 Megapixel Kamera, 8 Megapixel Frontkamera

Internet

WLAN a/b/g/n/ac

Bluetooth

4.2 HS BLE

Akkutyp

Fest verbauter Li-Ion

Kapazität

3,8 V/2.800 mAh

Gesprächszeit

n/a

Standby-Zeit

n/a

Netz

GSM 850/900/1800/1900,
UMTS 900/2100 MHz,
LTE 800/1.800/2.600 MHz

Preis

UVP 379 Euro
Besonderheit Force Touch Display, Fingerabdruck-Sensor, Iris-Scanner, Sprachgesteuertes Entsperren, Telefon-Manager, Dual-SIM als Hybrid-Slot

 

Zubehör

Wie schon dessen großer Bruder, kommt auch das ZTE Axon Mini in einem schicken schwarzen Karton daher, welcher mit metallisch-goldfarbenen Ornamenten verziert ist. Neben dem Modellnamen Axon Mini sind dies Dreiecke, die sich auch auf dem Android Smartphone selbst wiederfinden. Eine gewisse optische Konsistenz ist daher nicht zu leugnen.

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Der Inhalt der Verpackung setzt sich jedoch wie gewohnt zusammen: Ein USB-Netzteil mit MicroUSB-Kabel, ein Headset zum Musikhören, ein Eject-Tool zum Öffnen des hybriden SIM-Trays und der übliche Papierkram. Sprich eine Kurzanleitung mit den wichtigsten Eigenschaften und den Informationen für die Gerätegarantie.

Das Besondere ist allerdings, dass das ZTE Axon Mini selbst unter einer kleinen Pappschachtel mit dem Eject-Tool und den Papierzetteln steckt. Auf der Pappschachtel selbst ist die Silhouette des Smartphones aufgedruckt – natürlich passend Goldfarben. Die Überraschung kommt allerdings, wenn man diese Schachtel aufmacht, denn dann kommt eine Klarsicht-Hülle zum Vorschein. ZTE kann also bereits einer edlen Verpackung und dem Lieferumfang punkten.

 

Design und Verarbeitung

Wer das ZTE Axon Elite bereits einmal gesehen hat (zum Test), wird auf den ersten Blick keinerlei Unterschiede feststellen können. Das Design hat ZTE quasi 1:1 übernommen, nur eben im kleineren Format.

Wobei kleiner durchaus in Frage gestellt werden kann. Mit seinem 5,2 Zoll Display ist das ZTE Axon Mini minimal kleiner im direkten Vergleich zu dem ZTE Axon Elite mit seinem 5,5 Zoll großen Display. Liegen beide Geräte direkt nebeneinander, sind es nur wenige mm Unterschied bei Höhe und Breite des Gehäuses. Es liegt angenehm in der Handfläche dank der abgerundeten Seiten und der leichten Wölbung der Rückseite selbst.

Dennoch sollten die ersten Unterschiede bereits auf der Front auffallen, die sich in der Bedienung des Mini-Modells bemerkbar machen: Auf die kapazitiven Tasten unterhalb des Displays verzichtet ZTE bei dem ZTE Axon Mini, was bedeutet, dass die Bedienung komplett über den Touchscreen erfolgt. Ober und unterhalb von diesem sind jeweils ein Lautsprecher-Gitter mit kleinen Dreiecken verbaut – allerdings verbirgt sich nur hinter dem unteren Lautsprecher-Gitter auch wirklich ein solcher. Oberhalb des Displays ist das Gitter nur eine optische Verzierung und beherbergt den Lautsprecher für Telefonate.

Direkt darunter befindet sich in der linken Ecke die Frontkamera, während die Sensoren für Helligkeit und Annäherung, sowie eine Benachrichtigungs-LED auf der gegenüber liegenden Seite verbaut sind.

Nicht zu verachten ist dabei vor allem eine Eigenschaft: Die Ränder rund um das Display sind auf allen vier Seiten sehr schmal gehalten, sodass das ZTE Axon Mini sogar im direkten Vergleich zu anderen Smartphones mit 5 Zoll Display noch kompakter wirkt und auch tatsächlich ist. Bestes Beispiel hierfür wäre unter anderem das Sony Xperia Z3+, welches allerdings auch schon wieder ein Jahr auf dem Buckel hat.

