Verschlüsselung: Kritik kommt auch vom ehemaligen US-Justizminister

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Verschlüsselung

Es ist gefühlt noch gar nicht so lange her, da erschütterte der Spionage-Skandal rund um den US-Geheimdienst NSA die halbe Welt. Selbst das Kanzler-Handy wurde abgehört und spätestens ab diesem Zeitpunkt war die politische Aufregung perfekt. Allerdings ist die Reaktion in Form von Daten-Verschlüsselung so manchem Politiker ein Dorn im Auge.

das was Edward Snowden im Sommer 2013 enthüllte, hat eine unerwartet große Lawine der Empörung ausgelöst. Der US-amerikanische Geheimdienst spioniert gezielt in Kooperation mit dem britischen Geheimdienst GCHQ gefühlt das gesamte Internet aus. An allen wichtigen Knotenpunkten ist präparierte Hardware installiert und selbst Politiker sind vor der Schnüffelei nicht mehr sicher. Insofern kann man verstehen das Unternehmen wie Google und Apple ihre Nutzer mit der Verschlüsselung der Daten schützen wollen. Aber genau das wollen einige US-Politiker am liebsten schnellstens wieder abschaffen.

Neue Kritik gegen Smartphone-Verschlüsselung

Nachdem erst vor kurzem der Chef der US-amerikanischen Bundespolizei FBI James Comey sich gegen die Verschlüsselung von Daten auf Smartphones ausgesprochen hat (zum Beitrag), folgt ihm nu der ehemalige US-Justizminister Eric Holder. Auf einer Veranstaltung der Global Alliance Against Child Sexual Abuse Online sprach sich Holder im Zuge der Strafverfolgung von Sexualstraftätern gegen eine Verschlüsselung von Smartphones aus. Er bezichtigte die nicht namentlich genannten Unternehmen sogar des aktiven Schützens der potentiellen Täter wie die Washington Post berichtet.

When a child is in danger, law enforcement needs to be able to take every legally available step to quickly find and protect the child and to stop those that abuse children. It is worrisome to see companies thwarting our ability to do so.

Deutsche Übersetzung:

Wenn ein Kind in Gefahr ist müssen Strafverfolgungsbehörden in der Lage sein, alle rechtlich verfügbaren Schritte unternehmen zu können, um Kinder so schnell wie möglich zu finden, zu schützen und diejenigen stoppen, die Kinder missbrauchen. Es ist beunruhigend zu sehen das Unternehmen diese Möglichkeiten durchkreuzen.

Holder fordert letzten Endes nichts anderes als das Google, Apple und Microsoft weiterhin Möglichkeiten in ihre Systeme einbauen, mit deren Hilfe Strafverfolgungsbehörden trotz Verschlüsselung an die Daten auf Smartphones heran kommen. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass Google weiterhin an seinen Plänen festhält und Android L bereits während des Einrichtungsprozess die Verschlüsselung der Daten vornimmt (zum Beitrag). Bisher ist diese Funktion ausschließlich optional in Android enthalten.

[Quelle: Washington Post | via TechStage]

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Mann mit Bart und Faible für Smartphones und Tablets jeder Plattform, doch eindeutig bekennender Androidliebhaber.

Ein Kommentar

  1. Bleibt nur zu hoffen das die mit den an Haaren herbeigezogen Argumenten nicht durchkommen – und wenn nur dort überwachen, wo Kindesmissbrauch tatsächlich vorkommt: die Kirchen. Ich freue mich auf android L..wobei die Hoffnung, auf effektiven Schutz vor dem Staat, zuletzt stirbt

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