Vergleichstest Amazon Fire TV Stick und Fire TV Box

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Amazon Fire TV Test

Amazon hat in den letzten Jahren sein Angebot an eigener Hardware kräftig ausgebaut und zu den ganz großen Erfolgen gehören die Amazon Fire TV Set-Top-Box. Diese hat vor einigen Tagen auch in Deutschland einen kleinen Vertreter in Form eines HDMI-Sticks erhalten, welchen wir uns heute im Vergleich zur Box näher anschauen.

Mit dem Kindle Fire hatte Amazon seinerzeit den Markt der eBook Reader im Sturm erobert und ist schnell zum De-Facto-Standard für diese Branche aufgestiegen. Mittlerweile umfasst das Angebot zahlreiche Android-basierende Tablets – wir durften das Amazon Fire HDX 8.9 testen – und selbst ein Smartphone (zum Test) bietet das Portfolio. Der heimliche Star von Amazon ist jedoch die Amazon Fire TV Set-Top-Box, welche den Zugriff auf die Medien-Welt von Amazon Prime Instant Video und so weiter ermöglicht. Mit dem Amazon Fire TV Stick gibt es nun einen deutlich preiswerteren Einstieg in diese Medien-Welt und worin die Unterschiede bestehen, zeigen wir euch in diesem kleinen Test.

 

Technische Details der Amazon Fire TV Box und des Sticks

Technische Daten

Amazon Fire TV Box

Amazon Fire TV Stick

Prozessor

Qualcomm Snapdragon 600 Quad-Core mit 1,7 GHz
GPU: Adreno 320
Broadcom BCM28155 Dual-Core mit 1,2 GHz
GPU: VideoCore IV

Betriebssystem

Fire OS (Android 4.2.2 Jelly Bean)

Interner Speicher

8 GB interner Speicher (erweiterbar per USB-Stick) 8 GB interner Speicher

RAM

2 GB 1 GB

Modellbezeichnung

ATFB AFTM

Anschlüsse

USB, HDMI, 10/100 Mbit LAN, optischer Audio-Ausgang, Netzteil MicroUSB, HDMI-Ausgang

Abmessungen (HxBxT mm)

115 x 115 x 17,5 mm 84,9 x 25 x 11,5 mm

Gewicht

281 Gramm 25 Gramm

Gehäusematerial

Kunststoff

Internet

Dualband WLAN a/b/g/n

Bluetooth

4.0 HS 3.0

Audioausgang

Optisch n/a

Preis

UVP 99,- Euro (ab 99,- Euro, Stand 08.04.15) UVP 39,- Euro (ab 39,- Euro, Stand 08.04.15)
Besonderheit Fernbedienung mit Spracheingabe, kein HDMI-Kabel im Lieferumfang Fernbedienung

 

Design und Verarbeitung

Die meisten Käufer werden die Box bzw. den Stick vermutlich hinter oder unter dem Fernseher verstecken, was Amazon bei der Konzeption der beiden Streaming-Geräte bereits berücksichtigt zu haben scheint: Sie sind optisch sehr einfach gehalten. So ist die Amazon Fire TV Set-Box ein kleiner schwarzer Kasten, dessen Oberfläche mattiert ist und das ebenfalls in schwarz gehaltene Amazon-Logo aufweist, während die länglichen Seiten der Set-Top-Box in Klavierlack-Optik erstrahlen. Der Stick hingegen ist komplett mattiert und ebenfalls unauffällig im Design. Beide sind halt zweckmäßig, was ihre optische Erscheinung betrifft.

Spaltmaße sucht man bei beiden Geräten übrigens vergebens: Amazon setzt auf höchste Premium-Qualität, obwohl die beiden Amazon Fire TV Modelle verhältnismäßig preiswert verkauft werden. Amazon will halt in erster Linie seine Marktposition im Strreaming-Geschäft ausbauen und weniger mit der Hardware verdienen, weswegen die Geräte so aggressiv in der Preisgestaltung sind.

Das es sich bei dem Amazon Fire TV Stick letztlich um eine abgespeckte Variante der Set-Top-Box handelt merkt man daran, dass der Stick neben dem HDMI-Stecker für einen entsprechenden Fernseher oder Monitor nur einen MicroUSB-Eingang besitzt. Dieser ist allerdings für die Stromversorgung vorgesehen und nicht für USB-Zubehör. Die Set-Top-Box besitzt im Gegensatz dazu neben dem HDMI-Ausgang noch einen RJ45-LAN-Anschluss, eine Buchse für ein optisches Audio-Kabel und einen vollwertigen USB-Port. Dieser lässt sich für diverses USB-Zubehör wie Funk-Tastaturen oder USB-Gamepads nutzen und – seit dem letzten Firmware-Update – auch USB-Sticks und USB-Festplatten.

 

Multimedia

Nicht nur optisch und in den Ausmaßen gibt es einige Unterschiede zwischen den beiden Streaming-Geräten. Technisch setzt die Amazon Fire TV Set-Top-Box auf einen 1,7 GHz schnellen Quad-Core Prozessor der Marke Snapdragon 600. Damit liegt die Set-Top-Box in etwa auf dem Niveau eines HTC One M7, welches 2013 eines der besten erhältlichen Android Smartphones war und noch immer ist. Mit 31.213 Punkten im AnTuTu Benchmark eignet sich die Box daher auch für Spiele, die je nach Entwickler mit der Fernbedienung spielbar sind, oder ein Gamepad erfordern. Der Stick hat im Gegenzug einen um einiges schwächeren Dual-Core Prozessor vom Typ Broadcomm BCM28155, welcher mit nur 1 GHz zu Werke geht. Das macht sich auch im AnTuTu-Ergebnis bemerkbar: 11.162 Punkte erreicht der Amazon Fire TV Stick im Benchmark.