Dem Premium-Anspruch wird das ZTE Axon Mini unter anderem dadurch gerecht, dass das Gehäuse aus Aluminium gefertigt ist. Metall wird bekanntlich gemeinhin automatisch mit „hochwertige Verarbeitung“ in Verbindung gebracht, was bei dem ZTE-Smartphone auch zutreffend ist. Sämtliche Spaltmaße sind gleichmäßig und sehr klein, sodass kein allzu großer Spielraum für eine Staubsammlung bleibt.

Ganz so perfekt ist die Verarbeitung bei den Tasten jedoch nicht, denn diese haben einen  Spielraum und wackeln etwas. Das können andere Hersteller besser. Immerhin passt der feste Druckpunkt und deutliche Tastenhub. Die Tasten selbst haben zudem Dreieck-förmige Erhebungen zur besseren Fühlbarkeit der Tasten. Im Fall der Lautsprecher-Wippe ist es nur der Anfang und das Ende der großen Taste.
Auf der Stirnseite des ZTE Axon Mini ist die 3,5 mm Audiobuchse für das Kabel-Headset verbaut, während auf der Unterseite des Rahmens der MicroUSB-Anschluss zu finden ist.

Die SIM-Karte inklusive einer MicroSD-Speicher- oder alternativen zweiten SIM-Karte findet oberhalb der Lautstärke-Wippe auf der linken Seite des Gehäuse-Rahmens Platz.

Die Rückseite des ZTE Axon Mini zeigt sich indes als interessant zu beschreiben. Ganz wie das größere Schwestermodell kommt auch hier wieder ein hochwertiges Aluminium zum Einsatz, welches jeweils oben und unten von optisch abgesetzten Elementen eingerahmt wird. Auch wenn es danach aussieht: Echtes Leder ist das nicht. Vielmehr ist die Rückseite dort wie Leder gestanzt, inklusive der passenden Naht. Die Oberfläche wirkt im Gegesatz zu dem Metall hingegen sehr „billig“, denn einerseits ist sie aus Kunststoff für einen besseren Empfang der verbauten Antennen und zum anderen glänzt die Oberfläche im Licht, gewährt dafür aber einen sicheren Griff.

Eines der auffälligsten Merkmale der Rückseite ist und bleibt aber die Kamera die optisch so aussieht, als ob da zwei Linsen inklusive Kamera-Chips verbaut sind. Ist aber nicht der Fall, denn der untere schwarze Bereich beherbergt lediglich den Dual-LED-Blitz zum notdürftigen Ausleuchten der zu fotografierenden Szene bei Dunkelheit.

Schick sieht es ja schon aus, wenn dazwischen einmal mehr das Muster mit den ein gestanzten Dreiecken wie auf der Vorderseite zum Einsatz kommt. Direkt darunter ist ein Fingerabdruck-Sensor verbaut.

Mit der Axon Modellfamilie will ZTE den Markt mit Oberklasse-Geräten erobern, die nicht so viel kosten sollen. In Bezug auf das Design und die Verarbeitung kann das ZTE Axon Mini diesem Anspruch gerecht werden, auch wenn nicht alles perfekt ist.

 

Display

Mit seinem 5,2 Zoll in der Diagonale messenden Display gehört das ZTE Axon Mini definitiv zu den kleineren Android Smartphones. Ob es aber damit auch wirklich Mini ist liegt im Auge des Betrachters – und der wird vor allem das hervorragende AMOLED-Display anschauen.

Mit 1.920 x 1.080 Pixel Auflösung bietet das Android Smartphone eine mehr als ausreichende Auflösung für diese Größe, zumal Farben zwar kräftig, aber nicht übertrieben kräftig dargestellt werden. Bei AMOLED keine Selbstverständlichkeit. Schwarz ist hingegen wie gewohnt perfekt und selbst wenn man schräg auf das Display schaut, bleibt die Darstellung sehr ausgewogen. Auch der Kontrast ist technisch bedingt sehr hoch. Bei der Helligkeit bietet sich ein guter Eindruck, denn auch unter direkter Sonneneinstrahlung ist nahezu alles auf dem Display des ZTE Axon Mini zu erkennen. Es geht aber auch besser.

