Thorsten Dirks: 2 MBit/Sekunde reichen für jeden Smartphone-Nutzer

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LTE ist für die Mobilfunker das Thema der Zukunft. Mit bis zu 100 MBit pro Sekunde will man das festnetz-DSL auf Smartphone-Ebene ersetzen und eine neue Cashcow etablieren. Denn wer sich mal die Preise für LTE-Tarife anschaut, der kommt ziemlich schnell ins schlucken: Zwischen 46 Euro bis 70 Euro pro Monat werden da fällig, je nach Anbieter. Nur ein Anbieter will vorerst nicht mitmachen, bei dem mobilen Geschwindigkeitsrausch.

Die Rede ist vom drittgrößten Mobilfunkanbieter in Deutschland, gemessen nach den Kundenzahlen. Zwar erweitert E-Plus sein Netz ebenfalls mit der LTE-Technologie, allerdings nur um die Bandbreite für einzelne Nutzer in einer Funkzelle zu stabilisieren. Nach Meinung von E-Plus Chef Thorsten Dirks sind eh 2 MBit/Sekunde für jeden Smartphone-Kunden ausreichend. Während T-Mobile, Vodafone und Telefonica o2 ihre Netze mit immer höheren Geschwindigkeiten ausbauen, setzt E-plus lieber auf eine breitere Verfügbarkeit. Denn was nutzen einem die tollsten Geschwindigkeiten in Großstädten, wenn auf dem Lande oder am Stadtrand nichts geht? Genau, nützt einem gar nichts, bringt nur Ärger und angeschlagene Nerven mit sich. Das ist auch ein Grund, weshalb sich Thorsten Dirks zu dieser Äußerung hat hinreisen lassen:

„Das Problem ist doch, dass jeder Mobilfunkkunde überall eine Bandbreite von 2 Megabit pro Sekunde haben möchte und nicht 100 Megabit pro Sekunde an einzelnen Orten. 500 Megabyte Datenvolumen und eine Bandbreite von 2 Megabit pro Sekunde im Downstream sind ausreichend für jeden Smartphone-Nutzer.“

E-Plus-Chef Thorsten Dirks, Bildquelle: AreaMobile / E-Plus

Ab 7 Euro pro Monat gibt es diese Leistungen, beispielsweise bei Aldi Talk des Mobilfunk-Discounters Medion Mobile. Zwar sind auch diese Tarife nicht frei von Einschränkungen, zum Beispiel ein noch nicht ganz bundesweit ausgebautes UMTS-Netz. Laut Schätzung von Dirks, brauch LTE noch einige Jahre bis es massentauglich ist. Zum einen ist die Netzabdeckung bisher nur in ländlichen gebieten und einigen wenigen Großstädten vorhanden und zum anderen gibt es einfach nicht die nötigen Anwendungen, die ein derart schnelles Netz notwendig machen würden. Zudem sei der erhöhte Akkuverbrauch für Smartphones und Tablets nicht gerade unwichtig. Dadurch dass das LTE-Netz noch so lückenhaft ist, muss öfters zwischen den einzelnen Technologien hin und her gesprungen werden. Außerdem müssen trotz LTE-Netzen Telefonate weiterhin über GSM abgewickelt werden.

„LTE ist für uns kein Produkt, sondern eine Technologie. Wir werden diese Technologie einsetzen, wenn sie nachgefragt wird oder uns effizienter macht.“

[Quelle: AreaMobile]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

3 Kommentare

  1. Jaja… LTE wenn mans brauch wird es LTE auch geben… Die Anbieter werben zwar dafür aber ausgebaut ist es nicht. Und was labert der von 2 Mbit… ich hab 7 Mbit und wenn ich downloade könnte es schon schneller sein. Ok Akkuleistung… das ist aber schon das einzige Argument. Der Handshake zwischen den LTE Zellen ist momentan auch nicht richtig möglich…Was zum Teufel reden die eigentlich jetzt schon von LTE wenn jetzt erst Feldstudien anlaufen… LTE ist zur Zeit noch ein Medien-Phantom.

    • Ist halt ne Cashcow, welche die SMS ersetzen soll. Ich meine, wer zahlt schon freiwillig fast 90 Euro bei Vodafone für einen Datentarif, damit 2 GB bei maximalen 50 MBit/Sekunde pro Monat drin sind? Oder 70 Euro bei T-Mobile für 100 MBit/Sekunde bei 30 GB pro Monat? o2 ist da mit 64 Euro, 50 MBit/Sekunde und 3 GB auch nicht gerade günstig.

  2. Pingback: ASUS Transformer Pad TF300TL LTE ab Mitte August erhältlich » anDROID NEWS & TV

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