Dennoch macht das bei den verfügbaren Inhalten kaum einen Unterschied, da beide Geräte 1.080p-Filme mit bis zu 60 Frames pro Sekunde und dem Videoformat H.264 darstellen können. Einzig 4K-Filme sind weder mit dem Amazon Fire TV Stick noch mit der Box möglich, was im Fall der Box einfach am Alter des verbauten Prozessors liegt.

 

Software

Auf beiden Geräten kommt ein speziell von Amazon angepasstes Betriebssystem zum Einsatz, welches sich in Sachen Umfang und Oberfläche nicht unterscheidet. Innerhalb weniger Sekunden sind beide Amazon Fire TV Geräte einsatzbereit und begrüßen den Nutzer mit einer in mehrere Kategorien unterteilte Startseite. Auf dieser werden die Amazon-Inhalte nach Video, Musik und Apps aufgeteilt. Übrigens ist das eigene Amazon-Konto auf beiden Geräten schon eingerichtet, über welches man das jeweilige Gerät bestellt hat.

Die Bedienung geht bei beiden Geräten gleichermaßen einfach von der Hand, denn die Fernbedienung besitzt neben Richtungstasten in Ringform mit einer mittleren Taste zum Bestätigen der Auswahl auch die bekannten Android-Tasten für Home, Zurück und das Kontextmenü. Direkt darunter befinden sich Tasten zur Mediensteuerung (Vor, Zurück, Wiedergabe/Pause). Die Fernbedienung der Amazon Fire TV Set-Top-Box besitzt zusätzlich eine Taste zur Spracheingabe, worüber man bequem nach Inhalten suchen kann. Diese funktioniert prinzipiell auch mit dem Fire TV Stick, muss allerdings für 29,99 Euro separat gekauft werden. Alternativ lassen sich beide Fire TV Geräte auch per Android App steuern, sofern sich das Smartphone und der Stick bzw. die Box im selben WLAN-Netzwerk befinden.

Amazon Fire TV Fernbedienung
Entwickler: Amazon Mobile LLC
Preis: Kostenlos
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot
  • Amazon Fire TV Fernbedienung Screenshot

Unterschiede in Sachen Software gibt es damit praktisch keine. Nur wenn man in den Amazon App Shop schaut, wird die Kluft durch den verbauten Prozessor sichtbar: Für die Set-Top-Box gibt es ein umfangreicheres Angebot an Spielen als für den Stick, was auf deren unterschiedliche Leistung zurückzuführen ist. Bei allen Spielen wird übrigens angegeben, ob sich diese nur mit der Fernbedienung spielen lassen, oder ein Gamepad erfordern. Wer keines besitzt, kann sich bei Amazon ein passendes für 39,99 Euro bestellen. Dieses besitzt neben den üblichen Aktionstasten auch welche zur Mediensteuerung.

Das Angebot im Amazon App Shop selbst umfasst etliche Hundert Apps, die sich nicht nur auf Spiele beschränken. So gibt es etliche alternative Streaming-Dienste wie Netflix, Twitch oder die Mediatheken von ARD, ZDF und ARTE. Selbst Anbieter von Musik-Streaming wie Amazon Music, Spotify oder Vevo sind mit im Fundus, wobei die Auswahl für den Stick wie bei den Spielen etwas niedriger ist im Vergleich zur Box. Apropos Spiele: Mit der aktuellen Firmware für die Amazon Fire TV Box ist die Verbindung von Bluetooth-Gamepads möglich.

Neu eingeführt wurden mit dem Fire TV Stick die sogenannte ASAP-Technologie (Advanced Streaming And Prediction), bei welcher die Inhalte noch vor der Auswahl bis zu 10 Sekunden vorab geladen werden, um das Zwischenpuffern zu Beginn eines Films oder einer Serie möglichst niedrig zu halten. Diese Funktion wird mit der Zeit immer schlauer, da Amazon die Sehgewohnheiten des Nutzers analysiert und somit lernt, was für Inhalte am ehesten angeschaut werden und lädt diese wie gesagt vor.

 

Fazit zur Amazon Fire TV Box und Stick

Wer bereits in der Amazon-Prime-Welt zu Hause ist, der findet mit den beiden Amazon Fire TV Geräten das ideale Tor zu Amazon Prime Instant Video, der Musik-Bibliothek und dem App Shop. Allerdings eignet sich der Fire TV Stick aufgrund seines Dual-Core Prozessors weniger gut als Konsolen-Ersatz, obwohl der Stick via Bluetooth entsprechende Gamepads unterstützt. Wer sich nur auf das Streamen von Amazon-Inhalten beschränkt, der ist mit dem Stick deutlich besser bedient. Für Spieler ist die Fire TV Box hingegen die bessere Wahl.

 

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

  1. Cybie schreibt:

    ich habe nun zwei von den sticks und bin sehr zufrieden damit. Ich bin Prime Kunde der ersten Stunde und dass das Prime Angebot funktioniert ist schon klar. Mir gefällt jedoch noch besser dass ich mittels sideload den ES Datei Manager und den BS player installieren konnte und nun meine kompletten pc Inhalte übers Heimnetzwerk Streamen kann ohne extra pc. Sogar 1080p 3D sbs mkv’s sind kein Problem für die verbaute „einfache“ Hardware. Mein 5 GHz AC wlan sorgt zudem für eine sichere Verbindung.

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