Technik-Highlight des Displays ist aber in jedem Fall die Unterstützung von Force Touch. Sprich, das Display-Panel erkennt verschiedene Druckstufen, die je nach App anders interpretiert werden. Dazu später im Bereich Software mehr.

 

CPU und GPU

Ein Premium-Smartphone wie es das ZTE Axon Mini sein will setzt auch gewisse Technik voraus. In der gehobenen Mittelklasse bedeutet dies, dass ein Snapdragon der 600er Reihe zum Einsatz kommt. Im ZTE-Modell ist dies ein Snapdragon 615 Octa-Core-Prozessor der zweiten Revision, welcher mit vier 1,7 GHz schnellen Cortex A53 Kernen und vier 1,2 GHz schnellen Cortex A53 Kernen zu Werke geht. Bedeutet im AnTuTu v6 Benchmark eine Leistung von 36.101 Punkten.

Zusammen mit den 3 GB RAM sorgt der Prozessor für eine jederzeit flüssige Bedienung des ZTE Axon Mini. Das Hantieren mit mehreren offenen Apps geht sehr flott von statten und auch sonst sind so gut wie keine Ruckler festzustellen. Übermäßige Gedenkpausen traten so gut wie nie auf.

Einzig bei Spielen zeigt der verbaute MSM8939 Snapdragon 616 erste Schwächen. Was auch kein Wunder ist: Die Adreno 405 GPU ist nicht gerade eine der leistungsfähigsten Grafikchips und auch schon wieder etwas betagter. Die einfachen Spiele sind kein Thema, aber bei grafisch aufwändigeren Apps wie Asphalt 8, Dead Effect 2 oder einem GTA San Andreas kommt das Smartphone unübersehbar an seine Grenzen. Für Gamer ist das ZTE Axon Mini daher nicht sonderlich geeignet.

 

Akku

Mit einem 2.800 mAh fassenden und nicht wechselbaren Akku ist das ZTE-Modell recht ordentlich aufgestellt. Jedoch zeigen sich durchaus gemischte Ergebnisse, was ein wenig verwundert. So ist das ZTE Axon Mini im reinen Leerlauf enorm ausdauernd und muss nicht so schnell an die Steckdose wie leistungstechnisch ähnlich aufgestellte Modelle. Aber bei aktiver Nutzung zeigt sich das andere Gesicht: Der Energieverbrauch steigt signifikant im Vergleich zu anderen Smartphones an und muss bei gemischter Nutzung bereits nach einem Tag an die Steckdose.

Unter gemischter Nutzung verstehen wir Chatten via Hangouts und WhatsApp, für knapp 2 Stunden Musik hören über ein Bluetooth-Headset, im Netz surfen per WLAN, Fotos knipsen und ein bis zwei Telefonate führen.

Im Dauerbetrieb mit Videos anschauen bei mittlerer Helligkeit macht der Akku nach knapp 7 Stunden schlapp – unter Last wie bei grafisch anspruchsvollen Spielen sind es sogar nicht einmal viereinhalb Stunden und das Verlangen nach der Steckdose wird enorm.
Erschwerend kommt hinzu, dass das ZTE Axon Mini kein Quick Charge beherrscht, obwohl der Snapdragon 616 prinzipiell den Standard unterstützt.

 

Konnektivität

Von der kommunikativen Seite zeigt sich das ZTE Axon Mini tatsächlich von einer hervorragenden Seite. Neben einem sehr empfangsstarken WLAN-Modul mit Zweikanal-Unterstützung und dem 802.11ac Standard sind zudem Bluetooth 4.0, GPS inklusive dem russischen GLONASS  und auch LTE verbaut. Letzteres wie zu erwarten nur mit LTE Cat4, sprich maximal 150 Mbit/Sekunde im Download und 50 Mbit/Sekunde im Upload. Wer gerne Bargeldlos bezahlen und NFC-.Tags nutzen will, wird sich über den verbauten NFC-Chip freuen.

Das Android Smartphone ist zwar prinzipiell Dual-SIM-fähig, allerdings nur über einen Hybrid-Slot. Heißt im Klartext: Entweder man nimmt eine Nano-SIM plus eine MicroSD oder eine Nano- plus zweite Micro-SIM.

