US-Behörden zwingen E-Mail-Dienste zur Schließung

Geschrieben von

Edward Snowden

Lavabit und Silent Circle, zwei Unternehmen die sich als E-Mail-Dienste der Verschlüsselung ihrer sensiblen Kundenpost verschrieben haben, mussten auf Druck der US-Behörden diese Woche ihre Leistungen im Internet beenden. Prominentester Kunde und Ex-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden, nutzte laut eigener Auskunft, Lavabit als Verschlüsselungsdienst für seine E-Mails.

Während in Deutschland E-Mail-Dienste wie GMX, T-Online und Web.de sich aktuell dazu entschlossen haben, Kunden E-Mails in Zukunft einer Verschlüsselung zu unterziehen, machen das US-Amerikanische Unternehmen wie Lavabit und Silent Circle, dies nahezu seit fast 10 Jahren. E-Mails werden vor der Speicherung auf dem Server verschlüsselt und lassen sich nur von dem Empfänger mit dem entsprechenden Passwort wieder dekodieren. Wobei „werden“ das falsche Tempus ist, richtig wäre „wurden“, denn beide Dienste haben am Donnerstag ihren Service beendet.

Ladar Levison, Gründer und Eigentümer von Lavabit LLC, erklärt auf der inzwischen geschlossenen Internetseite wie folgt:

„I have been forced to make a difficult decision: to become complicit in crimes against the American people or walk away from nearly ten years of hard work by shutting down Lavabit.“

„Ich sehe mich gezwungen, eine schwierige Entscheidung zu fällen – entweder mitschuldig an Verbrechen gegen das amerikanische Volk zu werden oder zehn Jahre harte Arbeit aufzugeben und Lavabit zu schließen“

Was genau im Fall Lavabit zu der Schließung führte, kann nur vermutet werden. Denn Ladar Levison darf sich aufgrund  eines aktuellen Rechtsstreit mit den US-Behörden nicht dazu öffentlich äußern. Vermutet wird das US-Behörden Zugriff auf die Kundendaten verlangt haben, zu deren Kunden auch der im russischen Asyl lebende Edward Snowden gehört.

Silent Circle, ein Unternehmen das neben der Verschlüsselung von Telefongesprächen, Videochats und Textnachrichten durch die Software PGP, auch E-Mails kodiert, hatte noch keine direkte Kontaktaufnahme mit der US-Justiz. Doch um einen eventuell bevorstehenden Durchsuchungsbefehl aus dem Weg zu gehen, habe man wohlweislich alle Daten vernichtet und den E-Mail Verschlüsselungsdienst geschlossen. Grund für diesen massiven Eingriff in den Geschäftsbetrieb, so Mike Janke CEO von Silent Circle, sei der massive Druck der US-Behörden auf Google und Microsoft gewesen. Diese wurden seit den Enthüllungen der NSA Geheimdienstdaten durch Edward Snowden, überzeugt mit den US-Behörden zusammen zu arbeiten und denen Zugang zu den E-Mail Kundendaten zu gewähren.

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Obwohl sich das US-Justizministerium gewohnt zu den Schließungen der E-Mail-Dienste in Schweigen hüllt, hatte gestern Abend US-Präsident Barack Obama auf einer Pressekonferenz kurz vor seinem Sommerurlaub, umgehende Gesetzesänderungen versprochen, die für mehr Transparenz der Geheimdienste sorgen soll.

[Quelle: Lavabit | Tagesschau]

 

 

 

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