Umweltschützer fordern Handypfand

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Im Getränkehandel ist das schon seit Jahren Gang und Gäbe: Der Flaschen- und Dosenpfand auf kohlensäurehaltige Getränke wie Bier, Cola oder Selters. Das Pfand, in der Regel 25 Cent pro Flasche/Dose und 8 Cent bei Bier, werden beim Kauf der Getränke auf den eigentlichen Kaufpreis aufgeschlagen. Da der Elektroschrott immer weiter zunimmt und bestimmte Ressourcen knapp werden, fordern Umweltschützer nun gleiches für Handys.

Einer Bitkom-Studie zufolge lagern in deutschen Haushalten immer noch über 83 Millionen alter Handys, die entweder aus sentimentalen Gründen behalten werden („Mein erstes Handy“) oder einfach nur vergessen wurden und sich als Staubfänger betätigen. Da in der Kleinelektronik unserer liebsten Begleiter einige Rohstoffe der Kategorie „Seltene Erden“. Diese „Seltene Erden“ kommen hauptsächlich in China vor, die wiederum haben den Export eingeschränkt und sind dummerweise ein wichtiger Rohstoff für die Elektronik. Zwar bieten die Netzbetreiber die kostenfreie Entsorgung alter Handys und Smartphones an, das Angebot wird allerdings eher sehr zögerlich angenommen.

Damit die Bereitschaft alte Geräte abzugeben steigt und die Umwelt ein wenig zu entlasten, fordern Umweltschützer die Auszahlung eines Pfands für die Abgabe der Handys und Smartphones. Im Gespräch sind zwischen 30 und 100 Euro als Motivationsanreiz, was Vodafone und Co. natürlich als nicht allzu prickelnd  erachten. Immerhin würde das die Netzanbieter etliche Millionen Euro kosten, sollten all die vermuteten alten Geräte abgegeben werden. Andererseits würde das ein lukratives Unterfangen für die Wirtschaft sein, auf diese Weise an die seltenen Rohstoffe zu gelangen. Vom Umweltschutzaspekt mal ganz abgesehen.

Bei Flaschen und Autobatterien ist das System „Pfand“ bereits flächendeckend akzeptiert, warum dann nicht auch auf Handys und Computer ausdehnen? Martin Faulstich, Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen, hat sich dafür ausgesprochen. Auch ein Leasing-Modell für neue Smartphones wie es derzeit bei Base zum Beispiel möglich ist, steht zur Debatte. Das geht aus dem vor wenigen Tagen veröffentlichten Umweltgutachten 2012 (PDF Datei) hervor, in dem der Sachverständigenrat für Umweltfragen alle 4 Jahre die umweltpolitischen Entwicklungen kommentiert und Empfehlungen für die Bundesregierung ausspricht.

[Quelle: Mitteldeutscher Rundfunk | via Heise.de]
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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

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