Bei Telefonaten zeigt sich, das ZTE einiges an Expertise im Bereich Telekommunikation besitzt. Gespräche sind überwiegend sehr verständlich, wobei das Grundrauschen nicht komplett heraus gefiltert wird. Auch hatten wir den Eindruck, dass S-Laute hin und wieder etwas stärker hervorgehoben werden und in ein leichtes Zischeln übergehen.

Die Freisprechfunktion arbeitet ebenfalls sehr kräftig, wird allerdings bei höheren Tonlagen sowie maximaler Lautstärke sehr schnell deutlich blechern.

 

Kamera

Im Bereich der Kamera geht ZTE bei seiner Mini-Version des Axon Smartphones keine großartigen Experimente ein. Man begnügt sich mit einer standesgemäßen 13 Megapixel Kamera, deren volle Auflösung im 4:3 Kleinbildformat erreicht wird mit nativen 4.096 x 3.072 Pixeln. Im Breitbildformat sind es nur 10 Megapixel.

Die besten Bilder gelingen naturgemäß bei optimalen Lichtbedingungen. Trotzdem verspricht man sich von der Kamera mehr, denn vor allem bei der Schärfe und insbesondere der Helligkeit der Aufnahmen selbst liegt das ZTE Axon Mini hinter den Erwartungen. Im aktivierten HDR-Modus lässt sich zumindest in Bezug auf die Belichtung erheblich mehr aus den Fotos herausholen – insbesondere schon bei leichter Dämmerung. Außerdem ist mitunter ein leichter Blauschleier wahrzunehmen.
Ein ähnlich unschönes Ergebnis zeigt sich bei schlechten Lichtverhältnissen, wo das Bildrauschen im Vergleich zu anderen 13 Megapixel Kameras deutlich stärker zunimmt.

AN dieser Stelle darf unser Testfoto im Vergleich zur Canon EOS 600D, einem Samsung Galaxy S5 und dem HUAWEI P8 nicht fehlen:

Videos nimmt das ZTE Axon Mini mit FullHD bei 30 Frames pro Sekunde auf. Allerdings sollte man auf schnelle Schwenks verzichten: Zum einen treten in solchen Fällen Verzerr-Effekte sehr stark auf und das Bild stottert. Es scheint fast so, dass der Prozessor die Bilddaten nicht schnell genug verarbeiten kann.

Die Kamera-App von ZTE bietet ein ebenfalls zwiespältiges Bild. Einerseits ist sie angenehm aufgeräumt in ihrer Oberfläche – es stehen nur die wichtigsten Bedien-Elemente bereit – andererseits finden sich so manche öfters benötigten Funktionen erst in den tieferen Einstellungen wieder. Zumal auch bei der Auswahl der Foto-Modi durch eine Reihe von Icons unnötig Platz verschwendet wird. Ob man zudem von den vielen Filtern und dem Beauty-Modus der Frontkamera mit 6 Stufen an Weichzeichner anfreunden kann, ist Geschmackssache.

Punkten kann das ZTE Axon Mini wiederum mit einem Manuellen Modus, in welchem man einige Dinge direkt beeinflussen kann. Auf diese Weise lässt sich unter anderem der hin und wieder zu erkennende Blauschleier verhindern, wenn man die richtigen Einstellungen gefunden hat.

Insgesamt präsentiert sich die Kamera des ZTE Axon Mini eher als Durchschnitt und weniger als eine Kamera, die Ansprüche auf Premium-Qualitäten rechtfertigt. Vor allem die durchgängig niedrige Belichtung der Aufnahmen hinterlässt gemischte Gefühle.

 

Multimedia

Eher ungewöhnlich für Smartphones der gehobenen Mittelklasse ist ein erfreulich großer interner Speicher. Nach wie vor sind überwiegend Modelle mit 16 GB zu finden, aber das ZTE Axon Mini kann mit 32 GB internem Speicher positiv überraschen. Von diesem stehen dem Nutzer 22,55 GB zur freien Verfügung nach einem Werksreset. Wer mehr benötigt kann auch eine MicroSD Speicherkarte verwenden, die bis zu 128 GB Kapazität haben kann. Allerdings büßt man dadurch die zweite SIM-Karte ein.

Natürlich bietet sich eine solche MicroSD geradezu für Medien aller Art an, die man sich auf dem ZTE Axon Mini anschauen und auch anhören kann. Dafür steht ein gar nicht mal so schlechter Lautsprecher bereit, der sehr laut werden kann, aber dabei nicht allzu stark verzerrt oder gar blechern klingt.
ZTE rühmt sich sogar, mit dem AK4961 von Asahi KASEI Microdevices – kurz AKM – einen besonders hochwertigen Audio-Chip verbaut zu haben. Dieser DAC (Digital-Analog Converter) unterstützt zum Beispiel Audio mit bis zu 24 Bit Samplingrate, wobei das wiederum auch entsprechend qualitativ hochwertige Kopfhörer oder externe Lautsprecher mit Anschlüssen voraussetzt.

Natürlich braucht es dafür auch die passende Musik-App, die in diesem Fall von ZTE selbst stammt. Der etwas sehr bunt geratene Musikplayer beherrscht die üblichen Funktionen zur Wiedergabe, einschließlich Sortierung nach Titel, Musiker, Genres oder gar Ordner. Selbst ein einfacher 5-Band-Euqlaizer mit diversen Presets, Lautstärke-Angleichung, Stimmen-Optimierung und Raumklang findet sich wieder.

Wem der Player nicht zusagt kann auch auf andere Apps zugreifen. Google Play Music ist zum Beispiel vorinstalliert. Über den Google Play Store kann man auch seinen eigenen favorisierten Musikplayer installieren und nutzen.

 

Software

In Bezug auf die Software kommt das nicht mehr ganz aktuelle Android 5.1.1 Lollipop zum Einsatz, welches ZTE wie fast alle Smartphone-Hersteller mit einer eigenen Oberfläche versieht. Die MiFavor genannte UI kommt in Version 3.2.0 zum Einsatz und zeichnet sich durch viele Zusatz-Funktionen sowie eine stellenweise arg bunte Erscheinung aus.
Auffällig ist auch hier wieder, dass das ZTE Axon Mini für eine iOS-ähnliche Bedienung auf den sonst gewohnten App Drawer verzichtet. Alle installierten Apps landen auf dem Homescreen und müssen über kurz oder lang in diversen Ordnern sortiert werden.

Hervor zu heben ist ein kleines Detail, welches bei Android N Einzug halten wird: Die Benachrichtigungsleiste hat ab Werk bereits fünf kleine Icons für die Quick Settings eingeblendet, während bei dem vollständigen herunterziehen dieser Leiste die restlichen Quick Settings zum Vorschein kommen. Man könnte auch sagen, ZTE ist mit der MiFavor UI bereits Google einen Schritt voraus.

Gegen die bunt-poppige Oberfläche liefert ZTE immerhin die passende Abhilfe gleich mit: Man kann verschiedenste Themen anwenden, um den Look zu verändern. Gerade europäische Nutzer werden eine nüchterne Farbgebung vorziehen: Das Standard-Thema kommt in schwarz-goldenen Farben daher, was eine gewisse Eleganz versprüht. Zumal sich auch diverse Effekte auf dem Homescreen anpassen lassen – sofern man den Standard-Launcher von ZTE nutzt.

Das sich die Entwickler bei der Konkurrenz bedient haben sieht man auch daran, dass zum Beispiel ein durch HUAWEI etablierter Telefon-Manager als zentrale Anlaufstelle zur Wartung des ZTE Axon Mini vorinstalliert ist. Darüber lassen sich neben dem Löschen von temporären Dateien auch Energiespar-Profile aktivieren, die installierten Apps verwalten, ausgewählte Apps mit einer PIN versehen oder auch in Kooperation mit Avast! das Smartphone und seine Dateien nach Malware durchleuchten.

Hinzu kommt eine umfangreiche Liste an Sicherheitsfunktionen, von denen der Fingerabdruck nur ein Teil ist. Der Sensor selbst erkennt Finger erfreulich schnell, wenn auch nicht zu 100 Prozent zuverlässig. Mitunter muss man den Finger leicht neu positionieren bevor das Smartphone entsperrt wird. Die zweite Möglichkeit zum Entsperren ist ein Sprachkommando, aber die dritte Möglichkeit mit dem ZTE Axon Mini ist der Iris-Scan.

Allerdings muss man auch hier wieder sagen, dass es mehr eine Spielerei denn zuverlässiger und vor allem sicherer Lösung ist. Zum einen versagt die Technik wenn das Licht in der Umgebung zu schwach ist und man muss sich das Smartphone sehr nah vor die Augen halten, damit die Frontkamera die Augenpartie vernünftig erkennt.

Alles für die Finger

Interessant ist, was sich die ZTE-Entwickler alles rund um die Bedienung per Finger haben einfallen lassen. Zum Beispiel kann man mittels diverser Gesten mit drei Fingern Apps schließen, einen Screenshot des Bildschirms anfertigen oder auch zwischen den aktiven Apps wechseln. Allgemein besitzt das ZTE Axon Mini eine ganze Reihe an Gesten und Bewegungen zur Bedienung.

Selbst die Button-Leiste am unteren Bildschirmrand kann man bei Bedarf ausblenden. Dann erfolgt die Bedienung über schwebende Software-Tasten wie sie unter anderem HUAWEI und auch Samsung bei seinen Phablet-Modellen implementiert hat, ZTE nennt dies Mi-POP.

ZTE hat den Druck raus

Das Highlight des ZTE Axon Mini ist aber zweifelsohne das Druck-sensitive Display. Neben dem HUAWEI Mate S in der Premium Edition ist das Axon Mini das zweite Android Smartphone in Deutschland, welches aktiv mit seinem Force Touch Display beworben wird.
Das bereits andere Smartphones bedeutend früher dran waren als HUAWEI oder Apple haben wir euch an dieser Stelle bereits gezeigt.

Macht die Funktion an sich aber nicht weniger spektakulär, auch wenn die Funktion in erster Linie nur bei ZTE-eigenen Apps wie dem Homescreen Launcher, der Galerie oder dem Videoplayer genutzt werden. Die einzelnen Apps selbst lassen sich auf Wunsch komplett oder auch selektiv deaktivieren, wenn man bestimmte Funktionen nicht benötigt.

Zum Beispiel eine Vorschau von Bildern in der Galerie, schnelleres Vorspulen bei Videos im Videoplayer, die nächsten Termine für einen Tag in einer Mini-Vorschau oder ein lauteres Spielen einer Note in der App Perfect Piano.
So nett das Druck-sensitive Display des ZTE Axon Mini auch sein mag: Wenn Android selbst und die wenigsten Apps im Google Play Store Force Touch unterstützen, bringt auch das genaueste Force-Touch-Display keinen spürbaren Vorteil außer bei den hauseigenen ZTE Anwendungen und wird so mehr zum „Nice to have“ degradiert.

Hinzu kommt, dass die Bedienung mit Force Touch eine lange Zeit der Eingewöhnung bedarf und zumindest anfangs noch zu etlichen Fehlbedienungen führt.

 

Fazit zum ZTE Axon Mini

Für 379 Euro zeigt ZTE mit dem ZTE Axon Mini, dass ein handliches Android Smartphone der Mittelklasse nicht nur schick aussehen kann, sondern auch allerhand Raffinessen bietet. Denn in dieser Klasse ist weder ein Iris-Scanner noch ein Force Touch Display selbstverständlich – mit letzterem hat ZTE sogar ein Alleinstellungsmerkmal in dieser Preisklasse.
Leider ist Force Touch unter Android noch sehr beschränkt nutzbar, sodass man das Feture nur mit den hauseigenen Apps ausschöpfen kann. Abgesehen davon bietet sich ein hochwertiges und auch flottes Android Smartphone, dass zudem mit viel Speicher und einem MicroSD-Slot aufwarten kann. Einzig Foto-Freunde werden mit dem ZTE Axon Mini nicht sonderlich glücklich werden.

Positiv
  • Display (Force Touch)
  • Software
  • Fingerabdruck-Scanner
  • Kompaktes Gehäuse
  • Hochwertige Verarbeitung
Negativ
  • CPU
  • Kamera
  • Iris-Scanner
  • Akku

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Wertung
Geschwindigkeit 4/5
Display 5/5
Funktionalität 5/5
Verarbeitung 4/5
Preis 4/5

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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